ANNM



Chemikalien:

Ammoniumnitrat, Nitromethan



Mischungsverhältnisse:

1000g AN zu 295 ml NM

1000g AN zu 185g Nitromethan und 84g Methanol (alternativ)



Herstellung:

Das fein gepulverte und trockene Ammoniumnitrat mit dem reinen Nitromethan sorgfälltig

vermischen und in ein geeignetes Behältnis füllen.

Bemerkung:

Dieser 2-Komponentensprengstoff hat eine hohe Brisanz, ist in der Handhabung sehr

sicher und unempfindlich und wird deshalb von Profis (unter der Markenbezeichnung

KINEPAK) eingesetzt. Die Detonationsgeschwindigkeit liegt bei 6125 m/s und übetrifft

damit gewöhnliches Dynamit.

Das gute an diesem Sprengstoff ist, dass er aus leicht beschaffbaren Zutaten besteht und

man nicht erst mit gefährlichen Säuren hantieren muss, um eine aufwendige Synthese zu

vollziehen.

Ausserdem ist er leistungsstark, sehr sicher und dabei trotzdem leicht zur Detonation zu

bringen. Mit einer Initialladung von 500mg HMTD erreicht man immer eine Zündung.

Nachteilig ist der höhere Preis im Gegensatz zum ANFO, dafür ist aber die Zündfähigkeit

garantiert. Ein weiterer Nachteil - wie bei allen AN-Sprengstoffen ist die Hygroskopizität,

d.h. AN zieht Wasser aus der Luft an und macht sich damit selbst schnell unbrauchbar.

Ausserdem ist Nitromethan relativ flüchtig. Das einzige, was deshalb beachtet werden

muss, ist dass man den Sprengstoff, b.z.w. die beiden vorbereiteten Komponenten

luftdicht verschlossen hält, z.B. in einer PE-Fasche mit Schraubverschluss.

Wenn man die 2 Komponenten getrennt hält und erst am Sprengungsort zusammenbringt,

(wie KINEPAK dies auch tut) wird die Sicherheit noch zusätzlich erhöht. Nebenbei: Es fällt

dann keiner der beiden Stoffe unter das Sprengstoffgesetz, erst im Moment der

Mischung!

Man kann man auch nur 200ml oder noch weniger zu 1000g AN hinzufügen, dabei sinkt

natürlich die Sprengkraft und die Zündfreudigkeit.



Herstellungsanleitung von R. I. B.



Hexamethylentriperoxiddiamin (HMTD)



Stoffdaten:

Detonationsgeschwindigkeit: 4510 m/S, Bleiblockausbauchung:330 ccm,

Schlagempfindlichkeit: 0,6 Nm, Reibempfindlichkeit nach BAM: 0,01 kP (gleich mit

Acetonperoxid und Bleiazid)



Chemikalien:

2g reine Zitronensäure, 4ml Wasserstoffperoxid 30%, 2g Hexamin, Wasser



Geräte:

Becherglas (niedrige Form, 50ml), 1 Thermometer (nicht zwingend), Schüssel für

Kältemischung (nicht zwingend), 20ml Spritze oder kleiner Messkolben / Becher,

Rührstab oder Löffel aus Glas, Kunststoff oder Holz, Gefrierschrank



Herstellung:

Das Wasserstoffperoxid wird in einem vollkommen sauberen Becherglas

heruntergekühlt, am besten auf 0°C, es sollte nur nicht gefrieren.

Inzwischen wird das Esbit (Hexamin) im Mörser zu feinem Pulver zerrieben. Man kann

natürlich besser noch 4g reines, gepulvertes Hexamethylentetramin benutzen, sofern

verfügbar. Auch die Zitronensäure wird fein pulverisiert, damit sie sich leichter auflöst.

Das pulverisierte Hexamin wird durch ständiges Rührern in dem Wasserstoffperoxid

aufgelöst. Hierbei entsteht noch kein Sprengstoff, da der Katalysator, die Zitronensäure,

noch nicht hinzugefügt wurde. Wenn alles gelöst ist, wird das Glas erneut auf 0°C

herunter gekühlt.

Nun wird die fein pulverisierte Zitronensäure ebenfalls langsam in die Lösung gegeben,

während das Glas weiterhin gekühlt wird. (Die Kühlung ist wichtig für die Sicherheit und

für die Ausbeute)

Für die nächsten 2 Stunden sollte man jede halbe Stunde sorgfälltig umrühren.

Anschliessend sollte man das Glas bei Zimmertemperatur an einen sicheren Ort stellen.

Es sollte mit einem Bierdeckel oder ähnlichem abgedeckt sein und geschützt vor

Wärmequellen und Funken sein. Und es darf dort auf keinen Fall herunter fallen können.

Dort bleibt das HMTD für 24 Stunden stehen.

Nach dieser Zeit hat sich eine schaumartige, weisse Schicht auf der Lösung gebildet -

das HMTD! Ab jetzt sollte mit grösster Vorsicht vorgegangen werden.

Man giesst das Ganze durch einen Kaffeefilter und spült das Becherglas mit kaltem

Leitungswasser aus, welches man ebenfalls jeweils in den Filter giesst, um auch den

letzten Rest HMTD aufzufangen. Der flockige Rückstand wird im Filter mit scharfem Strahl

kaltem Leitungswasser gründlich gewässert, bis auch die letzte Verunreinigung

ausgespült sein sollte. Ungefähr 5 Minuten dürften genügen. Soll das HMTD schneller

trocknen, kann man es auch noch mit Spiritus nachwaschen.

Dann wird der Kaffeefilter auf Zeitungspapier oder trockene Tücher gelegt, die das

Wasser aufsaugen. Man lässt ihn samt Inhalt an der Luft trocknen, unter den gleichen

Bedingungen wie zuvor das Becherglas aufbewahrt wurde!

Wenn das Pulver lose und ohne zu verkleben im Filter rieselt und ungefähr aussieht wie

Traubenzucker, ist das HMTD trocken und kann verwendet oder im Kühlschrank in einem

sanft zu öffnendem Gefäss aufbewahrt werden, das aus Kunstoff oder Glas sein kann.

Das HMTD ist unter Kühlung etwa 6 Monate haltbar, dann verliert es allmählich seine

Kraft. Falls HMTD über der normalen Temperatur aufbewahrt wird, zersetzt es sich

schneller und wird gefährlicher in der Handhabung!

HMTD darf nicht mit Metallen in Berührung kommen, da es sonst u.U. von selber

detonieren kann!

Eine HMTD-Sprengkapsel besteht aus 0,5g bis 1g HMTD.



Synthese von R. I. B.



Ammoniumnitrat (AN)

(NH4NO3)

Man kauft sich den Kunstdünger Kalkammonsalpeter (KAS), welcher bis zu 80% AN enthält. Den bekommt man

preiswert beim Agrar-Grosshandel in 50kg Säcken zu ca. 15 €, weshalb die chemische Synthese von

Ammoniumnitrat eigentlich unrentabel ist und nur in Betracht kommt, wenn extreme Reinheit gefordert ist.

Geräte:

Grosser Eimer, Wasserkocher, feines Sieb, nicht zu dünner, ca. 2m langer, möglichst durchsichtiger Schlauch,

Kaffeefilter, grosse Pfanne, Herd, mehrere Flaschen oder 2. Eimer, Rührstab oder Kochlöffel, Backofen,

Keramikplatte

Chemikalien:

KAS und Wasser

1.Auflösen des Düngers:

In einen grossen Eimer werden ca. 1800g KAS-Körner gegeben, nun wird 1 Liter Wasser zum kochen gebracht.

Man hält einen Rührstab oder Kochlöffel bereit und übergiesst die Körner mit dem kochenden Wasser, während

man gründlich umrührt. Dabei sinkt die Temperatur des Wassers rapide; in kurzer Zeit sogar unter

Zimmertemperatur, (da Ammoniumnitrat sehr leicht in Wasser löslich ist und ein Lösevorgang immer

Wärmeenergie verbraucht). Nun rührt man und rührt man und zwar so lange, bis man mit dem Kochlöffel keine

runden Körner mehr nach oben fischen kann, sondern nur noch einen sandähnlichen Matsch. Das zeigt an,

dass sich das ganze AN aus dem Dünger herausgelöst hat. Sollte man auch nach ewig langem Rühren noch

immer Körner finden, hat man entweder zuviel Dünger oder zuwenig Wasser genommen, so dass die Lösung

bereits gesättigt ist, sollte bei den genannten Mengenangaben aber nicht passieren! Man kann dann damit

leben und trotzdem weitermachen, wobei man einen kleinen Ausbeuteverlust hinnimmt, oder man giesst

langsam etwas heisses Wasser hinzu und rührt solange weiter, bis die Körner aufgelöst sind. Der "Matsch"

besteht im Wesentlichen aus Kalk (Calciumcarbonat = CaCO3), welcher in Wasser so gut wie unlöslich ist und

sich deshalb am Boden sammelt.

2.Entfernen des Kalks:

Diesen Kalk gilt es nun zu entfernen. Es hat sich als unratsam erwiesen, sofort zu versuchen, den Kalk

abzufiltern, da der Filter anderenfalls sofort zusetzt und keine Flüssigkeit mehr durchlässt. Man lässt das Ganze

stattdessen 1 oder 2 Tage stehen bis sich der ganze Kalk am Boden gesammelt hat (der Chemiker sagt:

sedimentieren). Zwischendurch empfiehlt es sich, mit einem feinen Sieb (z.B. Teesieb) den braunen Schaum,

der sich an der Oberfläche gebildet hat abzuschöpfen, so gut es geht. Denn dieser Schaum verstopft ebenfalls

sehr schnell die Poren des Filters. Wenn man irgendwann in den Eimer schaut und eine klare Lösung vorfindet,

die es möglich macht, bis auf den Grund des Eimers mit der Kalkschicht zu schauen, ist die Lösung reif gefiltert

zu werden. Man könnte nun einfach versuchen die AN-Salzlake vom Kalk abzugiessen (zu dekantieren), aber

man kann es auch anders machen, da dabei immer viel Kalk mit aufgewirbelt wird. Man stellt den Eimer auf

eine höhere Ebene und hänge einen Schlauch in die Salzlake, der immer gerade eben unter der

Wasseroberfläche gehalten wird. Nun saugt man an dem Schlauch, der dafür am besten durchsichtig sein

sollte, bis sich dieser mit Lösung gefüllt hat. Man hält den Schlauch zu und lässt ihn herunter hängen, so dass

sich das Ende auf einer niedrigeren Höhe befindet, - also das Saugheberprinzip wird wohl hoffentlich jeder

kennen - wenn man jetzt öffnet, fliesst die ganze Lösung durch den Schlauch. Dabei lässt man sie in einen

Kaffeefilter laufen, unter den man entweder einen Eimer oder nacheinander mehrere leere Flaschen stellt. Bei

Flaschen hat man den Vorteil, dass nachher in den ersten die reinste AN-Lösung ist, und in der letzten die

unreinere, weil dann ja mehr Kalk vom Schlauch angesogen wird, je näher man in Bodensatznähe damit

kommt. So kann man AN in verschiedenen Qualitäten herstellen. Die Flaschen mit der AN-Lösung kann man

ebenfalls nochmals liegen lassen, um weiteren Restkalk zu entfernen. Dazu werden sie schräg liegend wie

Weinflaschen ein paar Tage gelagert, bis sich eine deutliche Kalkschicht in der Flasche gebildet hat. Durch

anschliessendes, vorsichtiges Abgiessen vom Kalk erhält man so eine sehr reine, kristallklare AN-Lösung.

3.Eindampfen des Ammoniumnitrats:

Diese AN-Lösung wird nun in eine saubere, grosse, flache Pfanne gegossen und auf dem Herd gekocht. Dabei

kann es schon sein, dass man eine ganze Weile kochen muss, so 1 Stunde etwa, je nach Menge der Lösung.

Es entweicht Wasserdampf, das AN wird getrocknet. Man erkennt trockenes AN daran, dass in der Pfanne eine

weisse Rauchentwicklung einsetzt, die rasch den Raum einnebelt. Dann sollte man aber lüften, da der Rauch

ungesund ist! Man sollte sich die Zeit merken, nach der dieser Nebel erscheint, damit man beim nächsten Mal

weiss, wie lange es dauert und nicht die ganze Zeit die Pfanne beobachten muss. Das Problem ist, dass das

AN geschmolzen ist und sich somit optisch kaum mehr vom Wasser unterscheidet, aber wenn es sprudelt und

schäumt, deutet sich an, dass nicht mehr viel Wasser vorhanden ist. Wenn man das AN lange genug auf diese

Art erhitzt, kann man sich ein Nachtrocknen im Ofen ersparen. Man lässt die Pfanne gut abkühlen, bis sich ein

starrer, weisser Block in ihr gebildet hat. Die Pfanne wird dann erneut erhitzt, bis das AN anschmilzt und sich

der Block bewegen lässt, dann kippt man ihn aus und zerkleinert ihn z.B. mit einem Hammer in einem

Stoffbeutel oder mühsam mit einem Mörser. Besser wäre natürlich eine Kugelmühle. Tip: Heisses AN lässt sich

viel leichter zerkleinern als kaltes!

4. Nachtrocknen:

Woran man trockenes AN erkennt: Wurde das AN lange genug in der Pfanne erhitzt, ist es trocken und kann

dann sofort - am besten noch heiss - in einer luftdicht verschraubten Kunstoffdose oder in einem luftdichten

Glas, z.B. Einweckglas aufbewahrt werden. Luftdicht deshalb, weil AN stark hygroskopisch ist, d.h. Wasser aus

der Luft aufnimmt, bis es zerfliesst. Dann ist es unbrauchbar und muss erneut getrocknet werden. Hat sich auch

nach längerem Lagern kein Kondenswasser in dem Gefäss gebildet, deutet es darauf hin, dass das AN gut

getrocknet ist und sich für "unsere Zwecke" vortrefflich eignen wird. Auch wenn der erkaltete AN-Block steinhart

ist und sich nur mühsam zerschlagen lässt, ist das AN gut getrocknet.

Anderenfalls muss man das zerkleinerte AN im Backofen bei 120-130°C trockenen, indem man es flach, am

besten auf einer keramischen Platte (zur Not Pizzateller) ausbreitet. Je nachdem wieviel AN es ist, muss man

es kürzer oder länger trocknen, für 1 Kilo etwa 2-3 Stunden als grober Wert. Man sollte AN nicht in

Metallbehältern wie Backblechen trocknen, da diese sehr schnell korrodieren und dann das AN mit Oxiden

verunreinigen. Zumindest sollte man bei Verwendung eines Backblechs reichlich Backpapier benutzen.

by R. I. B.



So geht's auf dann...