Nachdem nun insbesondere viele Billigairlines auf den Klima-Zug aufgesprungen sind und in ihren Internetauftritten einen Emissionsausgleich anbieten, wird es Zeit, das Für und Wider dieser Praxis einmal kritisch zu beleuchten. Fragen, die wir hier gerne mit euch diskutieren möchten sind u.a.:
Nimmt der Emissionsausgleich sowohl den Konsumenten als auch die Fluggesellschaften aus der Verantwortung, das Reisen möglichst klimafreundlich zu gestalten?
Warum weichen die Endergebnisse der unterschiedlichen Emissionsrechner so stark von einander ab, vor allem bei dem zu zahlenden Ausgleichsbetrag?
Ist der Emmissionsausgleich eine Art Greenwashing für die Airlines?
Sind die Projekte, in die die Ausgleichszahlungen fliessen tatsächlich sinnvoll und dem Klimaschutz dienlich?
Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion und sind gespannt auf eure Meinungen, die ihr gerne unten im Kommentarfeld posten könnt.
Kurz zur Erklärung: Die Kompensation von Treibhausgasemissionen durch Reiseflüge beginnt bei den Emissionsrechnern von Organisationen wie Atmosfair oder myclimate. Hier gibt man seine Flugdaten ein, aus denen dann die Menge an klimarelevanten Emissionen des Fluges errechnet wird. Anschliessend wird die Möglichkeit geboten, diese Emissionen durch die Zahlung eines bestimmten Betrages wieder auszugleichen.
Weitere Infos:
Klima – Schnäppchen (Greenpeace Magazin)
Klimaneutral reisen: Ablasshandel fürs gute Gewissen (Stuttgarter Zeitung)
Treibhausgas-Kompensationsanbieter in Deutschland (HNE Eberswalde)
Emissionsrechner von Atmosfair und Emissionsrechner von Myclimate
Emissionsausgleich und Klimakompensation – ja oder nein?







Kommentare (2)
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gerfi
schrieb am 21.01.2012 um 11:36 ¶siehe auch: http://www.bi-greven-fmo.de/home_FMO/gruende/klima.html
Fliegen wird in unserer Welt nicht mehr reduziert oder gar abgeschafft werden können.
Was es deswegen also braucht, ist eine genügend grosse Motivation der Flugzeughersteller, Motoren mit noch weniger Verbrauch, bzw. Alternativ-Motoren ( Hybride) zu konstruieren. Diese Motivation müsste durch jährliche steigende Ökosteuern erzielt werden. Das heisst, der Druck muss erhöht werden.
Das gilt übrigens für alle motorisierten Verkehrsteilnehmer, ob zu Wasser, in der Luft oder auf der Strasse/Bahn.
Die dafür eingenommene Steuer, die wünsche ich mir allerding in sinnvolle Projekte zu stecken, z.B. Renaturisierung veröderter Flächen (wenn man so will, einen neuen Urwald)
Traverdo
schrieb am 21.01.2012 um 12:59 ¶das sehe ich ähnlich. Fliegen wird wohl nie wieder wezudenken sein und solange keine klimafreundlicheren Innovationen seitens der Fluggesellschaften und Hersteller gibt, ist die Komensation von Flugemissionen wohl das Beste, das wir haben. Getreu dem Motto: Flüge vermeiden ist besser als kompensieren, kompensieren aber besser als nichts.
Man kann jedoch auch die Frage aufwerfen, ob Kompensationen vom eigentlichen Problem ablenken, indem sie den Druck reduzieren, Zeit und Geld in die Entwicklung klimafreundlicher Alternativen zu investieren. Das alte Ablasshandel- Argument.
Ich bin auch sehr für eine Ökosteuer in dem Bereich, glaube jedoch, dass sich diese politisch nur schwer durchsetzen lässt. Sinnvoll wäre auch, das diese Steuer sozusagen zweckgebunden verwendet werden müsste und zum Beispiel an die Hersteller zurückfließen kann, die die Gelder dann in die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien stecken müssen.
Eine Ökosteuer müsste jedenfalls weltweit und für alle gelten, sonst werden Firmen stets das Argument des Wettbewerbsnachteils ins Feld führen.
Viele Grüße
Holger von Traverdo
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