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Zu den vielen möglichen 'Lehren' aus Fukushima gehört für mich z.B., noch mehr als bisher für eine schnellere Energierevolution .w.e.l.t.w.e.i.t. einzutreten, inklusive internationale Solidarität der Anti-AKW-Bewegung bzw. gegenseitige grenzüberschreitende Unterstützung - beispielsweise konkret in Fällen wie hier: http://www.utopia.de/blog/freedom-happiness-and-sensitivity-for-beauty-for-all-beings-in-solidarity-berniewa-s-utopia/akw-in-indischem-erdbebengebiet Bitte beteiligt Euch daran und/oder an ähnlichen Initiativen, auf vielfältige Weise (einschließlich dadurch, es einfach weiterzusagen)
Als Argumentationshilfe für alle, die es zufällig vielleicht nicht wissen: Laut wissenschaftlichen Studien z.B. von Jacobson, DeLucci und anderen (2009) könnte schon im Jahr 2030 weltweit der Energiebedarf ohne Uran und fossile Brennstoffe gedeckt werden, sogar wenn damit gerechnet wird, dass dieser 'Bedarf' aufgrund industrieller Entwicklung in vielen Erdteilen stark ansteigt (trotz ebenfalls steigerbarer Energieeffizienz), so dass es also keine Ausrede angebl. "technischer Sachzwänge" gegen eine solche Energierevolution gibt. Und Monokulturen von Energiepflanzen in zerstörten Urwäldern sind dazu übrigens auch nicht nötig
Das Hauptproblem dabei sind die vielen Denkverweigerer, von denen wir im Alltag umgeben sind.
Nicht nur in der Politik (die Politiker kriegen zumindest Geld von der Atomindustrie dafür, dass sie so einen Mist erzählen), sondern auch in der breiten Bevölkerung. Wie vielen Menschen ich z.B. in anderen Foren begegne, die den Umstieg auf Erneuerbare für technisch nicht machbar halten, oder dass dadurch der Strom teurer würde weil Ökostrom ja so hoch subventioniert würde. Und es sind allen ernstes Leute dabei, die glauben, man könnte ein AKW so sicher bauen, dass nichts passieren kann.
Diese Typen sind so etwas von merkbefreit - die lassen sich erst überzeugen, wenn denen so ein AKW direkt vor der Haustür explodiert.
Soweit ich das einschätzen kann, hat es viel zu tun mit falschem Vertrauen und Mangel der Fähigkeit zu wirklich eigenständigem Urteil. Eine Person x gilt als vertrauenswürdig weil sie den eigenen Dialekt spricht, nett aussieht u.s.w. und statt zu prüfen, ob das Vertrauen berechtigt ist, und es ggf zu korrigieren, werden die Meinungen der Person übernommen - Das wiederum hat viel mit positiven und negativen Vorurteilen zu tun: Positive Vorurteile z.B. gegenüber Laufzeitverlängerungsbefürworter_innen und negative Vorurteile gegenüber Leuten, die konträre Meinungen vertreten.
Auch eine Ursache ist schlicht Fehlinformiertheit, z.B. eben dass Erneuerbare Energien unterschätzt werden, oft leider verbunden mit einer mangelnden Bereitschaft, gewisse eigene Meinungen auf den Prüfstand zu stellen (was wiederum mit Vorurteilen, ähnl. wie im Absatz oben, zu tun hat)
Immerhin scheint es aber doch auch möglich, viele Leute einigermaßen zum 'Aufwachen' zu bringen - vgl. nur - z.B. - die letzten Landtagswahlen neulich.
Und wie sagte doch sinngemäß Juri Gagarin, als er - vor nunmehr einem halben Jahrhundert - als erster Mensch die Erde vom Welall aus sah: "Wir müssen diesen Planeten vor Zerstörung bewahren."
Um meinen obigen Beitrag zu bestätigen, habe ich heute eine E-Mail erhalten, die einfach so unglaublich ist, dass ich den Text hier veröffentlichen möchte.
Hintergrund der Mail: Ich habe an meine eigene E-Mail-Signatur die Anti-Atom-Sonne angehangen. Darauf erhielt ich von einem Mitarbeiter einer Firma, mit der ich viel zusammenarbeite die folgende Nachricht:
> Hallo Ralf,
> Deine Plakette "Atomkraft.."
> Finde ich genauso, wie Du, wenn diese Diskussion vor 100 Jahren statt gefunden hätte.
> Bis jetzt hat Deutschland minimalen eigenen Abfall gelagert und die Endlagerstätte bereiten
> intensive Problemen vor. Der größter Teil des Deutschen Abfalls ging und geht nach
> Russland. Nur da gibt es korrekte Endlagerstätte für Brennelemente. Auch Frankreich liefert
> dahin, auch die USA. Die Stäbe brennen aktiv im Werk 15 Jahre lang ab, ohne Strahlung
> zu hinterlassen. Strahlung kommt erst, wenn die Kühlung ausfällt und die Schmelze
> beginnt.
> Unsere Politiker drängen auf Sicherheitsprüfung der AKWs. Das heißt, Stresssituation im
> AKW künstlich schaffen. Das gleiche passierte vor 25 Jahren in Tschernobyl. Nichts
> anderes. Ich war Zeuge.
> Unsere AKWs sind nicht sicherer, sogar noch weniger. Frankreich hat überhaupt keine
> Sicherheit. Der Bevölkerung werden regelmäßig IOD-Pillen nachgereicht. Demnächst wird
> in den USA ein russisches AKW gebaut, weil die sicherer sind. Tschernobyl war ein
> künstlicher Experiment, was ein AKW ohne Kühlung aushalten kann. BUM. Es geht ohne
> Kühlung nicht. Wenn die Stäbe im kühlen Wasser Aktiv 15 Jahre lang arbeiten und billigen
> Strom liefern, passiert nichts, danach kann man die Stäbe mit minimalen Rest Atom
> unterirdisch lagern. Wenn die Arbeits-Stäbe aus dem Wasser gezogen werden, dann
> beginnt der Stress. Kühlung fällt aus, Schmelze beginnt, die Gegend wird verstrahlt.
> Passiv muss man die Stäbe 45 Millionen Jahre lang kühlend lagern. So lange dauert der
> passiver Zerfall des Brennstabs. Wenn die Kühlung in diesen Jahren ausfällt, dann
> passiert BUM und das Leben auf der Erde ist BUM.
> Was wollen wir? Wollen wir passiv 45 Millionen Jahre lang vor dem BUM Angst haben?
> oder wollen wir 15 Jahre lang die geschaffenen AKWs AKTIV arbeiten lassen und danach
> mit kleinen Restrisiko den Rest unterirdisch entsorgen?
> Es ist egal, wo auf der Erde es BUM macht. Irgendwann kommt es nach Deutschland
> zurück. Ich bin der Meinung, wir sollen Stresssituationen an den AKWs meiden. Die Alten
> umbauen bringt noch mehr Unsicherheit. Alt und Neu passen nicht zusammen. Abbrennen
> lassen und danach werden die AKWs ganz normal automatisch abgeschaltet.
> Keine Neue Stäbe zuführen lassen.
Auf meine seeehr deutlichen Antwort, wie viel Sachverstand aus dieser Mail spricht, kam dann diese Reaktion (man beachte: in der ersten Mail wurde ich geduzt, in der zweiten Mail gesiezt ;-) - klare Worte verträgt halt nicht jeder)
> können sie sich vorstellen, dass ich am Uranbergbau lebte? Tabaschar. Das sieht man in
> meinem Pass. Herausgeholt wird es mit normaler Strahlung, die die Erde tag.täglich abgibt
> und sie jeden Tag an ihrem Körper spühren. Erst wenn es angereichert ist, kann es als
> Brennstoff verwendet werden und wird für den Menschen gefährlich.
So lange es Menschen gibt, die so einen Mist wirklich glauben, braucht die weltweite Atomwirtschaft sich um ihre Akzeptanz keine allzu großen Gedanken zu machen.
Fukushima und die deutschen Medien, analysiert von David Harnasch:
Fukushima und der surreale Wandel in der deutschen Politik
"58 Jahre Wohlstand sind genug, jetzt reicht's!" – so muss der Wähler in Baden-Württemberg gedacht haben, als er die Grünen ankreuzte, vermutet David Harnasch. Spitzenpolitiker der Grünen dort: Winfried Kretschmann. Aus der Sicht von Harnasch nicht ..
Kommentare (9)
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Als Argumentationshilfe für alle, die es zufällig vielleicht nicht wissen: Laut wissenschaftlichen Studien z.B. von Jacobson, DeLucci und anderen (2009) könnte schon im Jahr 2030 weltweit der Energiebedarf ohne Uran und fossile Brennstoffe gedeckt werden, sogar wenn damit gerechnet wird, dass dieser 'Bedarf' aufgrund industrieller Entwicklung in vielen Erdteilen stark ansteigt (trotz ebenfalls steigerbarer Energieeffizienz), so dass es also keine Ausrede angebl. "technischer Sachzwänge" gegen eine solche Energierevolution gibt. Und Monokulturen von Energiepflanzen in zerstörten Urwäldern sind dazu übrigens auch nicht nötig
Nicht nur in der Politik (die Politiker kriegen zumindest Geld von der Atomindustrie dafür, dass sie so einen Mist erzählen), sondern auch in der breiten Bevölkerung. Wie vielen Menschen ich z.B. in anderen Foren begegne, die den Umstieg auf Erneuerbare für technisch nicht machbar halten, oder dass dadurch der Strom teurer würde weil Ökostrom ja so hoch subventioniert würde. Und es sind allen ernstes Leute dabei, die glauben, man könnte ein AKW so sicher bauen, dass nichts passieren kann.
Diese Typen sind so etwas von merkbefreit - die lassen sich erst überzeugen, wenn denen so ein AKW direkt vor der Haustür explodiert.
Soweit ich das einschätzen kann, hat es viel zu tun mit falschem Vertrauen und Mangel der Fähigkeit zu wirklich eigenständigem Urteil. Eine Person x gilt als vertrauenswürdig weil sie den eigenen Dialekt spricht, nett aussieht u.s.w. und statt zu prüfen, ob das Vertrauen berechtigt ist, und es ggf zu korrigieren, werden die Meinungen der Person übernommen - Das wiederum hat viel mit positiven und negativen Vorurteilen zu tun: Positive Vorurteile z.B. gegenüber Laufzeitverlängerungsbefürworter_innen und negative Vorurteile gegenüber Leuten, die konträre Meinungen vertreten.
Auch eine Ursache ist schlicht Fehlinformiertheit, z.B. eben dass Erneuerbare Energien unterschätzt werden, oft leider verbunden mit einer mangelnden Bereitschaft, gewisse eigene Meinungen auf den Prüfstand zu stellen (was wiederum mit Vorurteilen, ähnl. wie im Absatz oben, zu tun hat)
Immerhin scheint es aber doch auch möglich, viele Leute einigermaßen zum 'Aufwachen' zu bringen - vgl. nur - z.B. - die letzten Landtagswahlen neulich.
Hintergrund der Mail: Ich habe an meine eigene E-Mail-Signatur die Anti-Atom-Sonne angehangen. Darauf erhielt ich von einem Mitarbeiter einer Firma, mit der ich viel zusammenarbeite die folgende Nachricht:
> Hallo Ralf,
> Deine Plakette "Atomkraft.."
> Finde ich genauso, wie Du, wenn diese Diskussion vor 100 Jahren statt gefunden hätte.
> Bis jetzt hat Deutschland minimalen eigenen Abfall gelagert und die Endlagerstätte bereiten
> intensive Problemen vor. Der größter Teil des Deutschen Abfalls ging und geht nach
> Russland. Nur da gibt es korrekte Endlagerstätte für Brennelemente. Auch Frankreich liefert
> dahin, auch die USA. Die Stäbe brennen aktiv im Werk 15 Jahre lang ab, ohne Strahlung
> zu hinterlassen. Strahlung kommt erst, wenn die Kühlung ausfällt und die Schmelze
> beginnt.
> Unsere Politiker drängen auf Sicherheitsprüfung der AKWs. Das heißt, Stresssituation im
> AKW künstlich schaffen. Das gleiche passierte vor 25 Jahren in Tschernobyl. Nichts
> anderes. Ich war Zeuge.
> Unsere AKWs sind nicht sicherer, sogar noch weniger. Frankreich hat überhaupt keine
> Sicherheit. Der Bevölkerung werden regelmäßig IOD-Pillen nachgereicht. Demnächst wird
> in den USA ein russisches AKW gebaut, weil die sicherer sind. Tschernobyl war ein
> künstlicher Experiment, was ein AKW ohne Kühlung aushalten kann. BUM. Es geht ohne
> Kühlung nicht. Wenn die Stäbe im kühlen Wasser Aktiv 15 Jahre lang arbeiten und billigen
> Strom liefern, passiert nichts, danach kann man die Stäbe mit minimalen Rest Atom
> unterirdisch lagern. Wenn die Arbeits-Stäbe aus dem Wasser gezogen werden, dann
> beginnt der Stress. Kühlung fällt aus, Schmelze beginnt, die Gegend wird verstrahlt.
> Passiv muss man die Stäbe 45 Millionen Jahre lang kühlend lagern. So lange dauert der
> passiver Zerfall des Brennstabs. Wenn die Kühlung in diesen Jahren ausfällt, dann
> passiert BUM und das Leben auf der Erde ist BUM.
> Was wollen wir? Wollen wir passiv 45 Millionen Jahre lang vor dem BUM Angst haben?
> oder wollen wir 15 Jahre lang die geschaffenen AKWs AKTIV arbeiten lassen und danach
> mit kleinen Restrisiko den Rest unterirdisch entsorgen?
> Es ist egal, wo auf der Erde es BUM macht. Irgendwann kommt es nach Deutschland
> zurück. Ich bin der Meinung, wir sollen Stresssituationen an den AKWs meiden. Die Alten
> umbauen bringt noch mehr Unsicherheit. Alt und Neu passen nicht zusammen. Abbrennen
> lassen und danach werden die AKWs ganz normal automatisch abgeschaltet.
> Keine Neue Stäbe zuführen lassen.
Auf meine seeehr deutlichen Antwort, wie viel Sachverstand aus dieser Mail spricht, kam dann diese Reaktion (man beachte: in der ersten Mail wurde ich geduzt, in der zweiten Mail gesiezt ;-) - klare Worte verträgt halt nicht jeder)
> können sie sich vorstellen, dass ich am Uranbergbau lebte? Tabaschar. Das sieht man in
> meinem Pass. Herausgeholt wird es mit normaler Strahlung, die die Erde tag.täglich abgibt
> und sie jeden Tag an ihrem Körper spühren. Erst wenn es angereichert ist, kann es als
> Brennstoff verwendet werden und wird für den Menschen gefährlich.
So lange es Menschen gibt, die so einen Mist wirklich glauben, braucht die weltweite Atomwirtschaft sich um ihre Akzeptanz keine allzu großen Gedanken zu machen.
quod erat demonstrandum
Eben
Ich musste mich gestern sehr zurückhalten, um ihm nicht genau dieses als Antwort zu schreiben ;-)
Fukushima und der surreale Wandel in der deutschen Politik
"58 Jahre Wohlstand sind genug, jetzt reicht's!" – so muss der Wähler in Baden-Württemberg gedacht haben, als er die Grünen ankreuzte, vermutet David Harnasch. Spitzenpolitiker der Grünen dort: Winfried Kretschmann. Aus der Sicht von Harnasch nicht ..
http://www.welt.de/fernsehen/article13065187/Fukushima-und-der-surreale-Wandel-in-der-Politik.html
http://wiedenroth-karikatur.de/02_PolitKari110316_Fukushima_Kernkraftwerk_Unglueck_Nahrung_Gesundheit_Jodtabletten.html