Spannend wird es erst im Diskurs. Das wurde immer wieder spürbar – ob in Podiumsdiskussionen, in denen diese Aussage so oder so ähnlich direkt gemacht wurde – oder allgemein zwischen den Utopisten. Nur rumstehen und sagen, wie wunderbar einig man sich doch ist, ist zwar manchmal ein schönes Gefühl, aber neue Ideen werden so selten generiert.
Erkenntnis 2: Jede(r) fängt mal klein an
Bei 10:10 ist einer der Tipps, einen fleischfreien Tag die Woche einzuführen. Zwischen all den Veganern hat mich dann doch sehr beruhigt, dass mein einmal pro alle zwei Wochen Fleischessen doch gar nicht sooo schlecht ist.
Erkenntis 3: Die erste Person Plural ist unpräzise.
„Ich bin keiner von uns.“ – so wurde Hans-Magnus Enzensberger während einer Podiumsdiskussion von Harald Welzer zitiert, um die Problematik an der Verwendung des kleinen Wörtchens „wir“ deutlich zu machen, das an diesen beiden Tagen besonders oft in den Mund genommen wurde.
Erkenntnis 4: Kant hatte Recht.
„Faulheit [und Feigheit] sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen.“
Die Trägheit ist der größte Feind des sozialen Engagements.
Frage 1: Wer ist eigentlich dieses „Volk“, von dem alle sprechen?
Bei der Utopiakonferenz wurde öfter mal der Aufruf nach mehr direkter Demokratie, nach „echter“ Herrschaft durch das Volk laut. Irgendwie schien sich kaum einer die Frage zu stellen, wer dieses Volk eigentlich ist. Nur, weil ich mich selbst als Teil des Volkes sehe, muss das ja nicht heißen, dass das Volk ähnlich denkt wie ich und so handelt, wie ich es mir wünsche.
Es gab sogar die Aussage, man könne ja das Parlament abschaffen. Revolution?
Es wird nicht besser, es wird anders.
Oder einfach nur chaotisch?
Ich muss sagen, dass mir „das Volk“ irgendwie suspekt ist. Mir ist es da lieber, für einen Großteil der Entscheidungen eine definierbare Gruppe Menschen zu haben, die Verantwortung trägt, also z.B. ein Parlament, auch wenn ich für manche Entscheidungen auch mehr Direktheit toll fände (Man denke nur an Stuttgart21).
Frage 2: Wann ist „greenwashing“ eigentlich greenwashing?
Manche großen Firmen engagieren sich lieber gar nicht für eine gute Sache, da, wenn sie es tun, immer gleich der Vorwurf des Greenwashings kommt.
Aber wann ist Greenwashing überhaupt Greenwashing?
Und wann ist Greenwashing schlecht?
Entdeckung 1: „If I ran the world, I would…“ (www.ifwerantheworld.com)
Eine der coolsten Fortführungen: „…make politics sexy!“
Meine Antwort: „…support fair trade until it becomes a usual brand that is bought by almost everyone“
Und was würdest du tun?
Die Seite liefert überdies tolle Tipps und rückt jedes Ziel durch sogenannte „Microactions“ in greifbare Nähe. DANKE für diese tolle Idee!
Es gibt so etwas wie eine deutsche Entsprechung, habe ich nach der Konferenz auf twitter entdeckt: http://einebesserewelt.wordpress.com/
Entdeckung 2: Es gibt noch mehr enorm-Fans! (www.enorm-magazin.de)
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Das enorm-Magazin war auch vertreten und an den Reaktionen, die ich gehört habe, habe ich gemerkt, dass es noch mehr Leute sind, die davon so begeistert sind wie ich.
Das enorm-Magazin, ein tolles Magazin über Nachhaltigkeit, social Entrepreneurship und mehr.
Entdeckung 3: Papillon Berlin (www.papillonberlin.de)
Kekse gibt es bei Papillon Berlin. Kekse? Nur Kekse?
Ja, genau. Kekse aus veganen, biologischen und fair gehandelten Zutaten.
Lecker sind sie auch, sehr sogar!
Und es gibt sie im Abo.
Abends beim Catering dann ein kleiner Riss im ganzheitlich obernachhaltigen Bild der Konferenz: es gab Currywurst (aus leckerem Biofleisch) und nichts für die Vegetarier oder gar Veganer als Hauptgang.
Im Nachhinein betrachtet war die Konferenz für mich ein heftiger Energieschub. Bis dato hatte ich mich etwas schlapp und überfordert gefühlt, mit neuer Energie ging es danach aktiver weiter…
Trotz insgesamt 26 Stunden Zugfahrt nach Berlin und von Berlin heim… und viel zu wenig Schlaf.
DANKE, Utopia, für diese tolle Konferenz!!!
Und DANKE, Werner Stickler (Communitymanager), für die persönliche Einladung, ohne die ich den weiten Weg vielleicht nicht auf mich genommen hätte.


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