Die Frankfurter "Grie Soß" kann zwar auch mit Fisch oder Fleisch serviert werden,
aber dazu besteht keinerlei Grund!
Kartoffeln (Salz oder Pell) reichen völlig aus. Die dicke Soße macht`s...
Natürlich gibt es auch hier viele verschiedene Varianten, aber die etwas "originalere" und meiner Meinung nach auch Bessere besteht nur aus diesen SIEBEN KRÄUTERN, die (wenn nicht im eigenen Garten) fast ganzjährig aus Frankfurt-Oberrad kommen:
Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch
![[image]](http://www.gruene-sosse.com/grueso2.jpg)
http://www.gruene-sosse.com/
Je nach Saison enthalten die fertigen Kräuter-Pakete das eine oder andere mehr - meist viel zu viel Petersilie. Damit macht man dann ein eigenes Pesto. Fehlt die Kresse - unbedingt zusätzlich besorgern! Sonst werd des nix! Zur Kontrolle wird beim Kauf auf dem Markt oder der Kleinmarkthalle selbstverständlich das Päckchen geöffnet und aufgerollt...
Manche nehmen auch Dill, Maggikraut, Zitronenmelisse, Estragon oder was gerade da ist - verändert aber meist den Geschmack zu extrem und hat mit dieser (bald geschützen) Regional-Spezialität nichts zu tun.
Das Ganze wird möglichst feingehackt (harte Stengel rausnehmen) und mit 0,5 l saurer Sahne (evtl. auch Kombination mit Schmand, Joghurt) etwas Salz, Pfeffer und u.U. für die Säure ein Schuss Zitronensaft oder Essig , gut verrührt. Für die Schärfe nehmen Manche etwas Senf dazu.
Ein Topf Kartoffeln (knappes Kilo) kann man dazu kochen, schälen - fertig. Die Soße bleibt aber kalt!
Dazu serviert werden hartgekochte Eier, die die Einen halbiert dazu legen, die Anderen klein schneiden oder sogar pürieren und gleich in die Soße packen.
Zubereitungsdauer max. 30 Minuten.
Das Ganze lässt man, ein wenig kühl gestellt, ziehen und dann "ab in de Mund" - meist "schee verquedscht"
Ein rohes Ei, Öl oder gar Mayonaise wird oft in untypischen Lokalen oder der Fertigversion aus dem Supermarkt noch dazu gegeben - hat aber in dieser sovieso gehaltvollen Speise (20% Fett) nichts verloren! Dementsprechend sieht die Soße manchmal mehr oder weniger grün aus.
Auch Zwiebeln, Knoblauch oder Buttermilch gelten eher für andere Versionen - meist fremdländischer Art.
Wir hatten unsere Erste natürlich schon im März und hatten sogar auf Sardinien im Winter schon einmal etwas "zusammen gebastelt" - d.h. Grie Soß gibbts bei uns immer...
Meine LG macht auch meist gleich ein wenig mehr, für die Mama und uns für den nächsten oder gar übernächsten Tag. Hier ihre Original-Angaben:
1 x Frankfurter Grüne Soße Kräuter (Petersilie, Borretsch, Kresse, Sauerampfer, Kerbel, Pimpinelle, Schnittlauch)- ich nehme gerne noch eine kleine Zwiebel oder 3 - 4 Blätter Bärlauch dazu.1 Becher Bio-Naturjoghurt à 500 g, 2 Becher Saure Sahne à 200 g (10% Fett), 6 hart gekochte Eier,
Essig, oder Saft 1 Zitrone, 1 TL Delikatessensenf, schwarzer Pfeffer, Salz
Zubereitung Frankfurter Grüne Soße:
6 Eier hart kochen. Frankfurter Grüne Soße Kräuter fein zerkleinern. Mit Joghurt und 2 Bechern Saure Sahne à 200 g vermengen. Die Eier zerkleinern und hinzufügen. Schwarzen Pfeffer und Salz nach Geschmack hinzufügen. Noch einmal alles gut mit einem Löffel verrühren und mit Essig oder Zitronensaft und Senf je nach Geschmack abschmecken.
Weitere Infos:
http://www.digilotta.de/2010/05/10/orgininal-frankfurter-gruene-sosse-es-kann-nur-eine-geben/
=4117814]http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3060&_ffmpar[_id_inhalt]=4117814
http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Gr%C3%BCne_So%C3%9Fe


Kommentare (14)
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Endlich kann ich den Zettel wieder entziffern, den mir eine Bedienung in Frankfurt letztes Jahr
aufgeschrieben hat, nachdem ich sie fragte, welche Kräuter in die "Grie Soß" reinkommen. :-)
http://www.utopia.de/profile/Unplugged/galerien/kuchen-1511?page=7
Irgendwann habe ich die Galerie so benannt -
eine weitere Gruppe anzulegen lohnt sich bei den paar Fotos nicht.
Das konkurriert ja fast mit dem Karamelpuddig-Rezept von Helmut Kohl (er hatte doch 18 ! Eier vorgeschlagen).
Ach das würde ich nicht so eng sehen.
Ich kenne Frankfurter Grüne Soße mit ganz anderen Kräutern und jedes Rezept bahauptet von sich, das original-Rezept zu sein.
Ich halte es immer mit dem " was gerade da ist"-Prinzip und das hat den Voteil, daß die Soße nie langweilig wird. Dieses Jahr wächst bei uns in der Wiese kein Sauerampfer...egal, dafür kommt türkischer Giersch rein, den meine Nachbarin vor Jahren aus ihrer Hheimat mitgebracht hat.
Hauptsache grün und lecker und frische Vitamine um diese Jahreszeit wo der Garten noch nicht viel hergibt.
Für diesen typischen, runden Geschmack, der für mich "originalen" Version, mit der ich als "dribbdebach" geborener Frankfurter "hibbdebach" aufgewachsenen bin und die meine LG meist genauso wie meine Mutter macht(e), sollten es nur diese Sieben sein.
Alte Aufzeichnungen, das siebenteilige Denkmal in Oberrad und eben der noch laufende Schutz-Antrag lauten auf diese Version.
Probiert sie aus!
Heißt genaugenommen: "drüben vom Bach", während das Andere "Hüben vom Bach" also "hier auf der (nördlichen) Bachseite" bedeutet.
http://mainzauber.de/hp2012/city/dribbdebach/
Da ist der Bach zwar nur zwei Meter breit, als soziale Grenze zwischen "hübbe" und "drübbe" aber ebenso wirksam.
Da das Tal relativ eng ist und Ost-west-ausgerichtet, wohnen die drübbe auf dem Nordhang und die hübbe auf dem Südhang.
Das hat(te) ernomer Auswirkungen auf die Bewirtschaftung der Höfe und das ganze kleinbäuerliche Leben.
Die vom Südhang haben sich immer als was "Besseres" gefühlt, war so mein Eindruck als Kind.
Wir haben direkt am Bach gewohnt und haben folgerichtig weder zu der einen, noch zu der anderen Seite gehört.
Alleine unser Status als Zugezogene Städter hat das aber sowieso mit sich gebracht.
Was ein so ein Dialket-Ausdruck wie "Dribbdebach" alles für Erinnerungen wecken kann ;-)
Bei uns heißt es (schwäbisch-allgäuerisch) "doa" und "deana" und "noam" und "roam" wenn´s um die Aktivität des Seitenwechsels geht (also "gang noam" und "kom roam").
Kommt mir aber nicht mehr so richtig von den Lippen ;-).
@ Übrigens Maria ich habe auch direkt neben dem Bach gewohnt und habe heute noch das angenehme Plättschern im Ohr. Es gabe eine kleine Holzbrücke - über die ich dann als Kind immer zu schnell gelaufen bin und häufig im Bach landete.
Das ganze habe ich einmal als Aquarell für meinen Onkel rekonstruiert - bzw. ehrer versucht.
Die Brücke kann man vielleicht sogar erkennen.
http://www.utopia.de/profile/Unplugged/galerien/kuchen-1511?page=8
Guckt mal, da habe ich ein Bild gefunden, da schauen die Häuser noch so aus, wie original von meinen Eltern renoviert.
Inzwischen sind sie ja schon seit 13 Jahren verkauft und meine Eltern wohnen ganz woanders.
Vorne rechts das kleine braune Haus war erst unser Ferienhaus, dann sind wir richtig in den Ort gezogen und weil es zu klein wurde, haben meine Eltern noch die gelbe Fachwerkscheune im Hintergrund renoviert und zum Wohnhaus umgebaut.
http://www.weilbach.de/img/bild_DSCN0097_ac15_b.JPG
Unter der Brücke im Vordergrund fließt der Bach, der mich in den Schlaf gemurmelt hat.
Von Zeit zu Zeit hatte er auch echtes Hochwasser mit Sandsack-Alarm und allem drum rum.
Ja, obwohl ich mit sechs Jahren in den Ort gekommen bin, habe ich den Dialekt nie richtig gelernt und nun wohne ich ja auch eher im "deana"-Land.
Sorry, Hannilein...etwas Heimat-Schwärmerei mußte jetzt einfach sein...selber schuld mit Deinem dribbe und hibbe ;-)
Unser Bach auf Sardinien fließt ja nur von Oktober bis Mai. Er ist zum Glück mehr als 50 m entfernt, wir sitzen dort meist nachmittags für ein alkoholfreies Feierabend-Bier.
Doch mindestens einmal im Jahr kann man ihn hören und dann ist das kein sanftes Gurgeln mehr, sondern ein gewaltiges Dröhnen.
Einer hatte mir mal empfohlen, ihn doch über die Wiese umzuleiten, am Haus entlang! Dann würde das heute wahrscheinlich nicht mehr stehen...
http://www.oeko-energie.de/autarkie/index.php#04a2089b000fbd851
Ich genieße es aber, wenn wir mal wieder mit dem WoMo in Strandnähe übernachten und die Wellen hören können - und am nächsten Tag unsere mitgebrachte "grüne Soße" essen.........................
Ja, ich habe auch großen Respekt vor Wasser.
In unserem engen Tal gab es immer wieder kritische Situationen.
Einmal gab es in unserem Ort ein starkes Gewitter mit Hagel, bzw. der Schwerpunkt lag irgendwo über den Höhendörfern.
Ich bin danach zu unseren Ponies zur Weide gelaufen um zu sehen, ob alles OK ist.
Plötzlich habe ich lautes Tösen gehört und neben mir in einem trockenen Graben ist eine 2m hoche Wasserwalze durch den Wald runter geflossen und dann an unserem kleinen Häuschen vorbei die Strasse zum Bach gelaufen.
Von unten wurde der Kanaldeckel aufgedrückt und weggeschwemmt.
Wenn ich versucht hätte, das Wasser zu durchwaten, hätte es also schlimm ausgehen können.
Das hat man aber erst gesehen, als es schon wieder abgelaufen war.
Ich hab dann lieber vom Nachbarn aus bei meinen Eltern anrufen, um zu sagen, daß alles OK ist.
Das war eine viel kritischere Situation, als der Bach jemals geschaffen hat.
Der war aber auch nicht ohne.
Ca. Im 17.Jahrhundert hat er die Mühle im Ort weggerissen samt Menschen und Eseln.
Diese Unglücke gab es also schon immer.
Inzwischen hat man hinten im Tal ein Rückhaltebecken gebaut.
Ich bin zwar immer entsetzt, wenn ich das sehe, weil die schönen Molch-Tümpel dabei zerstört wurden.
Aber die Menschen fühlen sich sicherer.
In normalen Zeiten war es ein kleines munteres Rinnsal, wo wir die Forellen mit blanker Hand gefangen haben unter den Steinen.
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=537052916310660&set=o.80755338575&type=1&theater