ROBERT, La. – Das Unified Area Command-Einsatzzentrum für die Koordinierung der Maßnahmen zur Ölkämpfung im Golf von Mexiko arbeitet weiterhin an verschiedenen technischen Optionen, um den Ölaustritt aus dem Bohrloch MC252 einzudämmen und letztendlich vollständig zu stoppen.

Über Nacht gelang der Versuch, eine spezielle Vorrichtung, das so genannte Riser Insertion Tube Tool, in die geborstene Steigleitung auf dem Meeresboden einzuführen und mit diesem Rohr Öl und Gas aus dem Leck abzusaugen. Das Öl wurde über eine ca. 1.500 Meter lange Leitung in Tanks an Bord des Bohrschiffes Discoverer Enterprise geleitet, während das mit dem Öl abgesaugte Erdgas über ein ebenfalls an Bord vorhandenes Fackelsystem kontrolliert abgefackelt wurde.

Der Versuch wurde unterbrochen, nachdem das Rohr in der Steigleitung keinen festen Sitz mehr fand. Auch wenn dies natürlich enttäuschend war, so kam dieser Rückschlag angesichts der schwierigen Einsatzbedingungen nicht unbedingt unerwartet. Das gesamte System ist mittlerweile von Technikern einer eingehenden Prüfung unterzogen und anschließend erneut in die Steigleitung eingesetzt worden.

Die Vorrichtung besteht im Wesentlichen aus einem modifizierten Rohr mit ca. 10 cm Durchmesser und wird in die Steigleitung eingeführt, aus deren Leck der größte Teil des ausströmenden Öls fließt. Auch wenn über dieses Rohr nicht das gesamte austretende Öl aufgefangen werden kann, so ist diese Vorrichtung dennoch ein wichtiger Bestandteil unser Anstrengungen, die Ölverschmutzung im Golf zu reduzieren.

Bei diesem Verfahren, das noch nie in einer derart großen Wassertiefe eingesetzt wurde, wird ein ca. 1,5 Meter langes Stück des Rohres in das Leck am Ende der geborstenen Steigleitung eingesetzt, um Öl und Gas aufzufangen. Diese Methode, die von den US-Bundesbehörden und dem zuständigen Entscheidungsträger vor Ort (Federal On Scene Coordinator) offiziell genehmigt worden ist, sieht auch den Einsatz von Methanol vor. Dieses wird in die Steigleitung eingespült, um so die Bildung von Kristallen, so genannten Gashydraten, zu verhindern. Gas und Öl werden dann auf das Bohrschiff Discoverer Enterprise geleitet.

Die Enterprise verfügt über die entsprechenden Einrichtungen, um Öl, Gas und Wasser aus dem angesaugten Gemisch sicher zu trennen, zu lagern bzw. das Öl auf andere Schiffe verbringen zu können.

Wir werden Sie über die weiteren Entwicklungen so schnell wie möglich informieren.