Maßnahmen am Bohrloch und zum Auffangen des Öls unter Wasser

Die Arbeiten unter Wasser konzentrieren sich weiterhin darauf, verschiedene Lösungsoptionen weiterzuentwickeln, um den Ölaustritt über Eingriffe am Blowout Preventer (BOP) zum Stillstand zu bringen und möglichst viel des an den Lecks austretenden Öls aufzufangen. Diese Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit den Regierungsbehörden und Experten aus der Ölindustrie durchgeführt.

Die Vorbereitungen für die so genannte “Top Kill”-Methode laufen derzeit weiter. Dabei werden in einem ersten Schritt schwere Spezialflüssigkeiten in das Bohrloch injiziert, um das Austreten von Öl und Gas zu unterdrücken. Wenn diese Operation erfolgreich ist, könnte das Bohrloch in einem zweiten Schritt durch das Einspritzen einer Zementmasse dauerhaft versiegelt werden. Die meisten der hierfür benötigten Ausrüstungsgegenstände stehen vor Ort bereit, die Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz dieser Methode in den nächsten Tagen laufen.

Für diese komplexe Vorgehensweise ist nicht nur die Durchführung aufwändiger Diagnoseverfahren sondern auch eine präzise Ausführung der Arbeiten von entscheidender Bedeutung. Daher ist diese Methode mit einem erheblichen Unsicherheitsfaktor verbunden und es lassen sich weder der Erfolg dieser Operation noch ein genauer Zeitplan für ihren Einsatz garantieren.

Die Arbeiten an der ersten Entlastungsbohrung, die am 2. Mai aufgenommen wurden, laufen unverändert weiter, genauso wie die für eine zweite Entlastungsbohrung, die am 16. Mai angelaufen sind. Wir gehen davon aus, dass mit der Fertigstellung jeder dieser Bohrungen drei Monate nach Beginn der Tätigkeiten zu rechnen ist.

Es wird weiter mit Nachdruck daran gearbeitet, das Auffangen von Öl und Gas über die spezielle RITT-Vorrichtung (das so genannte Riser Insertion Tube Tool) zu optimieren. Die dabei aufgefangenen Mengen sind sehr unterschiedlich, die Ursachen hierfür sind in erster Linie die Fließparameter und physikalischen Eigenschaften im Innern der Steigleitung.

Im Zeitraum vom 17. bis zum 23. Mai variierte die pro Tag über das RITT-System aufgefangene Menge an Öl zwischen 1.360 und 3.000 Barrel, während das Volumen des abgeleiteten Gases zwischen ca. 120.000 m³ und mehr als 470.000 m³ schwankte.

Im selben Zeitraum betrugen die täglich aus dem Leck im der Steigleitung aufgefangenen durchschnittlichen Mengen 2.010 Barrel Öl und ca. 280.000 m³ Gas. Das Öl wird auf dem Bohrschiff Discoverer Enterprise in Tanks gelagert und das Gas wird an der Oberfläche kontrolliert abgefackelt.

Die Effektivität und der mögliche Erfolg eines Dauerbetriebs dieser neuen RITT-Technologie zum Aufnehmen von Öl und Gas sind nur schwer einzuschätzen.

Die US-Regierung hat mittlerweile eine spezielle Arbeitsgruppe, das so genannte Flow Rate Technical Team (FRTT) eingesetzt, um die Austrittsmenge an Öl und Gas präziser bestimmen zu lassen. Das FRTT setzt sich zusammen aus Vertretern der US-Küstenwache, NOAA, MMS, des Energieministeriums (Department of Energy - DOE) sowie der Organisation US Geological Survey. BP wird wie bisher unverzüglich sämtliche Daten und Informationen zur Verfügung stellen, die zu einer möglichst genauen Ermittlung der Austrittsmengen erforderlich sind.

Bekämpfung bzw. Eindämmung des Ölteppichs

Die Maßnahmen zur Aufnahme bzw. Auflösung des Ölteppichs auf der Wasseroberfläche werden intensiv weitergeführt. Mittlerweile kommen hier mehr als 1.100 Schiffe zum Einsatz, u.a. Skimmer-Schiffe, Schlepper, Barkassen und weitere Spezialschiffe.

Es wird unverändert mit Hochdruck daran gearbeitet, Öl von der Wasseroberfläche aufzunehmen; mittlerweile sind ca. 243.000 Barrel einer öligen Flüssigkeit aufgenommen worden. Um das Öl von den Küstenregionen fernzuhalten, sind bis jetzt Ölsperren mit einer Gesamtlänge von ca. 800 km ausgelegt worden, darunter mehr als 230 km an Sperren, mit denen Öl aufgesaugt werden kann

23.000 Schadenersatzforderungen sind bis jetzt eingereicht worden, von denen ungefähr 9.000 bereits zur Auszahlung gekommen sind.

Die Kosten für sämtliche Maßnahmen belaufen sich bisher auf ca. 760 Mio. US-$, u.a. für die Bekämpfung und Auflösung des Ölteppichs, das Niederbringen von Entlastungsbohrungen, für an die betroffenen US-Staaten gezahlte Leistungen, beglichene Schadenersatzforderungen sowie für an die US-Regierung zu zahlende Kosten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lassen sich sonstige potentielle Kosten und Haftungsforderungen in Zusammenhang mit diesem Vorfall nicht quantifizieren.

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www.deepwaterhorizonresponse.com

www.bp.com/gulfofmexicoresponse