Ein großer Teil dieser Lichtverschmutzung rührt von schlecht konstruierten oder ineffektiven Lichtquellen. Die Aufhellung des Nachthimmels hat sowohl einschneidende ökologische als auch nicht zu verachtende Konsequenzen für uns Menschen. Demnach zählt Licht zu den im Bundesimmissionsschutzgesetz erfassten schädlichen Immissionen. Unser Leben ist heute ohne künstliches Licht nicht mehr vorstellbar, so ist vor allem die Straßenbeleuchtung wichtig in Bezug auf die Sicherheit der Menschen in den Städten und im Straßenverkehr. Doch muss deswegen Alles in einem endlosen 24-Stunden-Tag erleuchtet sein?

Wirkung der Lichtverschmutzung auf den Menschen
Die Betrachtung des Sternenhimmels gehört zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit. Dieses Kulturgut scheint abhanden zukommen: Nach Untersuchungen der Universität in Padua leben bereits 99% der Menschen in Europa und den USA unter einem lichtverschmutzten Himmel. Einer Emnid-Umfrage zufolge haben 44 % der Deutschen unter Dreißig die Milchstraße noch nie gesehen.
Aber nicht nur kulturell stellt die Lichtverschmutzung ein Problem für uns Menschen dar. Menschen nutzen den Tag als Aktivitäts- und die Nacht als Ruhephase. Wird dieser Biorhythmus durch fast taghelle Nächte durcheinander gebracht, kann es zur Störung des Zeitempfindens und zu Schlafstörungen kommen. Darüber hinaus ist Dunkelheit wichtig, damit der menschliche Organismus das Hormon Melatonin bilden kann, was das Wachstum bestimmter Krebsarten zu unterdrücken scheint und wichtig für die Regeneration ist.

Ökologische Auswirkungen der Lichtverschmutzung
Die Lichtverschmutzung hat direkte Auswirkungen auf die Natur, denn das Leben auf der Erde hat sich in Jahrmillionen an den Rhythmus von Tag und Nacht angepasst. Pflanzen brauchen diesen Rhythmus für die so wichtige Photosynthese.
Tagaktive Tiere benötigen die Dunkelheit zum Schlafen, nachtaktive für die Nahrungssuche oder die Fortpflanzung (z.B. Glühwürmchen). Gefährdet durch nächtliches Licht sind vor allem Vögel und Insekten: Zugvögel werden durch Flutlichter, Skybeamer und angestrahlte Gebäude irritiert und können umkommen. Intensive Lichtquellen mit hohen UV-Licht-Anteilen ziehen Insekten an und verbrennen diese. Weiterhin hat das weit über die Städte ausstrahlende Licht aber auch Einfluss auf die Rückzugszonen der Tiere, wie z.B. Naturschutzgebiete.

Verursacher der Lichtverschmutzung
Die entscheidenden Verursacher der Lichtverschmutzung sind Projektionsscheinwerfer (Skybeamer), falsche Gebäudeanstrahlung und –beleuchtung sowie nach oben abstrahlende Straßenbeleuchtung.
Skybeamer sind lichtstarke, bündelnde Scheinwerfer, die über mehrere Kilometer hinweg zu sehen sind; meist von Diskotheken als Werbung eingesetzt. Diese Flutlichter sind nicht nur gefährlich für Zugvögel und Insekten, weil sie diese irritieren bzw. verbrennen, sondern auch sehr stark verkehrsgefährdend durch ablenkende Wirkung. Gebäudeanstrahlungen für Werbezwecke und die Beleuchtung von Gebäuden, wie z.B. Kirchen und Denkmäler, sind meist schlecht ausgerichtet, haben eine unnötig lange Beleuchtungsdauer, einen viel zu breiten Lichtkegel und oftmals eine zu große Beleuchtungsstärke. Dadurch geht viel Licht am Gebäude vorbei und verschmutzt mit einem Lichtschleier den Himmel. Gerade Kirchtürme sind oft Lebensräume für seltene nachtaktive Tiere (z.B. Turmfalken), die durch übermäßiges Licht in der Nacht vertrieben werden können. Die Straßenbeleuchtung ist eine der Hauptquellen für die Lichtglocke über den Städten. Da sie aber notwendig ist, werden Laternen mit nach unten gerichteten Lichtkegeln, insektenfreundliche Lampen ohne UV-Anteil und geringeren Beleuchtungsstärken empfohlen und inzwischen vermehrt eingesetzt.