Laut offizieller chinesischer Statistik ist der CO2-Ausstoß von 1997 bis 2010 jährlich um durchschnittlich 7,5 Prozent gestiegen und erreichte so den Wert von 7,69 Milliarden Tonnen. Rechnet man mit den Zahlen der Provinzen und addiert diese zusammen, kommt man im selben Zeitraum auf ein Wachstum von 8,5 Prozent und den Wert von 9,08 Milliarden Tonnen CO2. Zum Vergleich: Die Emissionen der USA lagen 2010 bei 6,87 Milliarden Tonnen. (Spiegel 11.6. 2012) Relativ gesehen ist der chinesische CO2 -Ausstoß pro Kopf rund 5 to CO2/Kopf betrachtet aber immer noch deutlich unter deutschem 12 to CO2/ Kopf bzw. amerikanischen 19 to CO2/Kopf Werten.
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Der chinesische Vizebauminister Qiu Baoxing strebt deshalb eine verstärkte gesellschaftliche Bewusstseinsbildung an um durch den so entstehenden Trend eine persönliche Motivation der Protagonisten zu erreichen. Der durch die Vorstellung nachhaltiger Architektur auf der Weltausstellung in Shanghai 2010 in China bekannte Architekt Wolfgang Frey steht in diesem Prozess als Ansprechpartner mit der chinesischen Regierung in Verbindung. Zum wiederholten Mal wurde Frey vom chinesischen Bauministerium eingeladen um durch die Präsentation der langjährigen Erfahrung im Umgang mit nachhaltiger Architektur und ökologischem Bauen aufzuzeigen, welche Chancen und Herausforderungen die Energiewende birgt. Die im Juni in Guiling stattfindende Konferenz versammelt rund 2000 hauptverantwortlich Delegierte aus der chinesischen Bauwirtschaft zu einem wichtigen Meinungsbildungsprozess.
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Am Rande der Konferenz trafen sich der Bauminister und Frey im informellen Kreis um sich detailliert fachlich auszutauschen. Qiu und Frey vertreten dieselbe Auffassung, dass die Aufgabe der Architektur neben deren sichtbarem Ausdruck auch die Entwicklung eines gesamtgesellschaftlichen Gestaltwillens ist. Sustainable urban development ist keine optische Fassadenästhetik, sondern eine komplexe Strukturkonzeption, die ohne die Entwicklung eines gesellschaftlichen Meinungsprozesses nur schwer gelingen kann.


Kommentare (1)
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z.B. solche wie "... von den 10 qm Wohnflächenbeanspruchung je Bürger in China in Richtung auf die in Europa beanspruchten 60 qm je Person. ..." u.v.a.
Der relative Zentralismus, zumindest was offizielle Vorgaben angeht (wie sie regional und lokal auch umgesetzt werden ist sicher noch eine andere Frage, Stichwort z.B: Korruption regionaler und lokaler Beamten u.s.w.) ist ja ambivalent. Sind die Vorgaben kurz gesagt gut, so hat das entsprechend breite gute Auswirkungen (wenn dagegen schlecht, dann entsprechend verheerend)
Bei Planung von vielen Kohle- und Atomkraftwerken sieht es ja in China leider weniger gut aus - auch wenn zugleich auch viel Solar- und Windkraft ausgebaut wird, aber eben nur unterhalb der riesigen Wachstumskurve des Energiebedarfs (der ja unter anderem auch durch Exporte nach Europa zustande kommt, z.B. Computer etc, den also "wir" mitzuverantworten haben)
Oder die Diskrepanz zwischen z.B. auf dem Papier vorhandenen Rechten von Arbeiterinnen/Arbeitern und deren Missachtung auf Baustellen, in Bergwerken u.s.w. Hoffentlich ist die Diskrepanz zwischen Nachhaltigkeitszielen und der Realität bei diesen städtebaulichen Vorhaben geringer