Weshalb das? Weil wir es mit unserer Vier-Mann-WG seit dem Einzug 2005 schaffen, Jahr für Jahr mit weniger Strom auszukommen. So sinken unsere Abschläge stetig: trotz Mehrwertsteuererhöhung, erhöhter EEG-Umlage und Wechsel zu einem Ökostromanbieter. Mit knapp 1500 kWh Jahresverbrauch lagen wir im vergangenen Jahr 45% unter dem Verbrauch im ersten Jahr - das kann sich sehen lassen.
Wenn ich jetzt erklären soll, wie wir diese beachtlichen Einsparungen erreichen, fallen die meisten wahrscheinlich vor Langeweile vom Stuhl: Standby minimieren, Sparprogramm an der Spülmaschine nutzen, Kochen mit Deckel auf dem Topf... letztendlich also nichts anderes, als sich in jedem Energiesparleitfaden nachlesen lässt. Trotzdem versuche ich mal ein paar Ansatzpunkte herauszugreifen:
# Sensibilisierung
Wer nicht weiß, wo Strom verbraucht wird tut sich schwer beim Sparen. Wir nutzen seit einer ganzen Weile das Energiemessgerät von no-energy, erhältlich etwa beim memo-Versand. Es gilt als eines der präzisesten Geräte für den Hausgebrauch - bestätigt etwa durch die Stiftung Warentest. Mit den üblichen Baumarktgeräten habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie gerade im unteren Bereich um ein Vielfaches daneben liegen können - da kann man sich das Messen auch gleich sparen.
Als zweites ist im vergangenen Jahr Wattson bei uns eingezogen. Seither animiert er uns zum Stromsparen, indem der aktuelle Verbrauch der Wohnung in Echtzeit angezeigt wird.
# Sparen bei der Beleuchtung
Wir haben NICHT überall Energiesparlampen - es gibt schlichtweg Einsatzorte, wo sich das nicht rechnet oder wo sie durch häufiges Schalten zu schnell kaputtgehen. Was wir aber seit kurzem haben: eine Durchgangsbeleuchtung für den Flur mit LED-Leuchtmitteln, zusätzlich zur normalen Flurbeleuchtung. Die braucht nur zweieinhalb Watt und reicht gerade so, um von einem Zimmer zum anderen zu finden. Im Gegenzug kann man sie bedenkenlos brennen lassen: wer als erstes heimkommt macht sie an, wer als letzer ins Bett geht macht sie aus. Völlig simpel.
Wo es heller sein soll habe ich seit ein paar Monaten LED-Leuchtmittel von eSmart im Einsatz. Die sind bezahlbar, mit neun Watt ordentlich hell und auch sonst rundum empfehlenswert.
# Und sonst so?
Na ja, wie gesagt, wenig Spektakuläres. Im Lauf der Jahre ist ein Ceranherd (statt diesen gußeisernen Platten) sowie ein Kühlschrank mit Klasse A (statt zuvor B) eingezogen. Wobei auch der alte Kühlschrank keine Schande war, weil wir die ersten Jahre mit dieser Standardgröße (Arbeitsplatten-Unterbau) ausgekommen sind - zu viert, wie schon erwähnt.
Beim Teekochen habe ich mir angewöhnt, das Wasser abzumessen, das ich in den Wasserkocher schütte. Sonst erhitzt man schnell unnötig einen halben Liter zu viel.
Auch beim Kochen habe ich ein recht feines Gespür dafür entwickelt, auf welcher Stufe das Essen gerade noch so köchelt (oft Stufe 1!); außerdem ist der Begriff "Restwärme nutzen" zum geflügelten Wort geworden...
Was wir für die kommende Abrechnung vorhaben? Eine erneute Verbrauchssenkung, ist ja klar. Ich bin da sehr zuversichtlich...
[Nachtrag: Und ich möchte bitte von niemandem mehr hören, er könne sich leider keinen Ökostrom leisten...]


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