20 Jahre später. Der kleine Bioladen an der Ecke mit seinem überschaubaren Sortiment wird vom Stadtteil-Biosupermarkt abgelöst. Das Motto heute “Bio für alle” soll natürliche, frische Lebensmittel, zu jeder Jahreszeit Obst und Gemüse aus der ganzen Welt, aber auch Fertigkost für die schnelle junge Bio-Küche in möglichst alle Haushalte bringen, soll Gesundheit versprechen und die strapazierte Natur retten. In den Regalen stehen aufgereiht meist gut designte Markenartikel. Wer seine Käufer erreichen will muss sich von konkurrierenden Produkten der unzähligen Mitbewerber, aber auch von den Bio-Produkten der Supermarktketten abheben. Nicht nur die Qualität, der Preis sondern auch das Design entscheidet ob eine Ware im Einkaufswagen landet. Die Konsumenten sind nicht mehr nur die Puristen und Hardliner der kleinen “weniger ist mehr-Generation”. Die Neo-Grünen sind jung, erfolgreich, kaufen gern, kaufen ökologisch und möglichst stylisch, denn Öko steht für eine bessere Welt ist hipp, ist Lifestyle und erreicht vereinzelt auch schon mal Kult-Status.
Gutes Design muss nicht im Widerspruch zu öko-sozialen Werteideen stehen. Es kann durchaus dazu beitragen die Welt zu retten. Das ideale Öko-Produkt, wie auch das Design ist heute jedoch sehr komplex und strebt ein ganzheitliches Denken an. Das Öko-Design verspricht ein Konsumgut mit Langlebigkeit zu sein, ist jederzeit reparierbar oder bestenfalls zu 100% recyclebar und lässt dadurch die Müllberge wesentlich langsamer wachen. Die meist zeitlosen Konsumgüter sind aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, zertifiziert, sind sozial korrekt mit den Anspruch nach mehr Lebensqualität für möglichst alle Menschen dieser Erde.
Für den Designer stellt sich mit der neuentdeckten Verantwortung für unseren blauen Planeten, für die Menschen die auf ihm Leben und die zukünftigen Generationen die darauf noch leben sollen, heute eine zusätzlichen Herausforderung die weit mehr als nur Gestaltung, Formgebung, Funktion und Einkommensquelle ist. Ökodesign-Strategien zielen heute darauf ab, die umweltschädlichen Auswirkungen auf den gesamten Lebenszyklus eines Produktes zu sehen, angefangen von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung, Verteilung, den Gebrauch bis hin zur Weiter- oder Wiederverwendung und Entsorgung.


Kommentare (2)
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Aber ich komme natürlich auch in einem Bio-Supermarkt nicht an Verschweisstem, Verpackten vorbei. Und ehrlichgesagt, ich weiss nicht, ob diese Verpackungungen imm recyclebar sind (hoffe es zumindest)
Also, Öko-Design finde ich gut, allerdings muss es auch sichtbar werden, vielleicht ein Label.
Zumindest würde es vielleicht auch Umsteigern (deshalb muss man ja nicht Grüner sein) leichter fallen, dann auch solche Produkte zu kaufen.
Die erste grosse Tat wäre es die Plastiktüte in ganz D als recyclebares Stück einzuführen. Zumindest dürfte es andere Tüten ohne Preisaufschlag nicht mehr geben.
Nun hat die Verpackung in erster Linie einen funktionalen Charakter. Sie ist Informationsträger und muss aber auch z. B. Inhalte länger frisch zu, sie gegen Wärme, Licht und Transportschäden zu schützen, weil die Waren flüssig, viskos, körnig, pulvrig, mehlig… sind, weil der Gesetzgeber eine Verpackung aus hygienischen Gründen vorschreibt... Ein sehr komplexes System also welches uns das Ressourcen einsparen nicht gerade einfach macht.
Das Design ist sekundär. Wenn ich die Möglichkeit habe eine Verpackung mit Bild- und Textinformationen zu füllen, dann freut sich doch unser Auge mit Sicherheit über einen gut aufbereiten lesbaren Text, eingebettet in einem angenehmen Farbdesign und einer ästhetisch schönen Hülle! Da Hersteller verständlicherweise gerade ihr gesundes Produkt werbewirksam innerhalb der Vielzahl an gleichen oder ähnlichen Angeboten in den Regalen positionieren wollen wird es keine uniformen Verpackungen geben.
Da ich Verpackungen, wie auch Transportmittel (Tüte, Jutesack, Karton) benötige, wähle ich die Variante, die unsere Umwelt am wenigsten schadet also einen
- geringst möglichen ökologischen Schaden anrichtet
- wertvolle Ressourcen einspart
- Energie bei der Erzeugung zu reduziert
- Mehrfachnutzen anstrebt
- langlebig ist
- und danach recyclebar ist
- oder umweltfreundlich entsorgt werden kann...
Die Jutetasche hat mit Sicherheit den mit Abstand höheren ökologischen Nutzen als eine so genannte "Einwegtüte"!