Das erste Mal hinter dem Steuer: auch hier wieder der Eindruck, hier waren echte Stylisten am Werk, die wirklich an viele Details gedacht haben.
Da gibt es ein Touchscreen in der Mittelkonsole für sämtliche Funktionen, vom Radio bis zum Navi. Hinter der Schaltautomatik ist ein extra Fach, in dem man auch gut Sonnenbrillen deponieren kann, oberhalb der Mittelkonsole gibt es ein Fach, in dem man noch Kleinigkeiten verstauen kann und darin versteckt hinter einer Abdeckung die Möglichkeit zum Beispiel den Zündschlüssel aufzuladen.
Alles in allem wirklich ein tolles Konzept, was sich Opel hier überlegt hat, auch wenn einen die Menge der Schalter und Tasten im ersten Augenblick viel zu viel vorkommt. Die Komplexität der Konsole ist trotzdem sehr schnell überschaubar und logisch, auch wenn man sich erst ein wenig an die Bedienung der Tasten – Touchscreen Lösung gewöhnen muss.
Dann ging es auch schon los im Batteriebetrieb.
Der Motor geht an und man hat sofort 100% Leistung!
Die Lenkbarkeit, Bremse und Gas sind sofort da und man hat beim Fahren das Gefühl, sehr vorsichtig sein zu müssen, da alles sofort am Fahrzeug umgesetzt wird und es keine Verzögerungen gibt. Im Batteriebetrieb macht das Auto einfach nur Spaß. Man hat im Innenraum nur noch die Reifengeräusche, die gering ausfallen, Musik im Auto hören ist jetzt wirklich ein Klangerlebnisse, da alle lästigen Motorgeräusche einfach wegfallen. Die Fahrten in der Stadt und auf den Landstraßen in der Umgebung waren einfach super.
Das Fahrgefühl im Batteriebetrieb ist tatsächlich „wow ich fahr jetzt ökologisch korrekt und bin grad nicht so ein Umweltverschmutzer“.
Leider ist der Batteriebetrieb nach ca. 60km beendet und der Motor schaltet nun auf den Benzinmotor um, wobei man immer noch nicht von einem normalen Benzinmotor (Geräuschpegel ect. ) sprechen kann. Was sofort auffällt, die Leistung, die Lenkung und die Bremsen reagieren jetzt verzögerter. Schade, aber es ist nun wie in einem „normalen“ Auto, es braucht halt ein wenig Zeit. Was wirklich stört, sind ab nun die Motorgeräusche die ab 100km/h aufwärts auftreten. Zum einen ist die Beschleunigung nicht mehr das, was Sie im Batteriebetrieb war und noch dazu hat man das Gefühl, schneller als 100km/ h sollte man mit diesem Auto einfach nicht fahren.
Die Strecken im Stadtgebiet und auf dem Land sind immer noch gut zu handeln auch wenn es nun etwas mehr Konzentration/ Vordenken braucht. Was nun keinen Spaß mehr macht, sind Autobahnfahrten, man hat einfach keine schnelle Beschleunigung und ist auch immer eher geneigt nur 100km/h zu fahren.
Die Darstellung im Cockpit verleitet einen auch dazu, eher langsamer zu fahren, (was grundsätzlich super ist) da man immer sehen kann, wie ökonomisch man gerade fährt.
=> Anzeige direkt beim Fahrer mit einem grünen Ball mit Blättern, der sich dreht und wenn man uneffektiv fährt wird dieser dann nur noch grün (ohne Blätter) oder sogar in gelb / orange angezeigt
Alltagstäuglich?
Der Kindersitz passt perfekt (kommt wahrscheinlich auch durch die Ledersitze) auf den hinteren Sitz und ohne Rutschen und das ohne Isofix. Das ist das Stabilste, was ich bisher gesehen habe.
Der Kofferraum – naja da haben wir den ersten Haken.
Der normale Einkauf passt rein und vielleicht noch ein bisschen mehr.
Bei einem längeren Familienurlaub mit dem entsprechenden Gepäck sieht es da leider schon nicht mehr so gut aus. Wir haben es zwar nicht getestet, aber ich schätze mit 2 großen Koffern ist der Kofferraum voll.
Die Sitze sind super bequem und auch bei längeren Strecken immer noch toll für Fahrer oder Mitfahrer. Leider lässt die Beinfreiheit für die 2. Reihe ziemlich zu wünschen übrig wenn Fahrer oder Beifahrer schon sehr groß sind. Das heißt, allen die über 1,70m sind würde ich nicht empfehlen auf dem Rücksitz länger als 30 min mitzufahren. Denn man kann definitiv nur in einer Position mit den Füßen dort sitzen. Hat man natürlich einen eher kleineren Menschen am Lenkrad sitzen, ist es umso besser. Die Sitzmöglichkeiten für den Fahrer werden ab ca. 1,80m auch nicht mehr so bequem, sind aber durchaus akzeptabel. Als größerer Mensch am Lenkrad weiß man leider irgendwann nicht mehr wohin mit dem linken Fuß.
ABSOLUTE STILLE!!!
Im Stadtgebiet muss man immer wieder wahnsinnig vorsichtig mit Passanten, Fahrradfahrern und Fußgängern, speziell Kindern sein, weil man von außen nichts hört. Das heißt, selbst die eingebaute Fußgängerhupe wird im Test einfach überhört, weil man, glaube ich, das Geräusch noch nicht zuordnen kann und man indem Fall wirklich auf die laute Autohupe zurück greifen muss, da die Leute gar nicht verstehen, dass das Auto tatsächlich an ist und fährt...
FAZIT
Ein super schönes, stylisches Auto, das für alle geeignet ist, die im Umland von größeren Städten leben und einfach auf´s Auto nicht verzichten können. Dieser Personenkreis kann, wenn die einzelnen Strecken nicht zu weit entfernt sind, komplett mit dem Batteriebetrieb fahren und eigentlich auch gut auf die Erweiterung der Reichweite mit dem Benzinmotor verzichten. Dann ist das Auto am effektivsten.
Nicht geeignet für Familienurlaube oder Personen, die gerne viel mit Ihrem Auto transportieren...
In Bezug auf das Preis - Leistungsverhältnis haben wir im Test folgendes vermisst:
*es fehlt ein Haltegriff beim Beifahrer
* am Lenkrad würden noch folgende Funktionen für den einen oder anderen Sinn machen: Anzeige Betriebsmodus/ Reichweite, Einblendung des Navis
* Touch Screen in der Mittelkonsole zu verbessern, so dass nicht jeder Fingerabdruck im Sonnenschein spiegelt, ist nicht nur unschön sondern irritiert
* Lendenwirbelstützen beim Fahrer zusätzlich verstellbar
Zukunftsdenken:
Es muss einfach bei allen ein Umdenken stattfinden, dass man
a) Hybridautos oder Elektroautos beim Kauf bevorzugt
b) bei den Bauträgern / -planungen auch gleich Garagen etc. entsprechend ausstattet, so dass auch Personen, die in einem Mehrparteien Haus wohnen, das Auto laden können
c) einfach alles entschleunigt und man den Weg als Ziel sieht und nicht mehr „schneller, weiter, höher“ als Maß der Dinge ansieht
Wünsche:
Ich hoffe und wünsche uns allen, dass die Entwicklung dieser Autos weiter voranschreitet und man in vielleicht 10 Jahren einfach erschwingliche Elektro-/ Hybridautos für Alle anbieten kann und diese eben keine Luxusartikel für einige Wenige darstellen.
O-Ton unserer Tochter: „Wir behalten den....“


Kommentare (11)
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Was mich momentan auch stört, ist, das Batterieladen, gerade, wenn man in einem Mehr-Parteienhaus wohnt.
Das ist zwar keine Angelegenheit von Opel, aber ein möglicher Käufer hat da schon ganz schön zu knappern, bzw. ist das wieder ein NOGO für den E-Antrieb, zumindest in den nächsten 10 Jahren!
Ja leider ist es dann doch derzeit nur eine Option für Hauseigentümer bzw. Haus - Mieter - alle anderen werden ein Problem mit dem Aufladen haben.
Eine andere Idee spontan von uns war das man eben dann Autos konzipieren muß bei denen man die Akkus austauschen kann nach Bedarf sodass man an der Tankstelle (wie beim Pfandflaschensystem) Alt gegen neu tauscht und wieder weiter fahren kann. Wobei das wahrscheinlich noch in den Sternen steht wann sowas überhaupt umgesetzt werden kann.
Lassen wir uns überraschen.
Das Potenzial liegt eher in der ungenutzen Dachfläche, sowie des Schrägheck des Wagens. Der Listenpreis von mindestens 42000 € sollte , meiner Meinung nach, eine Solarzellenfolie rechtfertigen, welche auf der fast 2qm großen Fläche aufgebracht ist. Man könnte dadurch, auch wenn nur in einem geringen Prozentsatz, autark das Tageslicht zum regenerativen Laden der Akkus nutzen.
Das Problem ist eiegntlich mehr, dass der Ökologie-Bonus bei dem Fahrzeug bereits im vorfeld zunichte gemacht wird. Druch die Verwendung von Lithium-Ionen-Batterien, wobei das Lithiun in Südamerika gefördert, in China veredelt und in Europa verarbeitet wird. wird soviel Kohlendioxid verblasen, dass man einen Jeep Wrangler bis zum schrottreifen Zustand ökologischer fahrt. ich möchte nicht gegen die technik des E-antriebes reden und das Konzept, welches Opel udn Toyota hier haben, allerdings müsste die Produktion entsprechend angepasst werden.
Dann müsste er schon unbenutzt in der Wüste für einige Tage abgestellt werden, denn selbst wenn dann dort ein Tagesertrag von 1 kWh erzielt werden würde, wäre das nur 1/16 der Akku-Kapazität. Im Normalfall liegt er aber ganz eher bei wenigen hundert Wattstunden...
Das Ganze würde wegen Sondertechnik, Laderegelung & Co. mindestens nochmals 1.000 Euro teurer werden.
Für das Doppelte kann man sich schon einen leistungsfähigen Solar-Carport basteln - das netzgekoppelte Prinzip bleibt aber sinnvoller, zumal das Auto tagsüber ja eher unterwegs ist.
Ein "Austausch-System" für die ca. 180 kg schwere Batterie würde die Karosserie sicherlich nochmals Tausende teurer machen und der Wechsel hätte immer eine hohe Gebühr, zzgl. Versicherungssumme zur Folge.
Wirtschaftlicher wird das E-Mobil somit nicht!
Bzgl. Akku-techniken verweise ich auf heise.de dort gibt es einiges an Infomaterial über entsprechende Technologien, deren Vor - und Nachteile sowie deren Umsetzbarkeit.
Batterien haben keine "stille Reserve", sondern werden nach Möglichkeit prinzipiell nicht mehr als zur Hälfte entladen - zumal die Spannung dann in diesem Fall u.U. unter die notwendige Betriebsspannung fallen könnte - der "Rest-Inhalt" also sozusagen kaum nutzbar, bzw. entnehmbar ist.
Für meine beispielhafte Berechnung oben geht es dennoch um die Gesamtkapazität, die sowieso nicht in kWh sondern Ah und Spannung angegeben werden würde.
Meine Solarbatterie-Seite existiert seit 1999 - ist dennoch kein alter Hut:
http://www.oeko-energie.de/produkte/solarstrom-photovoltaik/solar-batterien/index.php
Die Angabe in kWh kommt aus dem Datenblatt des Opels , man kann ja die kWh in Ah umrechnen wenn man die Spannung vorliegen hat (nur nebenbei).
Die Fomrulierung "Stille Reserve" kann man als Plagiat meinerseits nennen, da diese Formulierung aus einem anderen Opel Ampera-Bericht stammt.
Die Ladezyklen betreffen aber auch den Ampera. Jeder Batterie-Typ hat da andere Werte, die durch das Verbrauchsverhalten beeinflusst werden. Fährt man im E-Betrieb immer Höchstgeschwindigkeit, fließt ein höherer Strom, der für einen erheblich größeren Energieverbrauch sorgt - zwar ähnlich wie beim Benziner, in der Regel aber ungleich extremer.
Wie auf der HP mit EINEM Beispiel dargestellt, kann z.B. ein bestimmter bei Akku 150 Ah/ C 100 mit folgenden Entladezeiten, bzw. Strömen, die darunter stehenden Kapazitäten zur Verfügung stellen:
5 h/ 18 A - 10 h/ 10 A - 20 h/ 6 A - 100 h/ 1,8 A - 150 h/ 1,0 A - 240 h/ 0,8 A
61% - - - - - 67% - - - - - 77% - - - - - - - 95% - - - - - - - 100% - - - - -106%
Ich fahre den Ampera schon seit Anfang des Jahres fast 4500 km.
Mehr in unserem Forum: Wir sind schon über 25 Ampera-Fahrer online:
http://www.opel-ampera-forum.de
Was ist den nun Dein Fazit nach so einem langem "Test" hat es sich für Dich gelohnt oder sind da noch versteckte Kinderkrankheiten am Auto zu finden?
Mein Fazit ist, dass ich noch nie ein besseres Auto besessen habe, davor fuhr ich einen Audi A4 2.0 TDI.
Vor allem kann ich endlich meinen eigenen Solarstrom ins Auto laden und bin nicht mehr abhängig von diesem rückständigen fossilen Abfall, der aus der Erde kommt und sinnlos verbrannt wird.