In Niedersachsen findet derzeit an Dutzenden Orten das gleiche statt: möglichst leise werden Hühnerfabriken beantragt und genehmigt, immer unter Berufung auf die Bauprivilegien der Bauernschaft im Außenbereich. Der Großschlächter Rothkötter baut einen Mega-Schlachthof in Wietze bei Celle und braucht dazu Zulieferer. Millionen Hühner müssen jedes Jahr gemästet und geschlachtet werden (dabei bleiben ein paar Hunderttausend auf der Strecke, business as usual). Die Mastanlagen sollen dezentral gebaut werden, da sind die Bauern praktisch Subunternehmer und tragen das Risiko. Aber bis 40.000 Hähnchen "Besatz" sind die Baurichtlinien und die Nachweispflichten (Grundwasserschutz etc.) moderat.Ungefähr 150 von diesen Fabriken braucht Rothkötter rund um seinen Schlachthof. Das Einzugsgebiet reicht bis ins Wendland, in den Kreis Harburg, in die Celler Region.

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In Teplingen sollte auch so eine Fabrik entstehen. Das frei laufende Huhn in der Nemitzer Heide, das man hier sehen kann, ist Lichtjahre von der Lebenswirklichkeit der Hühner in der Fabrik entfernt, obwohl es real keine zwanzig Kilometer sind. Wie in Schnega (auch um die Ecke) regten sich Bürger gegen den Bau der Tierfabrik. Aber es waren letztlich Auswärtige, die die Initiative ergriffen und gegen stumpfe Schwerter wie Bau(un)recht und Behördenschnarcherei eine Platzbesetzung durchführten. Zwei Tage lang hielt die Besetzung - dann kamen die Tierfabrikanten mit ihren Knechten, mit Treckern und Knüppeln. Sie kesselten die Besetzer ein, zerstörten ihre Habseligkeiten und vertrieben sie unter den Augen deer Polizei.

Die Agrarbonzen sollen im Anschluss gefeiert haben. Bauernhand wehrt sich! Sollen sie doch den Wachtelkönig schützen, die Öko-Spinner, und unseren Acker in Ruhe lassen, damit wir da mit dem Leiden der Tiere unsere Euros machen können! Aber die Rechnung wird nicht aufgehen. Der Verbrauch an Geflügel steigt nicht mehr wie ehedem. Wer will denn das Zeug auch noch essen? Rozhkötter zögert mit der Eröffnung seines Schlachthofs, weil er fürchtet, dass sich das doch nicht alles so rechnet, wie er und seine Finanziers sich das erhofft haben.

Und Teplingen bleibt ein Schmutzfleck auf der deutschen Landkarte, das geht nicht mehr ab, dieser Schmierfilm auf dem Namen eines Ortes, dessen Bewohner etwas Anderes verdient haben als solche Schein-Bauern.

P.S. Das Wendland ist schön, trozdem. In Nachbardörfern war während der Kulturellen Landpartie eine Palette von "Wunderpunkten" zu sehen. Teplingen und seine Prügel-Bauern werden das nicht verdecken. Das Wendland ist nämlich eigentlich anders. Niedersachsen auch. Und überhaupt lassen sich die Menschen nicht (mehr) alles gefallen.

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