Utopia, die Telekom und der Dialog mit den Changemaker-Unternehmen
Ich möchte diese Debatte zum Anlass nehmen, hier einmal ausführlich den Utopia Changemaker Prozess zu erläutern und die Utopia-Community noch stärker in den öffentlichen Begleitprozess der Changemaker-Unternehmen einzubeziehen.
Für Utopia ist der gesamte Changemaker-Prozess mit den Unternehmen auf Dialog ausgerichtet ist. Wir sind keine Zertifizierer und keine „Richter“, sondern verstehen uns als Mittler zwischen den Unternehmen und der Zivilgesellschaft. Um diese Mittlerrolle sowohl für die Unternehmen als auch für die Öffentlichkeit glaubwürdig und kompetent umsetzen können, haben wir vier Bausteine entwickelt:
1) Konkrete Ziele und Maßnahmen: Die Unternehmen belegen ihre Ziele mit konkreten Maßnahmen, die öffentlich gemacht werden und dann von jedermann hinterfragt werden können. Daraus entsteht auf Utopia eine kontrollierende Öffentlichkeit, und mit den Unternehmen wird ein kritischer Dialog geführt.
2) Fortschrittsbericht: Ein Jahr nach Unterzeichnung erstellen die Unternehmen einen Fortschrittsbericht und wir schauen uns genau an, was sich bei den einzelnen Selbstverpflichtungen getan hat. Dabei unterstützen uns externe Experten, unter anderem aus dem Kuratorium der Utopia Stiftung.
3) Auswertung: Ziele und Maßnahmen der Changemaker-Unternehmen auf dem Weg zur Zielerreichung werten wir aus, identifizieren kritische Punkte und übergreifende Fragestellungen. Wir wollen die Community in diesen Prozess aktiv einbeziehen, und zwar über den kontinuierlichen Dialog hinaus, der auf Utopia ohnehin zu den Selbstverpflichtungen geführt wird. Auch das sehen wir als wesentlichen Bestandteil unserer Mittler-Rolle und können auch daraus wichtige Erkenntnisse ableiten.
4) Forum: Auf dieser Basis laden wir die Unternehmen zu einem Austauschforum ein, bei dem wir über diese Erkenntnisse und Fragestellungen kritisch und konstruktiv diskutieren werden.
Wer kontrolliert also den Prozess? Neben externen Experten und den Utopisten sind nicht zuletzt die Mitarbeiter der Unternehmen eine zentrale Instanz zur Überprüfung der Stichhaltigkeit der Angaben der Changemaker. René Obermann hat bei der Unterzeichnung des Utopia Changemaker Manifests eigens darauf hingewiesen, dass die kritischste Überprüfung bei einem großen Unternehmen wie der Deutschen Telekom von den mehr als 260.000 Mitarbeitern ausgeht, weil sie das Unternehmen kennen und die ersten sind, die Abweichungen feststellen können und diese Informationen auch an die Öffentlichkeit bringen.
Wir sind überzeugt, dass wir mit dem Changemaker Manifest eine neue Qualität für den Dialog zwischen Unternehmen und Zivilgesellschaft geschaffen haben, der es ermöglicht, Fortschritte der Unternehmen bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele ebenso zu erkennen wie Stillstand oder nicht gehaltene Versprechungen.
Es geht Utopia darum, eine Plattform für kritische Öffentlichkeit zu bieten, gleichzeitig geht es auch darum, die größten Hebel zu finden, mit denen man am Schnellsten Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft erreichen kann. Wenn sich ein großes DAX-Unternehmen wie die Deutsche Telekom in Bewegung setzt, dann ist das aus unserer Sicht so ein Hebel.
Um den Dialog zwischen der Community und den Changemaker-Unternehmen zu intensivieren und die Community noch besser in den Prozess einzubeziehen, werden wir in den nächsten Wochen den Changemaker-Bereich übersichtlicher strukturieren, alle Manifeste leichter zugänglich und vergleichbar machen und regelmäßig über Fortschritte und Neuigkeiten aus Changemaker-Unternehmen berichten.
Wir freuen uns auf die kritische Begleitung des Prozesses durch die Utopisten!


















Kommentare (7)
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mela
mäßige Aufräumerin
mela
schrieb am 04.05.2010 um 17:04Ich kann mich auch nicht dran erinnern, dass die Community bei den Manifest-Punkten einbezogen wurde. Ich finde es ehrlich gesagt auch nicht in Ordnung, dass die Utopia-Führung mit irgendwelchen Unternehmen irgendwelche halbgaren Maßnahmen aushandelt und ihnen damit einen tollen Werbetitel verleiht, ohne die Community zu beteiligen oder im Vorfeld zu informieren. Schließlich möchte man als Utopist ja auch noch halbwegs hinter den offiziellen Aktivitäten seiner Plattform stehen können.
Ich dachte, Utopia besteht vor allem auch aus der Community, und beim Thema kritische Nachfragen zählt ihr auch auf die Community, dann sollten solche fragwürdigen Titel auch nicht leichtfertig im Alleingang vergeben werden.
Sonst fühlen sich die kritischen User, die ihr so dringend fürs Nachfragen braucht (angeblich), nämlich irgendwann übergangen und sind nicht länger bereit, ihre Zeit damit zu verbringen, Tipps zu geben und vor allem nicht, die Marketingantworten der von der Utopia-Führung zu "Changemakern" geschlagenen Unternehmen auseinanderzupflücken und die richtigen Fragen zu stellen.
Dude
fauler Sportler
Dude
schrieb am 04.05.2010 um 22:51fairskate
fairskate
schrieb am 06.05.2010 um 13:02YouMe
Averell Dalton
YouMe
schrieb am 06.05.2010 um 13:04Oliver72HH
neugieriger Besserwisser
Oliver72HH
schrieb am 13.05.2010 um 11:17Lesenswertpunkt...und noch einen.... :-)
vielrauch umnichts
BEYOND
vielrauch umnichts
schrieb am 06.05.2010 um 14:15@ Maike Wenn Ihr das wirklich einlösen wollt, "Plattform für kritische Öffentlichkeit" zu sein,
stünde Euch ein wenig mehr kritische Distanz gut zu Gesicht gegenüber den Partnern/Förderen von Utopia wie Henkel, Telekom und BP.
Dude
fauler Sportler
Dude
schrieb am 06.05.2010 um 14:28Kommentar schreiben
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