Lebensmittel werden teurer.
Aber nicht alle erfahren die gleiche Preissteigerung. Teurer werden vor allem Butter, Gemüse, Obst. Schlecht für alle, die selber frisches kochen wollen. Zum Beispiel für ihre Kinder. Oder für sich selbst. Und womöglich auch noch in Bio-Qualität.
Ja, wenn aber das Geld nicht reicht, weil es für anderes draufgeht oder einfach nicht da ist, was dann? Dann gibt es ja auch noch Lebensmittel, die nicht ganz so teuer werden. Oder welche die sogar noch billiger werden.
Wie zum Beispiel Zucker, Süßkram, Fleisch und Brot. Das essen ja sowieso alle am liebsten.
Nachtrag: Um nicht mißverstanden zu werden: Viele Lebensmittel sind natürlich zu billig. Es bestehen keine Verhältnismäßigkeiten mehr. Die jahrelange Billigmeierei und Geiz ist Geil-Mentalität hat den Sinn für Qualität und angemessenen Preis verdreht.
Mir ging es vielmehr darum, welches Signal gesetzt wird, wenn z.B. der Fleischpreis stabil bleibt oder sogar sinkt und dafür Obst und Gemüse teurer werden. Und die Folgen für das Verhalten der meisten Verbraucher und leider auch deren Kinder. Soll der Konsum von Fleisch und Gezuckertem etwa noch weiter zunehmen?


Kommentare (12)
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Was sind wir doch arm dran... ;-)
wenn man etwas mehr Einblick hinter die Kulissen hat und die Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis zum Verbraucher, dann wird klar:
Lebensmittel müssen teurer werden, wenn wir einen gewissen Qualitätsstandard (im großen Sinne, also auch auf Nachhaltigkeit bezogen) erwarten.
Wobei teurer natürlich nicht umbedingt bedeutet, daß es auch automatisch besser wird...
Der Herstellungsprozess nach dem Motto "Geiz ist Geil" beim Essen, bei der Tierhaltung, bei der Kleidung zerstört unsere Lebensgrundlage und macht die Menschen, die in diesem System arbeiten und die, die es konsumieren, krank.
ABER:
Im Gegenzug müssen auch die Löhne steigen - jetzt sofort!
Gleiche Bezahlung von Frauenarbeit und Männerarbeit - jetzt sofort!
Keine sittenwidrigen Stundenlöhne - jetzt sofort!
Keine Vollzeitjobs mit Aufstockerangebot -jetzt sofort!
Keine unbezahlten, manchmal langjährigen Praktikajobs - jetzt sofort!
Eine Rente, von den die Bezieher auch menschenwürdig leben können- jetzt sofort!
Eine Reform der Hartz IV (schreckliches Wort) gesetzgebung -jetzt sofort!
usw.usw.usw.
Ich kenne mich hinter den Kulissen nicht aus, könnte mir aber vorstellen, dass bei richtiger staatlicher Förderung einheimisches Obst und Gemüse in besserer Qualität zu einem angemessenen Preis erhältlich ist. Fleisch müsste dann aber auch dementsprechend viel teurer werden, so dass eine Verhältnismässigkeit hergestellt wird, wie es sie früher mal gab.
Es darf nicht so sein, dass gutes Essen nur noch mit entsprechendem finanziellen Hintergrund möglich ist.
Es geht aber auch einfach um eine Wertigkeit.
Guter Frischer Broccoli, evt. sogar noch Bio- ist halt nun mal schwerer herzustellen, als eine Packung Kekse, die nur billigen Dreck enthält.
Entweder greift der Staat ein und subventioniert den Broccoli, oder es ist wie es ist.
Subventionen finde ich auch nicht so toll.
Ich weiß von Norwegen, wo vor Jahren -weiß nicht, wie es heute ist- der Bauer seine eigene Milch im Supermarkt zurück gekauft hat, weil sie da billiger war, als er sie verkauft hat.
Ist ja auch nicht das Gelbe vom Ei.
Wenn sich der Verbraucher nicht darüber im Klaren ist, daß frisches Gemüse teurer in der Herstellung ist, als Kekse auf der anderen Seite aber auch viel wertiger, dann hilft vermutlich alles nichts...
Ich sehe es auch ehr so, wie Bada schreibt:
Es sollte wieder möglich sein, mit ehrlicher Arbeit genug zu verdienen, daß man sich gute Lebensmittel leisten kann.
Die andere Entscheidungen, ob das Geld lieber für Flugreisen, Auto, Wohnzimmereinrichtung oder Lebensmittel ausgegeben wird, die ist dann wieder Privatsache.
Bisher findet ja nur eine Täuschung der Verbraucher statt. Da sie die anderen Folgen mit ihren Steuern und nicht bei den betreffenden Lebensmitteln bezahlen, freuen sie sich über niedrige Preise und schlagen kräftig zu. Wodurch sie danach auch noch für Krankheitskosten aufkommen können, jeder, der krank wird und alle als Solidargemeinschaft der Kassenmitglieder.
Alle arbeitsintensiven Produkte, die im Hinblick auf Qualität und Entlohnung der daran arbeitenden Menschen primär stehen, werden schon seit etwa 40 Jahren ZU BILLIG verkauft.
Ein Stück Schuld daran haben wir (ich auch!) Verbraucher daran, in dem nicht auf Qualität und Nachhaltigkeit eingekauft wird. Prestigeobjekte (Auto, Urlaub usw.) sind uns, nach wie vor, wichtiger.
Um ein Beispiel über ein Klischee mit Wahrheitsgehalt zu bringen: Der Franzose fährt mit einem uralten Auto zum hochwertigsten Restaurant, der Deutsche mit einem nagelneuen zum billigsten.
Zur Erinnerung:
Vor gut 50 Jahren hat ein durchschnittlicher Haushalt bis zu 50 % seiner Einkünfte für Ernährung ausgeben müssen - heute sind es kapp 11 %.
Im internationalen Vergleich (in verschiedenartigsten Ausführungen, ob Bruttosozialprodukt oder Haushaltseinkommen) ist Deutschland ein absolutes Schlaraffenland und mir persönlich nach wie vor schleierhaft, wie es überhaupt dahin kommen konnte.
Alles was süß ist, wird weiterhin billiger werden (ausgerechnet dieser ernährungsphysiologische Unsinn), da durch die weiterhin wachsenden globalen Märkte z. B. Zucker von Zuckerrohr aus für den Zuckerrohranbau klimatischen Verhältnissen importiert wird und den heimischen Zucker aus der teureren Zuckerrübenproduktion verdrängt.
Bei Fleisch würde ich soweit gehen und sagen, dass mit der aktuellen Krise ein Wandlungsprozess einsetzen wird, denn fast alle Missverhältnisse sind dem Kostendruck geschuldet, bis auf das individuelle Verhalten und die Fähigkeiten des einzelnen Tierhalters.
Brot wird sich weiterhin weitgehend den allgemeinen Lohn- und Kostenverhältnissen anpassen. Der Kostenfaktor Mehl lässt sich nur in Promille angeben. Es ist immer wieder lachhaft, wenn Bäckerinnungen und Handelsketten bei Preiserhöhungen von gestiegenen Getreidekosten sprechen (vor über 50 Jahren lag der Erzeugerpreis für Brotgetreide bei über 60,- DM, zu heute umgerechnet unter 25,- DM).
@all:
ich bin nicht der Meinung daß Lebensmittel generell teurer werden müssen.....der Preis soll halt stimmen. Ich finds nur sinnlos wenn der Hersteller sein Produkt unterm Herstellungspreis verkauft/verkaufen muss um dann anschließend wieder Subventionen beziehen zu müssen. (siehe Schweinefleisch)
also, den beitrag geschrieben habe ich aus der sicht von jemandem, der sich gedanken darüber macht, dass es der großen masse der verbraucher letztendlich egal ist, was sie essen. ich habe dabei vorwiegend auch an familien mit kindern gedacht, die aus kostengründen und weil es einfacher ist, selbst gekochtes und frisches gemüse& obst immer öfter meiden und ihre kinder mit überzuckerten fertigprodukten abfüttern. das liegt natürlich nicht nur an den preisen sondern auch an den Eltern.
die tatsache, dass gemüse und obst teurer werden und der zuckermist günstiger trägt nicht gerade dazu bei, dass sich hier etwas ändert.
wenn man die problematik aber ganzheitlicher angeht, haben natürlich bada, maria_l und auch wilhard recht: angemessener lohn und eine regulierung des lebensmittelmarktes unter nachhaltigen aspekten, ein verändertes verbraucherverhalten dazu, dann sähe alles anders aus.
davon sind wir ja leider weit entfernt.
Außerdem würde ein Flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro keine Arbeitsplätze vernichten, sondern welche schaffen, da schon alleine 5 Millionen Hartz IV Aufstocker endlich von Ihrer Arbeit leben könnten. Das hätte allerdings den Nachteil, dass einige Unersättliche nicht noch reicher würden.