Da ich in diesem Bereich seit über 20 Jahren Erfahrung habe, möchte ich ein paar kurze Hinweise geben. Sehr viel ausführlicher wird es auf meiner Homepage…

Warum autark?



Ausführlicher unter http://www.oeko-energie.de/autarkie/index.php



Der Wunsch nach unabhängiger Versorgung (Autarkie) ist uralt und im Falle von Objekten, die abseits gelegen sind, oft auch notwendig. Strom, Wasser, Wärme, u.s.w. kilometerweit heranzuschaffen, wird oftmals nicht genehmigt, ist meist sehr Umwelt belastend und vor allem teuer oder unsicher (freihängende Leitungen werden beschädigt, im Sommer und Winter sind die Netzleitungen oft überlastet, u.s.w.) und manchmal einfach nicht zu realisieren. Orte ohne Stromanschluss gibt es überall.

Grundsätzlich ist es aber weder ökologisch, noch ökonomisch, ein, bereits am öffentlichen Stromnetz angeschlossenes, Haus autark zu versorgen. Die Gründe sind schnell aufgezählt: höhere Kosten gegenüber einer netzgekoppelten PV-Anlage, umweltfeindlicher Rohstoffverbrauch (Batterien), meist extreme Unterdeckung im Winter und ungenutzter Überschuss im Sommer... Einzig, wenn auch im Verbrauchsverhalten eine extreme Veränderung eintritt (man also zukünftig mit viel weniger Strom = kleine Batteriebank auskommt) oder die Netz-Versorgungslage stark schwankend ist (Südeuropa, Afrika, Asien,…) macht eine Ablösung vom vorhandenen Netz Sinn.

Ich werde aber immer häufiger mit den oft unrealistischen Wunschträumen einiger „Sparer“ konfrontiert. Den Meisten geht es dabei um Geld sparen und genau das klappt so bestimmt nicht. Einige Wenige wollen ökologisch sein, doch auch dies hat vor allem bei Winternutzung seine Schwierigkeiten, denn es bedarf dann überdimensionierter Anlagen und vor allem riesiger Batteriebanken. Ich habe schon bald tausend Projekte im In- und Ausland (WoMo`s, Boote, Gartenhäuser, Ferienhäuser, Beleuchtungssysteme, Überwachungsanlagen, Mess-Stationen, Bauwagen,...) realisiert. Egal ob die Beleuchtung eines Krankenhauses im Kongo, die Versorgung von Erdbeben-Messstationen auf Kreta oder Neuseeland, das Nachtquartier eines Missionars in Guinea, die Leuchtreklame eines Biobauern oder das Ferienhaus eines Millionärs auf den Kanarischen Inseln. Aktuell versorgen wir immer häufiger auch die Bewohner von Bauwagen-Siedlungen!

Das Wichtigste dabei ist die richtige Planung und die kommt fast immer zu kurz!
Leider wollen Einige (mit ökologischem oder endzeitlichem (!) Hintergrund) das Rad immer wieder neu erfinden und erleben dann finanzielle, versorgungstechnische und auch mal psychische Katastrophen (wenn mitten im Winter man im dunklen sitzt) - anstelle sich auf jahrelange Erfahrung zu verlassen. Da wird z.B. mit besten Sommer-Erträgen kalkuliert („bei uns scheint an 300 Tagen die Sonne!“), anstelle für die Dimensionierung den Worst-Case (5 dunkle Winter-Tage) anzunehmen.




Der Ansatz für eine Insel-Versorgung sollte also keinesfalls darin liegen, ein paar Euro dem EVU gegenüber sparen zu wollen - das klappt nur in wenig optimal geplanten Fällen. Der eindeutige Vorteil liegt jedoch darin, dass man in entlegenen Gebieten seinen Strom sofort hat und nicht Monate oder gar Jahre warten muss und das dieser grundsätzlich sauberer und sicherer ist, als z.B. in südlichen Gefilden üblich. Je nach Entfernung zum Netz kann so eine Anlage aber auch günstiger ausfallen, als die Anschlussgebühr! Auf Mallorca liegt dies z.B. oft bei mehreren Zehntausend Euro. In unserem Fall war dem aber nicht so (nur ca. 500,00 Euro für ca. 300 m Luftlinie).

Mehr dazu unter
http://www.oeko-energie.de/produkte/solarstrom-photovoltaik/inselanlagen/index.php




Meine autarke Zweigstelle auf Sardinien:

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Kommt es zu winterlichen Versorgungsengpässen, bringen Hybrid-Systeme viel mehr, als die nochmalige Vergrößerung des Solarstrom-Generators. In unserem Fall ist das also das Strom-Netz, das notfalls für die Nachladung der Solarbatterie eingeschaltet wird Weitere Möglichkeiten sind ein Wind- oder Wasserrad, Brennstoffzelle, Blockheizkraftwerk oder eben auch der Notstrom-Generator, der mit Benzin, Diesel oder Gas betrieben wird. Ein seltener, kurzzeitiger Einsatz ist ökologisch sicherlich vertretbar. Gerade auf Promi-Inseln wie Mallorca versorgen sich aber Zehntausende ausschließlich über solche ratternden, stinkenden Maschinen. Jetzt wo die Spritpreise gestiegen sind, fragen auch Diese nach Alternativen und gehören dann ganz oft zu den bereits erwähnten „Spezial-Kunden“, denn dann geht es auch um den Betrieb von Schwimmbad-Pumpen, Whirlpools, u.s.w. Deren Verbräuche liegen alleine schon über einem normalen Durchschnittshaushalt…

Ausführlicher auf unserer Homepage...


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Zu einer richtigen Autarkie gehört natürlich auch die Wärmeversorgung, die keinesfalls nit Strom realisiert werden sollte. Während thermische Solaranlagen in anderen südländischen Regionen wie Griechenland, Zypern, Israel und natürlich dem Solarland, Nr. 1 Deutschland, an der Tagesordnung sind, hinkt Italien und ganz besonders „mein“ Sardinien weit hinterher. Nur vereinzelt sieht man mal eine typische Klein-Schwerkraftanlage mit darüberliegendem Wasserspeicher, die meist nur für das Sommerhalbjahr den Warmwasserbedarf der Bewohner abdeckt.

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Eine größere heizungsunterstützende Solaranlage mit Pufferspeicher könnte auch im Winterhalbjahr eine große Menge der notwendigen Heizenergie bereitstellen. Doch auf 100% Sonne zu setzen, also auch für 4 – 5 dunkle Tage gerüstet zu sein, würde, selbst in Südeuropa, den Materialaufwand und die Kosten unverhältnismäßig hoch treiben. Das kombiniert man lieber mit einem kleinen, wassergeführten Kaminofen, der mit Scheitholz oder Holzpellets den Pufferspeicher notfalls nachheizt. Unser „Brennstoff“ von dem wir nur ein paar Obst-Kisten im Jahr benötigen, wächst auf unserem Grundstück oder wird beim Spaziergang am Meer oder Berg gesammelt. Wichtig ist, wie auch bei der Solarstrom-Inselanlage: eine richtige Dimensionierung!

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Doch auch alle diese Techniken benötigen in der Regel Strom – genau dann, wenn er besonders knapp ist. Regelung, Pumpen und u.U. Brennstoff-Zünd- und Fördersysteme laufen ohne Strom nicht an. Sehr empfehlenswert sind hier dann Vorschaltgeräte oder die neuen E-Pumpen.

http://www.oeko-energie.de/produkte/energiespargeraete/index.php



Grundlage für einen hohen solaren Heiz-Anteil bildet natürlich ein gut gedämmtes Haus.

Wir haben im Frühjahr und Herbst schon einige kalte Tage im Tal erlebt, an denen die Anderen ihre Öfen abends an hatten und morgens trotzdem froren. Bei uns war es dann auch mit noch nicht laufender Heizung ausreichend warm. Als dann mit der Dämmung der Nordwand (8 cm sardischer Backkork, aufgeklebt und verputzt mit Röfix) begonnen wurde, konnte man sofort eine Veränderung feststellen. Im Büro und Schlafzimmer stiegen bei Anwesenheit die Temperaturen in Minutenschnelle. Der menschliche Körper oder Elektrogeräte, wie z.B. ein Computer, dienen jetzt als Heizquelle, denn die Wärme entweicht durch die nun insgesamt 43 cm starke Wand (von Innen nach außen Lehmstreichputz, Gipskarton, Korkschrot, Tonziegel, Kleber, Backkork, Grobputz, Edelputz, Farbe) langsamer, als sie nachgeliefert wird. Umgekehrt schützt dies natürlich auch vor sommerlicher Hitze. Zusätzlich hat sich der innere und äußere Schallschutz erheblich verbessert, so dass knatternde Motorräder kein Problem mehr darstellen. Eine Investition die sich wirklich lohnt! Ein zwischen Dämmung und Ziegel liegendes Thermometer zeigt uns zusätzlich zu Innen- und Außentemperatur auch die Werte "in der Wand" an. Je nach Wind und Wetter erkennt man extreme Unterschiede zu den anderen Werten, ein Zeichen dafür, dass es Sinn macht und funktioniert - den nicht gültigen Begriff "Isolierung" kann man da fast schon anwenden!


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Gekocht wird bei uns mit Gas aus der Flasche, bzw. dem Backfach des Kaminofens oder tagsüber auch mit einem auf der Terrasse stehenden Solarkocher. Um auch an dunklen Tagen genug Strom zu haben, sind nur absolut sparsame Verbraucher im Einsatz. Den größten Anteil haben dabei die Bürogeräte (PC, Monitor, Telefonanlage) - sind aber unvermeidlich, denn das Geschäft muss ja weiter gehen.

http://www.oeko-energie.de/autarkie/index.php

Mangels Wasserleitungs-Netz sind wir auf Sardinien noch ein paar Schritte weitergegangen und versorgen uns mit einer Kombination aus Tiefbrunnen-, Bach- und Regenwasser. Das Trinkwasser kommt von der guten Dorfquelle. Da wir eine komfortable Komposttoilette nutzen, fällt bei uns nur „unbelastetes“ Dusch- und Spülwasser an, das, aufgrund der Verwendung ökologischer Reinigungsmittel, zum Gießen der Pflanzen genommen werden kann. Für den zukünftig steigenden Abwasserbedarf wird ein kleiner Pflanzenklärteich gebaut.

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Da auch mit dem Festnetz nicht zu rechnen war, setzten wir gleich auf mobilen Empfang der durch, in der Zwischenzeit in Sichtweite gebauten, Funkmaste gesichert ist. Anfangs nahmen wir den Downstream mit SAT-DSL vor, doch das wurde Auf Dauer zu teuer, unsicher und durch Satelliten-Wechsel auch abgeschaltet. Mittlerweile haben wir mit einer Web`n Walk-Box sogar ein kleines Netzwerk aufgebaut und über Tim eine Monats-Flatrate. Leider ist es dabei ziemlich egal ob wir UMTS-Empfang haben oder nicht: für die vielen täglichen Emails kein Problem, doch ein Forumsbesuch macht so keinen Spaß!



Bei der Lebensmittel-Verpflegung sind wir leider noch ganz am Anfang. Zwar gibt es Oliven vom eigenen Baum, doch für Ölmachen ist der Ertrag zu gering. Das Obst von den noch jungen Aprikosen-, Apfel-, Citrus-, Kirsch- oder Feigenbäumen ist zu wenig, bzw. fällt zu Zeiten an, in denen wir nicht anwesend sind. Die Selbstversorgung klappt nur mit Kräutern, Tomaten und überraschenderweise Physalis! In 2010 wollen wir, Dank hoffentlich verbesserter automatischer Wasserversorgung (Tröpfeltechnik), anfangen auch Kartoffeln, Zucchini, Auberginen, Gurken, u.s.w. anzubauen. Nach und nach entdecken wir aber auch Wild-Gewächse wie Spargel, Distel oder Pilze.

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In einem anderen Bereich sind wir aber auch „autark“; die Zufahrt zu unserem Grundstück ist ein uralter Fusspfad, der seit den immer stärker werdenden Regenfällen und durch fahrlässige Baggerarbeiten Anderer in diesem Jahrzehnt schon mehrfach weggespült wurde. Im September 2009, nachdem innerhalb von 24 Stunden über 500 l/qm (!) gefallen waren, stürzten Wasserfallartige Massen über die ca. 100 m lange steile Ausfahrt und rissen bis zu 2 m tiefe Grater, entwurzelten viele Bäume und machten ein Befahren tagelang unmöglich. Jedesmal müssen wir dann mit Hilfe eines Baggers und auch Schippe und Schubkarren selbst für eine Befahrbarkeit sorgen – die manchmal nur wenige Wochen anhält. Vor unserer Ankunft war der Weg 50 Jahre lang unverändert…

Hier fahren wir (wenn es nicht regnet) mit dem Auto...

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Andere Gefahren:

Unser „kleines Paradies“ wird aber nicht nur immer wieder von Wasser, sondern auch Stürmen und den alljährlich aufkommenden Busch- und Waldbränden bedroht. In 2009 kam das Feuer von allen Seiten bis ca. 1000 m heran. Ich war wirklich kurz davor den Klima-Flieger zu besteigen, um vor Ort „aufzupassen“. Dieses Jahr will ich eine Wasserleitung über das Dach legen, um durch einen Nachbarn notfalls eine „Berieselung“ aktivieren zu können.

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Mehr dazu unter

http://www.oeko-energie.de/autarkie/index.php