Warum Geld und Liebe unvereinbar sind…
Das Folgende ist ein Beitrag aus dem www.die-schenker.net -Forum (und steht auch im Blog www.schauspiel-leipzig.de/oeffblog), womit ich eine Antwort dazu gab, ob Geld und Schenken nicht doch vereinbar sein können, weil man ja auch Geld verschenken könne…
Ich gehe ziemlich direkt auf einen Vor-Beitrag ein, in welchem u.a. folgende Auffassungen vertreten wurden:
"Man kann durchaus auch Geld aus Liebe verschenken, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
Dennoch ist es so, dass jede Liebestat, die erwiesen wird, den davon Begünstigten schuldig macht. Durch Nehmen entsteht Schuld. Niemand kann nehmen, ohne schuldig zu werden.
Durch nichtausgeglichene Schuld entsteht ein Defizit. Wer sich für empfangene Wohltaten nicht erkenntlich zeigt, ist undankbar. Die Dankbarkeit ist eine Vergeltung."
Meine Antwort:
Wenn jemand Geld verschenkt, wirkt bzw. “gilt” es in diesem Moment nicht als Tauschmittel, also in seiner eigentlichen Bedeutung. Da ist es erstmal nur ein Stück Papier oder Metall — als solches mit was für einem Bedürfnis- oder Genuß-Wert? Kann man nicht essen etc…
Man kann jedoch sagen, der Beschenkte sieht schon einen besonderen Wert in diesem Metall- oder Papier-Stück, weil er bereits an die mögliche Tauschfunktion denkt… — Ja, dann heißt das, man hat etwas verschenkt, was dem Betreffenden Freude macht, weil er damit das Gegenteil des Schenkens machen kann und will… = Vergeldten… Leistung und Gegenleistung miteinander abrechnen… - Während ein Geschenk definitionsgemäß “eine freiwillige Gabe ohne Bedingung einer Gegenleistung ist”…
Wenn man mit Geld also “richtig effektiv was macht”, d.h. es als Tauschmittel einsetzt, ist es das Gegenteil zum Schenken… —
Und auch ein zwingender logischer Wesens-Widerspruch zur Liebe, wenn man unter Liebe die Identifikation miteinander bzw. am besten sogar die Identifikation mit dem Ganzen versteht, wie “Zellen eines gemeinsamen Körpers”: Dann geschieht das Geben und Nehmen nämlich nicht aus unmittelbarer Vergeltungs-Abrechnung, sondern mit Blick darauf, was bzgl. der Fähigkeiten und Bedürfnisse des Gegenübers im Ganzen paßt bzw. stimmt, auch wenn es bzgl. isoliert betrachtetem Einzel-Geben und -Nehmen nicht ausgeglichen ist… (Extremes Beispiel: Das weiße Blutkörperchen, welches bereit ist, im Kampf gegen Krankheits-Erreger zum Wohle des Organismus abzusterben…)
Wenn jemand das Annehmen eines Geschenkes mit “Schuld” (sogar im Sinne moralischer Schuld klingend) gleichsetzt (einer Verpflichtung zu darauf bezogen “ausgleichender” Gegenleistung) und “Dank” als eine solche verrechenbare Vergeltungs- bzw. Gegenleistungs-Pflicht einstuft, dann betrachtet er in beiden Fällen den Vorgang in einer Weise, die die Bedeutung des Schenkens kaputtmacht (”freiwilliges Geben ohne Bedingung einer Gegenleistung”)…
Ein schwacher und kranker Mensch, den seine Familie bzw. Gemeinschaft in Liebe mitversorgt, was er nie ausgleichen kann, soll sich also schuldig bzw. vor einem zunehmenden Schuldenberg sitzen sehen?
Und “Dank”, wofür in vielen Sprachen Begriffe wie “gratia” verwendet werden, Bezeichnungen, die meines Wissens sowas wie “Gnade”, “Erbarmen” etc. ausdrücken (- gilt wohl auch für “merci” usw. -) drückt wohl eher eine anerkennende Reaktion gerade im Sinne einer bewußten Bedeutung von Schenken aus, statt als eine (die Bedeutung von Schenken aufhebende) Gegenleistungs-Bedingung aufgefaßt zu werden…
Ich habe in den 18 Jahren meines Schenker-Aussteiger-Lebens (seit 1991) bis auf höchstens 2 stark begründete Ausnahmen (- einmal als Gast bei einem Behinderten, der selbst nicht mehr zum Einkaufen von Lebensmitteln losgehen konnte, für ihn einkaufen gegangen… -) kein Geld mehr als Tauschmittel verwendet…
Da dies - wie gesagt - die eigentliche Bedeutung und Funktionsweise von Geld ist, kann ich in diesem Sinne sagen, daß ich konsequent ohne Geld lebe…
Natürlich sind wir alle stark von Geld-Welt und Geld-Funktion geprägt, im Inneren wie auch bzgl. unserer Umwelt. Und natürlich ist es nicht so leicht, sich davon zu entwöhnen. Aber falls wir statt “Vergeldtungs-Rechnern” immer mehr zu “globalen Konsens-Geschwistern” bzw. zu liebevollen Mitgliedern von “Schenker-Stämmen” werden wollen, dann ist die Bedeutung und Richtung da wohl klar…
Natürlich ist aber auch jedweder kleine Fortschritt bei dieser Entwicklung schon etwas wert, besser als nichts, auch wenn wir dabei erstmal im Wesentlichen weiter noch in der Geld-Wirtschaft drin stecken bleiben mögen…
Ich umarme Euch alle aus Leipzig,
Euer Öffi


Kommentare (12)
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1. Geld ist kein Wertaufbewahrungsmittel, weil es keinen Wert hat.
2. Geld ist kein Tauschmittel, weil etwas das getauscht wird auch einen Wert benötigt
Was ist Geld dann? die Antwort ist eigentlich ganz einfach
unser jetziges Geld ist ein Schuldschein, nicht mehr und nicht weniger.
..............................Das Recht am Vermögen anderer....................................
Du hast also mit deinem Text eindeutig untermauert, das du keine Ahnung hast was Geld überhaupt ist, da du fest davon überzeugt bist, Geld währe ein Tauschmittel.
Tut mir leid, dem muss ich wehhement wiedersprechen.
Geld ist kein Taschmittel, Geld ist ein Schuldschein.
Das ist definitiv ein signifikanter Unterschied. Währe Geld nur ein Tauschmittel, hätte es einen Wert, hätte es einen Wert, würden 50% der Probleme des Geldes verschwinden.
1. Die erhöung der Geldmenge
2. Die Inflation.
Denn etwas mit einem stabilen Wert, würde diese 2 Nachteile unseres jetzigen Systems vermeiden.
Es hätte dann aber einen anderen Nachteil. Durch den Stabilen Wert, würde ein Zins System schneller zusammenbrechen, da die Geldmenge nicht wachsen könnte, und die laufenden Zinsen des Kredit Geldes so nicht mehr zu tragen währen.
Dann ist deine Verteufelung von Geld, Angesichts der Probleme, die unser System hier aufweißt völlig berechtigt.
Das liegt aber keinesfalls am Geld selbst, sondern am Geldsystem.
Also am Geldschöpfungssystem. Geld ist bei uns immer eine Schuld !! Eine Schuld definiert sich durch zu zahlende Zinsen. Diese Zinsen sind aber in der aktuellen Kreditmenge des Geldes NIEMALS vorhanden.
Daraus resultieren all unsere Probleme mit dem Geld.
Liebevoller Umgang beim Handel würde entstehen, wenn die Menschen auf Augenhöhe miteinander Handeln könnten. Das heißt, wenn der eine nicht durch den Mangel einerseits und den Überfluss an Geld andererseits erpressbar werden würde.
Solch ein System gibt es.
Es nennt sich Freigeld mit Bodenreform und ist von Gesell ersonnen worden.
Ich sehe in deiner Schenker-Gesellschaft, eine freiwillige Vorstufe zum Bedingungslosen Grundeinkommen.
Viele Humanwirtschafter sagen, das Freigeld und BGE nicht zusammen passt.
Das sehe ich anders.
In der Freiwirtschaft, währe ein BGE nicht nötig, weil Gerechtigkeit in Wirtschaft und Geldsystem einzug halten würde.
Ausschliesen tut sich das aber keinesfalls.
liebe Grüße und großen Respeckt für das was du tust lieber Öffi
Auch wenn das jetzige Geld auch als ein Schuldschein bezeichnet werden können mag, so ist die allgemeine Bedeutung von Geld als Tauschmittel (Hilfsmittel für die Abrechnung zwischen Leistung und Gegenleistung) dadurch ja nicht aufgehoben...
Siehe z.B. die Beschreibung in Wikipedia:
Geld, ahd. gelt, was so viel wie „Vergeltung, Vergütung, Einkommen oder Wert“ bedeutet.[1] Geld ist ein Ausdruck für ein Wertäquivalent. Dieser Ausdruck kann in Form von sinnlich wahrnehmbaren oder auch in Form von ideellen Gegenständen stattfinden. Geld als sinnlich wahrnehmbare Gegenstände sind beispielsweise Geldmünzen, Gutschriften oder Wertpapiere wie etwa Banknoten, Schecks oder Wechsel. Geld liegt als ideeller Gegenstand zum Beispiel in Form eines Bankguthabens oder einer Kreditzusage vor. Im praktischen Gebrauch ist Geld ein Zwischentauschmittel, das sich von anderen Tauschmitteln dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern auf Grund allgemeiner Anerkennung zu weiterem Tausch eingesetzt werden kann.
Für meine Aussagen im Blog-Beitrag reicht diese allgemeine Bedeutung als Tauschmittel, welcher Art auch immer...
Auch ohne Geld stattfindender "Naturalien-Tausch", der sich nach Vergeltungs- oder Leistungs-Prinzip richtet, ist ebenso ein Gegensatz zur Logik der Liebe, die auf das im Ganzen Sinnvolle schaut ("organisches Geben und Nehmen") statt herausgerissener Einzel-Abrechnungen ("Krebs-Logik")...
Ich sende Dir einen ganz lieben Gruß,
Öffi
www.die-schenker.net
schenker_oeff@yahoo.de
Man könnte aus meiner Sicht wohl überlegen, ob Geld statt als Tauschmittel auch als bloße wissenschaftliche Maß-Einheit verwendet werden könnte (m.E. wohl möglich), oder ob es statt für's Leistungs-Prinzip auch für eine planende Verteilung als "Zwischen-Einlösungs-Mittel" wie Gutscheine verwendbar sein kann (wohl auch möglich, enthält aber dann wohl eine ziemlich "liebes-gefährdende" bürokratische Distanz im Verteilungs-Geschehen, und auch Vergeltungs-Funktion beim Eintauschen...)...
Aber das sind Funktionen des Geldes, die in Geschichte und Gegenwart eher kaum relevant sind...
Das Geld als Tauschmittel für Tausch nach Leistungs- bzw. Vergeltungs-Prinzip ist DIE bestimmende Funktion des Geldes...
Schenken ist natürlich näher an der Liebe.
Aber in unserer Gesellschaft geht es doch beim Schenken schon los.
Wenn mir jemand etwas schenkt, fühle ich mich schon verpflichtet ihm die Mühe oder den Wert des Geschenks zu vergelten !!
Bei manchen Begebenheiten, ist das nicht nur ein Gefühl, sondern eher schon eine Pflicht, wie beim Geburtstagsgeschenk z.B. .
Deswegen sehe ich Spenden lieber als Geschenke.
Bei einer Spende, ist von vorn herein eine Vergeltung unnötig.
.. was sagst du dazu lieber Öffi ...
zum Geld nochmal kurz.
Leider gehe ich nicht ganz mit dir einer Meinung. Geld ist nicht mehr nur Tauschmittel, Geld ist offensichtlich das Instrument uns Auszubeuten und zu versklaven.
Mit einem reinen Tauschmittel, währe das nicht in solchem Umfang möglich.
Du hast Recht, daß die Auffassung von "Geschenk" in unserer Gesellschaft ziemlich pervertiert ist, und die Menschen es häufig nur wie einen anders etikettierten Vergeltungs-Tausch behandeln... Die Bezeichnung "Spende" hat mehr Eindeutigkeit...
Aber wie bei vielen anderen Begriffen halte ich auch den Begriff "Geschenk" für so wertvoll, daß ich den Begriff nicht wegen dem sucht-gesellschaftlichen Mißbrauch aufgeben bzw. vor dem Mißbrauch an dieser Stelle kapitulieren möchte... Ich ziehe es vor, um Bedeutungs-Korrektur bzw. -Widerherstellung des Begriffs zu kämpfen...
Und daraus sogar auch ein (gewaltfreies) Kampf-Element gegen solches Pervertierungs-Verhalten der Sucht- und Vergeldtungs-Gesellschaft zu gewinnen...
Bzgl. Geld hast Du Recht, daß in der jetzigen Gestaltung des Geldes (mit dem Schuldschein-Mechanismus, Zins- und Zinseszins etc.) noch einige Zusatz-Verschlechterungen ("Turbo-Effekte für die Umverteilung von Arm zu Reich") hinzugefügt sind zur - an sich auch schon verkehrten - Grundbedeutung als Hilfsmittel für den Vergeldtungs-Tausch...
Mit liebem Gruß,
Öffi
www.die-schenker.net
schenker_oeff@yahoo.de
Irgendwas hat mit dem Kommentare-Reinsetzen nicht so geklappt... Wie löscht man die überflüssigen Überschriften-Beiträge nun eigentlich?
Mit liebem Gruß,
Öffi