Du bist für dich selbst verantwortlich, merk dir das. Du darfst nicht alles so sehr an dich ran lassen….Es menschelt doch überall, es trifft jeden, vergiss das nicht.

Deine Haare, die Pigmentstörungen, deine Augenringe…hast du nichts zum Schminken? Nimm doch bisschen Make-up, schmink dich halt mal, dann sieht mans nicht so. Du musst schon bissl auf dich achten. Pfleg dich halt‘n bisschen. Die Männer schaun da schon drauf. Die orientieren sich auch schnell mal um, glaub mir, ich weiß wovon ich rede…(kennt ihr auch diese ganzen Ratschläge, Weisheiten, Empfehlungen?)

Manchmal laufe ich wie eine Irre durch die Stadt, durchs Viertel (einem meiner Kinder hinterher, oder im Ritual des „noch-schnell-mal-eben-was-erledigen“). Eine frühere Nachbarin, die ich locker knapp 2 Jahrzehnte nicht gesehen habe, sagte mir direkt ins Gesicht, nach dem ersten „hallo, Manu wie geht’s dir denn (ja prima, super, alle gesund, toll, läuft alles, Familie halt und so) ….“Mensch, Manu du schaust schlecht aus. Is was?“ und schon liefen die Tränen, auf offener Straße…man, wie peinlich. Man will doch ne tolle Figur machen (bella figura, ausgerechnet…,naja, nicht gerade mein Ding…kacke)

Und auch sonst, das ist ja nicht das einzige mal, dass mir sowas passiert…ich treffe auf Menschen, Freunde, Bekannte, Nachbarn…ich versuche manchmal Kontakte zu knüpfen (wozu eigentlich ich kann Kontakte eh kaum noch halten, wann auch…)….waren meine Eltern eigentlich auch immer unter Zeitdruck (oder sind das alle Eltern oder wieso fällt nur mir manchmal das Zeitmanagement im Leben so schwer?)…Zeitdruck und es am besten gleich ganz vermeiden, das Leute kennenlernen, mal ein Schwätzchen halten…oder bedienten meine Eltern das alte Rollenklischee derart, dass eine Frau diese Empfindung de facto gar nicht haben durfte, ergo auch nicht hatte?

Ich erinnere mich an ein zufälliges Treffen mit den Eltern unserer chinesischen Nachbarin. Sie hatten die kleine Enkelin ein, ich mein eigenes kleines Rudel. Wir grüßten und unterhielten uns im englisch-deutsch-chinesisch-Kauderwelsch. Es tat so gut, ihnen in die Augen zu blicken, zu suchen, was die Blicke mitteilen wollten, die Gesten….irgendwie genügte mir das, das Spüren, das Beobachten. Wenn ich zurückdenke so war da eine Mischung aus Freude, Achtung, Respekt, Dankbarkeit, Friede. Wie schön es doch sein kann wortlos zu leben (und wie wenig mir das im Grunde gelingt, wieso ist mir Sprache so wichtig? Man kann sich ja gerade MIT Sprache sooooo falsch verstehen, überall mache ich diese Erfahrung…Schweigen kann auch so wohltuend sein. Ich habe das wenig exerziert bisher…)

Reden, hören, verstehen…und vor lauter Andere verstehen wollen, verstehe ich manchmal mich selber am allerwenigsten.

Manchmal fühle ich mich wie in Trance, man(n) sagt mir, ich sei abwesend.

Wie um alles in der Welt ertragen viele Frauen Trauer, Leid, Unterdrückung, Schmerz, den man ihnen zufügt?

Was für eine Lusche bin ich, die auf hohem Niveau hier auf Utopia rumjammert (meine Fresse…). Ich bin gesegnet mit x, y und z und bin doch sooo unzufrieden, sinnentleert…?

Ja, ich weiß, dass ich das weiß.

Ich habe mal von einer Studie gelesen, derzufolge intelligentere Menschen bei Depressionen o.ä. eher zum Alkohol denn zu Tabletten greifen. Je höher der IQ desto wahrscheinlicher die Alk-Zufuhr. Naja, und da kam mir die Idee, dass ich – wenn ich mich für schlau halte – mal einen oder zwei heben müsste, aber mir schmeckts irgendwie gar nicht mehr. Ich habe früher gern mal ein oder zwei Rotweinchen getrunken…aber irgendwie isses das nicht mehr. Muss nen klaren Kopf haben, habe nicht viel Zeit zum „ausschlafen, entspannen“. Ja, was kippe ich mir denn jetzt rein? Bei Ice Age III lachen alle so, was schnüffeln die, Helium?

Also, Antidepressiva nix, Alkohol und Drogen nix, Therapie – ach, jemanden auch noch dafür bezahlen dass er mir sagt, ich muss mein Leben selbst in die Hand nehmen? Das weiß ich auch ohne Medizin oder Psychologiestudium…na, prima.

Ah…coming out at Utopia.

Bei Risiken und Nebenwirkungen – Mist, wo war die Packungsbeilage? – inaktiviere ich die Mitgliedschaft und konsultiere dann wohl doch mal einen Arzt oder Apotheker.

@uchteblick: Jutta, dürfte ich vielleicht dann dich mal kontaktieren…?

@litter: Rolf, oder ich komm mal zu dir und wir basteln für ne Ausstellung…

PS: in meiner derzeiten Lektüre finde ich das, was mir jetzt in dieser Sekunde Mut macht:

„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören. Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen“(Peter Kuzmic)

Wißt ihr was? Ich tanz jetzt im Geiste Samba auf HELELE




...wenn ich so ein Lied höre, spür ich wieder den Puls, das Lied hat auch so ne Melancholie (ich kann ja kein afrikaans) und meine Seele lebt auf. Vor gut 25 Jahren sagte mal jemand im Tanzkurs zu mir „du wirst auch mal mit Samba begraben“ (ich glaub, der hatte recht ;-))