1. Abfallverbrennung
das sich in der Verbrennungstechnologie in den letzten 10 Jahren viel verändert habe, weiß ich, weil es Teil meines Studiums ist. Zum Suchen in meinen Skripten von der Uni habe ich gerade nicht die Zeit, aber diese Quelle fast vieles ganz nett zusammen:
http://www.itad.de/information/studien/297.Lahl_Steven_Muell-Magazin_.html
(was man alles findet, wenn man mal zehn Minuten im Netz sucht)
Ich habe nicht alles gelesen, nur die Tabellen und sie zeigen, wie alle Messdaten, die ich bisher so gesehen habe, dass man vor einer modernen Müllverbrennungsanlage keine Angst haben braucht. Die Dinger sind schon extrem sauber und deutlich besser als die Abgaswerte aus der industriellen Produktion. Bei Industrieanlagen gelten etwas anspruchslosere Grenzwerte und entsprechend sind daher auch deren Emissionen.
Was einzelne Verbrennungsanlagen angeht, so kann man bei vielen auf der Website die Emissionswerte nachlesen. Dort kann sich jeder selber ein Bild davon machen, wie viel Flusssäure und ähnliches mit dem eigenen Müll in die Luft gejagt wird.
Hier zwei Beispiele, die ich eben durch googlen gefunden habe:
http://www.swd-ag.de/unternehmen/entsorgung/index.php
http://www.heb-hagen.de/ueber-uns/technik/technik/143-emissionswerte-muellverbrennungsanlage.html
Das Unternehmen in ihren eigenen Anlagen verbrennen dürfen halte ich ehrlich gesagt für eine gute Idee. Wenn ein Unternehmen Produktionsabfälle selbst verbrennt, dann muss es sich auch an die selben Grenzwerte wie eine Müllverbrennungsanlage in öffentlicher Hand halten.
Der Abfall eines Unternehmen verändert sich bei konstanter Produktion nicht gravierend in der Zusammensetzung. Dadurch kann die Verbrennungsanlage und die anschließende Rauchgasreinigung sehr exakt eingestellt werden und die Emissionswerte dürften entsprechend noch besser sein, als bei öffentlichen Verwertungsanlagen.
Verbrennungsanlagen in öffentlicher Hand können immer nur grob im Voraus wissen, was sie in nächster Zeit in welchen Mengen angeliefert bekommen. Das zu verbrennende Gemisch variiert daher immer etwas und macht die Verbrennung und Abgasreinigung schwieriger. Wie unter anderem aus obigen Quellen zu sehen ist schaffen die öffentlichen Verbrennungsanlagen trotzdem gute Abgaswerte, allerdings wären sie bei sortenreiner Verbrennung noch mal deutlich besser.
<!-- @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } A:link { so-language: zxx } -->2. Gore-Tex, Sympatex, Vaude
[Edit: 02.02.2011, Ich habe begonnen, die Struktur dieses Artikels zu verändern, damit er übersichtlicher wird.]
2.1 Gore-Tex
Sehr wahrscheinlich ist Gore-Tex eine ungünstige Wahl, was die Umweltverträglichkeit der Produkte angeht. Nicht wegen deren Entsorgung, die stellt zumindest in Deutschland kein Problem da, sondern wegen ihrer Produktion, wenn man von den von bastler gegebenen Informationen ausgeht.
2.1.1 umweltfreundliche Produktion?
Auf der Website von Gore-Tex gibt es ganz unten extra den Punkt „Umwelt“ zum Anklicken und hier schon zeigt sich, dass es dieser Firma weit weniger wichtiger ist als der genannten Konkurrenz Vaude (s.u.). Ganze vier Absätze widmet Gore-Tex dem Thema und bietet dazu ein gehaltloses pdf-Dokument auf englisch an, in dem ebenfalls kaum verwertbaren Aussagen getroffen werden.
Ganz am Ende des pdf-Dokuments heißt es, die Firma hätte in Maryland für ihre Firmen schon viele Preise bekommen, weil sie so schön den Müll trennen. Schöner wären Preise für hervorragende Emissionswerte.
Bei einem Blick in die FAQ erstaunt Gore-Tex mit folgender Aussage:
„Die Auswirkungen unserer Herstellungsprozesse auf die Umwelt bewerten wir regelmäßig im Rahmen eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 und leiten die notwendigen Maßnahmen ein. Dieser Umweltstandard für Produktionsprozesse wird bis Ende 2009 weltweit in allen unseren Produktionsstätten implementiert sein.“
(http://www.gore-tex.de/remote/Satellite/inhalt/kundendienst/faq/6 )
Leider bietet die Seite von Gore-Tex keine weiteren Informationen dazu, ob sie diese hehren Ziele auch tatsächlich erreicht haben und wie genau sich das Ganz positiv auf die Umweltverträglichkeit der Firma ausgewirkt hat. Anders als bei Vaude kann man hier keine Bericht abrufen.
2.1.2 umweltfreundliches Produktleben?
Die in den FAQ gegebenen Antworten klingen recht ehrlich und decken sich mit den beiden vorhergehenden Seiten. Im Grunde lässt sich die Einstellung der Firma so zusammenfassen: Für Gore-Tex ist die Langlebigkeit das entscheidende Moment für umweltgerechte Produkte und für die Langlebigkeit schlägt das Herz der Firma. Für anderes interessiert man sich notgedrungen/ irgendwie auch, vielleicht weil man es in der Branche mittlerweile muss.
In Sachen Langlebigkeit kann Gore-Tex tatsächlich punkten: So einen Service, um ein Produkt so lange wie nur möglich am Leben zu halten bietet Sympatex und Vaude nicht. Wenn sie das doch anbieten, bitte ich um Entschuldigung, aber ich habe nichts gefunden.
[Edit: Auch Vaude bietet einen ähnlichen Service (siehe 2.2.2).]
Die Anweisungen zur Pflege der Produkte haben mir durchaus gefallen: Waschen und Trocknen. Zum Nachimprägnieren einschicken, damit das Spray nicht in die Umwelt gelangt, und bei Löchern ein Reparaturset anfordern oder ebenfalls einschicken.
Mal von der Lebenszeit abgesehen wird es schon schwieriger bei Gore-Tex, da merkt man, dass die hauseigene Begeisterung eher gering ist.
2.1.3 umweltfreundliches Produkt?
Es wird angegeben, dass die Gore-Tex-Produkte (genauso wie bei Sympatex) nach Ökotex-100 zertifiziert sind. Geworben wird zudem damit, dass man keine Weichmacher, etc. für die eigenen Produkte verwenden muss. Das hat was für sich. Da aber nicht ganz klar ist, wie die Situation bei der Konkurrenz aussieht und ob diese Zusatzstoffe der Plastik-Produkte schlimmer sind als die Rohmaterialien von TPFE ist dieser Vorteil als relativ zu betrachten.
[Edit: Zebadger hat vorhin darauf hingewiesen, dass Gore-Tex auch nach bluesign zertifiziert wurde. http://www.bluesign.com/index.php?id=157]
Näheres zur Chemie folgt später. Vorläufig lohnt sich da der Blick unten in die Kommentare.
2.2 Vaude
Was mich bei Vaude mehr beeindruckt hat als die Werbung bei McTrek ist das umfangreiche ökologische und soziale Engagement. Weder Sympatex noch Gore-Tex zeigen so viel Interesse am Thema Umwelt wie Vaude. Dafür zeigen beide mehr Interesse an ihrem eigenen Produkt. Ceplex wird von Vaude mehr als stiefmütterlich behandelt.
2.2.1 umweltfreundliche Produktion?
Die Firma Vaude nimmt als einzige an EMAS teil. EMAS basiert auch auf der ISO 14001. Anders als bei Gore-Tex, werden die eigenen Jahresberichte auf der eigenen Website veröffentlicht. Lesen konnte ich den leider nicht, da beim Anklicken des Links sich eine leere Seite öffnete (liegt an den Einstellungen meines Web-Browsers).
http://www.vaude.com/de_DE/emas-iso14001.asp
[Edit: Vaude ist ein Mitglied der Fair Wear Foundation. Wieder einmal Danke an fairskate. Da ich noch keine Gelegenheit hatte, mich selbst näher mit dieser Organisation zu befassen, gibt es erstmal nur diese kurze Information.]
2.2.2 umweltfreundliches Produktleben?
Auch Vaude setzt auf Langlebigkeit und bietet einen Reparaturservice an. Zum Imprägnieren kann man die Produkte nicht einsenden, dafür wird aber ein (angeblich?) umweltfreundliches Spray angeboten.
http://www.vaude.com/de_DE/gebrauch-pflege.asp
Zum Recycling bei Vaude: Das ECOLOG Recycling Netzwerk wurde ein Jahr nach Gore-Tex GORE™ BALANCE PROJECT™ initiiert und existiert immer noch. Oder so ähnlich.
„Leider nahmen zu wenig Kunden unseren ECOLOG-Service in Anspruch. Wir führen das Recycling Netzwerk daher nicht allein weiter. Stattdessen haben wir ECOLOG für die gesamte Outdoor-Branche geöffnet, indem wir Infrastrukturen, Erfahrungen und Arbeitszeit in die “End-of-product-life” Arbeitsgruppe des Branchenverbands European Outdoor Group (EOG) einbringen.“ http://www.vaude.com/de_DE/end-of-product-line.asp
Bei der European Outdoor Group (http://www.europeanoutdoorgroup.com/?lang=de) habe ich die „End-of-product-life“ Arbeitsgruppe nicht gefunden. Vielleicht wurde sie mittlerweile umbenannt oder irgendwo integriert.
In einem anderen Bereich wird Folgendes geäußert: „Wir suchen einen Abnehmer für unseren Produktionsverschnitt an beschichteten Textilmaterialien, damit wir diesen nicht mehr als Restmüll entsorgen müssen.“
http://www.vaude.com/de_DE/vaude-fabrik-obereisenbach.asp
Ich nehme daher mal an, dass die schöne Jacke, oder was auch immer, anscheinend auch diesen Weg zu gehen hat, wenn sich das mit dem Netzwerk als Flop erweist.
2.2.3 umweltfreundliches Produkt?
Bei Vaude kann man etwas über die Vorzüge von Sympatex lesen und auch woraus es besteht (http://www.vaude.com/de_DE/on-the-way.asp). Interessanterweise findet man dafür nichts zu Ceplex, außer, dass es aus PU (und PET?) besteht. Diese Info gibt es bei den Technischen Daten im Produkt-Katalog. Hier als Beispiel http://www.vaude.com/epages/Vaude-de.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/Vaude/Products/02042/SubProducts/020423000100.
Vaude hat einen eigenen Standard für die Umweltverträglichkeit von Outdoor-Produkten entwickelt, den bluesign Standard. [Edit: Vaude nimmt an bluesign teil, hat es aber nicht erfunden. Danke an fairskate für den Hinweis.]
An sich macht er einen guten Eindruck auf mich und auch die Idee des Green Shape-Konzepts finde ich lobenswert. Ob es sich dabei nur um heiße Luft handelt ist für mich schwer abzuschätzen.
Green Shape: http://www.vaude.com/de_DE/green-shape-1774.asp
Bluesign Standard: http://www.bluesign.com/index.php?id=home&L=1
Ich habe nachgeschaut, ob sich andere schon mal den Bluesign Standard angesehen haben und bin dabei auf einen Artikel bei Ökotest vom 18.11.2010 gestoßen. Wahrscheinlich haben sich noch mehr zu bluesign geäußert, aber auf Anhieb habe ich nur das hier entdeckt:
„Bewertung: Das Label bietet einen sehr umfassenden Ansatz und will auf vielen Ebenen für schadstoffarme, umweltfreundlichere Produktionsabläufe sorgen. Es ist aber kein Garant für absolut schadstofffreie Endprodukte. Zum Teil sind die Bluesign-Grenzwerte sehr streng, häufig aber weniger streng als die Abwertungsgrenzen, die ÖKO-TEST anlegt.“
http://oeko-test.de/cgi/index.cgi?artnr=10817;gartnr=90;bernr=10;co=;suche=bluesign
Auch scheint ein Produkt von Vaude, eine Kinderregenjacke bei einem Test auf Schadstoffe bei Ökotest 2010 durchgefallen zu sein. Die Jacke bestand aus Ceplex (http://www.vaude.com/epages/Vaude-de.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/Vaude/Products/01197/SubProducts/011970941760) und enthielt erhöhte Werte bei den zinnorganische Verbindungen (vgl. Interview, S.6). Nur eine Firma wurde mit „ausreichend“ bewertet und Vaude war es nicht.
http://oeko-test.de/cgi/index.cgi?artnr=96361;bernr=07;seite=05;co=;suche=kinderregenjacken
Die gesamten Testergebnisse konnte ich leider nicht abrufen. Entweder sind sie nicht da, oder es ist das gleiche Problem wie beim Jahresbericht oder ich bin zu doof dafür.
Der Test und die Bewertung des Labels sind beide schon etwas älter und es ist durchaus möglich, dass sich beides inzwischen deutlich verbessert hat.
Angeblich gibt es einen Test vom letzten Jahr, aber das scheint eine falsche Information zu sein. Wenn jemand diesen Test findet/ zu Hause hat, würde mich sehr interessieren, was die Ergebnisse waren.
Näheres zur Chemie folgt später. Vorläufig lohnt sich da der Blick unten in die Kommentare.
Zwischenfazit: Mir scheint, man hat die Wahl zwischen giftigen PFOA-Resten bei Gore-Tex und einem Cocktail an ungesunden Zusatzstoffen bei Vaude und Sympatex. Ich schmeiße die beiden in einen Topf, da sie ähnliche/ gleiche Grundmaterialien verwenden.
2.3 Sympatex
Sympatex glänzt weder durch Vaudes umfassendes Interesse an umweltfreundlicher Produktion noch durch Gore-Tex Leidenschaft für Langlebigkeit. Im Grunde glänzt das Unternehmen in keinem Bereich.
[Edit: Sympatex stellt nur die gleichnamige Membran her, keine kompletten Kleidungsstücke. Danke an fairskate für den Hinweis.
Die Weiterverarbeitung zur Ladenware erfolgt über eine ganze Reihe von Unternehmen, unter anderem auch Vaude. Diese weiterverarbeitenden Firmen müssten daher eigentlich betrachtet werden und weniger Sympatex selbst. Daher habe ich mein Fazit bezüglich Sympatex stark verändert.]
2.3.1 umweltfreundliche Produktion?
Auf Grund mangelnder Informationen gibt es dazu vorerst keine Aussage
2.3.2 umweltfreundliches Produktleben?
Ein kleines Detail bei den Pflegehinweisen fand ich interessant: Jeder kann seine Jacke in Ruhe zu Hause imprägnieren. Anders als bei Vaude wird allerdings kein (angeblich?) umweltfreundliches Spray dafür angeboten noch gibt es den bei umweltunfreundlichen Sprays sinnvollen Einsendeservice von Gore-Tex.
Sympatex behauptet, das eigene Produkt sei so recyclingfähig wie eine PET-Flasch. Diese Aussage sehe ich sehr kritisch.
http://www.sympatex.com/oekologie/sympatex-membran/100_recycelbar
Reines PET kann man recyceln. Es fällt mir allerdings schwer vorstellbar, das beschichtete oder zusammengenähte Stoffe für Anlagen, die auf so lustige Sachen wie Plastiktüten und -flaschen spezialisiert sind, so ohne weiteres trennbar sind.
Ich vermute, dass entsprechende Textilien eher in der Anlage aussortiert und dann doch zur Verbrennungsanlage weitergeleitet werden, zusammen mit den anderen Fehlwürfen. Dazu müsste man mal beim grünen Punkt nachfragen. Vielleicht mache ich das auch noch, wenn ich später mal Zeit und Lust dazu habe. Zudem, falls ein derartiges Recycling tatsächlich möglich wäre, warum empfehlen andere Hersteller dann die Entsorgung über den Hausmüll?
Anders als Vaude oder Gore-Tex gibt es bei Sympatex keinen Hinweis auf ein eigenes Recycling-Angebot, auch keines, das nicht mehr existiert.
2.3.3 umweltfreundliches Produkt?
Die eigenen Produkte sind nach bluesign (wie Vaude & Gore-Tex) und Ökotex-100 (wie Gore-Tex) zertifiziert und das scheint der Firma auch schon ökologisches Engagement genug zu sein.
http://www.sympatex.com/oekologie/zertifikate
Sympatex nimmt an keinem Umweltmanagementsystem teil, wie an EMAS (siehe Vaude), noch interessiert es sich für die ISO 14001-Norm (wie Gore-Tex zumindest von sich behauptet).
Sympatex besteht also aus Polyetherester, einem dem PET ähnlichem Produkt welches biologisch abbaubar sein soll (http://www.sympatex.com/oekologie/sympatex-membran/sympatex_im_vergleich?set_language=D ). Der reine Rohstoff dürfte sich tatsächlich biologisch abbauen, ob das für mögliche Zusatzstoffe auch gilt, ist allerdings offen.
Im Wikipedia-Artikel zu PET-Flaschen werden unter den Nachteilen Antimon und östrogenhaltige Substanzen genannt (http://de.wikipedia.org/wiki/PET-Flasche#Nachteile). Da stelle ich mir die Frage, in wie weit diese Substanzen auch in Sympatex & Co. Verwendung finden.
Laut nachfolgendem Wikipedia-Artikel gar nicht: http://de.wikipedia.org/wiki/Sympatex
Allerdings sind da noch die Kinderregenjacken, die bei Ökotest so schlecht abgeschnitten haben (s.o.) und es ist offen, ob eine Sympatex-Jacke dabei war.
Das Umweltbundesamt hat sich 2009 folgendermaßen zu dem Thema bioabbaubare Kunststoffe geäußert:
„Die Entwickler, Hersteller und Anwender biologisch abbaubarer Kunststoffe sind bisher den Nachweis schuldig geblieben, dass ihre Produkte eine mindestens gleichwertige Umweltverträglichkeit wie Erzeugnisse aus traditionellen Kunststoffen besitzen. “
aus: „Biologisch abbaubare Kunststoffe“, S. 9, Absatz 2; Umweltbundesamt 2009, www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3834.pdf
Auch hier kann sich mittlerweile etwas getan haben. Entsprechende Informationen habe ich bisher nicht gefunden.
3. Mein Fazit
[Edit: Text verändert am 2.2.12.]
Letzten Endes würde ich mein Geld bei Vaude lassen, da deren Produkt Ceplex auf mich am Vertrauenerweckensten wirkt. Das Unternehmen scheint in allen Bereichen weit vorne zu liegen. Das Grundmaterial ist höchst wahrscheinlich etwas umweltverträglicher als TPFE von Gore-Tex und zudem interessiert sich die Firma nicht nur für ihre Membran sondern auch für alle anderen Materialien, die in ihren Produkten zum Einsatz kommen. Vaude setzt auf Langlebigkeit, sozial- und umweltverträgliche Produktion und hat sich für ein Recycling stark gemacht.
Das alles sollte belohnt werden.
Gegen Gore-Tex spricht das oberflächliche Interesse an Umweltbelangen und die mangelhaften Informationen in dem Bereich. Der Grundstoff TPFE ist sehr problematisch, trotzdem hat das Unternehmen die gleichen Zertifikate bekommen, die auch Sympatex hat. Ob dies für Gore-Tex oder gegen Sympatex spricht ist offen.
Positiv fällt dafür das Interesse an Langlebigkeit und ein guter Service rund um die Instandhaltung der Produkte auf. Beides hat Vaude allerdings auch.
Sympatex ist ein schwieriger Fall, da das Unternehmen keine fertigen Kleidungsstücke herstellt. Es kann also sehr empfehlenswerte Produkte geben die Sympatex enthalten, aber auch solche, von denen man die Finger lassen sollte. Es hängt vieles von der weiterverarbeitenden Firma ab.
Was mir bei Sympatex nicht gefallen hat, ist, wie dünn deren Interesse an einem rundum umweltfreundlichen Produkt aussieht. Weder schreibt sich das Unternehmen Langlebigkeit auf die Fahne, noch zeigt es ein offenes Interesse an umweltfreundlicher Produktion und sinnvollem Recycling. Da das Material sehr ähnlich zu Ceplex ist, sehe ich derzeit keinen Grund, Sympatex Vorrang vor Vaude zu geben.


Kommentare (18)
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bastler
schrieb am 01.02.2012 um 01:35 ¶Dein Name scheint als Programm gedacht zu sein. Das Lesen Deines Blogs rief in mir eine Mischung aus Be- und Verwunderung hervor.
Zu Deinem letzten Kommentar hätte ich eine Frage: auf welchen Ökotest-Artikel beziehst Du Dich? Ist er möglicherweise schon etwas älteren Datums und hat er überhaupt etwas mit den hier diskutierten Beschichtungen zu tun?
Ich frage deshalb, weil ausgerechnet Ökotest (vor ca. 5 Jahren) einen sehr kritischen Artikel zu Gore-Tex herausgegeben hatte (wo es auch um die Belastung mit PFOA durch das Tragen von Gore-Tex beschichteten Textilien ging) und wohl auch ein Verbot von PFOA gefordert wurde, wohingegen Sympatex & Co. dort anscheinend noch nicht thematisiert worden sind.
Zitat Ökotest:
"Wir haben jetzt prüfen lassen, ob Regenjacken und Imprägniersprays PFOA, PFOS und andere perfluorierte Verbindungen freisetzen können. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin zufolge hätten wir uns zumindest den Test der Regenjacken sparen können. Denn eine Freisetzung aus Kleidungsstücken sei dem BfR nicht bekannt und sei auch nicht zu erwarten, erklärte der Pressesprecher auf Anfrage von ÖKO-TEST. Trotzdem haben wir fünf Goretex-Jacken und drei Imprägniersprays eingekauft und in einem der wenigen Labors untersuchen lassen, die mit diesen Chemikalien Erfahrung haben.
Das Testergebnis
Alle fünf untersuchten Jacken geben Perfluoroktansäure [PFOA] ab. Die Mengen liegen zwischen 0,08 und 0,60 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg)."
Wobei klar ist: ohne PFOA gäbe es auch kein Gore-Tex und auch keine Teflon-Pfannen, denn PFOA wird als Emulgator für die Herstellung von PTFE/Gore-Tex benötigt.
Aktuell sind übrigens neben der karzinogenen und Mißbildungen verursachenden Wirkung von PFOA auch Schädigungen der Schilddrüse sowie des Fettstoffwechsels (signifikant überhöhte Cholesterinwerte bei Kindern) bekannt geworden und ins Visier wissenschaftlicher Untersuchungen gerückt.
das_wundertier
schrieb am 02.02.2012 um 21:51 ¶das ÖkoTest-Zitat gehört zu einem Test von 2009, in dem Kinderregenjacken auf Schadstoffe untersucht wurden. Es ist der selbe, den ich oben in meinem Text verwendet habe.
Hier noch mal der Link:
http://oeko-test.de/cgi/index.cgi?artnr=96361;bernr=07;seite=05;co=;suche=kinderregenjacken
Ich hatte bisher nicht weiter den Nerv dazu, mich mit der Website auseinanderzusetzen, weshalb ich immer noch nicht den Test selber lesen konnte, sondern nur den Artikel. Auf der sechsten Seite ist unten ein Interview mit Vaude und dort werden die erhöhten Werte bei den zinnorganischen Verbindungen erwähnt.
Hast Du zufällig einen Link zu Deinem Zitat über Gore-Tex? Ich würde das dann gerne oben mit verwenden.
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