Abgrenzung zu klassischen Energiemessgeräten
Anders als Energiemessgeräte für die Steckdose kann Wattson nicht aufzeigen, welches Gerät für den aktuellen Verbrauch verantwortlich ist. Dagegen kann Wattson fest angeschlossene Verbraucher erfassen, bei denen das Energiemessgerät scheitert: etwa Deckenlampen, WC-Lüfter , Heizungspumpe oder Herd.
Installation
Wattson misst über einen Clip, der um die Stromleitung gelegt wird. Ein Auftrennen der Leitung ist nicht notwendig. Trotzdem solltedie Installation von einem Fachmann vorgenommen werden. Um den Sender unfallfrei zu installieren, haben wir die Vorsicherungen unserer Wohnung entfernt und dann den Sender im (nun stromlosen) Sicherungskasten innerhalb der Wohnung installiert. Ein Netzteil für den Sender (ebenfalls im Sicherungskasten) erspart uns seit kurzem den regelmäßigen Wechsel der Batterien. Nach unseren Berechnungen ist der Verbrauch des Senders so gering, dass eine Versorgung über Akkus günstiger wäre. Der Mehrverbrauch durch das ständig aktive Netzteil liegt allerdings unter zwei Euro im Jahr – das ist der Komfort wert.
Kein Millimeter verschenkt: Sensorclips, Sender und Netzteil in unserem Sicherungskasten.
Das Wattson-Display erhält seine Daten vom Sender per Funk. Die Komponenten sind so gut aufeinander abgestimmt, dass wir Daten vom Sender (im dritten Stock) noch im Erdgeschoss empfangen konnten. Die Abdeckung eines kleinen Hauses sollte also bei geschickter Platzierung des Senders machbar sein. Der Sender lässt sich über Verlängerungskabel (Standard-3,5mm-Klinkenverlängerung) auch entfernt von den Messclips anbringen.
(Apropos Klinkenstecker: es ist also tatsächlich noch möglich, ein neues Gerät auf den Markt zu bringen, ohne einen eigenen, proprietären Stecker zu erfinden. Mancher Handyhersteller könnte sich daran ein Beispiel nehmen…)
Holmes
Holmes ist die Software zu Wattson. Wattson speichert die Messwerte der vergangenen dreissig Tage – per USB lassen sie sich dann auslesen, als Grafik darstellen und – wenn gewünscht – auf die Seite des Herstellers hochladen.
Nach unserer Erfahrung läuft Holmes leider nur mäßig stabil – unter Windows XP war oft ein Neustart notwendig, bevor Wattson ausgelesen werden konnte. Unter Windows 7 klappt das besser – wir begnügen uns inzwischen trotzdem mit der Anzeige des aktuellen Werts auf dem Wattson-Display. Kauf und Support
Wattson lässt sich direkt aus England importieren – ein Netzteil für deutsche Steckdosen liegt bei. Für das in Deutschland übliche Drei-Phasen-System werden zwei Zusatzclips benötigt. Der Preis für Wattson, Zusatzclips und Porto liegt dann (Stand 2010/06) um 170 Euro.
Unterstützung gibt es über die Webseite – bei Bedarf auch telefonisch. Mit etwas Glück bekommt man sogar einen deutschsprachigen Mitarbeiter ans Telefon. Nachdem wir unseren Sender mit einem falschen Netzteil kaputtgemacht haben, hat DIYKyoto uns zum Ersatz-Sender ein passendes Netzteil geschenkt („…damit das nicht wieder vorkommt.“). Hundert Punkte für diesen Service!
Messgenauigkeit und Praxisnutzen
Wattson misst lediglich das Feld um das Stromkabel, kann also keine Spannung und auch keinen Phasenwinkel erfassen. Damit ist er hinsichtlich der Messgenauigkeit einem Steckdosen-Messgerät oder einem intelligenten Zähler klar unterlegen. Tatsächlich kann Wattson nach unseren Versuchen durchaus mal einige Dutzend Watt danebenliegen. Die angezeigten Daten mit einem Energiemessgerät zu vergleichen kann daher nicht schaden.
Trotz des unvermeidlichen Messfehlers sind die angezeigten Daten nicht wertlos. Man bekommt so – im Vergleich zur jährlichen Stromrechnung – ein wesentlich besseres Gefühl für den eigenen Verbrauch. Wattson hat bei uns dazu geführt, dass wir wesentlich mehr auf vermeidbaren Stromverbrauch (etwa Licht in leeren Zimmern) achten. Mitbewohner, die meinen, das bisschen Licht sei ja wohl unerheblich lassen sich mit Wattson’s Hilfe wesentlich leichter zum Sparen überreden.
Wattson spornt zum Stromsparen an. Man gewöhnt sich ganz schnell an, immer mal wieder aufs Display zu schauen und kurz im Geiste durchzugehen, warum der Wert jetzt schon wieder so hoch ist. Ebenso klärt ein kurzer Blick beim Verlassen der Wohnung, ob wirklich alle Geräte ausgeschaltet sind.
Fazit
Wattson ist seit Sommer unser Lieblings-Mitbewohner. Man gewöhnt sich dermaßen schnell an die Verbrauchsanzeige in Echtzeit, dass man die nur einmal jährlich zugesandte Stromrechnung unweigerlich als Zumutung empfindet.
Vielleicht hilft Wattson demnächst auch Dir beim Stromsparen?


Kommentare (6)
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Der Wattson muss aber gar nicht extra in den UK bestellt werden.
Wir haben Ihn auch im Sortiment:
http://getelemental.com/Alle-Produkte/Energie-sparen/Wattson-Energiezaehler.html