![[image]](/uploads/assets/user/6156/Re_Upcycling/Borse_2.jpg)
Hygiene-Boxauswahl
Wie man aus dem dazugehörigen Link sieht, lautet der Blogtitel:„ we upcycle“, was man mit „wir veredeln“ annähernd übersetzt werden könnte. Aber was unterscheidet Recycling von Upcycling?
1994 tauchte der Begriff „Upcycling“ erstmalig in einem Interview auf, das Thornton Kay of Salvo mit
Reiner Pilz führte. ( http://en.wikipedia.org/wiki/Upcycling ) Der Interviewete meinte hierin, das Recycling eigentlich fast immer auf Zerstörung(?) mit gleichzeitigem Wertverlust der Dinge hinauslaufe, es aber mehr Sinn machen würde, ja wünschenswert wäre, Müll so wieder zu verwenden, dass im Endeffekt aus dem Ausgedienten ein höherwertiges Produkt würde, also es „upgecyceld“ werden
müsste. Das klingt eigentlich plausibel, aber, wenn „Wertloses“ und eigentlich Aussortiertes und Entsorgtes (Reste/Abfall/Müll) schließlich wiederverwendet wird, gibt man ihm damit schon wieder
einen (etwas) „Wert“ zurück. Vielleicht kein Unterschied, alles einfach nur rhetorisch?
![[image]](/uploads/assets/user/6156/Re_Upcycling/Borse_Schnitt.jpg)
"Schnittmuster" einer Hygienebox
Als Künstler, der auch gerne einmal Müll verarbeitet, muss mich um diese feinen Unterschiede nicht
kümmern, ichhabe es damit viel einfacher. Obwohl ich häufig ein Müll-Produkt arg zerstören muss um es in meinem Sinne wieder oder weiter zu verwenden, wird das ein Kunst-Objekt. Indem ich Verwertbares in den Raum der Kunst überführ und danach einen (Verkaufs-)Preis bestimme, bekommt es einen Wert, egal ob oder wie ich diesen Prozess benenne! Spitzfindig könnte man argumentieren, bleibt mein Objekt unverkäuflich, habe ich es nicht „up-“ sondern lediglich nur „re-“ oder gar "downcycelt" und bin ich es irgend wann leid und entsorge es sachgerecht, dann war es halt nur Müll!
(M)eine Box" :
![[image]](/uploads/assets/user/6156/Re_Upcycling/Borse.jpg)
Obwohl ich die Boxen 2007 schon einmal hier mit vorgestellt habe
( http://www.utopia.de/blog/litter-art/noch-mal-was ), denke ich dass meine neuen Bilder von ihnen einige hier vielleicht noch einmal interessieren. Meine damals noch heranwachsende Tochter benötigte (?) etwas für den privaten Kram, dass sich in jeder Art von Frauen(Hand)Tasche leicht finden lassen musste und, zudem, besonders wichtig, nebenbei möglichst unauffällig auf einen zufälligen Betrachter wirken sollte. Deshalb entstand schon früh aus einer Shampoo-Flasche ein „Hygiene-Behältnis“
![[image]](/uploads/assets/user/6156/Re_Upcycling/Borse_Inhalt.jpg)
Shampoo-Flaschen, boten sich an, weil die teils recht farbenprächtig daher kommen, oft undurchsichtig sind und für die beabsichtigten Dinge, gleich die richtige Größe mitbrachten. Wie auf dem Schnittmusterbild angezeichnet, muss dazu eine Shampoo-Flasche so zerschnitten werden, dass ihr Bodenbereich intakt und gleichzeitig noch eine passende Lasche, zum Verschließen des Ganzen erhalten bleibt. Ein Anorak-Druckknopf schien mir der passende und zierende, aber auch sichere
Verschluss dafür. (Die Boxen wurde nebenbei ein richtig schöner Verkaufsschlager!)
![[image]](/uploads/assets/user/6156/Re_Upcycling/Borse_3.jpg)
Box mit/an Kette
Eine nette „Weiterentwicklung“ bestand im zusätzlichen Anbringen einer zierlichen Schlüsselkette. Damit das „Notfall-Set“ auch einmal, an einer am Taschenrand befestigten Leine, leicht aus einem Taschenchaos diskret hervorgezogen werden oder auch nur als Solitär, an Kleinsttäschchen oder einer Jeansgürtelschlaufe, außen und und sichtbar, getragen werden konnte. Damit ein leichtes Ausreißen der
Kunststoffseitenwand vermieden wird, habe ich das Loch durch eine Hohlniete verstärkt.
![[image]](/uploads/assets/user/6156/Re_Upcycling/Borse_1.jpg)
Später funktionierte ich sogar eine Tasche so um, dass sie während eines längeren Studienauslandsaufenthaltes im Ausland und während der langen Anreise, den empfindlichen und teures Kopf ihres Stethoskop schützte.
![[image]](/uploads/assets/user/6156/Re_Upcycling/Stethoskopschutz.jpg)
![[image]](/uploads/assets/user/6156/Re_Upcycling/Stethoskopschutz_2.jpg)
Zum Schluss stelle ich mir nun nochmal (diesmal wirklich rein rhetorisch) die Frage, bin ich nun ein
Downcycling, ein Recycling oder ein Upcyclingkünstler? Unnötige „Anglizismen“ haben mir nie sonderlich zugesagt und deshalb steht schon immer auf meinen Visitenkarten einfach: Wandler.
Damit kann ich „rauf“ wandeln , oder „runter“ oder verwandeln, auf jeden Fall habe ich stets etwas umgewandelt. Die Richtung ist mir dabei wirklich völlig egal! Möglicherweise entscheidet das ein Betrachter, oder ein womöglicher Käufer. Verschenke ich so etwas, selbst dann wandle ich damit in jedem Fall, nämlich etwas in eine liebevoll gemeinte Gabe.


Kommentare (24)
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Bubensteyn
schrieb am 28.08.2011 um 19:26 ¶Eine ausnehmend kreative Art, einen Gegenstand umzumodeln.
Da ich (auch aus Gründen der Müllvermeidung) inzwischen ein großer Freund von Seifen, guten! Seifen geworden bin, hätte ich hier ein Nachschubproblem.
Auch wenn Mark Twain meinte: "Seife und Erziehung wirken nicht so schnell wie ein Massaker, aber auf die Dauer sind sie tödlicher."
litter
schrieb am 29.08.2011 um 09:34 ¶Auch meine Haut ist nicht so durch geschrubbt, so dass ich bei Bedarf (!) Shampooflaschen anderweitig "rekrutieren" muss. Aber als Sportler kann ich reichlich leere und geeignete Flaschen in der Umkleide sammeln. Das setzt voraus, dass man nur den Nerv aufbringen muss, die Mitduschenden dem entsprechend anzusprechen.
Und, die gelben Tonnen in unserer kleinen Siedlung sind schier unerschöpflich. Hier kann man sogar wählerisch selektieren.
Danke für das schöne Zitat vom großen Mark.
Rolf
Dagmar Kropp
schrieb am 29.08.2011 um 10:19 ¶mfazzi
schrieb am 29.08.2011 um 11:59 ¶Also ich bin wieder mal total sprachlos!!
litter
schrieb am 29.08.2011 um 18:13 ¶Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass es "damals" hier nur die Möglichkeit gab, zwei Bilder für einen Blogbeitrag hoch zu laden und es auch keine Introbildfunktion gab, die als "appetiser" fungieren konnte. Ich glaube die Boxen sind in etwa das, was die Erfinder des "Upcyclings" unter ihrem Begriff verstehen. Dein Kommentar gibt mir indirekt recht, es nochmals für meine "Fans" es hier aus gebuddelt zu haben.
mfazzi
schrieb am 29.08.2011 um 12:01 ¶litter
schrieb am 29.08.2011 um 17:58 ¶Damit erübrigt sich dann auch ein Glätten der Ränder, so man nicht zögerlich schneidet und all zu oft absetzt. Wenn Du dennoch das Gefühl hast, dass die Kanten scharf und uneben sind, dann nimm etwas feines Sandpapier und schon ist's gut.
Noch Fragen?
Viel Erfolg.
mfazzi
schrieb am 29.08.2011 um 21:59 ¶Sandpapier ist auch ein guter Tipp, vielen Dank erstmal, das genügt mir wirklich aufs erste!!!
Dagmar Kropp
schrieb am 29.08.2011 um 22:26 ¶litter
schrieb am 30.08.2011 um 09:50 ¶Danke Dagmar für das Einstellen hier, denn das gilt eigentlich grundsätzlich für jedes Schneiden mit einer Schere. Schließt man nämlich die Scherenblätter bis zum Schluss, dann schiebt das zu schneidende Material davor auseinander, weil sich die Schneideblätter dazwischen pressen. Dadurch kommt es entweder zu einem Verquetschen oder (bei dünnem Papier) zu einem Einreißen an der Scherenspitze, was nicht nur die Schittlinie unschön unterbricht, sondern ein sauberes gradliniges Weiterschneiden auch verhindert. Ungeschärfte oder gar verbogene Scherenblätter trennen das Material ebenfalls nicht sauber, sondern führen eher zu einem Auseinanderreißen/-quetschen. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn die Scherenachse (Schraube oder Niete) ausgeleiert oder nur gelockert ist. Es bleibt festzuhalten, nur gutes Werkzeug kann zu guten Ergebnissen beitragen.
mfazzi
schrieb am 01.09.2011 um 10:03 ¶Mein Traum: 2-5 Quadratmeter Werkstatt wo man alles stehen und liegenlassen kann, vor lauter "immer alles verräumen" find ich nie mein adäquates Werkzeug, ob das die Stoff- oder Papierschere ist oder der richtige Malerpinsel. Naja, man muss ja noch Ziele haben ;-)
litter
schrieb am 01.09.2011 um 10:20 ¶Das mit der Werkstatt stimmt und die habe ich - inzwischen. Nur bin ich auch hier ab und zu gezwungen aufzuräumen, weil es immer wieder vorkommt, dass man (also ich) gerade eben etwas weglegt und partout nicht wieder findet. Dann hilft bei mir nur (widerstrebend) aufräumen.
Dagmar Kropp
schrieb am 01.09.2011 um 10:46 ¶wer Ordnung halte, sei nur zu faul zum Suchen,
hat mal irgendein humorvoller Geist von sich gegeben.
Grasmuecke
schrieb am 30.08.2011 um 15:27 ¶was du so aus den Dingen zauberst ist doch immer wieder erstaunlich!
weiter so!
litter
schrieb am 01.09.2011 um 09:41 ¶Mein Shampooboxen sind bei "30 Tage, 30 Dinge" angenommen worden und werden an diesen Sonntag,
den 4. September auf
http://www.weupcycle.com/
online gestellt. Eine schöne Seite mit vielen Interessanten "Upcycling-Beiträgen".
Dagmar Kropp
schrieb am 01.09.2011 um 10:04 ¶Hab' mich gerade auf jener Seite (siehe Link) schon mal umgeschaut und einige, auch mit Schülern der Umwelt-AG umsetz- oder abwandelbare Ideen/Anregungen erhalten. DANKE fürs Weiterreichen des Links!
litter
schrieb am 01.09.2011 um 10:48 ¶Da aber in dem Einleitungspart des Blogs Links farblich nicht hervorgehoben werden und damit nicht gut erkennbar sind und zudem auch nicht anklickbar sind, geht das vielleicht beim Lesen schon mal unter. Das habe ich aber erst nach dem Laden meines Beitrags gesehen und bisher nicht geändert. Deshalb habe ich diesen Link noch einmal aufgeführt, auch, weil ich auf diese Seiten nochmals hinweisen wollte.
Ideen und Anregungen, kann man ja nie genug haben! "Anregen bringt Segen..." oder so, ist/war das nicht so ein altes Sprichwort?
Grasmuecke
schrieb am 01.09.2011 um 10:18 ¶Prima Seite!
Vielleicht hab ich da auch mal was dafür.
Mein Vater macht gerade auch ganz viele Fische aus alten Weinflaschen für den Garten :)
litter
schrieb am 01.09.2011 um 10:23 ¶Berthild Lorenz
schrieb am 05.12.2011 um 17:22 ¶litter
schrieb am 07.12.2011 um 21:53 ¶Eine 75 Jährige Oma kaufte auch eines für ihre Enkelin (8 Jahre) und erklärte ihm erstaunten Sohn, dass das Täschchen schließlich als Kinder-Portemonnaies gekauft wird . Die Enkelin hatte sich schon vorher für eines in der "Hello Kitty"-Farbe Pink entschieden!
Für Leute, die nicht zum Ladenmarkt kommen konnten hier ein Fremdblog Link für Daheimgebliebene mit einigen Bildern davon:
( http://prettyberlin.posterous.com/ladenmarkt-impressionen-wie-daheimgebliebene )
Bedanken möchte ich mich auch bei den vielen Besuchern dieser Blogseite. Bis heute 1380, ich bin beeindruckt!
berniewa
schrieb am 13.12.2011 um 13:23 ¶Ich selber hab auch einen Tip, für den Winter:
Von Sandalen, bei denen das Fußbett (Kork ....) noch einigermaßen gut erhalten ist (falls sie überhaupt ein gutes Fußbett haben), aber sonst z.B. die untere Sohle etc schon recht kaputt sind,
die untere Sohle mit Fuchschwanzsäge und Messer abmachen, auch die anderen Teile, und dann das Korkfußbett in große, warme, dicke Socken stecken (ggf. auch 2 Paar Socken übereinander)
oder darunter nähen / kleben
und schon hat mensch neue ' Hüttenschuhe ' ;`)
litter
schrieb am 13.12.2011 um 13:57 ¶Hüttenschuhe hab ich schon seit meiner Jugend nicht mehr getragen. Kann man machen.
Leider geht das Abtrennen einer Sohle, wenn sie nicht vorher von alleine abgefallen ist, oft mit einer Zerstörung des Korkbettes einher. Meine Sandalen halten, solenmäßig, fast ewig, meist leidet und zerbröckelt eher das Fußbett ( Schwitz-Schweiß?). Für mich wären die Socken keine so gute Lösung, da ich eine gewisse Stabilität des "Schuhwerks" brauche. Damit müsste die Sohle, Zweck Verrutschens mit den Socken verklebt werden. Dennoch bleibt und das habe ich früher schon nicht leiden können, das ich in den Dingern keinen sicheren Halt hatte.
Zur Rutschsicherheit wäre eine zusätzliche äußere Sohle unter den Socken angebracht. ich bin einmal gespannt, wie das bei Dir sein wird, falls Du es mal realisieren solltest.
Liebe Weihnachtsgrüße
Rolf
PS inzwischen ist dieser Blog, warum auch immer, über 1500 mal angeklickt worden.
jolanda
schrieb am 11.02.2012 um 17:25 ¶habe mir eben auch so ein Täschchen gebastelt. Ist sehr nett geworden, und schön grün (grüne Shampooflasche). Fürs erste bewahre ich mal meine Ösen drin auf. Da ich aber schon weitere Flaschen im Visier habe, fallen mir sicher 1000 Sachen ein, die ich da rein tun kann :-). Und wenn ich alles verstaut habe, verschenke ich dann welche. Freu mich schon drauf :-)
Und die Kaffeetütenbörsen möchte ich auch mal ausprobieren.
Achso, wahrscheinlich wird dieser Blog so oft angeklickt, weil er zig mal bei Pinterest verlinkt ist.
Gruß
Jolanda
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