Die Aufgabe unseres Nachhaltigkeitsmanagements ist der Betrieb und die Überwachung unseres integrierten Managementsystems sowie die Beratung, Koordination und Unterstützung der einzelnen Funktionsbereiche zu allen nachhaltigkeitsrelevanten Themen. Das Nachhaltigkeitsmanagement ist dem Vorstand unterstellt und gegenüber den Funktionsbereichen organisatorisch unabhängig.

Kern des Managementsystems sind im Wesentlichen drei Instrumente:

  • Halbjährlich stattfindende Audits mit den einzelnen Funktionsbereichen dienen dazu, aktuelle Problemstellungen gemeinsam zu diskutieren und geeignete Verbesserungsmaßnahmen zu definieren.
  • In einer jährlichen Umweltbilanz werden alle relevanten eingehenden Energie- und Stoffströme den ausgehenden gegenüber gestellt und über geeignete Kennzahlen bewertet.
  • Zum Jahresbeginn erstellt das Nachhaltigkeitsmanagement einen Systembewertungsbericht, der dem Vorstand zusammen mit dem Umweltbericht vorgestellt wird.

Eines unserer zentralen Themen ist die Sortimentspolitik: Unser Ziel ist es, nachhaltige Produkte aus der Nische in den Massenmarkt zu holen und damit einen nennenswerten Effekt für Mensch, Umwelt und Klima zu erzielen. Wir suchen und listen Produkte, die beim Herstellungsprozess, durch die verwendeten Materialien, durch ihre Langlebigkeit, einen geringen Energieverbrauch, ihre Recyclingfähigkeit oder – im Idealfall – über den kompletten Lebenszyklus wertvolle Ressourcen einsparen. Unser Anspruch ist es, dem Verbraucher ein umfassendes, sorgfältig geprüftes Produktangebot für eine ökologisch und sozial verantwortungsvolle Kaufentscheidung zu bieten.

Das über 10.000 Artikel umfassende Sortiment beinhaltet mittlerweile über 750 memo Markenprodukte und damit fast mehr als zehnmal so viele wie im Jahr 2002. Alle memo Markenprodukte erfüllen besonders hohe ökologische Standards, um Mensch und Umwelt bei Herstellung, Gebrauch und Verwertung geringstmöglich mit Schadstoffen zu belasten. Die Mehrzahl trägt anerkannte Gütesiegeln und Umweltzeichen.

Im Zuge der ständigen Weiterentwicklung der memo Markenprodukte haben wir im Zeitraum von April 2009 bis Februar 2010 eine umfassende Lebenszyklusanalyse (LCA) für ein Produkt aus dem Bereich Textilien (memo Bio T-Shirt) durchgeführt. Durch die detaillierte Erfassung relevanter Stoff- und Energieströme entlang der verschiedenen Lebensphasen von Produkten können diese nach ihren wichtigsten Umweltauswirkungen, wie Energie- und Rohstoffbedarf, Treibhausgas-Emissionen oder Abfälle, bewertet werden.

Ergebnis: Innerhalb der untersuchten Systemgrenze (Produktion und Transport des T-Shirts vom Anbau der Bio-Baumwolle in Indien bis zur Ankunft der Ware im Lager der memo AG in Greußenheim) verursacht das memo Bio T-Shirt knapp 3 kg CO2e. Die LCA hat nicht nur belegt, dass die memo Bio T-Shirts mit modernen, technischen Anlagen und einem hohen Umweltstandard produziert werden, sondern, dass sie zudem höchste Ansprüche an Sozialverträglichkeit beim Bio-Baumwollanbau und in der Fertigung erfüllen. Möglichkeiten zur weiteren Reduzierung negativer Umweltauswirkungen existieren insbesondere durch die Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien und die Installation moderner Wärmerückgewinnungsanlagen im Dampferzeugungsprozess. Die Möglichkeiten zur Umsetzung werden derzeit vom Hersteller geprüft.

Der weitaus höchste Energie- und Wasserverbrauch im Leben eines T-Shirts entsteht jedoch während der Gebrauchsphase. Dort wiederum nimmt das Trocknen im Trockner den höchsten Anteil ein.

Abhängig von der Anzahl der Wasch- und Trockenvorgänge beziffert die Literatur für die Gebrauchsphase einen Anteil des Energiebedarfs von bis zu 95 % innerhalb des gesamten Produktlebenszyklus. Der Verzicht auf maschinelle Trocknung und die Nutzung energieeffizienter Waschmaschinen trägt also wesentlich zur Reduzierung von Umweltbelastungen beim Gebrauch von Textilien bei.

Ausführliche Informationen zur LCA des memo Bio T-Shirts finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht 2011/12:

www.memo.de/nachhaltigkeitsbericht

2012 werden wir für den Sortimentsbereich „Grafische Papiere" eine Lebenszyklusanalyse durchführen.