Bereits seit 1997 haben wir den sogenannten „Code of Conduct“ zu einem festen Bestandteil unserer Lieferantenverträge gemacht. In diesem Verhaltenskodex schreiben wir fest, welche Arbeitsbedingungen in den Betrieben eingehalten werden müssen, in denen OTTO seine Ware herstellen lässt. Inzwischen gilt dieser Verhaltenskodex für alle Konzernunternehmen der Otto Group und wird kontinuierlich angepasst und ausgeweitet. Die Umsetzung des Sozialstandards stellt konkrete Anforderungen an das Management, beispielsweise die vertragliche Festlegung von Verantwortlichkeiten und von Prozessabläufen.
Kernpunkte des „Code of Conduct“ sind zum Beispiel Arbeitszeitregelungen, die Zahlung angemessener Löhne, das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie das Diskriminierungsverbot. Aber auch Fragen der Arbeitssicherheit und der Versammlungsfreiheit werden geregelt sowie Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung gefordert.
Die im „Code of Conduct“ festgeschriebenen Richtlinien basieren unter anderem auf den Konventionen der „International Labour Organisation“ (ILO) und der Vereinten Nationen (UN), der „Business Social Compliance Initiative“ (BSCI) sowie auf den OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen. Den gesamten „Code of Conduct“ findet Ihr hier.



Kommentare (5)
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Insgesamt glaube ich, dass ein Verhaltenskodex nur der Beruhigung der Kunden dient. Schließlich kauft jeder Kunde auch gerne mit einem guten Gewissen ein.
du hast vollkommen Recht, dass Richtlinien allein nicht helfen. Unserer Ansicht nach gehört zu den Fundamenten nachhaltigen Wachstums aber, dass wir vor allem auch dort Handel treiben, wo es für die Menschen von lebenswichtiger Bedeutung ist. Wenn wir in den Ländern keine Waren mehr einkaufen würden, würden viele Menschen ihre Arbeit verlieren – damit wäre niemandem geholfen. Wir engagieren uns dafür, dass sich die Lebensbedingungen der Menschen in den Produktionsländern durch den Handel sukzessive verbessern. Nur so können wir die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den Schwellenländern unterstützen. Deshalb verlangen wir für die Produktion unserer Waren von unseren Lieferanten die Einhaltung strenger Umwelt- und Sozialstandards, die wir auch von unabhängigen Auditoren prüfen lassen.
Viele Grüße,
Dein OTTO-Team
"10. Vergütung
Die Geschäftspartner gewährleisten, dass der den Beschäftigten gezahlte Lohn mindestens dem gesetzlichen oder dem in der Industriebranche üblicherweise vorgeschriebenen Mindestlohn entspricht, je nachdem welcher von beiden höher ist. Der gezahlte Lohn sollte zur Deckung der Grunderfordernisse der Beschäftigten ausreichen."
Heißt das, dass Otto gegebenenfalls, deutlich mehr zahlt als den gesetzlichen oder den in der Branche vorgeschriebenen Mindestlohn? Gewährleistet Otto wirklich, dass der Lohn für die Deckung der Grunderfordernisse ausreicht?
Gesetzliche Mindestlöhne sind oft so niedrig, dass sie eben dafür nicht ausreichen.
als Händler haben wir keine eigene Produktion. OTTO arbeitet deshalb nur mit Lieferanten zusammen, die vertraglich zusichern, dass sie mindestens die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlöhne zahlen. Diese anzuheben ist Sache der Regierungen vor Ort. Dabei konkurrieren viele Schwellenländer um die niedrigsten Löhne, um Investoren für weitere Fabriken ins Land zu locken. Deshalb haben die Regierungen in den Produktionsländern oft kein Interesse daran, entsprechend der steigenden Kosten vor Ort auch die Mindestlöhne anzuheben. Wenn Bangladesch sagen würde "Wir zahlen drei Dollar pro Tag", Vietnam aber sagt "Wir bleiben bei einem", dann kann die Textilindustrie in Bangladesch nicht überleben. Würden wir den Lieferanten von uns aus mehr zahlen, so wäre dies keine Garantie dafür, dass das Geld auch bei den Arbeitern ankommt. Außerdem sind wir bei den meisten Lieferanten ein Kunde von vielen und können als Einzelunternehmen kaum Einfluss auf die Löhne ausüben. Das Mindestlohn-Thema kann nur gemeinsam von Regierungen, Arbeitnehmervertretern, NGOs sowie den Unternehmen und Lieferanten gelöst werden. Existenzsichernde Löhne müssen verbindlich gesetzlich festgeschrieben werden. Deshalb unterstützen wir die Asian Floor Wage Campaign, eine Initiative, die sich auf politischer Ebene darum kümmert, dass die Löhne in Asien die Deckung der Grunderfordernisse der Menschen vor Ort auch sichern. Zudem üben wir über die Brancheninitiative Business Social Compliance Initiative (BSCI) politischen Einfluss aus, um die Mindestlöhne anzuheben.