Klar, Einiges, was ich hier bisher in meinem Blog schon vorgestellt habe, fand er auch spannend. Meine selbst gedrechselte Ameise z.B. untersuchte er sehr gründlich. Diese hatte ich, damals selbst noch ein Schulkind, aus Mahagoni selbst im Werkunterricht gedreht, natürlich an den damals üblich Hasenstallschießen usw. vorbei. Irgendwie überlebte sie bisher jede meiner/unserer Aufräumaktionen.

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"Ameise Mahagoni"

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Auch meine Taube aus Feuersteinen, die neben den Hühnergöttern sich befand, wurde heher taktil aufmerksam begutachtet, während ich etwas von Feuersteinen und deren Bearbeitungsmöglichkeiten und dem Fundort dieses Vogels an der Ostsee erzählte.

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"Taube" aus Feuerstein

Der Renner aber war meine Hui-Maschine.

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Meine "Hui-Maschine"

Ich denke mal, dass viele wissen, was eine Hui-Maschine ist. Die ist nicht etwa von mir kreiert, aber von mir nachgemacht und "meine" hatte ich für die „48 Stunden von Neukölln“, einer Kunstaktion in Berlin-Neukölln, die sich mit dem Thema Flughafen beschäftigte, wieder hervorgeholt. Quasi als archaisches Flugzeugmodell.

Eine "Hui-Maschine" ist ein mit regelmäßig verteilten Kerben versehener, einfacher und quadratischer Holzstab, an dem vorn ein propellerähnliches, flaches und bewegliches Querholz angeschraubt ist.

Kinder, wie Erwachsene kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn sich der Propeller, wie von Zauberhand, an zu drehen beginnt, nur weil mit einem zweiten Stab über die Kerben gerieben wird. Hier fließt kein Strom, es gibt keinen Motor und auch keine Elektronik, einfach nur Holz und ein bisschen Reibung (Muskelkraft), die den Propeller antreibt!

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"Hui-Maschine" mit Eistiel-Propeller (die Schnur ist zur Sicherung des Reibestabes und so immer dabei)

Spricht man nun, während man immer noch weiter reibt und der Propeller sich rasant dreht, die Worte „Hui, Hui“ aus, stoppt der Propeller sofort und beginnt sich danach in die entgegengesetzte Richtung zu drehen. „Hui-Hui“ sind jene magischen Worte, die den Propeller dazu zwingen, seine Drehrichtung zu
ändern. Daher der Name „Hui-Maschine“

Gibt man aber einem Zuschauenden die Hui-Maschine selbst in die Hände, schafft der es selten den Propeller zum Drehen zu bringen und wenn er sich doch irgendwie hoppelnd drehend bewegt, dann helfen auch die „Hui-Hui-Befehle“ nicht, dass der Propeller wo möglich auch noch die Richtung ändert.

Dabei hat der doch genau zugeschaut und gesehen, wie es gemacht wurde. Nimmt man selbst wieder die Hui-Maschine in die Hand, geht alles wieder wie von selbst. Natürlich gibt es einen kleinen Trick dabei, aber das den sich ein Zuschauer einfach abschauen kann, ist extrem selten. Für Kinder ist es toll, wenn die so schlauen Erwachsenen, das nicht hinbekommen.



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"Hui-Maschine" aus einer Astgabel mit zwei Propellern.

Also habe ich zusammen meinem Gast eine Hui-Maschine gebaut. Für die Kunstaktion hatte ich noch eine Variante aus einer Astgabel gebaut, die nun zwei Propeller hat und, obwohl nur an einem Ast Kerben sind und dort auch nur gerieben wird, drehen sich an beiden Enden die Propeller gleichzeitig, stoppen gleichzeitig und ändern auf Befehl dann die Drehrichtung.

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Mein "Hui-Flugzeug"

Und weil ich nun schon einmal dabei war, habe ich gleich noch ein kleines Flugzeug vorn mit angeschnitzt. Ach übrigens, alle Propeller sind aus hölzernen Eisstielen.



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Details des "Hui-Flugzeugs"


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Wen es interessiert, eine wissenschaftliche Erklärung gibt es im Internet unter:

http://www.wundersamessammelsurium.info/mechanisches/hui_maschine/index.html

und Anschauungsfilme und den Trick natürlich bei Youtube:






Ach, und was meinen jungen Gast anbelangte, nun waren es seine besorgten Eltern, die vertröstet
werden mussten bis er (wir) endlich mit seiner Hui-Maschine fertig waren und er zufrieden nach Hause ging.



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