Dabei wurden am 9. Juni 2010 zwischen Mitternacht und 12 Uhr mittags ca. 7.920 Barrel Öl zum Schiff transportiert und zudem rund 421.000 Kubikmeter (15,7 Mio. Standard Kubikfuß) Gas an Bord abgefackelt. Am 8. Juni waren insgesamt 15.000 Barrel aufgefangen und 789.000 Kubikmeter (29,4 Mio. Standard Kubikfuß) Erdgas abgefackelt worden.

Am Morgen des 9. Juni 2010 wurde damit begonnen, die Discoverer Enterprise zu leichtern, d.h. das an Bord dieses Bohrschiffes gelagerte Öl auf den Lastkahn Massachussetts umzupumpen. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, wird die Massachussetts das Öl zu einem Terminal an Land transportieren.

Die genauen Mengen an aufgefangenem Öl und Gas werden zweimal täglich auf der BP Website www.bp.com aktualisiert. Die LMRP-Glocke ist nie zuvor in einer derart großen Wassertiefe und unter den dort herrschenden Bedingungen zum Einsatz gekommen. Daher können die Effizienz und die Eignung dieses Systems zum Auffangen von Öl und Gas nicht als gesichert erachtet werden. Darüber hinaus laufen Vorbereitungen für zusätzliche Verbesserungen und Erweiterungen dieses LMRP-Auffangsystems.

Die erste dieser zusätzlichen Maßnahmen sieht vor, die für die "Top Kill"-Methode am Blowout Preventer (BOP) eingesetzte Verteilereinheit und die vorhandenen Schläuche zu nutzen, um über eine separate Steigleitung Öl und Gas auf die Bohrinsel Q4000 zu pumpen. Diese Mengen würden zusätzlich zu dem über die LMRP-Glocke aufgefangenen Öl abgeleitet. Mit diesem System, das ca. Mitte Juni in Betrieb gehen kann, beabsichtigen wir, die Effizienz des Gesamtsystems zum Auffangen des austretenden Öl-Gas-Gemisches zu erhöhen.

Darüber hinaus planen wir eine weitere Operation, um das Ableiten des Öl-Gas-Gemisches längerfristig über das LMRP-System sicherstellen zu können. Dazu dient eine neue Steigleitung, die in das Wasser gelassen wird und ca. 100 Meter unterhalb der Wasseroberfläche endet. Von dort kann sie über flexible Schläuche mit einem Tankschiff verbunden werden. Über diese eher langfristig angelegte Option lässt sich die Verbindung mit der Steigleitung schneller herstellen bzw. lösen und bietet somit die größtmögliche Flexibilität im Falle eines Hurrikans. Wir erwarten, dass diese Verbesserung des Auffangsystems ca. Anfang Juli fertig gestellt wird.

Die erste Entlastungsbohrung hat seit Aufnahme der Arbeiten am 2. Mai 2010 mittlerweile eine Tiefe von ca. 4.260 Metern erreicht. Die Tiefe der zweiten Entlastungsbohrung (Bohrbeginn am 16. Mai) beträgt zurzeit über 2.600 Meter, die Arbeiten hier werden in Kürze fortgesetzt. Wir gehen davon aus, dass mit der Fertigstellung jeder dieser Bohrungen ca. drei Monate nach Beginn der Tätigkeiten zu rechnen ist.

Bekämpfung bzw. Eindämmung des Ölteppichs

Die Maßnahmen zur Aufnahme bzw. Auflösung des Ölteppichs auf der Wasseroberfläche, zum Schutz der Küsten und zur Reinigung von ölverschmutzten Uferbereichen werden intensiv weitergeführt.

Hierfür kommen jetzt fast 3.600 Schiffe zum Einsatz, u.a. Skimmer-Schiffe, Schlepper, Barkassen und weitere Spezialschiffe. Mittlerweile sind ca. 383.000 Barrel einer öligen Flüssigkeit aufgenommen worden.

Um das Öl von den Küstenregionen fernzuhalten, sind bis jetzt Ölsperren mit einer Gesamtlänge von mehr als 700 km ausgelegt worden, darüber hinaus kommen über 820 km Ölsperren zum Einsatz, mit denen Öl aufgesaugt werden kann.

Ca. 42.000 Schadensersatzforderungen sind bis jetzt eingereicht worden, von denen mehr als 20.000 bereits mit einer Gesamtsumme von ungefähr 53 Millionen US-$ zur Auszahlung gekommen sind. Über speziell geschaltete Telefonnummern haben mehr als 173.000 Anrufer BP Hilfsangebote unterbreitet.

Zusatzinformationen

Die Kosten für sämtliche Maßnahmen belaufen sich bisher auf ca. 1,43 Mrd. US-$, u.a. für die Bekämpfung und Auflösung des Ölteppichs, das Niederbringen von Entlastungsbohrungen, für an die betroffenen US-Staaten gezahlte Leistungen, beglichene Schadensersatzforderungen sowie für an die US-Regierung zu zahlende Kosten. In der o.g. Summe ist eine erste Teilzahlung in Höhe von 60 Mio. US-$ für den Bau von Schutzwällen vor der Küste Louisianas bereits erfasst. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lassen sich sonstige potenzielle Kosten und Haftungsforderungen in Zusammenhang mit diesem Vorfall nicht quantifizieren.