Geburtenrückgang, Bildungs-Misere, wachsende Unterschicht und mangelnde Integration – wenn nicht bald etwas passiert, schaffen sich die Deutschen selbst ab. So lautet die provokante These, die der streitbare SPD-Politiker Thilo Sarrazin (65) in seinem neuen Buch vertritt
Dümmer, ärmer und zu wenig tüchtiger Nachwuchs: Schonungslos beschreibt Thilo Sarrazin in „Deutschland schafft sich ab”* die Bedrohung der deutschen Gesellschaft und ihres Wohlstands.
anbei noch ein <Zeitungsartikel, sehr schonungslose Kost:
Deutschland wird immer ärmer und dümmer!
In den wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch sehr erfolgreichen Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg wuchs in Deutschland der Stolz auf den Fleiß und die Tüchtigkeit seiner Bürger, auf den stetig steigenden Lebensstandard und den immer weiter ausgebauten Sozialstaat. Die Jahrzehnte des fast ungetrübten Erfolgs haben aber die Sehschärfe der Deutschen getrübt für die Gefährdungen und Fäulnisprozesse im Innern der Gesellschaft.
„Deutschland schafft sich ab?” – welch eine absurde Befürchtung, mögen viele denken, wenn sie dieses solide Land mit seinen 80 Millionen Einwohnern in der Mitte Europas betrachten. Ein Land aber ist das, was es ist durch seine Bewohner und deren lebendige geistige sowie kulturelle Traditionen.
Die Deutschen aber schaffen sich allmählich ab.
Eine Nettoreproduktionsrate (Töchter pro Frau, d. Red.) von 0,7 oder weniger, wie wir sie seit 40 Jahren haben, bedeutet ja nichts anderes, als dass die Generation der Enkel jeweils halb so groß ist wie die der Großväter. Die Geburtenzahl sank in Deutschland von über 1,3 Millionen jährlich in der ersten Hälfte der Sechzigerjahre auf 650 000 im Jahr 2009 ab.
Geht das so weiter – und warum sollte sich etwas ändern an diesem Trend, der schon über vier Jahrzehnte anhält –, dann wird in 90 Jahren die Zahl der Geburten in Deutschland bei rund 200 000 bis 250 000 liegen. Höchstens die Hälfte davon werden Nachfahren der 1965 in Deutschland lebenden Bevölkerung sein.
Die Deutschen hätten sich damit quasi abgeschafft. Manche mögen dieses Schicksal als gerechte Strafe empfinden für ein Volk, in dem einst SS-Männer gezeugt wurden – nur so lässt sich die zuweilen durchscheinende klammheimliche Freude über die deutsche Bevölkerungsentwicklung erklären.
Andere trösten sich damit, dass auch ein kleines Volk leben und überleben kann, und verweisen auf Dänemark mit seinen rund 5 Millionen Einwohnern. Deutschland wäre dann eben künftig ein Dänemark auf eVernünftig diskutiert haben wir über die demografische Entwicklung in Deutschland in den letzten 45 Jahren nicht. Wer nicht mit im Strom der Beschwichtiger und Verharmloser schwamm, wer sich gar besorgt zeigte, der musste bald frustriert erkennen, dass er alleine stand, und nicht selten fand er sich in die völkische Ecke gestellt.
Über die Folgen des Geburtenrückgangs durfte man Jahrzehnte überhaupt nichts sagen, wenn man nicht unter völkischen Ideologieverdacht geraten wollte. Das hat sich inzwischen geändert, da die Generation der Achtundsechziger Angst um ihre Rente bekommen hat. Aber jetzt ist es 40 Jahre zu spät.
Die sozialen Belastungen einer ungesteuerten Migration waren stets tabu, und schon gar nicht durfte man darüber reden, dass Menschen unterschiedlich sind – nämlich intellektuell mehr oder weniger begabt, fauler oder fleißiger, mehr oder weniger moralisch gefestigt – und dass noch so viel Bildung und Chancengleichheit daran nichts ändert
Etwas größerer Fläche. Ginge das nicht auch? Was wäre daran so schlimm?
Es war tabu, darüber zu reden,
• dass man zwar 90 % der Schüler einer Jahrgangsstufe zur Hochschulreife führen kann, aber dennoch nicht einmal 10 % von diesen den Anforderungen eines Mathematikstudiums gewachsen sind
• dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen
• dass der Einzelne selbst für sein Verhalten verantwortlich ist und nicht die Gesellschaft.
„Wer nicht lernt, bleibt unwissend. Wer zu viel isst, wird dick.” Solche Wahrheiten auszusprechen, gilt als politisch inkorrekt, ja als lieblos und eigentlich unmoralisch – zumindest aber ist es unklug, wenn man in politische Ämter gewählt werden möchte.
Die Tendenz des politisch korrekten Diskurses geht dahin, die Menschen von der Verantwortung für ihr Verhalten weitgehend zu entlasten, indem man auf die Umstände verweist, durch die sie zu Benachteiligten oder gar zu Versagern werden:
• Kann ein Schüler dem Unterricht nicht folgen, so liegt das an der Bildungsferne des Elternhauses.
• Leiden Kinder aus einfachen Verhältnissen auffallend häufig an Übergewicht infolge Bewegungsmangel, so liegt das nicht an der Vernachlässigung durch die Eltern, sondern an der sozialen Notlage der Familie.
• Machen die Kinder von Alleinerziehenden in pädagogischer Hinsicht Schwierigkeiten, so ist dafür die Gesellschaft verantwortlich, die den Alleinerziehenden nicht genügend Unterstützung gewährt. Dabei wäre doch zu fragen, welche gesellschaftlichen Umstände und individuellen Dispositionen dazu führen, dass es so viele Alleinerziehende gibt, und was man dagegen tun kann.
• Sprechen türkische Migranten auch in der dritten Generation noch nicht richtig deutsch, so wird eine Integrationsfeindlichkeit des Umfeldes ausgemacht. Aber warum, so fragt man sich, beobachtet man diese Schwierigkeiten bei fast allen anderen Migrantengruppen nicht?
So wurde viel zu lange übersehen, dass die Alterung und Schrumpfung der deutschen Bevölkerung einhergeht mit qualitativen Veränderungen in deren Zusammensetzung. Über die schiere Abnahme der Bevölkerung hinaus gefährdet vor allem die kontinuierliche Zunahme der weniger Stabilen, weniger Intelligenten und weniger Tüchtigen die Zukunft Deutschlands.(persönl. Anmerkung von mfazzi: also wenn ich das alles so lese, spüre ich nur so ein "achso, ja genau, deswegen die Schieflage, so ist das")
Das Realeinkommen des einzelnen Erwerbstätigen steigt schon seit 20 Jahren nicht mehr, spätestens in 10 Jahren wird es sinken, und das wird infolge der demografischen Verschiebungen ein nachhaltiger Trend sein.
Solche Prognosen scheinen nicht zu den aktuellen Exporterfolgen der deutschen Volkswirtschaft zu passen, nicht zur Exzellenzinitiative an den deutschen Universitäten und nicht zu den vielen guten Nachrichten, über die wir uns täglich freuen dürfen. Deutschland ist, wirtschaftlich gesehen, in der Spätphase eines Goldenen Zeitalters, das um 1950 begann und langsam zu Ende geht.
Doch das nutzt alles nichts, wenn wir die Grundlagen künftiger Wohlstandssteigerung aufzehren, und genau das tun wir, quantitativ und qualitativ:
• quantitativ, weil seit 45 Jahren jede neue Generation etwa ein Drittel kleiner ist als die vorhergehende, während gleichzeitig die Lebenserwartung steigt,
• qualitativ, weil sich die Bildungsfähigkeit und die Bildungsvoraussetzungen der Neugeborenen kontinuierlich verschlechtern und die Mentalität zu verkümmern scheint, die die Grundlage jeden produktiven Aufbruchs ist.
Wir nehmen als unvermeidlich hin, dass Deutschland kleiner und dümmer wird.
Wir wollen nicht darüber nachdenken, geschweige denn darüber sprechen. Aber wir machen uns Gedanken über das Weltklima in 100 oder 500 Jahren. (Anm. mfazzi: beide Themen wichtig)
Mit Blick auf das deutsche Staatswesen ist das völlig unlogisch, denn beim gegenwärtigen demografischen Trend wird Deutschland in 100 Jahren noch 25 Millionen, in 200 Jahren noch 8 Millionen und in 300 Jahren noch 3 Millionen Einwohner haben. Warum sollte uns das Klima in 500 Jahren interessieren, wenn das deutsche Gesellschaftsprogramm auf die Abschaffung der Deutschen hinausläuft?
Sich um Deutschland als Land der Deutschen Sorgen zu machen, gilt fast schon als politisch inkorrekt.
Das erklärt die vielen Tabus und die völlig verquaste deutsche Diskussion zu Themen wie Demografie, Familienpolitik und Zuwanderung. Ich glaube, dass wir ohne einen gesunden Selbstbehauptungswillen als Nation unsere gesellschaftlichen Probleme nicht lösen werden.
ps:
ich weiß, dass hier niemand was von dieser Quelle hält (ich auch nicht),
ich hab das Blatt am Samstag morgen in einer Bäckerein in unserem Stadtviertel liegen sehen und der Titel "ärmer und dümmer" ging mir nicht aus dem Kopf
ich finde, viele Wahrheiten drin, kann man sich gar nicht davor verschließen...
Was denkt ihr?


Kommentare (153)
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Dude
schrieb am 24.08.2010 um 12:05 ¶Ja, sind wir denn wieder auf dem Weg vorzugeben wer leben darf und wer nicht???
Ich sehe kein Problem darin, wenn die Bevölkerung Deutschlands sinkt. Warum auch? Wir haben eine der höchsten Bevölkerungsdichten. Da wäre es vielleicht sogar wünschenswert, wenn es etwas weniger würde.
Dem einzigen Punkt, dem ich zustimmen kann ist, dass wir ein Bildungsproblem haben. Und dort muss auch dringend etwas verbessert werden. Wir brauchen nicht immer mehr Steuererleichterungen und unsinnige Subventionen, die den Staat arm machen. Wir brauchen mehr Steuereinnahmen und weniger unsinnige Ausgaben. Und das dann verfügbare Geld muss in die Bildung investiert werden.
Die Schulen brauchen mehr Lehrer und Sozialarbeiter und bessere Ausrüstung. Außerdem müssen die Lehrer besser ausgebildet werden und die Schulsysteme verbessert werden (leider wurde das in Hamburg von Egoisten gerade verhindert).
mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 12:35 ¶Meine Interpretation war (vielleicht liege ich da ja nicht mit Sarrazin auf einer Wellenlänge), dass es nicht darum geht, dass der Ausländer oder Einwanderer an und für sich dumm ist.
Die Kernaussage war, dass durch die Geburtenrate erstmal sowieso wenig Nachwuchs kommt, rechnet man dann, dass von denen, die höhere Schulabschlüsse machen, nicht zwingend "die crème de la crème" dabei ist und von dem Prozentsatz zB der Frauen sich dann auch nochmal kaum eine vermehrt, dann glaub ich schon, dass sich grundsätzlich nicht die Klügsten Köpfe vermehren (hört sich a bissl Stammtischmäßig an, was ich sage, aber geh mal auf Spielplätze und mach Dir ein Bild ;-)) vielleicht stimmst Du mir dann zu, mit Verlaub, geh mal in Kindergärten, kuck mal wer da ist...
Ich meine nicht dass gerade NICHT die These war zu sagen, Ausländer doof, besonders doofe erst recht nicht reinlassen, überspitzt. Sondern dahin gehen zu sagen, bloße Geldtransfers in einkommensschwache Familien ist nicht unbedingt der perfekte Weg usw.
und dem kann ich irgendwie schon zustimmen.
Meine Kinderbetreuungskosten belaufen sich auf monatlich 398€ für 6 Stunden am Tag (das Essen bekommen wir "gesponsert", also normalerweise würde ich zzgl mind. 40€ pro Kind am Tag noch drauflegen, ohne dass es besondere Bio Kost wäre; kein Wald-, Montessori-, Waldorfkindergarten o.ä.).
Jetzt frage ich Dich, wie viele Frauen kennst Du, die 400€ oder 500€ netto haben für die bloße Kinderbetreuung?
Ich kenne sehr viele, die noch nicht mal ne Anstellung für nen 400€ Job finden, geschweigedenn netto so viel rausbekommen, dass was "dabei rum kommt", also was ist unser Task als Frau? Kinderlos bleiben und Karriere starten oder lukrativen Ehepartner suchen. Alle anderen haben Pech gehabt, werden unterstützt (was ich grundsätzlich gutheiße) aber is halt echt schwierig...
Dude
schrieb am 24.08.2010 um 13:44 ¶Ich finde dein Beispiel für die Kosten einer Betreuung wunderbar. Das zeigt doch, wo das Geld hingehen muss. (Die vorschulische Betreuung hatte ich bei meinem Kommentar vergessen. Dafür gilt aber aus meiner Sicht das gleiche: bessere Ausrüstung, mehr und besser ausgebildetes Personal.) Die Betreuung sollte wenig oder gar nichts kosten, damit auch Einkommensschwache ihre Kinder dorthin bringen können. Das macht besonders bei der "bildungsfernen Schicht" Sinn, weil die Kinder damit aus dem einseitigen häuslichen Umfeld herauskommen.
Wir müssen uns damit abfinden, dass wir nicht so, wie sich das Herr Sarrazin vielleicht wünscht, beeinflussen können, wer sich wie oft vermehrt. Wir können aber sehr stark beeinflussen, wie sich die Entwicklung und Bildung des Nachwuchses gestaltet. Und hier kann und muss der Staat ansetzen. Nicht jammern sondern handeln.
Und die deutschen Unternehmen stehen dabei genau so in der Pflicht mitzuwirken. Sie sollten nicht nach Steuererleichterungen rufen und über Fachkräftemangel jammern. Sie sollten den Staat bei der Ausbildung der neuen Generationen unterstützen, damit sie später die Fachkräfte bekommen, die sie brauchen. Das wäre weitsichtig. Nur leider fehlt es den Unternehmenslenker mehr und mehr an dieser Weitsicht. Es wird nur auf kurze Gewinne geachtet und die langfristigen Bedürfnisse werden außer acht gelassen. Wer Fachkräste braucht, der muss selber aus- und weiterbilden und nicht darauf hoffen, dass diese vom Himmel fallen.
Wenn klar wird, dass sich die jahrelange Strategie des weniger Ausbildens und Förderns auf das Angebot der Fachkräfte auswirkt, dann wird wieder nach dem Staat gerufen. Er soll sich darum kümmern und/oder ausländische Fachkräfte ins Land holen. Das ist ungefähr so als ob ich bei meinem Auto niemals die Reifen wechsle und mich wundere, dass ich bei Regen aus der Kruve fliege, weil meine Reifen kein Profil mehr haben und ich dann noch den Staat dazu auffordere doch bitte Straßen zu bauen, auf denen ich mit meinen Reifen weiterhin sicher fahren kann. Dümmer geht's nimmer!
Mario_Sedlak
schrieb am 19.09.2010 um 14:19 ¶mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 12:43 ¶Und wenn ich von mir selber ausgehe, jährlich gibt es Mitarbeitergespräche, also Dialoge mit der Führungskraft, für und wider, nicht nur das Gehalt steht zur Debatte, es geht wirklich um knallharte Fakten. Wenn ich Mist mache oder wenn Kunden sich über mich beschweren würden, käme das hier zur Sprache, mittelfristig und sicher langfristig würde dies alles meinem Werdegang schaden.
Was passiert mit einem Lehrer, der Schüler durchfallen lässt, "er hat das Klassenziel nicht erreicht", ja wieso denn? Der schüler hat ja dann nur das Problem...ach, das Thema Schule ist so diffizil...
und wenn ich an die Beamtenpensionen denke wird mir eh hundeelend...ich bin für Abschaffen.
Nicht mehr finanzierbar (denk an Griechenland und unsere kürzlichen EU Transfers wegem dem Staatshaushalt, wer hat sich dort unten alles bereichert...? ich weiß, das ist jetzt bissl gehupft gedanklich)
ps: nochmal wegen dem Geld, wenn ich aber auf der mehr-Geld Seite keine Kurbel habe, bin ich ja automatisch gezwungen, anders zu denken, in der Lage sind wir doch. Mit anderen Worten, die Ausgabenseite muss verkürzt werden und zwar drastisch.
Dude
schrieb am 24.08.2010 um 13:58 ¶Finanziell ist das Lehrerdasein im Vergleich zur "freien" Wirtschaft finanziell nicht gerade attraktiv. Da ändern auch die Beamtenpensionen nichts.
zu deinem ps: Wer sagt denn, dass ich auf der mehr-Geld Seite keine Kurbel habe? Es gibt genug Möglichkeiten mehr Geld einzunehmen (Steuervergünstigungen für Hotels und vieles andere abschaffen, Spitzensteuersatz erhöhen, Reichensteuer einführen, Erbschaftsrecht verschärfen, Finanztransaktinssteuer einführen, Pendlerpauschale und Eigenheimzulage abschaffen, sämtliche Einnahmen gleichermaßen besteuern und nicht nur Gehälter, unsinnige Subventionen abschaffen wie Exportsubventionen für Lebensmittel in Flugzeugen, ... ). Ich muss auf der Ausgabenseite nicht unbedingt, bei den sozialen Einrichtungen kürzen. Es gibt genügend andere Möglichkeiten. Die werden verschiedensten Unternehmen und Privatpersonen nicht schmecken, sind aber aus volkswirtschaftlicher Sicht wesentlich sinnvoller.
mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 14:12 ¶Sehe ich mir die Brutto/Netto Schere im Vergleich bei Lehrergehältern und etwa Meinesgleichen an, dann muss ich die Behauptung aufstellen, dass Lehrer bei weitem nicht schlecht dastehen.
Sie sind sogar per se "Führungskraft" (ich müsste mir diese hart erarbeiten, klar, würde dann wesentlich mehr Gehalt bekommen), sie haben keinen Ranghöheren, dem sie sich - wie in der freien Wirtschaft üblich - gegenüber behaupten müssen (du willst mir jetzt nicht erzählen, dass der Rektor hintendran steht und ne Bewertungsskala in der Tasche hat).
Die Schüler können "nicht abwandern" bei Schlechtleistung. Der einzige Anbieter ist die Staatliche Schule, sogar noch nen Sprengel gibts, da muss jeder hin (außer man hat das Geld und zahle ne Privatschule, privat Lehrer oder Internat, Ausnahmen...)
Dann seh ich mir die Krankenversicherungsbeiträge an, meine.
Und die meiner Bekannten. Die Beihilfe, ich gesetzlich. Mehr sag ich dazu nicht.
Dann seh ich mir noch die Arbeitsstundenzahl an.
Man muss glaub, in Teilzeit als Lehrer mind. 10std arbeiten wennichs richtig im Kopf hab, hab von 20 Schulstunden gehört, dann bekommt man ne Klassleitung.
In welcher Branche hat man den Luxus zu sagen, ich arbeite 10-20 std Teilzeit den Rest "im Home office"? Ich begreife heute noch nicht, wieso ich nicht Lehrerin geworden bin (ich find den Beruf nicht mal so unattraktiv...) aber schlecht bezahlt, beileibe nicht.
Da muss ich Dir widersprechen.
zu meinem PS und dem Widerspruch zur Einnahmenseite: das was Du schreibst ist korrekt, ich hatte das für mich im Geiste unter "Strukturwandel" und dergl. geparkt, das stimmt schon. Aber wieso tut sich denn gerade HIER nichts? Mich interssiert das Buch vom Sarrazin, weil ichhören will, ob der schreibt, dass genau hier der Hund begraben liegt!
Dude
schrieb am 24.08.2010 um 14:49 ¶du hast ein ganz schön einseitiges Bild von Lehrern. Ich kenne dein Gehalt nicht und auch nicht das der Lehrer mit denen du es vergleichst. Aber ich kenne mein Gehalt und das meiner Eltern, die beide Lehrer sind. Wenn ich jetzt in den Lehrerberuf wechseln würde, dann müsste ich enorme Abstriche hinnehemen.
Die 10-20 Stunden, die ein Lehrer unterrichten muss sind auch wesentlich anstrengender als wenn ich am Schreibtisch arbeite. Schließlich muss man für die Schüler permanent present sein. Und Homeoffice heißt ja nicht, dass man nur die Beine baumeln lässt. Gerade als junger Lehrer muss man viel Zeit in die Vor- und Nachbereitung der Unterrichtsstunden stecken. Da kommt man schnell auf wesentlich mehr als 40 Stunden pro Woche. Klar wird das mit der Zeit etwas weniger, da sich vieles wiederholt und die Erfahrung vieles schneller von der Hand gehen lässt.
Außerdem kenne ich keinen Lehrer, der sein Homeoffice bezahlt bekommt. Ich glaube nicht, das dein Arbeitgeber von dir verlangt, dass du dir deinen Arbeitsplatzcomputer und alles, was du sonst noch am Schreibtisch brauchst, selber kaufen sollst.
Ich gebe zu, dass die Ferien ein großer Pluspunkt des Lehrerlebens sind. Es ist sicherlich nicht der schlechteste Job, aber wer möchte sich schon gerne wer weiß was von den Zwergen an den Kopf werfen lassen und sich dann noch die Beschwerden der Eltern anhören, warum ihr Kind denn nicht bessere Noten bekomme, wo es sich doch so bemühe. Es gibt gute Gründe, warum so viele Lehrer mit Burnout frühzeitig das Arbeitsleben verlassen. Wir sollten nicht immer mit Neid und Missgunst auf andere Bereiche schauen. Die Wertschätzung der gesellschaftlich wichtigen Dinge geht immer mehr verloren. Ich weiß, dass trifft hier wohl auf kaum jemanden zu. Aber wenn man sich ansieht, was in den Medien positiv und was negativ dargestellt wird, dann liegen die Prioritäten an der falschen Stelle.
mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 16:43 ¶ich denke die Diskussion über Lehrer und andere Berufsgruppen können wir beide auch nur abseits dieses Blogs führen - denn zumindest ich hab da schon ne recht verhärtete Front, gewissermaßen, ja, durchaus. Ich finde aber, Du bist eher im Nachteil wenn Du mit mir weiterdiskutierenmöchtest denn ich sehe Dich als total emotional " vorbelastet", da Deine beiden Eltern Lehrer sind, Du kennst quasi von Deiner Prägung her nicht so das "normale Leben", da ja Du mit Fragen, Ängsten, Sorgen, Vorteilen, Nachteilen des Lehrerberufs aufgewachsen bist (vielleicht hast Du ja gerade deswegen den Beruf nicht gewählt?)
Ich habe nie behauptet, dass es nciht anstrengend sei, sich den heutigen Kindern gegenüber zu behaupten und dass die Lehrer abends die Füße hochlegen und NUR Ferien haben, so realitätsfremd bin ich auch nicht.
Nichtsdestotrotz sehe ich sie nicht gerne als die "arme Berufsgruppe".
Fatal hingegen - mehr als schade - finde ich dass der Beruf Lehrer viel an Ansehen verloren hat und genau das Rückgrat (der Eltern nämlich!) heutzutage eher fehlt. Galt der Lehrberuf früher als etwas Tolles, Erstrebenswertes, so hab ich heut eher das Gefühl, darf man den Lehrer immer gerne selber anweisen ...aber das ist mein Vorurteil, das geb ich zu (so bekomm ich es schon auch bissl erzählt; hab nen relativ großen Lehrer-Freundeskreis, querbeet, Sonderpädagogik, Grundschule, Haupt- und Realschule sowie Gym, alles dabei, sogar Berufschule)
Das Thema Burnout ist heute nicht nur bei Lehrern präsent, das ist eine "neuere Krankheit", es geht viel um Stress, hohe Belastung. Dies spürt man an nahezu allen Arbeitsplätzen.
Die Lehrer brauchen vor allem unsere Unterstützung (unsere = Eltern) und sie sind keine Diktatoren in der Schule, aber sie verdienen Respekt (wie jede erwachsene Person übrigens), aber der wird bekanntlich im Elternhaus gelehrt. Und das gehört anscheinend auch wieder zur Bildung, zur Bildungsmisere, das elementare Grundlegen des menschlichen Zusammenlebens nicht mehr so präsent sind oder vorgelebt werden...(weil alle gestresst sind?)
Dude
schrieb am 25.08.2010 um 08:38 ¶http://www.youtube.com/watch?v=Y7ww9p2MQVg
http://www.youtube.com/watch?v=2_97d2C5DrI
tomatentheo
schrieb am 24.08.2010 um 13:16 ¶Otto-Normalfamilie kriegt ihre 0,7 Kinder aufgrund der beruflichen Einbindung immer zu unpassender Zeit ab 32 aufwärts und wird dafür bestraft. Junge und ganz junge Eltern entstammen oft nicht berufstätigen Bereichen, haben gelernt, mit wenig auszukommen und ihren Haushaltsetat mit zusätzlichem Kindergeld auszuhelfen. Damit leben sie - nicht wirklich gut, aber immerhin. Das ist alles nachvollziehbar und Auswirkung vorhandener Rahmenbedingungen. Und gleichmacherische undifferenzierte Schulpolitik und der Anspruch der Eltern setzen noch einen drauf - klar "meinem Kind soll es mal besser gehen". Wenn dieses Kind aber nun mal mehr praktisch veranlagt ist - wär es da nicht sinnvoller, genau dies zu fördern ? Damit er mal ein Handwerkslehrling wird, der in der Lage ist, das Volumen von ... zu berechnen ... Genau diese Lehrlinge fehlen nämlich - und zwar ganz akut und flächendeckend. Momentan mogeln sich Hinz und Kunz ins Gymnasium - früher mußte man sich dafür auf die eine oder andere Art qualifizieren und in den Hauptschulen u. Co. wird alles nach dem "friß oder stirb" über einen Kamm geschoren - und Lehrern schnell irgendwelcher Idealismus, der sie zu einem mehr als nötig verleiten könnte, ausgetrieben. Ergebnis: alles auf tiefem Niveau mit "Nullbock" und Resignation angereichert
mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 13:50 ¶Richtig, dass Viele die Kinder immer später bekommen. Die weniger betuchten wurschteln sich so durch, immerhin.
Wichtig finde ich auch, das Interesse fürs Handwerk wieder zu wecken, sorry, ohne Bäcker, Maler, Mechaniker, Schlosser, installateure geht halt nix.
Imagekampagne Handwerkskammer find ich gut!:
Ziel dieser Kommunikationsoffensive ist es, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks hervorzuheben und Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern. Denn laut einer repräsentativen Umfrage, die das Forsa-Institut im Jahre 2008 im Auftrag des Deutschen Handwerks durchgeführt hat, wird die Bedeutung des Handwerks in der Gesellschaft unterschätzt. Besonders junge Menschen können sich nicht mehr für einen Job im Handwerk erwärmen - eine fatale Situation angesichts der zu erwartenden demographischen Entwicklung. Dabei ist das Handwerk mit 4,8 Millionen Beschäftigten und rund 500 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft
http://www.hwk-mittelfranken.de/75,487,1739.html
topist
schrieb am 25.08.2010 um 11:59 ¶mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 12:06 ¶Vieles menschliche lernt sich allerdings doch im stetigen Dialog (ich glaub schon im Elternhaus, im sozialen Umfeld, wo man halt aufwächst, deutsch Milieu), ein für und wider.
Ich weiß nicht woher ich diesen Medienhass (TV, Konsole, Handy für Kinder...) habe, aber mir macht es Angst, dass viele Kinder heute Zugang zu viel Elektronik haben und dass der Dialog im Elternhaus schwindet (oft mangels Zeitgründen, oft aber auch Desinteresse...)
wenn ich mich selber nie mit dem Kind hinhocke, oder es zum einkaufen schicke und das Wechselgeld zählen - also kopfrechnen - lasse usw. usw.
berniewa
schrieb am 24.08.2010 um 13:33 ¶mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 13:52 ¶Dude
schrieb am 24.08.2010 um 14:04 ¶Durch die EU und die Globalisierung sind mittlerweile so viele Bereiche miteinander verwoben, dass man seinen Blickwinkel erweitern muss. Viele Gesetze bei uns werden nur noch vom Staat in die richtige Form gegossen, die Vorgaben wurden auf EU-Ebene beschlossen und sind für die Mitgliedsstaaten binden.
mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 14:25 ¶Aber hier gehts doch um das Demografie Problem am Bsp Deutschland (in anderen EU Ländern ist doch die Geburtenrate auch rückläufig oder stagnierend) und dass wir seit ewigen Zeiten wissen, ach ich wieder hol mich jetzt nicht.
Was hat denn das jetzt mit der Globalisierung zu tun?
Freilich muss man immer vernetzt denken, global, aber manchmal muss man auch vor der Türe kucken. Ich verstehe nicht genau, worauf es euch eigentlich ankommt (wobei @Dude, Du hattest ja grundsätzlich schon viel geschrieben, danke)
topist
schrieb am 25.08.2010 um 11:53 ¶"Aber hier gehts doch um das Demografie Problem am Bsp Deutschland (in anderen EU Ländern ist doch die Geburtenrate auch rückläufig oder stagnierend)"
Wäre das das Problem, müsste Sarazzin über die (etwas) höhere Geburtenraten in Zuwandererfamilien doch in Jubel ausbrechen. Aber Bernie hat ja schon ausgeführt warum die Abnahme der großen Bevölkerungsdichte (mit einem übergroßen ökologischen Rucksack) eben nicht das Prioblem ist.
Die Perspektive ist doch die des Mittelalters = mehr Untertanen = mehr Steuern = mehr Soldaten bzw. Kirchen und mehr Prunk. Und eines Brutalokapitalismus = eine industrielle Resevearmee (stehendes Heer der Arbeitslosen) drückt, solange deren Versorgung nicht allzu viel kostet, immerhin die Löhne und die Preise deutscher Exportgüter.
Gruß vom Topisten
mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 12:12 ¶Ich dachte beim Thema Bildung und Zusammenhang des Haushaltseinkommens muss man gar nicht viel erklären...Ist doch selbstredend.
(wie viele von den Frauen, die den Höchstsatz an Elterngeld - glaub 1800€ warens - bekommen würden, bekommen eigentlich ein Kind? Wie hoch ist der Anteil der Frauen die 1000€ und mehr Elterngeld bekommen gemessen an denen die unter 500€ erhalten?) Besteht hier ein Zusammenhang beim Thema "gut ausgebildete Frauen vermehren sich weniger" (dafür brauch ich doch keine Studie, da schau ich mich im Bekanntenkreis um...eindeutig ja)
...ist das politisch unkorrekt? Ich weiß nicht...vielleicht bin ich aufm falschen Dampfer...
topist
schrieb am 25.08.2010 um 13:43 ¶"... es ging aber nicht nur um "Hauptsache die Deutschen zeugen mehr Kinder", das war nicht Task, oder?"
Das genau ist Thilo Sarrazins Absicht. Und eine Zuchtauswahl nach vermeintlichen "Intelligenz-Genen".
mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 22:01 ¶Also ICH hab das nicht so verstanden, aber ich hab in meiner Schulzeit von einer Thema-Verfehlung zur anderen mich durchgemogelt. Und "multiple choice" war bei mir auch nix, weil ich ja immer vom hundersten ins tausendste...
aber er hat doch nirgendwo von Intelligenzgenen gesprochen, es hieß doch nur, die Schere arm und reich klafft (oder hab ich das woanders her), Deutsche (übrigens ja nahezu alle EU Länder) vermehren sich kaum noch, und diejenigen, die Heranwachsende sind erzielen eher weniger hohe Schulabschlüsse.
Also sorry, ich seh da immer noch nix (un-) Rechtes (um Himmels willen), vielleicht bin ich "betriebsblind" weil ich jetzt nur so Zahlen lese (aber sagts mir ruhig, danke) - also ich bin doch keinem Anhänger der Rechten auf den Leim gegangen (Sozialdemokrat?)
topist
schrieb am 25.08.2010 um 22:33 ¶"Deutsche (übrigens ja nahezu alle EU Länder) vermehren sich kaum noch ..."
Es wird also endlich ernst mit dem Abschied vom Wachstumsdenken :-)
Gruß vom Topisten
el_heinzo
schrieb am 24.08.2010 um 13:34 ¶Da kann ich dir nur zustimmen! Woran liegt es denn das die Jungen in der Schule immer schlechter werden? Sie fühlen sich nicht gefordert! Die meisten kann man nicht mit Kurvendiskussionen usw. locken. Sie brauchen bewegung, belastung, sie wollen etwas schaffen und nicht irgendwas auswendig lernen was sie nach der Klassenarbeit eh wieder vergessen! Ich merke es selber wenn ich mir die Bewerbungen und Praktikanten anschaue die bei uns als Steinmetz anfangen wollen! Da kriegst du die kriese, keine Ahnung von Kopfrechnen, usw. Ich hatte mal jemanden betreut der wusste nicht das man cm in m umrechnen kann und wie das zusammenhängt! Aber was haben sie für eine Wahl? In der Schule schaffen sie es nicht den meisten Müll in sich rein zuhämmern, deswegen schalten sie auf durchzug. Wenn sie dann grade so nen Hauptschulabschluss schaffen, bleibt ihnen nur das Handwerk oder der soziale Abstieg. Ich bin dafür das man Jugendliche die schulisch Intelligent sind strickt von den trennen sollte die anders begabt sind und ihnen eine andere Möglichkeit bietet. Man kann sie nicht alle mit der gleichen Methode fördern.
Gerade im Handwerk brauchen wir kompetente und begabte Jugendliche! Wer baut denn die Universitäten und Hochschulen für unsere begabten Kinder? Das sollte man nie aus den Augen verlieren.
lg christoph
lg christoph
mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 13:59 ¶also ich finde, klar muss abstraktes Denken gelehrt werden, aber es muss auch anschaulich vermittelt werden oder mal erzählt werden, WOZU ich das überhaupt lerne (nicht jedem erschließt sich sofort der komplette Sachverhalt in der Schule...)
ich geb Dir recht, dass "körperliche Ertüchtigung" (anderes Wort für Sport, oder?) wichtig ist, gerade für Jungs. Ich wär ja fast wieder für Geschlechtertrennung in der Schule (müsst jetzt wieder eine Geschlechterstudie rauskramen...wenn jemand drauf besteht...)
soll auch seinen Sinn haben!
--> wobei das Handwerk doch die Arbeitsplätze Schaffer schlechthin sind. Ob als Selbständige mit Meistertitel oder ohne, oder angestellt. Ja, die schaffen was. Bringen wir das mal wieder in die Köpfe rein. (bei mir sind gerade Kanalbauer oder Überprüfer, ich weiß gar nicht, was die da genau prüfen...so viel zum Thema)
SILKY
schrieb am 31.08.2010 um 13:30 ¶mctobi
schrieb am 24.08.2010 um 13:36 ¶mit seinen Haenden zu arbeiten.
Lange studieren bringt nicht immer den Traumberuf,
Studienabbrecher und dann muss man nemmen
was man kriegt.
tomatentheo
schrieb am 24.08.2010 um 13:55 ¶mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 14:03 ¶dann gibt es noch den monetären Anreiz, von dem sprichst, glaub ich , du. Also ich will mal was werden, wo ich viel Geld verdiene (eigentlich will dasdoch jeder Mann, jede Frau). Aber natürlich ist man mehr der weniger gezwungen, nach seinen fähigkeeiten, Begabungen zu gehen. Viele haben noch das Glück, dass ihnen ihre Eltern gewisse Dinge mitgeben (ob die einem die Wohnung finanzieren, jahrelang, oder das Auto zahlen, oder Auslandsreisen oder oder oder Harvard)
...also Anreiz ist glaub weniger das Wort. Die Frage müsste anders lauten, aber mir fällt nicht ein, wie...sollen wir fragen, wie mehr Leute ins Handwerk gelangen?
Dude
schrieb am 24.08.2010 um 14:11 ¶Wir müssen zusehen, dass die Kinder von verblödenden Fernsehsendungen / Kinofilmen und Computerspielen wegkommen und dass körperliche Bewegung, Kreativität und Neugier mehr gefördert werden.
mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 14:18 ¶a) weil ich und viele Andere (in meiner Einkommensschicht und Familiensituation) genau gar keine VErgünstigungen erhalten (weil die Einkommen vermeitnlich brutto zu hoch sind) aber wir "zum leben nix übrig haben" , im Grunde finde ich hier die Steuerpolitik verfehlt - ich sehe mich nicht entlastet.
b) weil man gewisse Gruppen nicht in die Verantwortung bittet.
Jörn, ich kenne einen Kindergarten, da kannst Du an einer Hand die arbeitenden Mütter abzählen, der Rest bekommt den KiGa Beitrag vom Jugendamt überwiesen und zwar komplett. Wir arbeitenden Mütter bezahlen die vollen unermäßigten Sätze. Unsere Kinder hocken nicht vorm TV, vor den Konsolen, kennen Hannah Montana und wie sie heißen gar nicht, geschweigedenn wer oder was super Mario ist. Andere haben freien Zugang dazu.
Natürlich kann man niemandem vorschreiben, wofür er sein Geld ausgibt. Aber ich bin schon für eine Stellschraube HIER bei den Ausgaben.
Ja, natürlich sollen alle Kinder auf die Schule, alle in den Kiga usw usw.
Aber die magischen Gehaltsgrenzen sind schon übelst.
Und wie @tomatentheo schon schreibt, viele haben damit gelernt, mit weniger auszukommen,hm.
Ich lerne das auch gerade, klar ist es ein anderes Einkommensniveau.
Ach ich glaub, das krieg ich hier nicht gebacken, vielleicht in ner PN....
Die Tendenz des politisch korrekten Diskurses geht dahin, die Menschen von der Verantwortung für ihr Verhalten weitgehend zu entlasten, indem man auf die Umstände verweist, durch die sie zu Benachteiligten oder gar zu Versagern werden:
• Kann ein Schüler dem Unterricht nicht folgen, so liegt das an der Bildungsferne des Elternhauses.
• Leiden Kinder aus einfachen Verhältnissen auffallend häufig an Übergewicht infolge Bewegungsmangel, so liegt das nicht an der Vernachlässigung durch die Eltern, sondern an der sozialen Notlage der Familie
Dude
schrieb am 24.08.2010 um 14:32 ¶Wenn wir die von Sarrazin kritisierte Entwicklung unterbrechen wollen, müssen wir in diesen sauren Apfel beißen. Wobei ich dafür bin, dass die Kinderbetreuung für alle kostenlos ist. Dann dürftest du auch weniger dagegen sein, oder?
topist
schrieb am 25.08.2010 um 11:35 ¶"ich bin genau GEGEN diese Bildungsgutscheine
a) weil ich und viele Andere (in meiner Einkommensschicht und Familiensituation) genau gar keine Vergünstigungen erhalten (weil die Einkommen vermeitnlich brutto zu hoch sind) aber wir "zum leben nix übrig haben" , im Grunde finde ich hier die Steuerpolitik verfehlt - ich sehe mich nicht entlastet."
Oh, das ist ja eine ganz verquere Haltung. Da scheint mir doch einiges durcheinander geraten zu sein.
Zweck der Bildungsgutscheine ist, genau jenen Kindern, deren Eltern nicht so gut gebildet, sozial & ökologisch reflektiert, strebsam, finanziell gut ausgestattet und zur hinreichenden Fürsorge in der Lage sind, die Chance auf Bildung inklusive der Ausbildung von Bildungshunger und Wissensdurst zu geben. Weil das ein Gebot der Mitmenschlichkeit ist und weil es sich keine Gesellschaft länger leisten kann, soziales Potenzial brach liegen zu lassen. (Es sei denn, wir privatisieren die Gefängnisse und freuen uns über eine kriminalitätsinduzierte Steigerung des Sozialprodukts).
Das Problem ist, dass gleichzeitig Jugendzentren oder Bibliotheken geschlossen werden. Gerade letztere können Heranwachsene aus kinderreichen Familien den nötigen Ruheraum verschaffen... Hoffen wir dass Ganztagsschulen das ausgleichen können.
Der Gefahr der Stigmatisierung kann entgangen werden, wenn auch das Kindergeld für alle zum Teil in Bildungsgutscheinen ausgegeben würde. Ein Problem sehe ich in einer übertriebenen Überwachung, die dann auch sehr schematistisch wäre und z.B. den Bildungswert von Spielen im Freundeskreis unterschättzen.
Zusätzlich müsste allerdings für eine Grundausstattung aller Kinder gesorgt sein z.B. mit PCs und Internetzugang.
Wenn nun vergleichsweise gut gebildete Eltern mit immerhin einem Einkommen klagen, dass sie das nicht mit finanzieren möchten vergessen sie zwei Sachen. 1.) das Gebot der Mitmenschlichkeit und die Nachteile einer Gesellschaft die ihren Reichtum in der Produktion von Sicherheitstechnik und Gefängnissen sieht sowie eines Mangels an sozial bzw. ökologisch gut motivierten und gebildeten Mitmenschen 2.) dass deren Einkommen vielleicht unangemessen gering und das Steuersystem zu einseitig auf Lohn- und Gehaltsabgaben focussiert ist und daher falsch.
Gruß vom Topisten
tomatentheo
schrieb am 25.08.2010 um 11:48 ¶Eine Beobachtung, die ich bei der Verfolgung der Entwicklung von Abiturienten und Studienanfängern v.a. in der letzten Zeit tätigen konnte, ist die, dass Schüler aus sozial schwächeren Schichten viel mehr Eigeninitiative und Ehrgeiz zur Erreichung ihrer Ziele aufwenden, als solche aus der sog. Mittelschicht.
mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 12:16 ¶Wo gehts zur Petition?
ich will selber gar keine Gelder erhalten.
Ist das nicht gerechter? Kindergärten für alle, Schulen, Bibliotheken, Internet - wie Du schreibst...kein Mensch kanndoch prüfen, wofür Eltern das Kindergeld ausgeben...
TTuo
schrieb am 24.08.2010 um 14:13 ¶mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 14:19 ¶TTuo
schrieb am 28.08.2010 um 12:37 ¶mfazzi
schrieb am 29.08.2010 um 21:58 ¶tomatentheo
schrieb am 24.08.2010 um 14:29 ¶Beamtenstatus abschaffen ? - Da sage ich ganz klar Jain ! Berufsfeuerwehrmänner, Kripo etc., die ihre Haut mitunter täglich zum Wohle der Allgemeinheit aufs Spiel setzen, sollten sich um finanzielle Absicherung keine Gedanken machen müssen. Desgleichen sehe ich auch, dass ein Arzt kein Kleinunternehmer sondern als Arzt frei von finanziellen Erwägungen um mein Wohlergehen besorgt sein sollte.
mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 16:50 ¶Die Berufe gehören aufgewertet, evtl mit mehr Marketing (s.o. Imagekampagne, ich denke das ist der Weg), die Handwerkskammern in die Schulen, Handwerker selber auf Berufsmessen usw.
tomatentheo
schrieb am 24.08.2010 um 14:48 ¶Selbst in der letzten Bretterbude steht heutzutage mind. ein -wenn auch vielleicht nicht mehr ganz taufrischer- PC bzw. (pardon nich trendy) Laptop und die Kinds zaubern da irgendwelche Bots, die sie dann international verhökern ... kriegen aber keinen Haken in die Wand, um ihren Flatscreen daran aufzuhängen. An dieser Parallelkultur kommt man ja auch nicht vorbei, Verteufelungen stoßen nur auf Widerstand - warum nicht das Ganze besser und zielgerichtet nutzen ? Bisher wurden in jeder Epoche die vorhandenen Medien genutzt, um politische oder sonstige Ziele etc. zu transportieren - warum klappt es jetzt nicht mehr ?
el_heinzo
schrieb am 24.08.2010 um 15:30 ¶berniewa
schrieb am 24.08.2010 um 17:32 ¶el_heinzo
schrieb am 24.08.2010 um 17:53 ¶Ich habe auch schon Computerspiele gespielt, wie jeder Jugendliche wahrscheinlich. Auch Jugendfreie Spiele oder sogenannte Killerspiele hab ich mir zugemutet! Solange alles in einem gewissen Rahmen verläuft ist nichts schlimmes daran zu sagen! Wenn jedoch Kinder die Realität verlieren wird es kristisch!! Eltern sollten darauf eingehen und ihnen zeigen das es noch andere Alternativen gibt! Zeigt euren Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Computer und dessen Programmen, verbote bringen rein gar nichts, dafür ist es heutzutage zu einfach an solche Spiele zu kommen!
mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 12:22 ¶@el_heinzo: dass die Jugend mit Computerspielen umgehen kann, find ich noch nicht mal verwerflich, wie bei allem, beim Thema Ernährung, Sport usw. "bitte alles mit Maß und Ziel", ein gewisses Suchtpotential besteht bei den Games (bei uns ja sogar beim Utopia schreiben/lesen...)
Die Eltern sind hier in der Pflicht, verdammt nochmal. Ich kanns gar nicht anders sagen.
Ich hab manchmal auch das Gefühl, vielen Eltern macht es selbst Spaß, solche Spiele zu kaufen (das Kind im Manne/in der Frau...), Konsumsucht... welche Mutter klettert mit auf den Baum oder hockt im Sandkasten oder turnt sonstwo rum...Zeit, Zeit, Zeit...
berniewa
schrieb am 24.08.2010 um 17:12 ¶Um nur mal sehr kurz und grundsätzlich einen Aspekt davon anzudeuten:
Die Frage ist "volkswirtschaftlich" folgende:
Werden genügend derjenigen Güter (inkl Dienstleistungen) produziert, die wichtig sind dafür, dass für alle - auch künftige Generationen - ein Leben auf dem Planeten möglich ist, das zumindest ein "menschenwürdiges" Minimum erreicht. Verbunden ist dies auch mit Fragen der Verteilung dieser Güter (inkl. Dienstleistungen).
Nun ist folgendes eine Tatsache: Aufgrund moderner Technik kann mit weniger Personen sogar mehr hergestellt werden, als früher. Bei einem Bevölkerungsrückgang gäbe es - wenn sich sonst nichts ändert - höchstens ein zusätzliches Verteilungsproblem (vermehrte Altersarmut oder Erwerbslosigkeit u.s.w.)
Nicht der Bevölkerungsrückgang ist also "das Problem", sondern wie damit umgegangen wird. Ökologisch gesehen ist er sowieso kein Problem, sondern dringend wünschenswert
p.s.:
Was der Herr Sarrazin mit "Zunahme der weniger Stabilen, weniger Intelligenten und weniger Tüchtigen die Zukunft Deutschlands" meint, ist mir nur teilweise klar (z.B. was "tüchtig" hier bedeutetn soll).
Allerdings spricht es für eine sehr viel bessere Bildung auf ganz breiter Basis, mit Förderung einer Vielzahl von verschiedenen Kenntnissen und Fähigkeiten (handwerklichen ebenso wie akademischen - und beides auf Grundlage einer guten Allgemeinbildung inklusive grundlegender "sozialer Kompetenzen" wie Empathie, Gesprächsfähigkeit etc)
Da sind wir uns evtl. sogar einig.
muab-renielk
schrieb am 24.08.2010 um 17:35 ¶mfazzi
schrieb am 24.08.2010 um 23:20 ¶@muab-renielk: kleiner Baum: ich bin schockiert wieso Du das @berniewa fragst...mit anderen Worten, das alles hier ist Mist und nicht der Rede wert.
Für mich schon, aber ich kann natürlich nicht erwarten, dass jeden Menschen mein Gedönse interessiert. Schade, aber ich werds überleben.
Bist Du jetzt so gefrustet wegen der REWE Aktion? "die paar Leute"
Du, ganz ehrlich, wenn sich auch nur 1 auf einen Blog von mir meldet, ich freue mich da.
Um Aktionen zu stemmen, sind ganz andere Anstrengungen, Vorbereitungen notwendig. Ich würde jetzt nicht alles über einen Kamm scheren, aber vielleicht irre ich mich.
ich grüß Dich trotzdem.
topist
schrieb am 25.08.2010 um 10:53 ¶"Werden genügend derjenigen Güter (inkl Dienstleistungen) produziert, so dass für alle - auch künftige Generationen - ein Leben auf dem Planeten möglich ist, das zumindest ein "menschenwürdiges" Minimum erreicht. Verbunden ist dies auch mit Fragen der Verteilung dieser Güter (inkl. Dienstleistungen). Nun ist folgendes eine Tatsache: Aufgrund moderner Technik kann mit weniger Personen sogar mehr hergestellt werden, als früher. Bei einem Bevölkerungsrückgang gäbe es höchstens ein Verteilungsproblem - und zwar ein schwerwiegendes.Nicht der Bevölkerungsrückgang ist also "das Problem", sondern wie damit umgegangen wird. Ökologisch gesehen ist er sowieso kein Problem, sondern dringend wünschenswert"
Volle Zustimmung. Vor allem auch zum letzten Satz. Auch die Rentendebatte krankt daran, dass so getan wird, als gäbe es keine Produktivitätsfortschritte (neulich erst wieder bei Sandra Maischberger) und dass es ein Naturgesetz sei, dass die Sozialsysteme aus Lohn- und Gehaltsabgaben gespeist werden müssen. Die Ökosteuer war z.B. genau die richtige Antwort. Leider scheinen die Grünen immer noch in Schockstarre zu verharren angesichts der Kampagne, die eine Fortschreibung dieses Ansatzes damals platt gemacht hatte. Posttraumatische Belastungsstörung oder so.
Gruß vom Topisten
muab-renielk
schrieb am 25.08.2010 um 18:36 ¶Die Pointe war eine andere. Das hätte ich anders sagen sollen, evtl. auch an einem anderen Ort. Der Grund meiner Meinung ist übrigens nicht nur die für 50.000 Utopia User eigentlich sehr magere Reaktion auf meine REWE Initiativen. Das ist eher der Auslöser für einen kritischeren Blick auf manche Phänomene hier. Dein Blog ist aber sicher ein Teil der Dinge, die hier wirklich lesenswert sind. - sonst wär ich auch gar nicht hier ;.)
mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 22:05 ¶ich bin ja um jeden froh, der mich belehrt, wenn ich Mist rede oder mich wo falsch hinhänge, deswegen bin ich ja auch hier
ps: aber schreib doch, das mit dem kritischeren Blick in einen Blog oder so, das scheint Dir ja auf der Seele zu (äh liegen? brennen? wie sagt man da?)
berniewa
schrieb am 26.08.2010 um 14:44 ¶inaktiver User 37802
schrieb am 24.08.2010 um 21:15 ¶Die "Rassenpolitik" der Nazis knüpfte hieran an.
Mir ist es schnurzegal, ob die Deutschen aussterben. Aber ich halte nicht viel von Statistiken, die einen momentanen Zustand einfach in die Zukunft fortschreiben, da kann sich soviel ändern in der Zwischenzeit.
Wer wirklich wissen will, wie es ist, wenn die Bevölkerung ausstirbt oder auswandert, kann sich gern bei uns in der Altmark in Sachsen-Anhalt umgucken, ich lade dazu ein. Es ist ein Jammer, wenn in den Dörfern nur noch alte Leute leben, wenn die riesigen Vierseit-Höfe verfallen, weil nur in zwei Zimmern noch eine Oma haust. Aber es ist Realität.
Und warum sollten da nicht andere ihre Heimat finden, Menschen, die auf Grund von Klimakatastrophen ihr Land verloren haben, deren Erde verwüstet ist? Warum sollten nicht Pakistani den Boden hier bebauen? (Wenn sie Lust hätten, hier zu leben?) Das würde Deutschland etwas bunter machen.
Was die Bildung angeht, so sehe ich Gerechtigkeit nur darin, eine Ganztagsbetreuung für alle Kinder kostenlos für alle Eltern vorzuhalten, wie es z.B. in Frankreich der Fall ist, wo die Frauen auch eine wesentlich höhere Geburtenrate haben als in Deutschland.
topist
schrieb am 25.08.2010 um 00:21 ¶Zu Sarazin siehe auch http://hhirschel.wordpress.com/der-tagliche-warensinn/kapitalismus-macht-sich-nackig/
mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 13:08 ¶Mich hatten schon eher die Themen gelockt "wie bilden wir uns wieder".
Deine Idee mit der Ganztagsbetreuung kostenfrei für alle Eltern finde ich gut nach dem Modell des Nachbarstaats.
Vielleicht hab ich mich blöd ausgedrückt
aber sehr interessant, die Vielfalt eurer Antworten zu lesen!!
lichtglanz
schrieb am 25.08.2010 um 04:52 ¶Als ich vor über 20 Jahren auf internationalen Textilordermessen die Frage nach ökologischen Gesichtspunkten stellte, bin ich oft angeschaut worden, als wäre ich direkt vom Mond gefallen und wurde geringschätzend belächelt..diese Deutschen mit Ihrer ähm und ohje.. „Gründlichkeit“ waren.sehr suspekt.und völlig übertrieben..das Credo war Bequemlichkeit…warum sollte man es sich schwer machen..alles auf 60Grad und gut iss..dank der Chemie immer leuchtende Farbe….so what..heute bekomme ich mehr innovative und interessante Angebote von internationalen Firmen als andersherum..“ Jede Wahrheit durchläuft 3 Stufen – erst wird sie belächelt – dann wird sie bekämpft oder verzerrt..- und schließlich wird sie wie selbstverständlich angenommen“ Schoppenhauer
Es gibt also immer Grund hoffnungsfroh zu sein..:)..und für neues dichten und denken zu sorgen!
Wäre doch auch spannend wenn gerade in Deutschland „ MULTI KULTI“ der BRINGER ist.:)
topist
schrieb am 25.08.2010 um 09:58 ¶"in dieser ..ogott ich wage es....deutschen Volksseele..brodelt sovieles an Potenzial was heute gar nicht mehr zum Tragen kommen kann"
Bei all dem Potenzial zum Richter und Henker, kann man darüber nur froh sein. Sarrazin legt mit seinem durch und durch rassistischem Diskurs allerdings die Lunte an die rechten Stellen.
"...wir haben Angst, vielleicht auf Grund unserer Vergangenheit wahrhaft Neues zu bewegen..radikal zu denken..auszuscheren aus dem Kreislauf der Marktwirtschaft...! "
Ich bitte, mich aus dem so vorgestellt deutschen "Wir" auszuschließen. Schreib meinetwegen: "Wir, mit Ausnahme des Topisten und zig Millionen anderer Deutschländer". Dann muss mir das nicht ganz so peinlich sein. Welche Indizien legen den Verdacht nahe, dass in Deutschland heute schlechter als im letzten Jahrhundert gedichtet oder gedacht wird? Und was soll das Aussprechen dieser durch nichts begründeten Vermutung bezwecken? Das Erneuerbare Energiegesetz beispielsweise ist gut ausgedacht (wenn auch in Hinblick auf Biogas nicht unbedingt in allem gut gemacht). Auch die Grünen wurden hier ersonnen. Und an Angst rechtsradikal zu denken ist lediglich schlecht, insoweit es tatsächlich nur Angst ist und nicht tiefste Überzeugung, was davon abhält.
"Jeder von uns weiß, dass das System krank macht und menschenverachtend IST"
Das ist immerhin mal ein Indiz für suboptimales Dichten und Denken :-). Ersteinmal lässt du im Unklaren, was du mit "System" überhaupt meinst. Dann unterstellst du implizit, dass das Leben in diesem ominösen "System" keine Gesundheit zulässt. Systeme können im übrigen nicht menschenverachtend sein sondern höchstens machen bzw. Menschenverachtung fördern. Und auch diese Unterstellung müsste ersteinmal belegt werden. Die Unterstellung, dass das ein jeder und eine jede weiß ist nur der Versuch einer Suggestion. Und wird nicht wahrer, wenn man es in Großbuchstaben in die Welt ruft. Aufgrund solcher Suggestion allgemeiner "Krankheit" soll dann wohl nach Heil gesucht wertden. Schöne Idee angesichts solcher Heilsversprecher wie Sarrazin.
Gegen ein bedingungslosens Grundeinkommen ist im Grunde nichts einzuwenden auch wenn die Frage bleibt, wass die der Neoklassik angehörenden Ökonomen, die das vertreten, sich dabei denken bzw. gedacht haben. Auch dieser Gedanke scheint mir im Übrigen kein Beispiel dafür zu sein, dass in Deutschland besonders schlecht gedacht wird. Ganz im Gegensatz zu der folgenden Aussage:
"Der manipulierte Bildungseifer geht am individuellen Menschsein vorbei und wird sich bitter rächen.!"
Ja um das ohne Angst vor dem radikalen Denken deutscher Richter und Henker zuzuspitzen. "Weg mit all den untüchtigen Brillenschlangen, Pseudointerlektuellen und deren Bücher?"
Das ist nicht gemeint? Immerhin. Aber das Geschriebne legt diesen Schluss nahe. Jedenfalls ist unser Problem keineswegs "manipulierter Bildungseifer" (wer manipuliert denn da womit und zu welchem Zweck?) sondern im Gegenteil ein Mangel daran. Und ich kann nur meinen Hut vor allen ziehen, die das Problem beherzt anpacken statt hier rassistische Diskurs über angeblich aussterbende und dümmer werdende Deutsche zu starten.
"Als ich vor über 20 Jahren (....) heute bekomme ich mehr innovative und interessante Angebote von internationalen Firmen als andersherum..“
Na siehste! Es geht doch also auch hierzulande aufwärts mit dem Dichten und Denken. Und die letzten Zeilen veröhnen mich dann doch. Nichts für Ungut also.
Gruß vom Topisten
Dude
schrieb am 25.08.2010 um 12:48 ¶mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 22:11 ¶Sind wir jetzt Fisch oder Fleisch oder was sind wir jetzt? Hm...also mir is gar nix aufgestoßen, ich kann nur nicken wenn ich Deinen Kommentar lese.
@topist: sorry, ich bin zu doof jeden Deiner Kommentare zu verstehen, ich verstehe manchmal die Ironie oder den Fingerzeig nicht, schade eigentlich. Aber is halt so.
Ich hab aber ungefähr verstanden, was die Kernaussage von Dir ist (les ja öfter was von Dir)
inaktiver User 37802
schrieb am 25.08.2010 um 22:22 ¶Ich verstehe genau, was der topist meint, aber nicht, was lichtglanz eigentlich will
mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 22:57 ¶topist
schrieb am 25.08.2010 um 23:24 ¶"sorry, ich bin zu doof jeden Deiner Kommentare zu verstehen, ich verstehe manchmal die Ironie oder den Fingerzeig nicht, schade eigentlich. Aber is halt so."
Hey, nenn doch deine Knappheit an Muße nicht Doofheit. Dass du überhaupt nicht doof bist, zeigt eindrücklich das schöne Interview mit dir neulich. Fand das sehr beeindruckend. Ich versuche ja schon - leider - Kompliziertes einfach zu sagen. Mir ist es natürlich wichtig, mich allen wenigstens verständlich zu machen. Aber das ist nicht immer so ganz einfach. Wenn was unverständlich bleibt, bitte einfach nachfragen. Ich antworte gern. Ist für mich hier ja auch sowas wie Teil meiner eigenen Arbeiteremanzipation :-)
Gruß vom Topisten
mfazzi
schrieb am 26.08.2010 um 09:17 ¶tomatentheo
schrieb am 25.08.2010 um 09:01 ¶Die deutsche Bildungswahrheit sieht doch heute so aus, dass jede Familie oder Rudimente daraus sein Prinzchen oder Prinzeßchen, dass halbwegs klaren Verstandes ist, zum Gymnasium schickt und danach zur Hochschule oder Uni. Das ist für die Meisten erstrebenswert und auch für viele, die sich auf dieser Plattform tummeln, eigene Erfahrung. Die Studentenzahlen sind in den letzten Jahren förmlich explodiert, die Zugangsbedingungen wurden deutlich erleichtert oder gar abgeschafft, den numerus clausus müssen nur noch angehende Mediziner oder Anwälte buchstabieren können. Gleichzeitig herrscht Mangel an spezialisierten Akademikern, die Verweilzeiten der Studies liegen irgendwo beim Faktor 1,9 zur Regelstudienzeit, von einer Seminargruppe schaffen 10...20% Ihren Studiengang in der Regelzeit, je nach FR fallen 30...70% durchs Raster und der Rest finanziert sein 19. Semester durch Kartenabreißen, Briefestempeln oder Callcenterjobs und wird danach für'n Appel + Ei in der untersten Bürohierarchie für irgendwas verheizt. Was machen eigentlich die Studienabbrecher oder die aus Idealismus Archäologie studiert haben ? Das ist bildungspolitische Fehlleistung und kostentreibend (auch das Studium der Studienabbrecher oder die weiteren 6 Semester von Dauerstudies müssen ja irgendwie bezahlt werden). Dieses Geld wäre doch in eine stärkere Differenzierung und differenzierte Förderung ab Grundschulstufe besser investiert. Gezieltes Erkennen und Förderung von Fähigkeiten (nicht nur auf akademische gerichtet), das Setzen kurz- und mittelfristiger Zielstufen (evtl. alle 2-3 Jahre per Interview / Prüfung), die Nutzung moderner Kommunikationsmittel, die Entfaltung des Versuch und Irrtum - Prinzips und die Stärkung und Aufwertung z.B. des Fach- und Meisterschulsystems, würden Schüler und Lehrer auf ein viel breiteres Zielspektrum ausrichten, Initiativen und konzentriertes Hinarbeiten auf konkrete, fassbare Nahziele auslösen.
MIgranten - dieses Thema wurde hier als Problem ausgelesen oder sogar als casus knacktus herausgestellt. Nicht nur unsere heutigen deutschen Lande waren schon immer Zuzugsgebiet. Völkerwanderung, Otto I. u./.o. Friedrich d. Gr. spülten mehr oder weniger gezielt "Ausländer" ins Land, die sich durch eine bestimmte Qualifikation auswiesen und dadurch Situationen verbessern konnten. Und wenn es "nur" die Besiedelung und Urbarmachung bestimmter Räume war, wie uns z.B. viele Ortsnamen verraten. (z.B. Lititzen, Slaven im Großraum Berlin, BBg, SA u. McPomm wie uns die häufiigen Endungen auf "itz" "st" etc. verraten, Alanen (Kaukasus) und Wandalen im Süden Dtschlds, Spaniens und Nordafrika, Goten, Franken und Sachsen überall, die Schwaben zum großen Teil nach Portugal ausgewandert, Flamen in Anhalt und England, Hugenotten in Berlin, Frankfurt usw. usf.) - irgendwie sind wir doch alle Ausländer oder haben zumindest welche im Stammbaum ...
Migranten sind nicht das Problem, sondern sind (oft) eigentlich zur Lösung unserer Probleme hergekommen ... Wir schaffen es nur nicht immer, sie zeitnah und unserer schnelllebigen Zeit entsprechend zu integrieren und die sich aus dieser Globalisierung vor Ort ergebenden Vorteile zu erkennen und zu nutzen
topist
schrieb am 25.08.2010 um 10:16 ¶"Migranten sind nicht das Problem sondern sind (oft) eigentlich zur Lösung unserer Probleme hergekommen ... Wir schaffen es nur nicht immer, sie zeitnah und unserer schnelllebigen Zeit entsprechend zu integrieren und die sich aus dieser Globalisierung vor Ort ergebenden Vorteile zu erkennen und zu nutzen"
Dem kann ich nur zustimmen.
Gruß v.T.
mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 22:16 ¶Danke für so viel Beitrag.
Die Idee, das Geld (anstatt in die Hochschulreihen zu stecken) eher den Grundschulen zukommen zu lassen, halte ich für eine sehr gute Ideee, vn mir aus auch Grundschulklasse von 1-7. Jahrgangsstufe, danach erst Trennung "berufsbezogen" und "akademische Laufbahn", was will man zu nem 10jährigen schon sagen?
Schön war auch die Ausführung zu lesen über die Völkerwanderungen und die Beispiele mit den Ortsnamen...wie wahr. Ja, wir sind ja alle Ausländer oder irgendwo gemischt, ein Bündel.
nen Lesenswertpunkt von mir an Dich ;-))
topist
schrieb am 25.08.2010 um 12:15 ¶"Als ich im Februar 1955 die Aufnahmeprüfung am Gymnasium Petrinum in meiner Heimatstadt Recklinghausen ablegte, konnte ich fließend lesen (und zwar mit höherem Lesetempo als heute), hatte eine vollständig sichere Rechtschreibung, konnte schriftlich dividieren und multiplizieren, kannte die gesamte biblische Geschichte rauf und runter und hatte im regionalen Umfeld erdkundliches und historisches Orientierungswissen. Meine Schulklasse, die ein älterer Lehrer mit eiserner Disziplin führte, zählte fünfzig Kinder. Vier davon wurden zur Aufnahmeprüfung an weiterführenden Schulen angemeldet, von denen drei bestanden, darunter ich."
Kein Wunder, dass die heute "Elite" sozial derartig schwach ist.
http://www.bild.de/BILD/politik/2010/08/25/thilo-sarrazin/jeder-schueler-sollte-eine-uniform-tragen.html
Eine ganz vernünftige Kritik an Sarrazins Pampflet gibt es hier:
http://spreegurke.twoday.net/stories/6481528/
Und natürlich auf den NachDenkSeiten:
"Der Verlag findet es aus Werbezwecken auch passend, dem Blatt, das die niedrigsten Instinkte der Deutschen zu wecken versucht, die Vorabdruckrechte zu geben. Seit gestern wird einem Millionenpublikum mit dicken Balkenüberschriften Sarrazins sozialdarwinistische Infamie eingeimpft. Knapp 90 Prozent der über 36.000, die sich an einer elektronischen Abstimmung beteiligt haben, sind der Meinung: „Ja, Sarrazin legt die Finger in unsere Wunde! Und er hat Recht!“ So dumm sind jedenfalls die sich an der BILD-Umfrage beteiligenden Deutschen schon jetzt."
(...)
"Aber was hat eine solche Katastrophen-Rechnung, in 90 Jahren (!) hätten sich „die Deutschen…quasi abgeschafft“ für einen Sinn. Rechnen wir doch einmal genauso schlicht wie Sarrazin dagegen und legen seine „knallharte Analyse“ (Bild) zugrunde: Seit der ersten Hälfte der sechziger Jahre sank in Deutschland die Geburtenzahl von über 1,3 Millionen auf 650.000 im Jahr 2009. Wäre die Geburtenfreudigkeit ungebrochen geblieben, dann hätten wir – vorsichtig gerechnet – mehr als 40 Jahre eine halbe Million Kinder mehr, also 20 Millionen mehr Menschen. Man stelle sich das einmal vor, bei derzeit schon über 3 Millionen statistisch erfassten Arbeitslosen und einer „stillen Reserve“ von 6 bis 7 Millionen Menschen"
(...)
"Was wäre so schrecklich für unser Land, wenn die Bevölkerung abnähme. Deutschland ist ein sehr dicht besiedeltes Land, 231 Menschen leben pro Quadratkilometer. Im Nachbarland Frankreich sind es weniger als die Hälfte, nämlich 105 Einwohner pro Quadratkilometer. Ist deshalb die „Grand Nation“ schon halb abgeschafft? An die Weltmacht USA mag man gar nicht erst denken, sie müsste nach Sarrazins Berechnungen mit 32 Einwohner pro Quadratkilometer quasi schon verschwunden sein."
(...)
"Neben die rassenhygienischen Anklänge, die von Sarrazin dabei angestoßen werden, treten noch die sozialeugenischen. So spielt Sarazzin auf die längst überholte Mär an, dass „die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen“ und wir deshalb „als Volk (?) an durchschnittlicher Intelligenz verlieren“.
Mit dieser penetranten, aber frei erfundenen Behauptung Akademikerinnen seien mit 40 oder gar 43 Prozent weit überdurchschnittlich kinderlos, wurde schon das „Elterngeld“ begründet. Dabei liegt die Kinderlosigkeit von Akademikerinnen nur knapp über dem Durchschnitt aller Frauen, nämlich etwa bei 25 Prozent. Bei Abiturientinnen und Hochschulabsolventinnen liegt die Geburtenrate seit einigen Jahren sogar höher als im Durchschnitt.
Auch die Legende, dass Migrantinnen mehr Kinder bekämen als die deutsche Frau, ist ja inzwischen zerstört. Frauen der zweiten Migrantengeneration haben sich dem Geburtenverhalten ihrer deutschen Geschlechtsgenossinnen nahezu angepasst. Auch die besondere Abschätzigkeit Sarrazins gegenüber dem Bildungsehrgeiz türkischer Migranten ist ein dummes Vorurteil: Bei gleicher Leistung und sozialer Herkunft wechseln türkische Kinder sogar häufiger auf Realschule oder Gymnasium als deutsche."
http://www.nachdenkseiten.de/?p=6572
acte
schrieb am 25.08.2010 um 15:22 ¶http://www.sueddeutsche.de/politik/bundesbanker-in-der-kritik-sarrazins-polemik-ist-diffamierend-und-verletzend-1.991941
mfazzi
schrieb am 25.08.2010 um 22:56 ¶livella80
schrieb am 26.08.2010 um 06:58 ¶Die Thesen sind zumindestens oberflächig und mit Sicherheit in vielen Fällen zu wiederlegen. Weiter scheint er eine ziehmlich enge Sichtweise in einer globalen und komplexen Welt zu haben.
zur Bildungsmisere:
Es gibt vorbildliche Bildungsysteme wie in Finnland oder auch die Montessori Schulen. "Hilf mir es selbst zu tun" Unser 5 Gliedriges Bildungsystem "Sonderschulen jetzt Förderschulen, Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium --> Auslese pur.
Die letzten 3 Generationen ? wurden durch dieses System geschickt als Ergebniss liegen wir in der PISA Studie hinter anderen Ländern. Dies wirkt sich auch auf die Wirtschaftlichkeit eines Landes aus.
Selbst wenn heute das Bildungsystem geändert werden würde, dauert es 25 Jahre oder länger bis es greift.
dazu mal 3 links
http://www.aba-fachverband.org/fileadmin/user_upload/user_upload_2009/buendnis_schule/Brosch_all_icl_2009-1.pdf
http://www.bildung-neu-denken.de/cms/images/stories/bnd/pdf/artikel/Inklusion_Schumann.pdf
http://www.ev-akademie-boll.de/fileadmin/res/otg/501909-Schumann.pdf
topist
schrieb am 26.08.2010 um 08:51 ¶"Warum sollte uns das Klima in 500 Jahren interessieren, wenn das deutsche Gesellschaftsprogramm auf die Abschaffung der Deutschen hinausläuft?"
topist
schrieb am 28.08.2010 um 14:29 ¶“Hier hat jemand ein regelrechtes NPD-Buch geschrieben, das die Deutschen zum politischen und zivilen Widerstand gegen Landraub und Überfremdung aufruft."
Quelle: http://npd-blog.info/2010/08/24/sarrazin-wilders-npd/
Weitere Infos:
Die Lügen des Thilo Sarrazin
http://womblog.de/2009/10/08/die-lgen-des-thilo-sarrazin/
Das Expertengespräch – Heute: Was treibt Thilo Sarrazin?
http://www.derdwarsloeper.de/2010/08/27/das-expertengespraech-heute-was-treibt-thilo-sarrazin/
Thilo Sarrazin: Sein Kampf mit der Intelligenz
http://blog.nn-online.de/hirnduebel/2010/08/27/thilo-sarrazin-sein-kampf-mit-der-intelligenz/
Dokument: Zu den Äußerungen von Thilo Sarrazin
Deutsches Institut für Menschenrechte
http://nicsbloghaus.org/2010/08/27/dokument-zu-den-aeusserungen-von-thilo-sarrazin/
Die SPD will Sarrazin loswerden
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Regeln-des-menschlichen-Anstands-verletzt_aid_898785.html
FTD: Sarrazin muss weg
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:umstrittener-bundesbanker-sarrazin-muss-weg/50161675.html
Sarrazin baut sich seine Statistiken selbst
http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2010/08/sarrazin-baut-sich-die-statistik-selbst.php
Thilo Sarrazin, die Intelligenz und die Einwanderer. Was sagt die Forschung?
http://blog.zeit.de/schulblog/2010/08/26/thilo-sarrazin-die-intelligenz-und-die-einwanderer-was-sagt-die-forschung/
inaktiver User 37802
schrieb am 28.08.2010 um 15:15 ¶mfazzi
schrieb am 29.08.2010 um 21:41 ¶Was mich nur wundert, ich unterhalt mich ja mit Freunden, Bekannten...niemand von uns würde sich ja als NPD Fan oder in irgendeiner Weise als Schwarz, schwärzer, am schwarzesten bezeichnen, gar nicht. Wie kommt es, dass ich (wir, mit denen ich solche Themen bespreche) das Gefühl haben, dass man in Deutschland nicht sagen darf, was man denkt?
Also, sorry, wenn ich ihm jetzt beipflichte, dass ich auch nicht alle 500m lang eine Moschee stehen haben möchte, werd ich dann auch abgewählt, abgemahnt, muss ich entschuldigen?
Meine Meinung ist, dass es als nicht chic oder gefährlich wegen unserer Vergangenheit gilt, sowas auszusprechen. Ich bin doch kein Ausländerhasser, ich bin doch selbst einer (halber) und lebe mit einem zusammen. So ein Blödsinn. Wenn dann müsste ich ja selber erst mal das Land verlassen, säße ich in Spanien, italien, Griechenland würde ich genauso denken...
topist
schrieb am 30.08.2010 um 23:35 ¶"... dass ich auch nicht alle 500m lang eine Moschee stehen haben möchte, werd ich dann auch abgewählt, abgemahnt, muss ich entschuldigen?
Meine Meinung ist, dass es als nicht chic oder gefährlich wegen unserer Vergangenheit gilt, sowas auszusprechen. Ich bin doch kein Ausländerhasser, ich bin doch selbst einer (halber) und lebe mit einem zusammen. So ein Blödsinn."
Wie man Lehren aus der Heilhilterei ironisch "chick" und Renitenz in der Sache "nicht chic" nennen kann, ist mir ein Rätsel. Deine Äußerung würden dich tatsächlich nicht für ein öffentliches Amt qualifizieren bzw. lieferten gute Argumente, dich wieder abzuwählen.
Was in aller Welt ist dagegen einzuwenden, dass sich religiös gebundene Menschen einen würdigen Ort schaffen, ihre Religion auszuüben? Und warum regst du dich nicht über all die Kirchen auf, an die man alle Nase lang vorbei geht?
"Was mich nur wundert, ich unterhalt mich ja mit Freunden, Bekannten...niemand von uns würde sich ja als NPD Fan oder in irgendeiner Weise als Schwarz, schwärzer, am schwarzesten bezeichnen, gar nicht. Wie kommt es, dass ich (wir, mit denen ich solche Themen bespreche) das Gefühl haben, dass man in Deutschland nicht sagen darf, was man denkt?"
Das wundert mich wiederum gar nicht. Das Gefährliche an der NPD ist ja nicht dieser irre Haufen Extradoofer, sondern dass bestimmte Elemente rechten Gedankenguts auch in vielen sozialdemokratischen, linken und liberalen Köpfen umherspuken, nur dass dieser Ungeist dort oft lange sehr leise tritt - bis jemand mal einen Fanal gibt, und es urplötzlich vorbei ist mit der "linken" , "sozialdemokratischen" oder "liberalen" Scham. Die Zivilisationsdecke ist leider immer noch nicht sehr dick. Ich habe den Eindruck, dass hinter dieser irrigen Ansicht, dass man in Deutschland nicht die Wahrheit sagen darf, das Bedürfnis steckt, etwas für andere sehr verletzendes zu sagen, sich aber alle Kritik daran von vornherein zu verbieten. Was darf man denn deiner Meinung nach nicht sagen?
"...ich erlaube mir zu kommentieren ohne die ganzen Links bisher gelesen zu haben."
Möglicherweise wäre das aber besser gewesen.
Etwa den artikel hier http://blog.zeit.de/schulblog/2010/08/26/thilo-sarrazin-die-intelligenz-und-die-einwanderer-was-sagt-die-forschung/
Auch der Tagesspiegel hat sich neulich kritisch mit der alten Nazi-Vorstellung auseinander gesetzt, dass man Intelligenz züchten könnte. Ersteinmal ist nach wie vor unklar welchen Anteil die genetische Disposition an der Entwicklung einer intelligenten und einfühlsamen Persönlichkeit hat und wie stark es darauf ankommt, dass das Potenzial auch geweckt, mobilisiert wird. Einigermaßen sicher kann man sich nur dahin gehend sein, dass intelligente und einfühlsame Eltern, so sie sich nicht in einer Lage befinden, die übermäßigen Stress bedeutet, sehr viel besser in der Lage sind, aus jeder (!) Disposition das Beste zu machen. In letzter Zeit tauchen dazu immer mehr Hinweise auf, dass Erfahrungen die Gene verändern und zwar durchaus so, dass die neu erworbene Disposition vererbt werden kann. Im Tagesspiegel wurde dann noch darauf hingewiesen, dass die meisten Kinder hochbegabter oder besonders wenig begabter Eltern eher zu durchschnittlicher Intelligenz neigen.
Thilos Menschenzuchtordnung wäre schon deshalb Quatsch.
Hier mal Auszüge aus der ZEIT:
Zeit: Weshalb warnen Sie dann vor einer Überschätzung der Intelligenz?
Stern: Aus zwei Gründen: Zum einen haben wir ja das Ziel, dass alle etwas lernen und nicht nur Menschen mit günstigeren geistigen Voraussetzungen. Da wird die Frage interessant, in welchem Ausmaß und in welchen Bereichen weniger günstige Voraussetzungen kompensiert werden können.
(...) Zum anderen ist klar belegt, dass Intelligenz zur Erklärung von Leistungsunterschieden in einem bestimmten Bereich an Bedeutung verliert, sobald das Vorwissen über diesen Bereich einbezogen wird. (...) Vergleicht man nun Schachexperten und Anfänger, so genannte Novizen, dann zeigt sich, dass intelligente Novizen schlechter abschneiden als weniger intelligente Experten. Und Leistungsunterschiede zwischen Experten lassen sich nicht auf Intelligenzunterschiede zurückführen."
Gruß vom Topisten
Dude
schrieb am 31.08.2010 um 13:46 ¶Danke für deinen Kommentar.
@Mfazzi
Ich bin schon recht schockiert über deine Äußerung.
Ich finde Topist liegt mit seinen Kommentaren vollkommen richtig.
"... Ich habe den Eindruck, dass hinter dieser irrigen Ansicht, dass man in Deutschland nicht die Wahrheit sagen darf das Bedürfnis steckt, etwas für anndere sehr verletzendes zu sagen, sich aber alle Kritik von vornherein zu verbieten. ..."
inaktiver User 37802
schrieb am 29.08.2010 um 22:02 ¶leider ist es manchmal notwendig, im Lesen und Denken genau zu sein.
"alle 500 m lang eine Moschee", so kann man natürlich argumentieren, aber was hat das mit der deutschen Realität zu tun? So kann man "gefühlte Missstände" zu Tatsachen umkrempeln und sich über diese dann beschweren.
Das ist aber keine relle Art der Diskussion.
Unsere Vergangenheit ist in der Tat eine Mahnung und vor allem: eine Warnung: Ich möchte nicht in einem Land leben, wo wieder öffentlich über die Ungleichheit der Menschen und ihren unterschiedlichen Wert nachgedacht wird. Das hatten wir alles schon.
Gruß, Jutta
Dude
schrieb am 30.08.2010 um 08:25 ¶Muslime fallen dadurch auf, dass sie einer Religion angehören, auf die sich Radikale und Diktatoren in der Welt berufen. Dabei wird übersehen, dass z.B. die katholische Kirche prinzipiell auch Frauenfeindlich ist. Glücklicherweise hat sich die Basis hierbei großenteils von der Obrigkeit gelöst und dieses Problem somit ein wenig überwunden. Bestehen tut es trotzdem. Es gibt noch vieles weiteres negatives aus den christlichen Kirchen zu berichten. Nur schaffen wir es bei den Diskussionen dazu, uns auf die die kleinen Gruppen der Problemverursacher zu beschränken. Bei den Muslimen werden alle über einen Kamm geschert. Dabei gibt es nicht einmal DIE eine zentrale Organisation, welche die Muslime in Deutschland vertritt. Es gibt eine Fülle von verschiedenen Ausrichtungen, die große Differenzen aufweisen.
Ich will die angesprochenen Probleme mit einigen Muslimen nicht entschuldigen, nur sollten wir die wenigen bennen und nicht Einzelfälle auf alle übertragen. Es gibt schließlich viele Moscheen die sich öffnen und regelmäßige Tage der offenen Tür haben. Wer hat so einen Tag denn schon mal besucht? Es liegt schließlich auch an uns, solche Angebote wahrzunehmen, wenn wir mehr offenheit fordern.
Ich sehe hier die Gefahr durch Unwissenheit falsche Allgemeinurteile zu fällen.
mfazzi
schrieb am 30.08.2010 um 07:08 ¶Du hast so viel geschrieben, dass ich eigentlich, um das zu würdigen, auf nahezu jede 2. Zeile eingehen müsste. Da ich gestern gedanklich bereits am Ende dieses Blogs war (aus Selbsterhaltungsgründen) lasse ich dieses Wort von Dir einfach mal so stehen.
Die Satire las sich gut.
Was "meinen ursprünglicher Kern" des Blogs eigentlich betraf, der steht hier auch ähnlich in der Satire, einer der letzten Absätze des Autors.....die Reflexion nämlich darüber, was Sarrazin hier und da gesagt hat. Sarrazin steht doch einfach nur für "irgendeine Person". "Die ganze Wel"t schimpft jetzt über ihn (über die Aussage unten spricht "kein Mensch"?)
Ja, Sprache ist die Quelle der Missverständnisse, so empfinde ich es häufigst.
Was, so glaube ich, noch nicht richtig bewusst wurde. Alle Statistiken und Untersuchungen sind auch auf uns Germanen übertragbar. Es macht doch Sinn, Ausbildung und Lebensbedingungen 30-jähriger Diplom-Kaufleute in Hamburg mit denen 62-jähriger ungelernter Hilfsarbeiterinnen in der Eifel zu vergleichen, oder den sächsischen Oberregierungsrat mit einem Arbeitslosen in Mecklenburg
Maria_L
schrieb am 30.08.2010 um 07:19 ¶Seine polisierenden Sprüche -und jetzt natürlich das Buch- führen dazu, daß sich die verschiedenen Gruppierungen
- arm contra Mittelstand
- dumm contra gebildet
- nicht integrationswillige contra integrationswillige Migranten
- gelebte contra gegen ungelebte Religion
- fortpflanzungswillige gegen nicht fortpflanzungswillige Deutsche
u.s.w. derartig zu Tode diskutieren, daß garantiert an der politischen Front gar nichts passiert, weil sich die Leute an der Basis gegenseitig die Köpfe einrennen und die Schuld an der Misere geben.
Damit meine ich jetzt ausdrücklich nicht diese interessante Diskussion hier, die ja wirklich sachlich und friedlich verläuft. Ich kenne andere Plattformen im Internet, wo derart verbittert über diese Themen gestritten wird, daß mir Angst und Bange wird und ändern tut sich dabei gar nix.
Und das, obwohl natürlich jeder der genannten Punkte seinen traurig wahren Kern hat...
Ich frage mich gerade, in welches Stadium der Hoffnungslosigkeit müssen Menschen eigentlich verfallen, damit es soweit kommen konnte?
Daß jeglicher Drive, sich zu integrieren, seinen Kindern eine besser Bildung zu ermöglichen -oder was auch immer- abhanden kommt?
Für mich steht die Schuldige fest. Es ist die Klotze:
Macht dumm, macht süchtig und macht keine Kinder ;-)
Dude
schrieb am 30.08.2010 um 08:13 ¶Ich finde allerdings, dass es auch hier tendenzen gibt, sich zu Tode zu diskutieren. Es ist zwar nicht soweit, dass wir uns die Köpfe eintreten, aber manchmal hängt man sich an kleinen Differenzen auf und vergisst die vielen Gemeinsamkeiten zu würdigen. Vielleicht weil sie selbstverständlich scheinen? Es ist auch nicht unbedingt schlecht, die Differenzen anzusprechen, es fiel mir einfach beim Lesen von Marias Kommentar auf.
topist
schrieb am 30.08.2010 um 16:56 ¶"Für mich steht die Schuldige fest. Es ist die Klotze:
Macht dumm, macht süchtig und macht keine Kinder ;-) "
Was sollen wir auch mit noch mehr Kinder? Ist die Welt nun überbevölkert oder unterbevölkert? Dass Fernsehen dumm macht, ist eine durch nichts bewiesene Behauptung. Dass die Quatsch ist, ist schon an deren Pauschalität erkennbar. Danach müsste die menschliche Intelligenz im Übrigen seit den 1950er Jahren kontinuierlich den Bach herunter gehen. Tut sie aber nicht.
Hier mal ein paar televisionäre Schlaumacher:
http://www.youtube.com/watch?v=yW405x_18_0
http://www.youtube.com/watch?v=ADReOp_Zkvg&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=RYi_DFAypgI&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=Yt-zIEmjwi4&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=pQxAzJxOFmY
Auch nicht schlecht:
http://www.youtube.com/watch?v=KIUqNtFfw60
http://www.youtube.com/watch?v=S3Zu4NLeW6I
http://www.youtube.com/watch?v=Sy79GTmsqT0
Merkels Bedauern über Hottes Rücktritt:
http://www.youtube.com/watch?v=JnlM7ocePxI
Und zuletzt Schnee von gestern
http://www.youtube.com/watch?v=tZM7Yv9dMmQ
topist
schrieb am 30.08.2010 um 17:03 ¶"Es macht doch Sinn, Ausbildung und Lebensbedingungen 30-jähriger Diplom-Kaufleute in Hamburg mit denen 62-jähriger ungelernter Hilfsarbeiterinnen in der Eifel zu vergleichen, oder den sächsischen Oberregierungsrat mit einem Arbeitslosen in Mecklenburg"
Dass ist sinnvoll, nicht aber die Einteilung von Menschen in vorgestellte Gensorten.
tomatentheo
schrieb am 30.08.2010 um 17:22 ¶Maria_L
schrieb am 30.08.2010 um 19:34 ¶Und was die Kinder angeht...ich hab mich ja auch gedrückt.
Sicher nicht in Sarrazins Sinne...
topist
schrieb am 30.08.2010 um 22:25 ¶http://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin
freggo
schrieb am 30.08.2010 um 21:15 ¶für eine eventuelle, überarbeitete Neuauflage Ihres Buches "Irre. Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen" möchte ich Ihnen zwei Probanden anzeigen, die dringend Ihrer fachkundigen Hilfe bedürfen: (1) Thilo "ich sach mal" Sarrazin und (2) Deutschland. Beide steigern sich in aller Öffentlichkeit gegenseitig mit beängstigend wachsender Begeisterung in ihre gemeinsame Wahnidee hinein. Verraten Sie uns bitte bald, wie so etwas passieren konnte. Vor allem (2) beteuert mit auffälligem Nachdruck, es sei doch ganz normal, sich mit (1) sachlich auseinander zu setzen. Entmündigungsanträge werden mit Hinweis auf Grundrechte abgewehrt. Aber ich finde, man wird doch wohl noch sagen dürfen, dass man mit den ganz normalen Nationaldemokraten, die alles Recht für sich beanspruchen, damit für andere praktisch nichts übrig bleibt, nichts zu schaffen haben will. Sollen sie sich doch zu Hause in das Ballerspiel hineinhängen, das (1) in lockerer Folge für (2) austüftelt! Statt dessen nerven sie den Rest der Menschheit tagelang und immer wieder mit ohnmächtigen Gewaltsimulationen, deren Plot so furchtbar simpel anmutet, aber Grafik ist spitze: Hier die Verfolgergemeinschaft mit deutschem Vorzugsmenschpatent; dort die amtlich ausgezeichneten Gemeinschaftsfremden und Minderbemittelten. Es gibt wie üblich verschieden anspruchsvolle Level, (2) hat sich zur Zeit auf "zu siebzig Prozent hat (1) Recht" eingeschossen. - Aber Übung macht ja den Meister, und auch (1) überrascht noch immer mit gesteigerter Finesse, wenn er etwa wie nebenbei "die Juden" ins Programm der nationalen Selbstbehauptung aufnimmt, was die traditionell nicht überleben. Da sind selbst geübte Kombattanten noch überfordert. - Was aber, Herr Lütz, können wir tun, wenn die das Spielzeug gelangweilt beiseite legen und sich spannenderen Ersatz suchen in der Realität? Kriegen Sie die vor dem Amoklauf wieder hin, bitteschön, dass sie sich in die Zivilisation integrieren und deren Fortschritt nicht länger tatkräftig zur soziologischen Wunschvorstellung herabsetzen? Die wachsende Menschheit hat nun wirklich andere Sorgen als die eingebildeten Nöte einer schrumpfenden Population vom Stamme Nimmersatt.
mfazzi
schrieb am 30.08.2010 um 21:45 ¶topist
schrieb am 30.08.2010 um 22:28 ¶elise
schrieb am 30.08.2010 um 22:33 ¶mfazzi
schrieb am 31.08.2010 um 13:03 ¶elise
schrieb am 30.08.2010 um 22:34 ¶topist
schrieb am 30.08.2010 um 23:38 ¶charli4rb
schrieb am 30.08.2010 um 23:03 ¶Und das Geschrei ist schon riesengroß. Also muß doch etwas dran sein.
Habe gerade den Kommentar von einem Hern M.Friedmann gesehen. Er muß sich wirklich auch sehr auf den Schlips getreten fühlen....
Allein die Tatsache, das man schon feststellt : Deutschland schafft sich ab, sollte wirklich zu denken geben.
Und wer mit wachem Auge und Herzen hinter die Kulissen schaut, wird sehr viel zutreffendes finden. Da gibts auch nichts schön zu reden. Nur besser zu machen!
Das sich die SPD über diese Sache sogar auf einen Rausschmiß einläßt, zeigt, das sie auch keinen Plan haben....
topist
schrieb am 30.08.2010 um 23:40 ¶topist
schrieb am 30.08.2010 um 23:46 ¶topist
schrieb am 31.08.2010 um 00:31 ¶"Das sich die SPD über diese Sache sogar auf einen Rausschmiß einläßt, zeigt, das sie auch keinen Plan haben.... "
Die SPD hat in den letzten Jahrzehnten auch versäumt, Menschen mit Migrationshintergrund in der eigenen Partei hinreichend zu intergrieren.
Im Übrigen empfehle ich die Taz:
Thilo Sarrazin, der Eugeniker Die Gene sind schuld
http://taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-gene-sind-schuld/
Gruß vom Topisten
Nutopia
schrieb am 31.08.2010 um 12:45 ¶Sarrazin ist ein eitler Hetzer, viele seiner Behauptungen fußen auf erfundenen oder verdrehten Zahlenspielereien, alles was er bezweckt ist Aufmerksamkeit und davon hat er ja nun wahrhaftig genug.
Wenn hier jemand tatsächlich findet, dass Sarrazin dazu beiträgt, dass man "in Deutschland endlich die Wahrheit sagen darf" o.ä. sollte er und sie sich bewusst sein, dass er/sie sich damit ob er will oder nicht in die Rechte Ecke begibt, egal welche Parte er wählt. Er ist auf einen üblen Populisten hereingefallen, wie so viele schon einmal in Deutschland.
topist
schrieb am 31.08.2010 um 13:10 ¶visvendi
schrieb am 31.08.2010 um 13:31 ¶Hannilein
schrieb am 31.08.2010 um 13:30 ¶Dass es Entwicklungen gibt, die nicht immer glücklich sind, ist keine Frage. Und dass es Unterschiede zwischen einzelnen Volksgruppen gibt (in denen sich zum Glück nochmals tausendfach verschiedene Mentalitäten und Charaktere finden) , dürfte auch jeder wissen. Dies aber so böse, rassistisch und aussortierend darzustellen und auch noch direkt oder nur auf Deutschland zu beziehen, ist eine Art, der eigentlich keinerlei Plattform gegeben werden dürfte.
Die ganze moderne, oberflächliche Gesellschaft entwickelt sich nicht gerade zu "klügeren Menschen". Dies passiert aber in anderen"modernen" Ländern oder Regionen nicht minder. SMS-Sprache, Video-Spiele, primitive Kommunikation, Rücksichtlosigkeit, u.s.w. fördern nicht gerade die Intelligenz der Nachkommen.
Aber, die in den Raum gestellten Methoden, um dies zu verhindern oder zu lenken, entspringen einem kranken, altgestrigen Geist, der sich am besten mit Eva Herrman an einen Tisch setzen soll.
mfazzi
schrieb am 31.08.2010 um 20:15 ¶Du schreibst jetzt von "erbärmlich", das hab ich bisher so noch nicht gehört, aha.
Ich glaub - um bei deinem ersten Absatz zu bleiben - dass Sarrazin halt mal über Deutschland gesprochen hat, weil er Deutscher ist, was heißt, wir sollten ihm hier keine Plattform geben, heißt das, Redefreiheit einschränken? Hmpf. Oder Diskussion andernorts auch fortführen, eher das. Vielleicht wird in anderen Ländern ja auch ähnliches besprochen (mein Mann ist ja Italiener und er schüttelt nur den Kopf darüber dass viel Aufsehens gemacht wird über Sarrazins Worte - also ich betone, wir beide sind ja quasi selber Ausländer, voll oder mit gemischten Anteilen - vielleicht denken wir gerade deshalb so...ich hab keine Ahnung).
Aber jedem seine Meinung.
Wobei ich Dir rechtgeben muss beim 3. Absatz, dass dies in anderen Ländern, Regionen vermutlich auch ähnlich ist. Wie gehen wohl die "es" an? Die Nachwuchsförderung, Bildung, Integration usw.?
habito
schrieb am 06.09.2010 um 13:52 ¶Erb-ärmlich. Das heißt, dass jemand die Armut geerbt hat.
Die wenigsten Deutschen oder Zuwanderer erben die Dummheit von den Eltern, aber sie erben die Bildungs-Chancen.
Es wird erst besser, wenn man durch Bildung zu Reichtum kommen kann statt durch Reichtum zu Bildung.
Wenn arme Kinder weniger gebildet sind als reiche und es unter den Zuwanderern mehr Arme gibt als unter den Einheimischen, dann sind Zuwanderer-Kinder im Schnitt weniger gebildet. Das liegt nicht an Genen, sondern am Bildungssystem.
Bada
schrieb am 31.08.2010 um 18:51 ¶In genau diesem Buch steht auch, dass die baskische Volksgruppe ein ganz spezielles eigenes Gen hat, das in der Region, in der sie jetzt wohnen, völlig fremd und unbekannt ist. Aus diesem Grund käme es auch zwischen den einzelnen Gruppen, die dort wohnen -zum Beispiel den Spaniern - immer wieder zu Konflikten.
Sarrazin hat sehr wahrscheinlich von dieser These gehört.
topist
schrieb am 31.08.2010 um 19:52 ¶mfazzi
schrieb am 31.08.2010 um 20:17 ¶topist
schrieb am 31.08.2010 um 21:22 ¶Dass alle Europäer von sieben Müttern abstammen ist aber eben Quatsch. Unangenehm ist, dass dies "Rassentheoretiker" auf den Plan rufen könnte. Und wo die auftauchen, ist äußerste Wachsamkeit von Nöten zumal wir nicht wissen, ob nicht wieder einmal Völkermord zum Mittel von Bevölkerungspolitik werden könnte.
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/593730
mfazzi
schrieb am 31.08.2010 um 21:28 ¶http://www.utopia.de/blog/beitrag/gott-schuetze-uns-vor-den-sarrazinen
topist
schrieb am 31.08.2010 um 21:31 ¶mfazzi
schrieb am 31.08.2010 um 21:51 ¶topist
schrieb am 31.08.2010 um 21:57 ¶elise
schrieb am 31.08.2010 um 22:06 ¶Ich werde sein Buch weder kaufen noch lesen,
was ich bisher gehört und DARÜBER gelesen habe,
reicht mir völlig.
Mir tun nur seine beiden Söhne leid.
Sie müssen mit DEM Vater weiterleben.
lichtglanz
schrieb am 04.09.2010 um 02:14 ¶humor ist wenn man trotzdem lacht....
es geht um mehr..
http://www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/soziales/1355-achtung-satire-thilo-gegen-den-rest-der-welt.html
topist:)..es gibt in der Zwischenzeit eine sehr fundierte, wissenschaftlicher Forschung darüber, dass Fernsehen junge Kinder dumm macht...auf vielen Ebenen..
http://www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/volksverdummung.html
Bei Interesse gerne mehr!
topist
schrieb am 06.09.2010 um 12:50 ¶"...es gibt in der Zwischenzeit eine sehr fundierte, wissenschaftlicher Forschung darüber, dass Fernsehen junge Kinder dumm macht...auf vielen Ebenen..
http://www.theintelligence.de/index.php/gesellschaft/volksverdummung.html"
Dass Fernsehkonsum, zumal auch noch regelmäßiger, in einem so frühen Alter (unter vier Jahre) schädlich ist, ist doch klar. Würde man Dreijährigen immer mal wieder ein Glas Wein einschenken, würden die katastrophalen Folgen des gelegentlichen Weintrinkens ebenso "wissenschaftlich belegt". Das Gleiche ließe sich fürs Haschischrauchen "nachweisen".
Es ist hier auch immer schwer, Ursache und Wirkung auseinander zu halten, weil die sich natürlich vermischen. Ob die werdenden Menschen zu intelligenten und einfühlsamen Zeitgenossen mit hinreichender Neugierde, Offenheit und nützlichen Fertigkeiten aller Art werden, hängt vor allem von der erfahrenen Verlässlichkeit und Güte der Zuwendung ab. Kinder in dem Alter (oder später über Maßen) vor die Glotze abstellen ist nicht unbedingt ein Zeichen großer Zuwendungsgüte.
Dass Bewegungsmangel dumm macht, ist auch unbestritten. Und es entwickelt sich schnell ein Teufelskreis aus Frustration, Mobbing, Motivationsmängeln und noch mehr Frustration, Mobbing... usw. Aber das alles ist doch eine Frage des Maßes und eben auch der Komppetenz der Eltern, was in Kindergärten geschieht usw. Und dasist eben immer auch eine Frage sozialer Solidarität, d.h. inwieweit Eltern befähigt werden, gute Eltern zu sein.
Über den Fernsehkonsum kenne ich z.B. Untersuchungen, die zeigen, dass einigermaßen intelligentes Fernseiehen bei geistig gut entwickelten Probanden das geistige Vermögen vergrößert und umgekehrt nicht intelligenter Fernsehkonsum Personen, die geistige bereits ins Hintertreffen geraten sind, noch unbeweglicher macht.
Gruß vom gern fern sehenden Topisten
elise
schrieb am 04.09.2010 um 13:11 ¶Ich weigere mich lediglich, das Buch zu kaufen und dadurch diesen Autor zu unterstützen.
Das heißt aber noch lange nicht, dass mich die THEMATIK an sich nicht interessiert. Im Gegenteil habe ich selber lange Jahre im Bereich der Integration mitgearbeitet - mit wechselndem Erfolg.
Der Weg von Herrn Sarrazin ist nicht hilfreich.
habito
schrieb am 06.09.2010 um 11:28 ¶"Sich integrieren" geht nicht - wenn es der eingeborene Nächste nicht will.
Nach meinem Gefühl sind 90 Prozent der Eingeborenen, deren Familien seit mindestens drei Generationen hier in Traunstein (Oberbayern!) und Umgebung ansässig sind, integrationsfeindlich.
Wer sich hier integrieren will, muss bei der freiwilligen Feuerwehr mitmachen und im Trachtenerhaltungsverein, so hört man immer wieder.
"Integration beginnt mit der Traditions- und Heimatpflege" - http://bayern.zentrumspartei.de/programme/standpunkte/Tradition.php
topist
schrieb am 06.09.2010 um 12:26 ¶habito
schrieb am 06.09.2010 um 12:27 ¶Die Zeit http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-09/integration-einwanderung-de-maiziere schreibt: "De Maizière sieht Fehler in Integrationspolitik - Der Bundesinnenminister hält nichts von Thilo Sarrazins Thesen. Zugleich droht er aber mit Sanktionen für "Integrationsverweigerer". In der CDU stößt das auf Zustimmung."
Aber wie bekommt man die Eingeborenen in Integrationskurse, wo sie lernen, integrationswillige Zugereiste freundlich aufzunehmen, und wie sollen die Sanktionen für sture fremdenfeindliche Einheimische aussehen? Vielleicht sollte man ihnen ein Jahr Praktikum in der Türkei vermitteln.
mfazzi
schrieb am 06.09.2010 um 12:51 ¶Wovon ich glaub selber gut sprechen kann, aus Erfahrung, ist dass man selber sprachlich in die Bredouille kommt, wenn man von einer anderen Sprache nichts versteht und umgekehrt, der andere kommt evtl auch in die Bredouille. Das hat zunächst noch ncht mal was mit einem Ausländer zu tun.
Einer vom Land spricht vielleicht so einen argen Dialekt, dass der Städter ihn gar nicht mehr versteht. Das allein sind schon Kommunikationsschwierigkeiten. Da könnte man auch sagen, der Ländlichere ist "nicht integrierbar" (aus meiner sicht).
Du hast auf jeden Fall recht, dass man "auf dem land" bekannter ist, der eine nachbar kennt den anderen, da weiß man, wer was schafft, wer mit wem und so und da fällts natürlich auf, wenn der eine nicht im Verein ist, in der Vorstandssitzung von usw.
Aber das geht jetzt in die Richtung "auf dem land sind die Traditionen noch eher verankert" oder so -
In der Stadt lebt man anonymer, kann "auch sprachlich untertauchen".
Wenn ich am Land nicht beim einzigen Bäcker "bitte 2 Brötchen" sagen kann, lachen mich alle aus. In der Stadt kann ich zu verschiedenen Bäckereien gehen oder anonym im Supermarkt Brötchen rausfischen, mein Geld an die Kasse halten, komplett ohn eSprache. Das alltagsleben ist routiniert, simpel, Kommunikation in der Muttersprache genügen.
Werner Witschi
schrieb am 06.09.2010 um 12:39 ¶Erstaunlich, wie selektiv das "weisse" Hirn argumentiert.
mfazzi
schrieb am 06.09.2010 um 13:14 ¶ich finde es äußerst schwierig, "Integration" daran festzumachen, wie gut man die Landessprache spricht. Es ist doch das natürlichste von der Welt, dass sich jeder in seiner eigenen (Mutter-)Sprache am liebsten (weil am einfachsten) ausdrückt.
Und wer wandert denn in andere Länder?
Bestimmt nur die wohlhabenderen Schichten, ja freilich. Deswegen ziehen sie ja ins Ausland, weil sie daheim so viel Arbeit haben oder das Land nicht in Schutt und Asche liegt. Blödsinn.
Ich vermute, diejenigen, die hierherkommen, haben nicht als oberstes Ziel die Sprache zu erwerben.
Wir sollten uns besser Gedanken machen, wir wir deren Kinder besser ausbilden (und unsere gemeinsam mit ihren!!!), wir wir mehr Betreuungskräfte herzaubern, meinetwegen "gemischtes Personal", also nciht nur "die deutsche Erzieherin" im Kindergarten. Soll doch die Kroatin, die Serbin, die Türkin, die Spanierin, die Griechin, die Urkrainin, die Georgierin, die Libenesin miterziehen. Wo sind die denn?
(vermutlich zuhause, Kinder erziehen, weil sich "Arbeit nicht lohnt" - aber auch das ist wieder ein Exkurs für sich)
Im Übrigen find ich es auch "normal" wenn man "bei seinen Leuten" einkaufen geht. Im Ausland würde ich auch einen "Bäcker mit Sauerteigbrot" aufsuchen gehen und mal froh sein, wenn ich ein Schwätzchen auf deutsch halten kann. Das ist doch "menschlich".
Und wenn ich im Ausland lebe und Steuern zahle, ist das ja alles ok. Wieso muss ich zwingend die Landessprache sprechen?
topist
schrieb am 06.09.2010 um 13:32 ¶"Wieso muss ich zwingend die Landessprache sprechen?"
Damit deine Kinder später nicht als Nichtsnutze angesehen und nach Deutschland ausgewiesen würden?
Dass man die Landessprache beherrschen sollte ist doch sonnenklar. Finde auch entsprechende Übereinkünfte in Schulen gut, dass auch in den Pausen deutsch gesprochen wird. Aber für diese Erkenntnis bzw. Einsicht braucht man wirklich keinen humangenetisch daher schwätzenden Sarrazin.
Schneider Walter
schrieb am 06.09.2010 um 13:01 ¶topist
schrieb am 06.09.2010 um 13:25 ¶SushidieSau
schrieb am 19.09.2010 um 13:24 ¶acte
schrieb am 06.09.2010 um 14:54 ¶http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-um-thilo-sarrazin-feigheit-vor-dem-wort-1.996129
topist
schrieb am 06.09.2010 um 15:02 ¶Nein zum Salonrassismus
http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/nein-zum-salonrassismus/
Und natürlich die NachDenkSeiten
http://www.nachdenkseiten.de/?p=6653#h01
und http://www.nachdenkseiten.de/?p=6652
"Prekarität und Fremdenfeindlichkeit
In mehreren Analysen hat der Bielefelder Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer nachgewiesen, dass Fremdenfeindlichkeit eine ursächliche Folge von mangelnder sozialer Unterstützung bei Arbeitslosigkeit und Unsicherheit am Arbeitsplatz bzw. sich ausbreitender Niedriglöhne sind.
Ungleichwertigkeit
Weiter hat Heitmeyer nachgewiesen, dass der Druck ökonomischer Verhältnisse erhebliche Auswirkungen auf die Einstellung gegenüber anderen Menschen hat. Nur wer etwas leiste, zähle, der Rest werde als Last empfunden.
„Das Eindringen von Kalkülen der Marktwirtschaft in die Gesellschaft, die so zur Marktgesellschaft wird, zeigt sich in diesem Denken“, ist die Schlussfolgerung Heitmeyers.
Es ist also keine Leistung auf soziale Missstände hinzuweisen, sondern ein leichtes Spiel für soziale Demagogen. So können sie von den Ursachen für manifeste Probleme in der Gesellschaft und für die politischen Fehler, die mit dazu geführt haben, ablenken. Die Methode ist: Nicht etwa die eigenen Fehler sind schuld an der misslungenen Integration von Ausländern, sondern umgekehrt werden die Migranten zu Sündenböcken erklärt.
Das perfide dabei ist, dass damit gleichzeitig gerade einer konservativen, ja sogar rechtsreaktionären Politik Vorschub geleistet werden soll, die über die Jahrzehnte zu den Zuständen geführt hat, über die sich die Verursacher nun den Mund zerreißen."
Wolfgang Lieb / NachDenkSeiten
Gruß vom Topisten
acte
schrieb am 06.09.2010 um 18:02 ¶Hier zwei Zitate von von Hayek:
“Eine freie Gesellschaft benötigt eine bestimmte Moral, die sich letztlich auf die Erhaltung des Lebens beschränkt: nicht auf die Erhaltung allen Lebens, denn es könnte notwendig werden, das eine oder andere individuelle Leben zu opfern, zugunsten der Rettung einer grösseren Anzahl anderen Lebens."
"Die einzig gültigen moralischen Massstäbe für die Kalkulation des Lebens können daher nur sein: das Privateigentum und der Vertrag.”
Ich habe diesen Link eingestellt, um klar zu machen, dass Sarrazins Äußerungen nicht nur die Meinung sog. bildungsferner Unterschichts-Stammtische, sondern auch die Meinung eines Teils der"gebildeten" Mittelschicht widerspiegelt (leider auch in meinem weiteren Bekanntenkreis zu finden).
Übrigens hatte ich weiter oben auch schon einen Link zu einem Kommentar mit konträrer Meinung eingestellt.:-)
mfazzi
schrieb am 07.09.2010 um 10:17 ¶topist
schrieb am 19.09.2010 um 14:43 ¶mctobi
schrieb am 06.09.2010 um 15:13 ¶Herr von Dohnanyi sehr interessanter Mann.
Und der Link sehr gut, wusste nicht dass nach dem Krieg
viele Deutsche behauptet haben sie haetten juedische
Vorfahren gehabt.
acte
schrieb am 06.09.2010 um 18:03 ¶charli4rb
schrieb am 07.09.2010 um 00:15 ¶schrieb am 30.08.2010 um 23:40
Wer einen Hund tritt und sich hinterher noch über das Jaulen lustig macht, hat m.E. ein charakterliches Problem. Wer Menschen tritt und sagt: getroffene Hunde (!) bellen" erst recht...
Den Hund habe ich nicht getreten, und lustig mache ich mich über die Sache wahrlich nicht.
Offensichtlich dreht man hier auch die Worte so, wie man sie gern haben möchte.
HH, Deine Interpretation ist einfach falsch.
Das der Mann auch Thesen aufstellt, die durch nichts zu halten sind, ist bekannt.
Das die Integrationspolitik, die hier in Deutschland "betrieben" wird, um es vorsichtig zu sagen, mangelhaft ist, darüber gibt es wohl keinen Zweifel. In vielen anderen Staaten wird das viel rigider angegangen. Das ist auch nicht in jedem Fall zu befürworten. Aber die Kritik allein bringt nichts.
Wenn man Leute in das Land läßt, und sie dann zur Untätigkeit verdammt, weil man keine Arbeit für sie hat, ist das nicht nur falsch. Das schafft genau den "Sprengstoff" den wir jetzt schon haben....
Wenn ich in der Karl- Marx- Straße in Neukölln ein Geschäft betrete, dann besteht die Möglichkeit, das ich deutsch höre nur noch zu 20 % ! Was glaubt man denn, wie das z.B. in Istanbul oder in Jerusalem gehandhabt wird?
topist
schrieb am 19.09.2010 um 14:56 ¶"Den Hund habe ich nicht getreten, und lustig mache ich mich über die Sache wahrlich nicht."
Nein, du hast mit dem Satz "getroffene Hunde bellen" nur mal schnelll alle - meist außerordnetlich begründete - Kritik an den Brandstrifter Sarrazin als Jejaule derer hingestellt, die nun endlich entlarvt seien.
"HH, Deine Interpretation ist einfach falsch"
Tut mir Leid. Kann den Sinn dieses Satzes nicht entdecken. Was sehe ich deiner Meinung nach falsch?
"Wenn ich in der Karl- Marx- Straße in Neukölln ein Geschäft betrete, dann besteht die Möglichkeit, das ich deutsch höre nur noch zu 20 % !"
Was sind denn das für seltsame Geschäfte? Alle, die mich in Kreuzberg, Neukölln, Moabit oder Wedding bedienen sprechen mit mir deutsch. Außerdem, wir leben hier in einer Weltmetropole. Und die sind anders als man es sich im Tal der Ahnungslosen vorstellt.
Gruß vom Topisten
acte
schrieb am 08.09.2010 um 15:26 ¶http://www.fr-online.de/politik/der-extremismus-der-mitte/-/1472596/4625246/-/index.html
lichtglanz
schrieb am 11.09.2010 um 01:08 ¶Vielleicht entsteht daraus auch dann der Wunsch "etwas zurückzugeben" und eine fremde Sprache zu lernen?..
Ich sehe aber auch deutlich, dass der "Sprengstoff" "produziert" wird ! In vielerlei Hinsicht...
...mich sorgt, der reine Focus auf den Spracherwerb..!
Die Art und Weise der "Integration", in der junge Kinder, oftmals unter großem Kummer, aus verschiedenen Kitas mit anderen Kindern, unterschiedlichster Herkunftsfamilien aus ihrer Gruppenzugehörigkeit, herausgerissen werden, um von "Taxis" zum Deutsch lernen "abtransportiert" zu werden,, ist eine erlebte Aussonderung die sich später bitter rächt! Trotz des Spracherwerbs!. Junge Kinder identifizieren sich mit Ihrer Umwelt. Sie "halten" die Außenseiterrolle, die sie erleben. Es wundert mich nicht, wenn bei einer solchen Verfahrensweise "Integrationsunwilligkeit" herauskommt. Kinder lernen Sprache spielend..am Gegenüber! Darin sind sie uns haushoch überlegen. Diese Fähigkeit kann "spielend" genutzt werden. Ich wünsche mir sosehr, dass endlich die notwendige "Penunse" fließt, damit Gemeinwohl gelingen kann!
inaktiver User 37802
schrieb am 11.09.2010 um 07:59 ¶Ich wusste gar nicht, dass das so "funktioniert"!
elise
schrieb am 19.09.2010 um 11:52 ¶Die Muslime sind unser Unglück. Ein Buch, das eigentlich in Deutschland nicht sein sollte. Von Rupert Neudeck
Das Buch ist sehr ärgerlich, weil es so tut, als sei es über unser gemeinsames Land besorgt und biete Lösungen an, ernsthafte und Menschen- und Bürger-freundliche. Das aber genau tut das Buch nicht. Es ist zwar unanständig dick und versucht sich auf allen Themenfeldern zu verbreiten, auch denen, bei denen der Autor außer gepflegten Vorurteilen nicht die geringste blasse Ahnung hat. Und Ahnung reimt sich nicht immer auf Statistik und Demoskopie.
Gleichzeitig macht er einige sehr interessante Analysen und Forderungen mit seinem Buch deutlich, die man ernst nehmen müsste, wenn ja, wenn das Buch und der Autor nicht eindeutig zu einem Krawallmacher degeneriert wären. Das ist er, Thilo Sarrazin, kalt und unerbittlich wetzt er die heimlichen Messer in der Tasche.
Es war eine unbeabsichtigte Koinzidenz für mich, der ich am 6. September nach Afghanistan geflogen war und in dem Haus in der westafghanischen Provinz Herat, wo wir zum Frühstück am 8. September auf dem Boden saßen, das Morgenmagazin sahen. Drei Krawallmacher wurden da durch drei Stunden immer wieder durchgenudelt, die der Welt und uns Deutschen nichts, aber auch gar nichts bringen. Aber sie haben gelernt: die Medien, die neben der Politik wichtigsten Agenten der Moderne, leben nur noch von diesem Krawall. Wir hatten kein Fernsehteam und keinen Reporter zu der Eröffnung der 32. Dorf-Schule, die mit Geldern der Bevölkerung von Bad Vilbel aufgebaut worden war, dorthin bringen können, nicht mal durch die Eröffnung einer neuen Sportanlage, mit Skateboard Brettern und einer Beton-Bahn. Nichts, das war alles zu gefährlich. Der ZDF Reporter war ausnahmsweise mal mit der Bundeswehr unterwegs, von der wir meistens aus Afghanistan gar nichts hören.
Kurz, Sarrazin sei von seinem Amt zurückgetreten, und würde nun noch mehr die Säle in Deutschland füllen, Ausdruck unseres medialen Intelligenzquotienten. Ein Dr. Jones – ähnlich kühl die globale Medien Wirkung kalkulierend – machte weltweit bekannt, er würde Koran-Ausgaben auf seinem Acker verbrennen. Er verschob das von Tag zu Tag, aber die TV-Kameras bleiben alle da. Erika Steinbach wurde endlich in den politischen Abschied und das Abseits geschickt, das sie schon lange verdiente. Aber Kameras wollten von ihr selbst beim Herausgang aus der CDU Klausur-Vorstandstagung noch einen Krawallsatz, einen deftigen hören.
Ich hatte in meinem politischen Leben gelernt, dass alle Menschen gleichwürdig geboren und gleich ernst zu nehmen sind. Ich wusste noch nichts davon, dass wir uns nur um die bemühen sollten, bei denen die Intelligenz und der Intelligenz-Quotient sich durch die Vererbung von 50 bis 80 Prozent gesichert wäre. Ich wusste nicht, dass die „bildungsfernen Schichten“ zu verachten und von uns abzuwehren sind. Meine Bewunderung für den unter den Nazis hingerichteten Franz Jaegerstetter hatte immer damit zu tun, dass der nicht so gebildet und klug war, dass er nicht gute Gründe fand, den Wehrdienst im Sinne einer ungerechten Sache doch zu akzeptieren, wie die anderen bildungsnahen Millionen.
Schade, dass Heinrich Böll nicht mehr lebt, der hätte diesem Buch eine Rezension gewidmet, die den Verkauf des Buchers durch ein früher angesehenes Unternehmen (DVA, Deutsche Verlags Anstalt) unterbrochen hätte: Allein der hemmungslose Gebrauch des Wortes „Selektion“ hätte Sarrazin bei Böll in berechtigte Ungnade fallen lassen. Seit dem Grauen des Holocaust verbat sich Böll dieses Wort.
Die „Verdummung der Gesellschaft“ kommt auch durch dieses Buch und Sarrazin zustande, der einiges durchaus Richtige mit hanebüchenen Vorstellungen und Reizvokabeln so durcheinander rührt, dass die niedrigsten Instinkte in jeder Gesellschaft dadurch Nahrung bekommen. Pfui Teufel.
Da muss man nur mit Vorurteilsschablonen und Korsettstangen mit dem Titel „Verdummung der deutschen Gesellschaft“ durch Muslime durch die Gegend rennen, dann kommen die Rattenfängerinstinkte einer Händlergesellschaft, die mit dem Buch Profit macht und die Instinkte einer Gesellschaft, die immer gern einen Sündenbock hat, weshalb es in der eigenen Gesellschaft nicht so gut läuft, an die Oberfläche.
Und dann kommen noch bereitwillige Medien, die das alles doppelt und dreifach verstärken.
Also, nur ein Beispiel. Eine der größten Probleme für eine verantwortliche Politik wird die Frage werden 2010 bis 2015, wie wir mit dem Armutsabgrund in Afrika, dem nur durch das Mittelmeer getrennten Kontinent mit einer Milliarde Menschen umgehen werden. Die dort kommen, sind nicht „Wohlstandsflüchtlinge“, sie sind weder Flüchtlinge noch haben sie geringste Ahnung, was der EU-und Euro-Wohlstand ist.
elise
schrieb am 19.09.2010 um 11:53 ¶Sie möchten mit dem Einsatz ihres Lebens etwas für sich, ihre Familie und ihr Dorf erreichen, was bisher durch die korrupte Schwäche von afrikanischen Regierungen und durch eine Entwicklungspolitik betrieben wurde, die diese verantwortungslose Korruption nur gefördert hat.
Er rührt an diesen Stellen alles in einen markanten Vorurteilseintopf, wo er sonst seitenlange Statistiken hinsetzt. Da kennt er auf einmal Türken, Afrikaner, Nahost-Menschen, die uns die Intelligenz und den Wohlstand rauben und die wir abwehren müssen.
Zu meiner Freude hat ihm, Sarrazin, ein Vietnamese schon geantwortet und es abgelehnt, gegen die bildungsfernen Muslimenschichten ausgespielt zu werden als guter bildungsnaher Vietnamese.
Was das Buch und sein diesen Affekt kühl und profitorientiert kalkulierender Autor klar ausnutzen: Der Bodensatz an Fremden- und Ausländer-feindlichen Haltungen. „Die Muslime sind unser Unglück“ wäre ein besserer und genauerer Titel gewesen. Deutschland schafft sich ab, ist ja ein falscher Titel.
Von Religion, Menschenliebe, Politik als das Bemühen um das bonum commune und nicht begründet durch darwinistische und malthusianische Selektionskriterien, bei denen wir einige aus dem Volkskörper ausspucken, andere drin lassen – davon hat das Buch gar nichts.
Dennoch, hätte der Autor ein Buch über die Frage geschrieben, weshalb es mit der Demografie nicht weitergeht, die allein darauf setzt, dass mit mehr Finanzmitteln die jungen Ehepaare und Lebensgemeinschaften mehr Kinder zeugen, dann hätte er mein Lob gehabt. Denn der Entschluss zu einem und mehreren Kindern, dass weiß ich noch, ist ein Entschluss, unabhängig von Wohlstand und neuen Zahlungen seine Existenz auf Zukunft zu setzen. In der allerschlimmsten Zeit, unser Vater kam aus Kriegsgefangenschaft zurück, wir lebten nach der grausamen Flucht als Familie mit vier Kindern hatten die Eltern die Kraft und die Zukunftszuversicht, ein fünftes Kind zu zulegen. Das kann in Deutschland heute jeder nur noch als finanziellen und haushälterischen Wahnsinn erkennen. Die Beteiligten wissen es ganz anders.
Würde der Autor sich auf das Feld beschränkt haben, die unglaubliche Krähwinkelei deutscher Schulpolitik zu beschreiben, hätte er meine ganze Zustimmung, so wie er das in dem Kapitel „Bildung und Gerechtigkeit“ tut.
Das dumpfeste an Vorurteilen hat er mit seinem Buch befördert, der Schaden ist schon jetzt unglaublich groß. Es gibt eine wunderbare muslimische Gemeinde in Bayern, Penzberg, ausgerechnet in Bayern. Wer die besucht, wird erkennen: Diese deutschen Muslime machen alles richtig. Sie haben mit einem europäischen bosnischen Architekten eine ganz neue moderne Moschee Architektur geschaffen, ganz transparent von außen einsehbar und von blendender Schönheit. Sie haben es geschafft, den von der CSU beherrschaften Stadtrat zu gewinnen, die Moschee und Gemeinde gilt den bayerischen Bewohnern als „unsere Moschee“, weil sie so einzigartig schön und eindrucksmächtig ist.
Aber diese Moschee Gemeinde wird weiter vom bayerischen Verfassungsschutz verfolgt und beschattet. Das sind Beamte nach Sarrazins Vorstellungen: Diese Verfassungsschützer sind der Meinung, dass der Islam in Mitteleuropa und zumal in Bayern nicht zu suchen hat und deshalb kann er sich nur erstellen und verschleiern, wenn er sich der Bevölkerung gegenüber sympathisch darstellt.
Ein grandios schlechtes Buch, Ausdruck einer verkommenen Buch und Medienkultur in Deutschland. Noch 1980 hätte ich ein solches Buch bei einem sog. renommierten Verlag für nicht möglich gehalten.
Quelle:
Rupert Neudeck 2010
Grünhelme 2010
inaktiver User 37802
schrieb am 19.09.2010 um 12:42 ¶Wir werden uns daran gewöhnen müssen, auf den Satz: "Das wird man doch noch sagen dürfen!" zu antworten: "Ja, aber warum und wozu?"
topist
schrieb am 19.09.2010 um 16:12 ¶sei tausendfach gedankt für das Einstellen dieses wundervollen Textes. Das ist mal Balsam auf die gequälte Seele. Hoffentlich nimmt sich das Morgenmagazin die Kritik zu Herzen und sendet mal eine Woche von Neudecks Projekten in Afghanistan aus.
Bedenkenswert für alle allzu schnell Hochmütigen z.B. diese Stelle in Neudecks Beitrag: "Meine Bewunderung für den unter den Nazis hingerichteten Franz Jaegerstetter hatte immer damit zu tun, dass der nicht so gebildet und klug war, dass er nicht gute Gründe fand, den Wehrdienst im Sinne einer ungerechten Sache doch zu akzeptieren, wie die anderen bildungsnahen Millionen."
Hier mal was zum Thema aus der Sicht eines Journalisten, der als "Spätaussiedler" nach Deutschland kam. Man kann danach vielleicht besser nachvollziehen, dass unterschiedliche "Integrationswilligkeit" auch etwas mit unterschiedlicher Förderung zu tun hat. Aus dem arabischen Raum waren z.B. viele Menschen als Flüchtlinge gekommen, deren Integration ja gerade - mit doch sehr beschämenden Mitteln - verhindert werden soll.
"Sich anstrengen reicht nicht" http://www.fr-online.de/politik/sich-anstrengen-reicht-nicht/-/1472596/4655334/-/index.html
Ja: "Muslime sind unser Unglück" wäre der ehrlichere Titel gewesen. Neudeck hat Recht. Übrigens: wäre "Deutschland" ohne die "spätrömische Dekadenz" überhaupt entstanden? Deutschland schafft sich nicht ab, aber neben Sarrazin arbeiten einige andere Neunmalkluge an der Abschaffung seines inzwischen leidlich guten Rufes. Denken wir etwa an unseren Minister für Entwicklungszusammenarbeit
http://www.utopia.de/gruppen/forum/thema/189585
Wunderbar! Klimakatastrophe? Freier Zugang zu strategischen Rohstoffen liegt im nationalen Interesse. Da fangen wir doch schonmal an, die Armuts-Regionen der Welt einzumauern. Nein, klar! Niemand hat die Absicht ...
Mario_Sedlak
schrieb am 19.09.2010 um 18:24 ¶http://kurier.at/nachrichten/2031405.php
Es ist typisch für solche Reizthemen, dass man sie schwer sachlich diskutieren kann. Aber Schönreden ist genauso falsch wie Ausländerhetze.
gabitrompetero
schrieb am 02.03.2011 um 11:20 ¶Wo ist denn die wirkliche Meinungsfreiheit geblieben ?
Keiner von uns geht auf die Strasse, geschweige denn ein kompletter Boykott oder ähnliches.
Das Volk, also wir alle zusammen, sind lahm geworden.
Die große Masse hat aufgegeben, und nur ein paar EInzelkämpfer setzen sich durch ...
mit ihren Sklaven.
emmaradio
schrieb am 14.09.2011 um 20:25 ¶Meine Sympathie gilt insbesondere den Beiträgen von: Maria L., Dude, Topist, Tomatentheo und Elise. Darüberhinaus sind mir zwei Kommentare von Habito aus der Diskussion mit einem Schmunzeln hängen geblieben:
„Die wenigsten Deutschen oder Zuwanderer erben die Dummheit von den Eltern, aber sie erben die Bildungs-Chancen.“
Und „Nach meinem Gefühl sind 90 Prozent der Eingeborenen, deren Familien seit mindestens drei Generationen hier in Traunstein (Oberbayern!) und Umgebung ansässig sind, integrationsfeindlich.“
Ganz genau! Soziale Des-/ Integration betrifft nicht nur Zugewanderte und die Ursachen bzw. Möglichkeiten sind meistens komplexer. Das sehen hier aber wohl die meisten so.
Unangenehm hängen geblieben sind mir einige Kommentare von lichtglanz, u.a. dieser hier: „Es wäre unangemessen, nicht hinzuschauen, was das "Buch" von Sarrazin" an die Oberfläche gebracht hat!“
Diese Aussage steht für mich stellvertretend für das, was die BILD später für die Titelseite zur Sarrazin-Debatte gemacht hat: Das dürfe man ja wohl noch sagen dürfen!
Pah! Dabei denke ich da nur: Wirklich Neues hat Herr Sarrazin ja überhaupt nicht an die Oberfläche gebracht, abgesehen von einer sehr verwegenen Geneologie des Bösen, das angeblich insbesondere den Muslimen innewohne. Das es und warum es in unserer Gesellschaft soziale Schieflagen gibt, haben andere durchaus schon zu Tage geführt. Da brauch ich wirklich keinen Sarrazin der es mir nochmal erklärt.
Das Pro Deutschland in Berlin für die "Thilo-Thesen“ gerade Landtags-Wahlkampf betreibt finde ich schaurig, aber auch bezeichnend ( http://www.morgenpost.de/politik/inland/article1720168/Pro-Deutschland-faengt-Waehler-mit-Sarrazin-Thesen.html ). Dafür kann zwar Sarrazin nur bedingt etwas, aber es spricht eben doch auch für die ideologische Nähe zu den Rechten, die hinter seiner Analyse steckt. Auch wenn Sarrazin selbst das ganz anders sehen mag. Er hatte der Partei schließlich untersagt, den Slogan für ihre Zwecke zu nutzen. Immerhin? Naja, ob's reicht?
Es reicht! findet jedenfalls die Migrantenpartei BIG und sagt "Nein! zu Sarrazin": http://www.welt.de/politik/wahl/berlin-wahl/article13549458/Multikulturelle-Partei-kaempft-gegen-Migranten-Stigma.html
In den Internet-Foren der Rechtsextremisten "Politcal Incorrect" & Co. geht's heiß her deswegen...Was hat uns dieses unselige Buch nicht alles eingebracht. Vor allem halb-wissenschaftliches Futter für braune Fische, die doch lieber große Haie sein wollen.
Aus meiner Sicht fehlte und fehlt es eben einfach an öffentlichen und klaren Demokratiebekenntnissen in diesem Zusamenhang. Aber auch in anderen Zusammenhängen. Probleme benennen? Klar muss das erlaubt sein. Aber eine solidarische Gemeinschaft hält nicht Ausschau nach dem nächst Schwächeren, sondern muss sich nicht nur in Krisenzeiten zu Solidarität und Zivilcourage offen bekennen. Sich über Moscheen, die angeblich alle 500m gebaut würden, zu beklagen ist eben genau das Gegenteil davon.
Es sollte doch viel mehr darum gehen, wie Menschen friedlich mitenander leben können. Wie mensch einerseits Grenzen setzen und andereseits Grenzen überwinden kann. Wie selbstbestimmtes Leben in Akzeptanz für sich selbst und gegenüber anderen gelingen kann. Darauf hat Herr Sarrazin keine Antworten gehabt. Insofern: Im Osten nichts Neues. Leider.
Oder doch? Echte Lichtblicke gibt es hier: Wie soziale Marginalisierung überwunden und nachhaltige Entwicklungen durch integrative Stadtteilentwicklung angestoßen werden können, zeigen die vielen Beispiele aus dem Bund-Länder Programm "Soziale Stadt", zu denen auch mehrere Berliner Stadtteile gehören:
http://www.sozialestadt.de/programm/
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/soziale_stadt/
Es war übrigens derselbe Ex-Finanzsenator Herr Sarrazin, der das Programm "Soziale Stadt" durch massive Einsparungen insbesondere in der Berliner Sozialpolitik bedroht hatte. Und das obwohl Quartiermanager, Bezirkspolitker, Programmverantwortliche, Bürgervereine auf die Wichtigkeit dieser Projekte gerade im Zusammenhag mit Armutsbekämpfung und Schaffung neuer Erwerbsmöglichkeiten hingewiesen und eine Finanzierung vorgerechnet haben.
Von Herrn Sarrazin kennen die Berliner nur zynischen Reaktionismus. In Sachen Integration, Problemanalyse sozialer Disparitäten und politische Lösungsstrategien hatte sich Thilo Sarrazin schon lange vor seinem Buch disqualifiziert.
Beste Grüße aus Berlin,
Emma
berniewa
schrieb am 14.09.2011 um 22:41 ¶n.b. ich weiß auch deshalb sehr gut, wovon ich da spreche, weil ich in Deutschland schon in so manchem "Problemviertel" gewohnt habe und außerdem durch Schülerhilfe/Nachhilfe so manches Problem im Unterschied zu Herrn S. nicht nur vorwiegend aus Statistiken sondern aus direkter Anschauung kenne
mfazzi
schrieb am 23.09.2011 um 15:54 ¶Es tut gut zu wissen, dass Blogs auch "im Nachhinein" noch attraktiv genug zum Lesen sind, so weiß man auch, dass es schon wichtig und richtig ist, hier zu diskutieren und keine Zeitvergeudung (manchmal hat man ja zwischendurch auch den Internet-Koller und denkt sich, auwei hab ich viel Zeit im Netz verbraten...; ich bin froh, über alle Dialoge/Blogs/Fragen/Kommentare, die ich gelesen hab)
(ich auch, deswegen antworte ich nicht immer gleich, ich hab meine Surfzeiten absolut dezimiert)
emmaradio
schrieb am 23.09.2011 um 16:12 ¶topist
schrieb am 17.09.2011 um 21:25 ¶http://www.youtube.com/v/56AtbWanLiQ?version=3&hl=de_DE
http://www.youtube.com/v/W8n8gy8UpbM?version=3&hl=de_DE
mfazzi
schrieb am 23.09.2011 um 15:52 ¶Kommentar schreiben
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