Die Geschichte ist lang, eigentlich zu lang. Seit mindestens 25 Jahren ist meine Erinnerung an die Kindertage mit Wellensittiche verbunden, auch wenn sie nicht meine gesamte Kindheit begleiteten.
Vielleicht liegt es daher nahe, auch den eigenen Kindern einen Pieppiep geben zu wollen. Also zum regionalen Züchter gefahren und eine Lisa mitgenommen :-) Kinderaugen sind begeistert.
Nach einigen Wochen ist die Freude abgeklungen und Lisa einsam. Täglich. Jeden Tag.
Unsere nette Nachbarin hatte Mitleid mit ihr gab einen Hansi dazu. Das erste Mal war Tierliebe größer als befindliche Besitztümer.
Lisa und Hansi waren seit dem Eins und unzertrennlich. Für die lieben Kinden änderte sich nicht viel. Für den Kleinen hiessen nun beiden Vögel Lisa. So einfach ist das am Anfang nicht zu verstehen, dass Lisa nur ein Name war. Mehr Beachtung fanden die Haustiere trotzdem nicht. Sie fühlten sich aber wohl und schnatterten den ganzen Tag.
Zur Urlaubszeit ist das Haustier halten immer problematisch. Eine Kollegin unserer Nachbarin bot sich an und kümmerte sich um das Federvieh. In der Zeit entstand Liebe zwischen der Tochter und den Vögeln. Lange Rede...
Bald hat die liebe Tochter Geburtstag und wird die gelesenen Bücher zu Wellensittiche weit wegräumen können. Ich freu mich so sehr, dass die kleinen Lebewesen nun jemand anderen erfreuen können. Die Halbwertszeit ist leider recht gering, umso mehr ist es schön, dass es keine Tränen oder Entscheidungen der Eltern geben musste, die Pieppieps weiterzugeben.
Wenn es mal mit allen Dingen so einfach wäre, jemanden zu erfreuen und sich selbst zu entlasten. "Meins" ist eben unwichtiger, als man denkt. Man kann nur hoffen, dass die beiden Vögel weiterhin so vergnügt schwatzen.


Kommentare (0)
Beitrag abonnieren