Nachdem ich mich mit dem Bürgermeister der Gemeinde Bodenheim - Herrn Becker-Theilig - unterhalten hatte und er mir Unterstützung beim Vorhaben zugesichert hatte, die Gemeinde bunter und grüner zu gestalten, klang alles sehr positiv.
Doch nachdem er nun mehrfach auf Termine verwiesen hatte und sich dann wieder melden wollte, reagiert er nun seit einigen Wochen gar nicht auf meine Anfrage was die geplante Pflanzung von Zwiebelblumen angeht.
Offensichtlich tut er es den anderen Politikern gleich, bei denen es an heißer Luft nicht mangelt.
Ich werde bei den nächsten Bürgermeisterwahlen nicht nur ihn nicht mehr wählen, sondern die ganzen Windbeutel der Kommunalpolitik boykottieren, die wieder antreten werden. Kurz gesagt - die Nichtwähler-Partei bekommen einen Wähler mehr... Das ist wirklich schade, weil ich ein eigentlich überzeugter Anhänger der Demokratie und der Wahlen bin. Doch seit der brutalen Polizeiaktion gegen Stuttgart21-Demonstranten und der Vorschlaghammermethode, derer sich die von ihrer jeweiligen Lobby geschmierten Volksvertreter bedienen, hat diese Überzeugung bei mir einen starken Dämpfer erlitten. Die nun überzeugende Vorstellung des Gemeindebürgermeisters tut sein Übriges.
Trotz allem werde ich jedoch an dem Ziel, die Gemeinde zum Wohle der biologischen Vielfalt grüner und bunter zu gestelten, festhalten und nun eigene Aktionen starten. - Auch ohne amtliche Genehmigung.
Denn mein Ziel ist und bleibt der Naturschutz.


Kommentare (6)
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gerfi
schrieb am 17.10.2010 um 14:35 ¶Dude
schrieb am 18.10.2010 um 09:27 ¶Jens.Hansen
schrieb am 18.10.2010 um 09:36 ¶Nichtwählen ist keine Lösung. Aktiv mitgestalten geht gerade auf der lokalen Ebene ganz gut.
Jaggie
schrieb am 18.10.2010 um 19:04 ¶Ich denke, in unserer Gemeinde wird ein grüner Kandidat leider keine Mehrheit bekommen. Und ich selbst bin auch nicht "der Politiker". Ich war mal bei der Grünen-Verbandsgemeinderatsfraktion und habe kurze Zeit mitgearbeitet. Allerdings war mir alles zu theoretisch und überhaupt nicht "ur-grün". Das Thema "Kinderbetreuung" stand ganz oben, der Umweltschutz ganz unten. Und überhaupt wurden mir viel zu viele Kompromisse eingegangen.
Sicher ist es auch eine Überlegung wert, zu kandidieren.
Aber ich werde nun zunächst einmal versuchen, innerhalb der Gemeinde Mitstreiter zu finden, die sich auch engagieren möchten. Vielleicht bewegt sich dann der Herr Bürgermeister mehr.
Und ich werde auch ein paar Ecken begrünen und bepflanzen, die momentan einfach nur verdreckt und teils verwildert sind. :-)
Praktische Arbeit liegt mir mehr am Herzen. - Politik ist mir irgendwie zu theoretisch. Und es gibt eben auch viel zu viele Windbeutel, die große Versprechungen machen und davon nicht den Hauch einhalten.
inaktiver User 37802
schrieb am 18.10.2010 um 19:12 ¶Einfacher wird's wenn einfach einer bestimmt, wo es lang geht. Aber wollen wir das?
Jaggie
schrieb am 18.10.2010 um 19:32 ¶Nur stand hinter diesen Kompromissen der Naturschutz immer im Hintergrund.
Man siedelte zwar eine Eidechsen-Population von einem alten Gleisbett um, auf dem eine Ortsrandstraße gebaut werden sollte. Man pflanzte junge Bäume, nachdem man die alten gefällt hatte - zusammen mit Hecken und Sträuchern mitten in der Vogelbrutsaison und in der Blütezeit. Man sorgte für "Ausgleichsflächen". Doch trotzdem sieht der jetzige Lebensraum der Eidechsen schecht aus und sie befinden sich nur relativ neben der Ortsrandstraße. Wenn dort dann einmal Verkehr herrscht - momentan ist man sich noch nicht schlüssig, wie die Straße weitergeführt werden soll und alles liegt bis auf Weiteres auf Eis - werden die Eidechsen dann wohl als Verkehrsopfer enden. Und trotz allen Neupflanzungen stehen die Spechte und Eulen, die von den alten Bäumen abhängig waren, nun vor jungen Bäumen, die zudem nicht schnell wachsen und erstrecht keine Höhlen aufzuweisen haben. Und auch die Ausgleichsflächen wurden nur halbherzig begrünt, man geht jährlich mit der Vorschlaghammermethode durch diese Grünflächen und verhindert somit die Ansiedlung von Wildblumen oder "Natur".
Ohne Kompromisse funktioniert nichts. - Das ist klar. Aber bürdet man der Natur nicht schon genügend Kompromisse auf? Macht man diese Kompromisse nicht schon auf Kosten der Natur? Wird eine Straße geplant, müssen halt die Bäume weichen. Wird ein Haus gebaut, muss eben der alte Baumbestand weg. Wird ein Fluss begradigt, verschwinden eben einige natürliche Lebensräume. Hier ein kanalisierter Graben, dort ein Ackerfeld, anderswo ein Einkaufsmarkt, hier ein wenig Brennholz und geschlagene Bäume, dort ein Industriegebiet, anderswo der Ausbau eines Flughafens. Bei jeden einzelnen Projekt findet man auch gute Gründe. - Seien es Arbeitsplätze, die Versorgungssicherheit, die Entlastung des Ortes (durch die erwähnte Ortsrandstraße) oder schlicht die Notwendigkeit (Brennholz, Ackerland)
Doch im Großen und Ganzen ergeben alle Kompromisse ein erschreckendes und trauriges Bild dieser Welt. - Das eines immer weiter schwindenen Ökosystems.
Kompromisse sind das eine - faule Kompromisse das andere. Und genau diese sind es, die mich an der Politik so stören.
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