Es handelt sich hierbei um eine interne Untersuchung, die noch weitere extensive Ermittlungen erfordert. Dazu zählen u.a. weitere Befragungen, umfassende forensische Untersuchungen des Blowout Preventers (BOP), des Bohrlochkopfes sowie der Ölplattform selbst. Alle diese Ausrüstungen befinden sich zurzeit auf dem Meeresboden. Die interne Untersuchung wurde am 21. April 2010 aufgenommen und wird vom Head of Group Safety & Operations bei BP geleitet, der unabhängig direkt an den Group Chief Executive Bericht erstattet.
Der Untersuchungsausschuss hat bisher herausgefunden, dass der Unfall verursacht wurde durch das Versagen einer Reihe von Prozessen, Systemen und Ausrüstungsgegenständen. Es befanden sich mehrere Kontrollmechanismen im Einsatz – Verfahren wie auch Ausrüstungsgegenstände – die den Unfall hätten verhindern bzw. die Auswirkungen der Ölverschmutzung verringern sollen. Die Untersuchungen konzentrieren sich dabei auf folgende Kontrollmechanismen:
1. Die Zementmasse, die das Erdölreservoir vom Bohrloch trennt
2. Das Mantelrohr, mit dem das Bohrloch versiegelt wird
3. Die Druckproben, mit denen bestätigt wird, dass das Bohrloch versiegelt ist
4. Die Durchführung verschiedener Verfahren, um Kohlenwasserstoffe im Bohrloch zu entdecken bzw. unter Kontrolle zu bringen, einschließlich des Einsatzes des BOP
5. Das Not-Aus-System des BOP, welches durch Betätigen eines Druckknopfes (mehrfach an Bord vorhanden) auf der Bohrinsel aktiviert werden kann
6. Der automatische Schließmechanismus des BOP, der bei Unterbrechung der Verbindung zur Bohrinsel aktiviert wird
7. Direkt am BOP vorhandene Eingriffsmöglichkeiten, um den BOP über den Einsatz von Unterwasserrobotern zu schließen und somit das Bohrloch am Meeresboden nach einem Blowout zu versiegeln
„Ich kann gut nachvollziehen, dass die Leute nach einer einfachen Antwort suchen, um zu erfahren, warum dies alles passiert ist und wer dafür die Schuld trägt. Aber in Wahrheit handelt es sich hier um einen komplexen Unfall, verursacht durch eine bisher nie da gewesene Kombination von Funktionsfehlern”, sagt Tony Hayward, BP Chief Executive. „Eine Reihe von Unternehmen sind daran beteiligt, darunter natürlich auch BP, und es ist einfach viel zu früh, um zu sagen, wer dafür die Schuld trägt – und es ist nicht an uns, dies zu tun.“
„Es handelt sich hierbei um eine erste Zusammenstellung von Fakten, die das Untersuchungsteam bis jetzt zusammen getragen hat. Viele Dinge lassen sich noch nicht erklären, aber wir hoffen, dass diese Informationen die Untersuchungen der Regierungsstellen voran bringen. Es war in der Tat ein tragischer Unfall und wir müssen die genauen Ursachen ermitteln, um sicherzustellen, dass sich ein solcher Unfall nicht wiederholt.”


Kommentare (2)
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Da kommen einen doch glatt die Tränen.
Es gab bei BP noch nie einen Unfall und es ist noch niemand gestorben oder verletzt worden und die Erde ist eine Scheibe.
BP hat keine Vorkehrungen getroffen damit der Ölaustritt so schnell wie möglich gestoppt wird. Aus einem Grund: Profitgier.
Und genau diese Art der Unfälle wird sich häufen, weil immer riskantere Ölbohrungen notwendig werden.
Ich würde es ja nicht mal Profitgier nennen, daß keine Vorkehrungen getroffen wurden.
Sondern reines Unwissen.
Man hat schlichtweg keine Ahnung, wie man mit so einem Unfall umgehen soll, bevor er eingetreten ist.
Weil man in nicht simulieren kann, keine Crash-Dummys hat.
Und -Realist- das ist der Unterschied zu den Autounfällen, die Du gestern in einem anderen Thread als Beispiel aufgeführt hast.
Da darf kein Auto gebaut werden ohne genaue Tests.
Natürlich bleibt ein Restrisiko, vollkommen klar.
Nur bei Ölunfällen dieser Art wird sofort die Lebensgrundlage eines riesigen Gebietes zuerstört.
Deshalb ist es nicht vertretbar, dieses Restrisiko zu tragen.
Wir hängen alle -noch- an der Öl-Pipeline.
Das ist auch klar und da will ich gar nicht so sehr den Zeigefinger heben, weil -ich fahre auch Auto.
Das PR-Gebrodel interessiert mich nur am Rande.
Mich interessiert viel mehr welche Alternativen es gibt.
Und ich denke, es läge auch im Interesse der Zukunft von BP sich da massiv zu engagieren und richtig Geld in die Entwicklung von nachhaltigen Energien zu pumpen.
Darüber würde ich gerne hier lesen.
Das würde mir ein gutes Gefühl geben.
Nicht, daß BP heute ein neues Verfahren ausprobiert, das auch nach hinten los gehen kann.
Klappt es (60-70% Wahrscheinlichkeit), dann kann der Ölaustritt stark vermindert werden, klappt es nicht, dann tritt mehr Öl aus, als bisher.
So die Nachricht, mit der ich heute morgen vom Radio-Wecker geweckt wurde.
(Selbst schuld, ich könnte mich ja auch mit Vivaldis 4 Jahreszeiten wecken lassen)