
Deshalb hat GreenFlux e.V., eine Gruppe von Hamburger Studierenden und Doktoranden, im Juni 2011 den „KlimaTeller“ ins Leben gerufen: An einem wöchentlichen Aktionstag verzichten Kantinen, Mensen und Cafeterien auf die größten „Klimasünder“ – also auf Rind-, Lamm- und Schweinefleisch (rotes Fleisch) sowie Milchprodukte mit mehr als 15 Prozent Fett absolut. Stattdessen werden Lebensmittel gewählt, bei deren Herstellung weniger als 4 kg CO2- Äquivalente pro kg Lebensmittel ausgestoßen werden. Zum Verständnis: Es gibt außer Kohlendioxid noch weitere klimaschädliche Gase, vor allem Methan, Lachgas und bestimmte Kohlenwasserstoffe. Um die gesamte Klimawirkung dieser Gase zu erfassen und zu standardisieren, rechnet man die Klimawirkung von Methan etc. in CO2- Äquivalente um.
Für die Klimaschädlichkeit von Rind, Lamm, Schwein und milchintensiven Produkten sind folgende Ursachen entscheidend:
- Die Ausscheidungen von Wiederkäuern (insbesondere Rindern) enthalten große Mengen des starken Treibhausgases Methan (CH4).
- Der Einsatz von Kunstdünger führt vor allem zum Ausstoß von Lachgas (N2O), einem sehr starken und langlebigen Treibhausgas.
- Die Nutzung von Gülle als Dünger verursacht den Ausstoß von Lachgas und Methan.
Ziel des KlimaTellers ist es, über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Klimawandel aufzuklären. Seit Projektbeginn vor einem Jahr nimmt das Studierendenwerk Hamburg teil. Jeden Mittwoch gibt es in den Mensen ausschließlich klimafreundliche – so genannte klimatarische – Mittagsgerichte, was bereits zu Emissionseinsparungen von etwa 30 Prozent pro Aktionstag führt. Klimatarische Gerichte sind beispielsweise Hähnchen mit Brokkoli und Reis, ein Pilsrisottooder eine Kürbiscremesuppe – also alle Speisen, die weder rotes Fleisch noch milchintensive Zutaten enthalten. Mit der Otto Group beteiligt sich seit April 2012 der erste Firmenpartner an dem Projekt. Ab sofort nehmen acht weitere Unternehmen des Erfa-Kreises der Gemeinschaftsgastronomie – einem Netzwerk der Betriebsgastronomien Hamburger Unternehmen – teil. Zum Auftakt fand deshalb am 27. Juni bei der Otto Group eine Pressekonferenz statt. Bei den jetzt insgesamt zehn Hamburger Teilnehmern gehen jeden Mittwoch circa 25.600 Essen über die Theken. Durch den KlimaTeller können so wöchentlich rund 16 Tonnen CO2- Äquivalente eingespart werden. Auf ein Jahr hochgerechnet, erreicht das Projekt eine Ersparnis von circa 865 Tonnen – was dem CO2-Austoß von ungefähr 135 Autofahrten einmal um die Welt entspricht.
David Bröhan und Malte Rieck von GreenFlux e.V. gewährten auf der Pressekonferenz einen Blick hinter die Kulissen des KlimaTellers. Staatsrat Holger Lange von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, die den KlimaTeller durch Fördergelder finanziert, lobte das Projekt sehr. Auf die Frage, warum der KlimaTeller nicht ausschließlich vegetarisch sei, betonte Rieck den pragmatischen Ansatz von GreenFlux: Der Fokus läge auf dem Klimaschutz. Zudem solle eine möglichst breite Zielgruppe erreicht werden. Aber dennoch gelte es natürlich, die Tierhaltung im Auge zu behalten. Ralf Kroschel, Geschäftsführer von Kochwerk powered by OTTO, bestätigte, dass der KlimaTeller gerade deshalb bei den Konsumenten so gut ankäme, weil er keine radikalen Einschnitte und keinen Verzicht erfordere. Natürlich wird jeden Mittwoch auch ein rein vegetarischer KlimaTeller angeboten.
Der KlimaTeller soll die Konsumenten für den Umweltschutz sensibilisieren. Jeden Mittwoch werden sie erinnert, wie einfach sich CO2-Ausstoß durch bewusstes Kochen einsparen lässt. Auf Klimateller.de gibt es einen Emissionsrechner und klimatarische Rezepte, die klimafreundliches Kochen zuhause erleichtern. In Zukunft möchte GreenFlux noch viele weitere Unternehmen zur Zusammenarbeit gewinnen – gerne auch über Hamburgs Grenzen hinaus.
Im Anschluss an die Pressekonferenz gab es für die Teilnehmer noch einen klimatarischen Snack. Diese Bilder wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

So macht das Schlemmen noch mehr Spaß!
Viele Grüße
Euer OTTO-Team



Kommentare (2)
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Viel wichtiger der Erfolg dieser Massnahmen, an den Ihr (Otto-Group) Euch nun auch beteiligt.
Dass fleisch- und milchfreie Nahrung genausso gut hergerichtet und schmecken kann, nein sogar nochbesser, diesen Beweis, so hoffe ich werden die Kantinen- und Mensenköche, die sich an diesem Projekt beteiligen ja wohl nicht schuldig bleiben.
Danke, dass Ihr mitmacht und hoffentlich wird dieses Projekt genauso erfolgreich wie der Veggie-Tag
Im Übrigen beim Transport v.a. von Schiffen (ganz besonders wenn sie mit Schweröl fahren) bisher immer noch vernachlässigt sind neben den CO2 Emissionen, die Ruß-Emissionen. Sie lagern sich auf Eis ab, z.B. in der Arktik, im Himalaya u.s.w. und fördern auf diese Weise Eisschmelze und ebenfalls den Klimawandel