Das wäre eigentlich eine Gute Frage, aber ich wll das besser gleich anhand eines Beispiels diskutieren.

Bekleidung ist die Produktkategorie, die im Onlinehandel am meisten gekauft wird -> statista.com
Darum nehme ich gedanklich als Beispiel eine Hose, die in Deutschland hergestellt wird und einerseits online andererseits in einem Geschäft in meinem Stadtviertel verkauft wird/werden könnte. Das Produkt selbst nehme ich als 100% fair und ökologisch an, wie z.B. augschburgdenim

Eine genaue Aufstellung nach Transportkilometer und Energieverbrauch ist nur im Einzelfall machbar, mir ging es dabei auch um eine Vorstellung, wo die Knackpunkte sein können.

Ich habe dazu auch keine genaue Untersuchung gemacht, sondern stütze mich auf Beobachtungen, Gespräche und Recherchen. Ich freue mich, wenn jemand die Ausführungen mit Zahlen/Studien belegen oder auch widerlegen kann. Sinn des Beitrags ist ein Anstoss einer sachlichen Diskussion.

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Transport:

Online: vom Hersteller zum Onlinehändler, vom Onlinehändler zum Versender (evtl. 0km, wenn Versender abholt), Versand zum Käufer. Keine händlerübergreifende Vorsammlung und gemeinsame Zustellung der Produkte.

Stationär: vom Hersteller zum Geschäft (evtl. mit Grosshändler dazwischen), vom Geschäft zum Käufer (der dazu aber erst zum Geschäft fahren muss, wie, hängt vom Käufer, bzw. der Lage des Geschäfts ab). Der Käufer bringt die Produkte natürlich nicht einzeln nach Hause, sondern hat dann eben mehr Taschen.

Fazit: unklar, einige "wenns" zu beachten:

Wenn ich die Hose im Geschäft kaufe und dorthin radle, könnte es umweltfreundlicher sein als sie online zu bestellen. Der Bonus kann aber durch nicht optimierte Logistik zunichte gemacht werden.
Wer mit dem KFZ in ein Einkaufszentrum fährt, ist wahrscheinlich weniger umweltfreundlich, als wenn das Produkt geliefert wird (gemeinsam mit einigen anderen im Stadtviertel). Eine optimierte Logistik, die Produkte nach Empfängeradresse sammelt und damit nicht mehrere Paketdienste durch die Stadtviertel kurven lässt kann viel Einsparung bringen.

Die Langstrecke vom Hersteller zum Händler (online und stationär) kann verkürzt werden, wenn sie auf einer Linie mit der Empfängeradresse liegt, Negativbeispiel: Hersteller in Norddeutschland, Onlinehändler in Süddeutschland, Empfänger in Flensburg. Abhelfen könnten gemeinsame regionale Lager, von denen die Pakete konfektioniert werden und die von den Herstellern direkt beliefert werden.


Verpackung:


Vom Hersteller zum Onlinehändler/stationärem Handel: je nach Menge in Schachteln, Kisten, auf
Kleiderständern mit Schutzfolie. Verpackung wird teilweise auch wiederverwendet, hängt vom Hersteller ab.

Online: Schachtel, meist noch Schutzfolie. Beides wird meistens weggeworfen (ist aber gut trennbar), manchmal wiederverwendet.

Stationär: Einkaufstüte, die weggeworfen, wiederverwendet oder auch abgelehnt wird.

Fazit: stationärer Handel ist eher umweltfreundlich, der Onlinehandel kann sich verbessern durch Rücknahme und Wiederverwendung von Verpackung. Der stationäre Handel kann sich verbessern, wenn Einkaufstaschen (meist aus Plastik) nicht so aufgedrängt werden, oder auch mit Rücknahme und Wiederverwendung der Taschen, bestes Beispiel: die dm-manomama-Pfandtasche

Energieaufwand:

Online: für Lagerung, Lagerlogistik, Büro, Internet

Stationär: für Lagerung, Laden (Beleuchtung, Heizung), Büro

Fazit: grössere stationäre Händler haben gewaltige Aufwände für die Beleuchtung und im Winter für Heizung. Ich glaube nicht, dass die aufwändigere Lagerhaltung bei vergleichbar grossen Versandhändlern das auch in diesem Ausmaß hat.

Werbung:

Online: meist eher auch online, teilw. auch Kataloge und Beilagen zum versendeten Produkt.

Stationär: meist eher Print (Flyer, Anzeigen in Zeitschriften etc., Kataloge)

Fazit: kommt auf die jeweilige Zielgruppe an, was eher gewählt wird. Werbung, die nicht ankommt, kostet in jedem Fall Rohstoffe bzw. Energie und somit Geld. Einsparungspotential gibt es vor allem bei der Verminderung des Streuverlustes, was aber Kernthema jeder Kampagne ist.


Andere Geschäftsbereiche:

sind mE eher gleich, und unabhängig von der Handelsform

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Grundsätzlich lässt sich mE nicht sagen, dass Onlinehandel per se weniger umweltfreundlich ist.

Wenn es geschafft wird, dass:

1. die Zustellungen zum Käufer vorab etwas gesammelt werden und nicht mehrere Paketdienste täglich durch die Wohngebiete fahren,

2. Verpackung zurückgenommen wird, kann mit Systemschachteln vllt. auch über ein Pfandsystem geregelt werden.

könnte Onlinehandel sogar umweltfreundlicher sein.