Das wäre eigentlich eine Gute Frage, aber ich wll das besser gleich anhand eines Beispiels diskutieren.
Bekleidung ist die Produktkategorie, die im Onlinehandel am meisten gekauft wird -> statista.com
Darum nehme ich gedanklich als Beispiel eine Hose, die in Deutschland hergestellt wird und einerseits online andererseits in einem Geschäft in meinem Stadtviertel verkauft wird/werden könnte. Das Produkt selbst nehme ich als 100% fair und ökologisch an, wie z.B. augschburgdenim
Eine genaue Aufstellung nach Transportkilometer und Energieverbrauch ist nur im Einzelfall machbar, mir ging es dabei auch um eine Vorstellung, wo die Knackpunkte sein können.
Ich habe dazu auch keine genaue Untersuchung gemacht, sondern stütze mich auf Beobachtungen, Gespräche und Recherchen. Ich freue mich, wenn jemand die Ausführungen mit Zahlen/Studien belegen oder auch widerlegen kann. Sinn des Beitrags ist ein Anstoss einer sachlichen Diskussion.
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Transport:
Online: vom Hersteller zum Onlinehändler, vom Onlinehändler zum Versender (evtl. 0km, wenn Versender abholt), Versand zum Käufer. Keine händlerübergreifende Vorsammlung und gemeinsame Zustellung der Produkte.
Stationär: vom Hersteller zum Geschäft (evtl. mit Grosshändler dazwischen), vom Geschäft zum Käufer (der dazu aber erst zum Geschäft fahren muss, wie, hängt vom Käufer, bzw. der Lage des Geschäfts ab). Der Käufer bringt die Produkte natürlich nicht einzeln nach Hause, sondern hat dann eben mehr Taschen.
Fazit: unklar, einige "wenns" zu beachten:
Wenn ich die Hose im Geschäft kaufe und dorthin radle, könnte es umweltfreundlicher sein als sie online zu bestellen. Der Bonus kann aber durch nicht optimierte Logistik zunichte gemacht werden.
Wer mit dem KFZ in ein Einkaufszentrum fährt, ist wahrscheinlich weniger umweltfreundlich, als wenn das Produkt geliefert wird (gemeinsam mit einigen anderen im Stadtviertel). Eine optimierte Logistik, die Produkte nach Empfängeradresse sammelt und damit nicht mehrere Paketdienste durch die Stadtviertel kurven lässt kann viel Einsparung bringen.
Die Langstrecke vom Hersteller zum Händler (online und stationär) kann verkürzt werden, wenn sie auf einer Linie mit der Empfängeradresse liegt, Negativbeispiel: Hersteller in Norddeutschland, Onlinehändler in Süddeutschland, Empfänger in Flensburg. Abhelfen könnten gemeinsame regionale Lager, von denen die Pakete konfektioniert werden und die von den Herstellern direkt beliefert werden.
Verpackung:
Vom Hersteller zum Onlinehändler/stationärem Handel: je nach Menge in Schachteln, Kisten, auf
Kleiderständern mit Schutzfolie. Verpackung wird teilweise auch wiederverwendet, hängt vom Hersteller ab.
Online: Schachtel, meist noch Schutzfolie. Beides wird meistens weggeworfen (ist aber gut trennbar), manchmal wiederverwendet.
Stationär: Einkaufstüte, die weggeworfen, wiederverwendet oder auch abgelehnt wird.
Fazit: stationärer Handel ist eher umweltfreundlich, der Onlinehandel kann sich verbessern durch Rücknahme und Wiederverwendung von Verpackung. Der stationäre Handel kann sich verbessern, wenn Einkaufstaschen (meist aus Plastik) nicht so aufgedrängt werden, oder auch mit Rücknahme und Wiederverwendung der Taschen, bestes Beispiel: die dm-manomama-Pfandtasche
Energieaufwand:
Online: für Lagerung, Lagerlogistik, Büro, Internet
Stationär: für Lagerung, Laden (Beleuchtung, Heizung), Büro
Fazit: grössere stationäre Händler haben gewaltige Aufwände für die Beleuchtung und im Winter für Heizung. Ich glaube nicht, dass die aufwändigere Lagerhaltung bei vergleichbar grossen Versandhändlern das auch in diesem Ausmaß hat.
Werbung:
Online: meist eher auch online, teilw. auch Kataloge und Beilagen zum versendeten Produkt.
Stationär: meist eher Print (Flyer, Anzeigen in Zeitschriften etc., Kataloge)
Fazit: kommt auf die jeweilige Zielgruppe an, was eher gewählt wird. Werbung, die nicht ankommt, kostet in jedem Fall Rohstoffe bzw. Energie und somit Geld. Einsparungspotential gibt es vor allem bei der Verminderung des Streuverlustes, was aber Kernthema jeder Kampagne ist.
Andere Geschäftsbereiche:
sind mE eher gleich, und unabhängig von der Handelsform
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Grundsätzlich lässt sich mE nicht sagen, dass Onlinehandel per se weniger umweltfreundlich ist.
Wenn es geschafft wird, dass:
1. die Zustellungen zum Käufer vorab etwas gesammelt werden und nicht mehrere Paketdienste täglich durch die Wohngebiete fahren,
2. Verpackung zurückgenommen wird, kann mit Systemschachteln vllt. auch über ein Pfandsystem geregelt werden.
könnte Onlinehandel sogar umweltfreundlicher sein.


Kommentare (32)
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P.S. Ein weiterer Aspekt wäre die soziale Komponente bei der Distribution durch einen Online-Händler (Stichwort: Mindestlöhne bei großen Online-Shops wie Amazon, Zalando und Co.). Ein paar Kriterien habe ich gestern in dieser Guten Frage noch genannt: http://www.utopia.de/gutefragen/fragen/welchen-online-shop-fuer-schuhe-koennt-ihr2/antworten/34867#comment_36003 und diese Doku in der ZDF Mediathek empfohlen: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1691356/ZDFzoom-Gnadenlos-billig#/beitrag/video/1691356/ZDFzoom-Gnadenlos-billig
Ich habe schon auch nachgedacht über die soziale Komponente, die ist bei stationären Händlern aber das Gleiche. Manche missachten sie (Diskussionen über die Behandlung der Mitarbeiter bei schlecker u.a. sind ja bekannt), der Durchschnitt ist halt durchschnittlich und einige kümmern sich richtig drum. Kann man mE nicht generell an online bzw. stationär festmachen.
Zunächst fängt die Nachhaltigkeit natürlich beim Produkt selber an, denn auch dieses hat in der Regel kleine Komponenten, die gerne mal übersehen werden. Dann ist z.B. das Shirt bio-zertifiziert, aber nicht der Druck, oder es werden Etiketten aus Polyester verwendet. Bei uns ist neben dem Shirt auch der Druck GOTS und IVNbest zertifiziert. Als Etiketten verwenden wir solche aus naturbelassener Baumwolle. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Für nachhaltige Unternehmen sollten Verpackungen aus Plastik absolut tabu sein. Wir verwenden nur Verpackungen aus Altpapier.
Beim Versand selber besteht mit Sicherheit das Hauptproblem. Wir versuchen dieses soweit möglich zu minimieren, indem wir als Versandpartner DHL GoGreen verwenden. Desweiteren überlegen wir momentan, ob wir als zusätzlichen Ausgleich Klimaprojekte unterstützen sollen. Vor diesem Hintergrund finden wir diese Diskussion sehr interessant und sind auf weitere Kommentare gespannt.
Euer Alex von
108 Degrees - Fair Organic Streetwear & Clubwear
www.108degrees.de
Ist es eigentlich grundsätzlich möglich/sinnvoll, Verpackung zurückzunehmen und wiederzuverwenden?
also wie erfolgt der Transport in diesem und jenem Fall - Hersteller- Importeur/Großhandel - evtl. Zwischenhändler - Online-Shop - Kunde genau?
wie kauft der Kunde normalerweise ein?
Um welche Warengrößen handelt es sich?
Wie müssen Waren gelagert werden?
Was ändert sich durch den Kauf bei einem speziellen Online-Shop?
Wie erfolgt Informationsbeschaffung, Bestellung, u.s.w. alternativ?
Das kann jedes mal völlig anders ausfallen. Wie immer, Beispiele von mir:
in aller Regel liefere ich die allermeisten Waren direkt vom Hersteller oder dem Großhandel/Importeur an den Kunden. D.h. mind. ein Versandweg wird gespart. Andererseits könnte es sein, dass das Großlager 100 Stück an den kleinen Laden um die Ecke liefert - wäre also ein "Aufwasch". Kürzlich hatte ich aber den Hammer: ein Inselwechselrichter vom berühmten österreichischen Hersteller sollte an einen österreichischen Kunden gehen. Da beim Großhandel gerade ausverkauft, dachte ich, die lassen dann direkt liefern. NO - erst nach Deutschland, dann wieder zurück.
Weiß der Kunde vorher, was er will und hat den Bestand evtl. abgefragt, "fährt" er wie auch immer zum Laden (realitätsbezogen mit dem Auto) und kann das Produkt mitnehmen. Kommt er aber an, um die Bestellung erst aufzugeben oder erfährt, dass Ausverkauft - fällt eine weitere Fahrt an.
Ein Kunde, der z.B. auf einer Insel wohnt, wird immer warten und sammeln, bis er in die Großstadt zum Einkauf fährt. Bestellt er etwas, dann kommt ein Paketdienst oder gar Spediteur u.U. extra zu ihm gefahren, inkl. übersetzen. Ein Postzusteller (DHL) fährt jeden Tag sowieso in das eine oder andere Wohngebiet - egal ob mein Pächchen dabei ist oder nicht. Der Mehr"verbrauch" ist marginal. Eine große Ware wird immer extra vom Sped. gefahren und wenn im Laden bestellt werden musste, wird auch diese extra dorthin gefahren. Manchmal von einem nahegelegenen Lager, manchmal von einem Entfernten.
Wir drucken seit Jahren keinerlei Prospekte, Angebote, nicht mal eine Rechnung. Sparen also Papier, Tinte, Strom, Transport, Müll. Andererseits suchen Kunden mit Stromverbrauch unsere Waren im Netz. Und nicht Wenige (trotz Hinweis) bringen es fertig und drucken dann mal so "eine" Webseite von mit aus. z.B. Solarmodule = ca. 50 DIN A 4 Seiten... oder einen Email-Schriftverkehr!
Wie gesagt, erfolgt bei uns der Versand meist direkt von den Herstellern. Nun bestellt ein Kunde eine Insel-Solarstromanlage, die wir oder er zusammen gestellt hat. Da kann es passieren, dass alle Komponenten (4 - 8 Stück) von verschiedenen Versandlagern zu ihm kommen. Hätte er dies (beinahe unmöglich) in einem Laden geholt, wäre es für ihn eine Fahrt gewesen. Der Laden hat das vorher aber auch von 8 Firmen bekommen. Und manche Konkurrenten von uns (mit viel kleinerem Programm) lagern auch tatsächlich bei sich - versenden also in einem Stück, die Ware, die vorher von 8 Firmen kam...
Wann es heftig wird ist, wenn der Kunde sich vertan hat oder einfach storniert oder es dann anderswo doch mal billiger gefunden hat = wenn alles zurück geschickt wird. Dann bleiben wir nicht nur auf dem Kram hocken, sondern es wurde für nix und wieder nix, Zeug durch Deutschland verschippert. Gleichzeitig kann theoretisch (wenn auch nicht gesetzlich garantiert) im Laden auch ein Umtausch passieren. Noch trauen sich viele Online-Käufer das nicht - aber grundsätzlich haben sie dann viel eher das Recht dazu, was Manche gerne missbrauchen. Von einem Online-Öko-Kleiderladen weiß ich, dass er häufig im Sommer (nach einem Event) getragene Kleidung zurück bekommt - was er im Laden einfach ablehnen würde...
Und zu guterletzt:
die allermeisten meiner (!) ökologischen Produkte kann man eigentlich weder im normalen Laden finden, noch direkt mitnehmen oder transportieren! Es kommt also wieder drauf an...
Beim vorhin erwähnten Buchhandel oder Plattenladen sieht das ganz anders aus.
Die tägliche Route der Zusteller durch die Wohnviertel gibts von jedem Zustelldienst. Aber das wird dann wohl wirklich nicht mehr ausmachen, als wenn die Leute alle selber mit dem Auto was abholen. (so ist es derzeit ja auch noch meistens), würde eigentlich dafür sprechen, die Zusteller besser auszulasten.
Lieferung direkt vom Hersteller find ich gut. Wäre schön, wenn das alle unterstützen, woran liegt es, dass der eine österr. Hersteller das nicht macht? Zuviel Organisationsaufwand?
Dass direkt vom Hersteller geliefert wird, geht bei Kleidung, Kosmetik, Medien und den Kleinkram-Konsumgütern (FMCG im Fachsprech) wohl eher nicht.
Bei Kosmetik weiss ich einen österr. Hersteller von sog. "Frischekosmetik", die auch direkt liefern, weil aber auch keine "Frischhaltemittel" drin sind und das daher nicht in irgendwelchen Lagern länger rumliegen sollte.
Genau anders herum als üblich, hieß es dort, Direktversand nur bei Großbestellungen...
Übrigens kaufen auch viele Schweizer bei mir ihre namhaften Schweizer Wechselrichter und Skandinavier oder Ferienhausbesitzer aus dem Norden die Komposttoiletten aus Skandinavien - weil eben hier günstiger...
Erst wenn Transporte teuer werden, wird das aufhören...
Ach so: vieles, was in Ebay so ganz superbillig, aber nagelneu angeboten wird, kommt direkt per Post & Co. aus China! Selbst 5 Euro-Artikel! Und die günstigen CD´s und DVD `s bei Amazon meist aus England...
UPS und Andere sehe ich häufiger täglich MEHRFACH (je nach Service) in unser Wohngebiet rein- und sofort wieder rausfahren. Hermes und die Post fahren die Straßenzüge nach festgelegter Tour ab. Spediteure fahren manchmal für eine einzige Zustellung 50 km weit.
> den Kleinkram-Konsumgütern (FMCG im Fachsprech) wohl eher nicht.
Und wäre auch sicher nicht sinnvoll. Grad Kleinkram kommt ja oft aus Asien und da würde die ganze zusätzlich notwendige Verpackung auch mehr Gewicht beim Transport bedeuten. Gemeinsam genutzte, regionale Versandzentren sind da sicher besser.
> Ach so: vieles, was in Ebay so ganz superbillig, aber nagelneu angeboten wird, kommt direkt per Post & Co. aus China!
Und wird zweimal verwendet, kommt dann in den Müll, der nach Afrika entsorgt wird. Dort kauft sich China auch ganz schön Land zur Versorgung der chin. Bevölkerung.
> UPS und Andere sehe ich häufiger täglich MEHRFACH (je nach Service) in unser Wohngebiet rein- und sofort wieder rausfahren.
Scheinbar sind die Transportkosten echt noch viel zu niedrig, dass die nicht von selber draufkommen, das effizienter zu machen. Kostet ja auch unnötig Zeit.
@MichaelK: vllt. wäre eine Zwischenstufe zum regionalen Versandlager das lokale Empfangslager (so wie die Post es mit den Packstationen versucht), sollte aber von jedem angefahren werden und nicht extra kosten, dafür alle vier Häuserblocks verfügbar sein.
Oder so etwas: http://www.memo.de/memo-Stapel-Box/Versand-und-Verpackung/Bueroartikel.memo?groupId=18414&page=group.jsp
Ginge allerdings nur per Pfand, oder man packt das Produkt gleich aus, und der Botendienst nimmt die Box gleich wieder mit.
Gäbe es allerdings gemeinsame regionale Versandzentren sähe die Ökobilanz anders aus. Ob nun der Karton zur Altpapierverwertung oder zum Versandzentrum transportiert wird dürfte was den Transport angeht aufs gleiche rauskommen. Letzteres spart aber das Recycling ein und hätte somit die bessere Bilanz.
Idealerweise wird die Verpackung von den Zustelldiensten kostenlos mitgenommen (einige Tage nach einer Zustellung kommen sie ja so und so wieder vorbei) und in den Versandzentren kann möglichst ressourcenschonend zwischen noch brauchbaren und schon unbrauchbaren Verpackungen unterschieden werden.
Momentan halte ich einen Teil der erhaltenen Kartons vor um sie für Weiterverkäufe gebrauchter oder Einsendungen defekter Produkte zu nutzen. Auch fürs Einpacken von Geschenken eignet sich so manches. So spare ich zumindest an dieser Stelle Verpackung ein.
Sollte natürlich auch für alle Versender möglich sein, da was einzulagern.
danke für den Blog als gedanklichen Anstoß.
a) ich finde die Fragestellung gut, wichtig und sehr bedenkenswert
b) komme ich zunächst zu keinem annähernd wissenschaftlichen Ansatz (oder zumindest zu einem wahnsinns-Sachlichen; an der Uhrzeit solls aber nicht liegen ;-)
c) frage ich mich persönlich auch immer wieder, ob ich lieber online bestellen soll oder nicht, neige ich ja immer eher dazu, den Laden "um die Ecke" zu unterstützen (besonders bei Buchbestellungen bei denen es "pressiert"...kommt mir das dann immer gelegen, dass ich hier und da mal online zuschlage; was ja gar nicht sein müsste...
zum Thema "umweltfreundlich" - finde ich - ohne das jetzt betriebswirtschaftlich und sonstwie geprüft zu haben, also nur meinungsvertretend (meine FETTE Meinung): jeglichen Transport halte ich grundsätzlich für NICHT umweltfreundlich. Notwendig sind natürlich viele Transporte.
Ich erlaube mir aber zu behaupten, dass die meisten Transporte, die mit unserem heutigen, derzeitigen Konsumverhalten einhergehen bzw. durch dieses hervorgerufen und verursacht werden, vermeidbar sind (weil letztlich m.E. noch mehr Abgase in die LUft gepustet werden) und anders abgewickelt werden könnten - (solche Güter wie die von @Hannilein natürlich ausgeschlossen).
Also immer wenn wir Waren - und mir ist das so schnurz wie nur was, sorry, ob das jetzt "angenommen ökologisch und fair" hergestellt ist oder nicht - transportieren, verladen, lagern, nochmal laden, transportieren...sorry, dann benötigen wir doch dieses verdammte Benzin, den Diesel usw. und das ist doch schädlich.
Daher neige ich sehr dazu, dieses Beispiel "nehmen wir mal an, die Hose..." nicht als einziges Beispiel sehen zu können, sondern ich potenziere das sofort hoch auf die Kauflust unserer modernen Gesellschaft "bestelle schnell mal ne Pizza, morgen was vom Chinesen, "bestelle das Buch", "ersteigere das Spielzeug für junior auf einem Marktplatz im Internet", "drucke online die Karte für das Kino übermorgen um das an der Kasse stehen zu sparen", "online banking", "bestelle die Schuhe und die Handtasche bei...", "bestelle die Kamera, die reduziert ist" usw. usw.
Wie viele Haushalte bestellen wie viele Dinge im Monat im Internet? Wie viele Haushalte pro Straße tun das pro Monat, pro Woche?
Ich habe keine Zahlen, ich habe keine Ahnung, wer die erheben dürfte, niemand vermutlich. Hoffe ich.
Interessant zu wissen, wäre es aber doch.
Aber ich stelle mir meine Straße vor, in der ich wohne, einige nette Menschen, auch die nicht Netten, stelle ich mir weiter vor, wie sie wohl was bestellen würden...und dann ergibt sich für mich ein imaginäres Bild. Die einen kaufen dies online mehr, die anderen jenes.
Wer schippert diese ganzen Waren, Güter in der Gegend herum? Und meine allerwichtigste Frage: brauchts des, was wir da bestellen, dass das jeder einzeln bestellen und sich vor die Tür karren muss oder ist das eine Zeitfrage? Dass man - vor lauter 40-100 Stunden arbeiten müssen gar keine Zeit mehr hat für "in Echt einkaufen" gehen? Zum Beispiel zu Fuß...wie früher? Oder was ist es eigentlich, was wir WIRKLICH online kaufen sollten, was wir uns wünschten. Und aus welchem Grund ist das so?
Gibt es den Hersteller nur dort im Netz, weil er sich kein Lager leisten kann und will. Macht es dann auch Sinn, ihn zu unterstützen? Lager kosten Geld. Viel Geld. Schneller Umschlag von Waren ist gewünscht. Schnelle Lieferung für den Kunden auch...wem ist aber in Wirklichkeit geholfen?
Viele viele Fragen...ich muss nen Punkt machen ;-)
Wir haben ältere Nachbarn, die (Übertreibmodus MAX) frische Unterhosen einzeln per Paketdienst täglich angeliefert bekommen, die Zustellung von Bestellkatalogen übertrifft in Gewicht die Summe an bestellten Waren, ohne diesen Wahnsinn schon an Printmaterial einzudämmen, kommt der zuhause festsitzende Geldbörsenklammerer nicht auf die Idee, er könne dieses Mal seine honorige Pflichtbestellung von 1 bis 5 aus 100.000 (wie im Gewinnspiel, eigener Auftrag zur Zahl der Katalogartikel) solange verschieben, bis echter Bedarf im Haushalt aufkommt.
Ich neige ja bekanntermaßen zur Vorratsbestellung, Papier von memo wird , falsch: wurde in mehreren 500er Packs geordert und liegt hier herum, die Qualität ist hervorragend, Problem: wir verbrauchen es nicht. Hätten wir mehr davon, vielleicht würde ich es zur Hausdämmung an der Aussenwand verwenden (bundesweite Berühmtheit wäre uns gewiss) oder als improvisierte Steigleiter beim Deckenstreichen inkl. Beschleunigungsfaktor für Eintritt der Lebensversicherung. Wozu all der Kram gut sein kann ... ich gestehe, just in time ist unserer Haushaltsführung nicht das Leitprinzip, Verbrauchsartikel, Kleidung sogar Treibstoff für´s Auto kaufe ich auf Vorrat.
Nicht etwa aus geisttötender Geizmotivation oder grenzdebiler Frühverrentung im Pappa-ante-Portas-Stile - Angebote schlage ich dennoch nicht aus - sondern aus dem Bemühen, das Einkaufsverhalten zu rationalisieren. Klingt abschreckend, ist es in Praxis .. teilweise. ;-) Würden uns monatelang Videokameras der Nachbarn filmen, sie würden zu dem Schluß gelangen, wir benutzten kein Toilettenpapier. Entweder haben wir, so die Erklärungsversuche, (A) keinen Bedarf (wir scheiden nicht aus), (B) unsere Toiletten sind defekt, aus falsch verstandener Amortisierungsrechnung müssen wir noch 10 Jahre warten bis wir neue Schüsseln kaufen "dürfen", (C) wir reiten auf der neuesten (Öko ?) Toilettenmode Made in Japan mit Wasserstrahl und Fön oder (D) sind im Schmugglergeschäft in Hygienartikeln tätig und bleiben regelmäßig auf dem Rauhfaserpaier aus dem Osten sitzen. Weshalb unser Bedarf an Poppo-Cremes ähnlichen Dimensionen zur Relation der Papiermenge angenommen hat.
Ja, hätten sie mal früher die Cams eingeschaltet: es trifft (E) zu, wir kaufen große Mengen ein, lassen sogar mal von memo liefern, Grund ist nicht der Papierverbrauch-Datenschutz (Blattzahl pro Zeiteinheit und Person) oder unser exorbitanter Verbrauchsindex, den wir verschleiern wollen. Wir experimentieren auch NICHT mit Alltags-Dämmmaterial (eingeschlossene Luft in plastik-/papierverpackten Papierrollen) an neuralgischen Kältepunkten in der Heizperiode. Aber wer weiß ... viele Papierpackungen sorgen für
- reduziertes Volumen an zu heizender Raumluft
- bremsen verschwenderische Luftbewegungen
- nehmen Luftfeuchtigkeit als Puffer auf
- filtern gar die Schadstoffbelastung der Raumluft
- eignen sich als innovative Möbellandschaften
(Übertreibmodus OFF) Schon vergessen ? ;-)
Mit großer Neugier verfolge ich die letzten drei philosophischen Beiträge von Werner und KommentatorInnen rund um das Thema, wie soll ich es zusammenfassen...."Stadt - Land - Onlineshopping", "Stadt (bald) ohne uns"... oder so ähnlich... Bei mir werden da Erinnerungen an schlaflose Lektürenächte mit den Utopisten Huxley, Lovecraft, Lem & Co. wach. Ich empfehle für eine weitere tiefenphilosophische Erörterung die lesenswerte, brandaktuelle schöne Überspitzung - oder erstrebenswerte Utopie? - in diesem Zusammenhang "Stadt ohne Geschäfte" (von Werner): http://www.utopia.de/blog/grunblick/stadt-ohne-geschaefte
und setzte noch einen drauf: "Die Welt ohne uns" (von Alan Weisman) http://worldwithoutus.com/
Wir solten uns nicht der Frage verschließen, wie unsere älteren Mitmenschen in Zukunft an ihre Unterhosen kommen oder wie mensch aus Papiervorräten neue Möbel bauen kann. Darum geht es ja beim Utopieren: Grenzen überschreiten, Teilsaspekte (wie: Wir werden uns zu Fischen zurückentwickeln, wenn wir dauerhaft vor dem Computer kauern. Oder wir werden wieder über Höhlenmalerei kommunizieren, weil unse Facebook Wall voll ist. Oder wir ersticken unter dem auf uns zusammengebrochenen Papierregal....) kurz beiseite legen und zu einem späteren Phantasiezeitpunkt wieder einfügen (Als Fische brauchen wir vielleicht gar keine Unterhosen und kein Klo- oder Schreibpapier mehr).
Wie Mfazzi schon andeutet, wäre gar nicht shoppen wahrscheinlich am umwelt- und geldbeutel- und überhaupt Lebenszeitfreundlichsten. Da werden die ersten gleich schreien, wo bleibt dann der soziale Kontakt? die Arbeitsplätze? und was machen dann die ganzen Unternehmen? Die Banken?.... Aber wer will schon den ganz großen Wandel.... ICH! ;-)
Utopische Grüße
Emma
zur Anzahl der Bestellungen habe ich nichts gefunden, vielleicht kann da DHL weiterhelfen. Wenn wir andere grosser Paketdienste befragen, könnten wir einen Näherungswert bekommen.
Ob die Leute sich online leichter zum Kauf verführen lassen als im stationären Handel finde ich eine gute Frage. Das hängt mE vom Onlineshop ab, ob gut hingewiesen wird auf Produkte, die den Käufer interessieren, ich vermute, mit einem guten Verkäufer bzw. optimierter Produktpräsentation (denkt nur an die Testsupermärkte, wo das Kaufverhalten erforscht wird) ist das im stationären besser möglich als online.
Lieferdienste für Essen ("Pizzaservice") gibts auch schon telefonisch länger und die liefern ja meistens nur lokal aber auch fast immer nur eine Bestellung. Da sehe ich aber öfter schon auch Fahrräder und e-Bikes (wohl mehr, weil es leichter ist, damit schnell zu parken).
Die Sache keine Zeit mehr haben fürs Einkaufen gehen, ist für mich mehr eine Frage des Zeit nehmen wollens. Gehe ich gerne einkaufen, will ich mir dafür Zeit nehmen? Womit wir wieder bei Stephans Argumenten wären: http://www.utopia.de/blog/grunblick/stadt-ohne-geschaefte#comment-555333
Ich ecosiae mal... (Übersetzung für: "ich google mal"):
1) http://www.curido.de/gfk-studie-kaufverhalten-im-internet
http://www.esales4u.de/2010/gfk-studie-e-commerce-umsatz-entwicklung.php
http://www.esales4u.de/2010/e-retail-report-2009-frauen-shoppen-online.php
hier einige Schlagzeilen:
- Beim Online Shopping haben jetzt die Frauen die Nase vorn
- Die aktivsten Online Shopper wohnen im Grünen
2) Studie zur Entwicklung des europäischen E-Commerce: Engländer und Deutsche shoppen anders online
http://www.esales4u.de/2009/e-commerce-report-2009.php
und HIER tatatataaaa: der ultimative Überblick über Zahlen, die es bereits gibt:
Studien und Umfragen zur Entwicklung und Trends im Online Handel
http://www.esales4u.de/studien/ecommerce-studie.php
hier die Kopie einer Quintessenz von PwC, die wie ich meine, hier gut passt:
Studie zum Kaufverhalten im Online Shop
Preis und Zeitersparnis sind beim Online Shopping entscheidend
In einer Umfrage unter 1.300 Teilnehmern hat PricewaterhouseCoopers (PwC) die wichtigsten Entscheidungskriterien beim Einkauf im Internet untersucht.
Die häufigsten Gründe für den Online Kauf sind niedrige Preise und Zeitersparnis. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass vor allem der Preis das ausschlaggebende Kriterium bei einer Bestellung im Internet sei. Bei 69 Prozent spielt die Zeitersparnis beim Online Einkauf eine wichtige Rolle. Dabei sind es vor allem die etwas älteren Konsumenten (31 – 65 Jahre) die besonderen Wert auf Zeitersparnis beim Einkaufen legen. Für die Jüngeren von 18-30 Jahre geht es in erster Linie ums Geld. Hier steht die Schnäppchenjagt im Vordergrund. Auf den Plätzen folgen schnelle Lieferung und einfache Produktsuche als wichtigste Kriterien für die Auswahl eines bestimmten Internetshops. PwC Studie Kaufverhalten im Online Shop, Online wird mehr Geld ausgegeben.
Kombiniertes Einkaufsverhalten
Kunden kaufen nicht immer dort ein, wo sie sich vorher informiert haben. 42 Prozent der Befragten informieren sich beispielsweise vor dem Kauf von Elektronikartikeln im Einzelhandel vor Ort, 63 Prozent von ihnen kaufen aber online ein. Anbieter, die nur auf eine Vertriebsschiene setzen, lassen sich also Umsätze entgehen. Profiteure sind die Händler, die neben ihrem stationären Geschäft auch im Internet aktiv sind. Und das lohnt sich für die Online Händler: Auf die Frage ob sie durch die Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten mehr Geld ausgegeben würden, antworteten 33 Prozent mit Ja. Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie 25 Prozent ihres verfügbaren Konsumbudgets im Internet ausgeben.
Die Bedeutung des Internets als Vertriebskanal wird weiter wachsen.
48 Prozent der Befragten wollen in den kommenden zwei bis drei Jahren noch mehr über das Internet bestellen. Gerd Bovensiepen Leiter des Competence Centers Retail & Consumer sagt dazu: "Mehr als Dreiviertel des Umsatzwachstums im deutschen Einzelhandel werden bis 2015 aus dem Internet kommen. Um ihren Marktanteil zu halten, müssen sich stationäre Einzelhändler das Internet als zusätzlichen Vertriebskanal erschließen."
Weitere Informationen unter PwC Online Shopping in Deutschland
beste Grüße
ich finde auch dieses hier sehr interessant, denn es geht in den Studien bisher überhaupt gar nicht um UMWELTFREUNDLICH - wieso auch... (Ironie):
Im Mittelpunkt steht das Individuum, der Kauflustige, der Egozentrische, das passt doch in unser Zeitalter. Ich glaube, also bin ich, ich besitze, also bin ich was wert, ich habe Geld, und kann jeden Tag, jederzeit, meine Wertigkeit... Ich entscheide was ich kaufe, wen ich kaufe, wann ich kaufe. Immer asap...der Kunde ist König.
Was ist denn ein König? Haben die nicht immer Untergebene, Diener, Sklaven, Bauernvolk...und werden die Könige nicht selten auch reingelegt, in die Pfanne gehauen, erdolcht, hinterrücks ermordet... jawoll. Wer will denn eigentlich heut noch ein König sein? DAs ist doch ein anstrengender Job. Ob man wirklich freundlich behandelt wird, Pustekuchen. Ehrlichkeit gegenüber dem König? Ergebenheit...Aufrichtigkeit?
okay, konstruiert, absichtlich...
Es gibt im Internet auch schwarze Schafe, man wird abgezockt (neudeutsch für reingelegt)...wir haben all das, was es seit Jahrtausenden gibt nur "auf moderne Form" doch heute noch.
Wir bilden uns nur ein (wir = der moderne Mensch; Leser natürlich ausgenommen), wir könnten die Welt (unser Mikrokosmos) beherrschen und uns selbst zum Glück verhelfen.
Aber sind wir dann glücklicher, wenn wir per schnellem Mausklick und super flatrate eine Online Bestellung durchgeführt haben und DHL vor der Tür steht? (Mit Hosen, t-shirts, Schuhen, Druckerpatronen, Hygieneartikeln...) Man, wie primitiv sind wir doch noch. oder?
-> wir sind glücklich WEIL wir online kaufen können und schnell sind und ein Schnäppchen gemacht haben? Hört sich ziemlich krank an (ich nehm mich übrigens nicht aus, ich kauf ja auch online) ich bin nur gern sehr reflektiert ;-)
http://www.computerwoche.de/mittelstand/1874025/
Der langjährige Online-Kunde sieht sich selbst als König, der mit lediglich einem Mausklick ein riesiges Hochregallager in Bad Hersfeld zum Leben erwecken kann. Hier wird das Bestellte gleich noch mit einem zweiten Klick als Geschenk eingepackt, ohne dass man peinliche Wartezeit in einer Kassenschlange überbrücken muss. Altbundeskanzler Helmut Schmidt soll stationäre Buchhandlungen einst als "geistige Tankstellen" bezeichnet haben - Amazon wäre analog dazu als "Konsum-Raffinerie" zu benennen. Und die Rahmenbedingungen sind nicht schlecht für den Online-Handel: Sieben von zehn Deutschen verbringen inzwischen privat Zeit im Internet, ein Großteil davon kauft hier auch ein: Tickets für Stevie Wonder und Fußball-Meisterschaften, individuelle T-Shirts und Handarbeiten, SIM-Karten und Darjeeling First Flush, billige Bahnkarten und Wellness-Reisen. Schuhe, Datenträger und Bücher sowieso. Die Bequemlichkeit hat mit dazu geführt, dass selbst der chronisch defizitäre deutsche E-Commerce-Pionier Intershop inzwischen schwarze Zahlen schreibt - wenn auch nicht wegen seiner traditionellen Software, sondern eher durch neue Fulfillment-Services.
Quintessenz: online wird gekauft, weil Zeit und Geld gespart werden kann. Beratung wird auch im stationären Handel geholt und dann online gekauft.
Da fällt mir ein, wie ich vor mehreren Monaten ein Smartphone kaufen wollte und das Paket im Geschäft geöffnet haben wollte, um zu sehen, ob das Ding auch so funktioniert, wie ich mir das vorstelle: "geht nicht, sie können aber online bestellen, da können sie das Gerät bis zu zwei Wochen ausprobieren und ohne Angabe von Gründen zurückschicken".
Zu Umweltfreundlichkeit im E-Commerce habe ich jetzt doch noch zwei Artikel gefunden:
"Ausgebliebene Effizienzrevolution"
-> http://www.oekologisches-wirtschaften.de/index.php/oew/article/view/180
Der Fokus liegt hier mehr beim Onlineshopping von Lebensmitteln
"E-nnovation: E-Business und Nachhaltigkeit"
http://www.oekologisches-wirtschaften.de/index.php/oew/article/view/476
-> da ist auch der Absatz interessant zum Thema "Zeitung auf elektronischem Papier".
Damit werden bei eingetragenen Onlineshops nur Produkte von Herstellern angezeigt, die noch nicht negativ aufgefallen sind bez. Kinderarbeit.
Ausgeweitet könnte ich mir ein Plugin vorstellen, das Unternehmensfunktionen und/oder Produktinfos in die Shops einblendet. Da Produkte eine Artikelnummer haben, könnte es möglich sein, das auch ohne Beitrag der Shops einzublenden. wegreen und codecheck könnten da die Datenlieferanten sein. Mal nachfragen ....
http://www.bildungsspender.de
Mit Hilfe von Toolbars für Firefox und IE werden Online-Shops angezeigt, aber auch Unternehmern, wie die Deutsche Bundesbahn, die einen Teil ihrer Einnahmen bei einem Einkauf an eine ausgewählte Institution spenden.
Ich bin darauf aufmerksam geworden, weil die Initiatorin von meinem Unternehmerinnen-Netzwerk darüber Spenden erhält für ihre Stiftung "Frauen-Hand-in-Hand" (Unterstützt selbständige Frauen nach schweren Schicksalsschlägen)
Das ist für mich das Faszinierende am Online-Shopping (obwohl ich es gar nicht so viel mache), daß durch Vernetzung derart viele neue (Geschäfts-) Ideen entstehen.
Zwar verarmen die Innenstädte, gleichzeitig öffnen sich viele Möglichkeiten für Kleinstunternehmen, die ohne das Internet keine Chance hätten.
Naja, zu positiv sehe ich das auch wieder nicht.
Im Endeffekt machen natürlich auch im Netz in 1. Linie die Großen das Rennen.
das ist ein interessantes Thema. Ich frage mich nur, wie die Online-Shops ausgewählt werden, die einen Teil ihrer Einnahmen spenden. Wir haben z.B. jüngst zwei Kampagnen zusammen mit Free Animal und Rettet den Regenwald gemacht, bei denen wir von jedem verkauften Shirt 10 Euro direkt an die beiden Organisationen gespendet haben. Wir werden aber mit Sicherheit nicht in der von dir genannten Toolbar angezeigt. Ich gehe davon aus, dass der Anbieter der Toolbar sich die Aufnahme gut bezahlen lässt, so dass sich kleine, soziale Unternehmer dies nicht leisten können.
Davon abgesehen, habe ich durch unsere Kampagnen den Eindruck bekommen, dass das Interesse an derartigen Aktionen nicht gerade groß ist. Zumindest gab es hier im Forum kaum Reaktionen auf unsere diesbezüglichen Blogs.
Der Anbieter kassiert natürlich Prozente und sicher kann sich das nicht jeder Shop leisten.
Dafür werden ja auch wirklich dicke Summen abgedrückt, die alleine der Shop trägt, nicht der Käufer.
Da sieht man erst mal,welche Margen die haben.
Daß das Interesse nicht so groß ist, sagte meine Ansprechpartnerin von der Stiftung auch.
Alleine, daß man sich ein Plugin installieren muß, schreckt natürlich manche ab.
Sicher soll das nicht ein Kriterium sein, bei einem bestimmten Shop zu kaufen.
Es gibt ja wirklich gute Gründe z.B., n i c h t bei Amazon zu kaufen.
Aber wenn jemand trotzdem dort kaufen will, kann er es über diesen Spenden-Server tun und wenigstens noch was Gutes tun dabei.
Statt dem bildungsspender wäre ein mehrstufiges Umwelt"abzeichen" für onlineshops interessant. Aber auch das bedeutet Zeitaufwand, der finanziell gedeckt werden muss, damit sich dieses Umwelt"abzeichen" hält - wenns von den Onlineshops kommt, ist es nicht ganz korrekt, weil - sofern die Vergabestelle nicht glaubwürdig zertifiziert - der Verdacht des gekauften Abzeichens aufkommen kann. Ähnlich wäre es bei einer Finanzierung durch Verbände.
Die Konsumenten? Was wären Menschen bereit für ein Onlineshop-Umweltsiegel auszugeben, wenn das wichtigste Kriterium beim online einkaufen der Preis ist?
Bliebe noch ein Crowdsourcing-Projekt: gewisse Kriterien (wie oben schon angedeutet) werden vorgegeben, und Shops können sich selbst eintragen, was erfüllt wird. Interessierte können bestätigen, dass es so ist, oder nicht. Da kommen wir jedoch in die Problematik der Glaubwürdigkeit der Bewertungen, die jedes Bewertungsportal ab einer gewissen Relevanz hat.
Und ein gewisser finanzieller Aufwand (Server, Traffic, Programmierung, Betreuung der Crowd) bleibt auch noch - könnte aber evtl. über Spenden oder Genossenschaftsanteile gedeckt werden.
Wie lässt es sich gestalten, dass die Beurteilungen (die in ein Umweltsiegel für Onlineshops münden) glaubwürdig sind?
Bin mir nicht sicher, ob das Sinn macht.
Entscheidend ist ja, welche Produkte angeboten werden.
Und die haben ja bestenfalls eigene vertrauensvolle Siegel.
Evt. kann noch Versand und Verpackung bewertet werden.
Ich denke, es geht nur über Eigenaussage des Händlers, die der Kunde dann überprüfen kann auf Wahrheitsgehalt (sparsame Verpackung?) und entsprechend bewerten in den versch. Sozialen Medien oder im Shop-Community-Bereich.
Es gibt ja schon viele Zertifizierungen für Shops (Sicherheit), die eine nach der anderen nur Geldmacherei sind.
Das Vertrauen in solche Siegel ist nicht besonders hoch und färbt wiederum negativ ab auf bestehende Siegel in anderen Bereichen.
oder faire Bezahlung der Mitarbeiter
andere Faktoren wie Ökostrom verwenden, Büroausstattung, Auswahl des Webspace-Hosters.
> Ich denke, es geht nur über Eigenaussage des Händlers, die der Kunde dann überprüfen kann auf Wahrheitsgehalt (sparsame Verpackung?) und entsprechend bewerten in den versch. Sozialen Medien oder im Shop-Community-Bereich.
Ist auch mein Gefühl, aber der Bewertungsmechanismus muss sicher sein, damit nicht die Sockenpuppen antanzen ;-)
> Es gibt ja schon viele Zertifizierungen für Shops (Sicherheit), die eine nach der anderen nur Geldmacherei sind. Das Vertrauen in solche Siegel ist nicht besonders hoch und färbt wiederum negativ ab auf bestehende Siegel in anderen Bereichen.
60 Euro monatlich für das Grundzertifikat von trusted shops geht für grössere Shops (-> http://www.trustedshops.de/shopbetreiber/mitgliedschaft.html) wenn der Webshop nur als Nebenerwerb läuft, wirds schwer. Dafür gibts auch Beratung (vorgefertigt, automatisiert, wie mir scheint) für die Optimierung des Shops. Die Hauptkosten sind eher, die Software dahin zu konfigurieren/programmieren.
Ich schaue schon auf solche Siegel und (wenn ich es nicht kenne) schaue ich mir den Siegel-Anbieter auch noch an. Das aber eigtl. auch nur, wenn ich den Shop (bzw. Betreiber) nicht kenne.
Umweltsiegel: könnte auch mit Beratung zusammen gehen: was kann ein Shopbetreiber tun, was tun andere, was ist den Käufern wichtig?
"Umweltrelevante Produktinformationen im E-Commerce –
Sachstand, Rahmenbedingungen und Handlungsoptionen"
-> http://www.umwelt-produkt.info/studie.pdf
"Literaturstudie zu den ökologischen Folgen des E-Commerce "
-> http://www.izt.de/fileadmin/downloads/pdf/IZT_WB51.pdf
"Umwelteffekte von E-Business und Internetökonomie"
-> http://www.borderstep.de/details.php?menue=22&subid=24&projektid=33&le=de/
"Ökologische und soziale Chancen und Risiken des E-commerce im Nahrungsmittelsektor"
-> http://orgprints.org/1966/
"Der Einfluss von E-Commerce auf Lebensqualität und Einkaufsverhalten"
-> http://www.dp-dhl.com/de/logistik_populaer/mehr_lebensqualitaet-durch-e-commerce.html
"Eine nennenswerte Einsparung an CO2 würde deshalb nur erzielt, wenn die virtuelle Einkaufstour dreieinhalb reale Einkaufstrips ersetze, 25 Produkte zur gleichen Zeit geliefert oder der Kunde durch den Online-Kauf einen Weg von 50 Kilometern sparen würde"
Zitat aus einem Bericht über eine Studie der Universtiät Newcastle auf Netzwelt.de
-> http://www.netzwelt.de/news/84117-klimawandel-online-shopping-heimarbeit-schaden-umwelt.html
Interessant auch:
Zitat von: http://www.bvh.info/nc/bvh/aktuelles/details/datum/2012/august/artikel/aktuelle-bvh-studien-ergebnisse-zum-thema-nachhaltigkeit-im-interaktiven-handel-ueber-80-prozent-d/
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Die Frage nach den Kernpunkten der Nachhaltigkeitsarbeit in den Unternehmen (Mehrfachantworten waren möglich) ergab folgendes Ranking:
1. Senkung des Energieverbrauches / 78,4 Prozent der Befragten
2. Förderung von ökologischen Produkten / 62,2 Prozent der Befragten
3. Soziale Produktionsbedingungen / 56,8 Prozent der Befragten
4. Ökoeffektivere Rohstoffkreisläufe / 51,4 Prozent der Befragten
5. Grüne Logistik / 48,6 Prozent der Befragten
Ein großer Teil der Befragten gab an, dass sich der Einfluss von nachhaltigen Konsumenten auch auf die Marketingentscheidungen auswirkt. Rund 85 Prozent der teilnehmenden Unternehmen bestätigte, dass der Einfluss der Verbraucher groß oder eher groß sei.
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Die Studie und Einzelergebnisse sind im verlinkten Beitrag auch herunterladbar.
Bei Fragen wie dieser "Ist Ihr Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit aktiv?" frage ich mich (und Euch) ob da jeder den gleichen Level an Intensität darunter versteht. Aktiv sein kann bedeuten von "habe mal recyclingpapier fürs Büro gekauft" bis "komplettes Unternehmen nachhaltig und daraufhin geprüft".
Sollte sowas in Studien auch gemessen werden? Ist das überhaupt wirklich messbar?
Es fehlen m.E. wichtige Informationen zur Einschätzung der Studie, nämlich die Rücklaufquote, d.h. wieviele Unternehmen geantwortet haben. Das findet sich nicht in den pdf-Downloads beim Artikel.
"Über 80 Prozent der Interaktiven Händler ..." heißt tatsächlich: Über 80 Prozent der BEFRAGTEN bzw. ANTWORTENDEN Interaktiven Händler ...
Ähnlich mit der Formulierung...
"Interessant hierbei ist auch die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der nachhaltig aktiven Unternehmen (55,3 Prozent) ...", sämtliche Bewertungen müssten deutlicher bezogen sein auf die Antwortenden. Welchen Anteil diese haben an der Grundgesamtheit wäre hilfreich.
Insbesondere Nachkommastellen relativieren sich, wecken den Anschein der Genauigkeit, ob diese vermutete Genauigkeit der Studie vorliegt, keine Ahnung, es werden lediglich Prozentwerte, keine absoluten Zahlen an Befragten (Unternehmen) genannt.
Laut der BHV-Vorstellung ...
http://www.bvh.info/mitglieder/
... handelt es sich bei dieser Grundgesamtheit (BHV-Mitglieder, NICHT identisch mit Unternehmen, die in diesem Tätigkeitsfeld aktiv sind) um +300 Unternehmen
"Dem bvh gehören derzeit mehr als 300 kleine, mittlere und große Unternehmen an."
Ja, interessant finde ich solche Studien, tue mich aber schwer, daraus Schlüsse zu ziehen, solange nicht mal die Relationen einordenbar sind.
Ein messbares Kriterium wäre für mich die Existenz einer Öko- bzw. Klima-Bilanz. Innerhalb dieser wären Details, worin genau die Aktivität von nachhaltiger Unternehmensführung besteht, zu entnehmen. In der Finanz-Bilanzierung wiederum könnte das Investitionsvolumen abgebildet sein, zusammengefasst über mehrere Jahre seit Beginn der Nachhaltigkeitsorientierung.
Ein Bundesverband könnte solche Mess-Kriterien durchaus erfassen, sowohl was die buchhalterische Kompetenz angeht als auch die mittelfristige Entwicklungsanalyse anhand mehrerer Bilanzierungsjahre dahingehend, ob es wirlich einen Trend gibt oder pro forma (Greenwashing) nur Kunden-Anreize geschaffen werden per halbgaren Unternehmensstrategien.
Ich fürchte nur, die beteiligten Unternehmen wollen sich nicht allzusehr in die eigenen Karten schauen lassen. Der BHV ist kein ausgesprochener "grüner" Verband, siehe Satzung §2, Verbandszweck, im Gegenteil davon steht dort 0,0.
http://www.bvh.info/mitglieder/mitglied-werden/
Erschreckt hat mich die Frage 7: "Wie werden die Verbraucher bei ihrer Kaufentscheidung für umweltfreundliche Produkte von Ihrem Unternehmen unterstützt?", ~24 Prozent sagen "Keine", d.h. weder durch Artikelbeschreibung, noch Siegel/Kundenbetreuung oder Werbung. Diese Unternehmen tun entweder nichts in Sachen Nachhaltigkeit oder sie informieren nicht darüber. Da sähe ich gerne Kreuztabellen mit den vorherigen Fragen, um Aufschluß zu erhalten. Intern wird das sicher analysiert, warum erfahren wir nichts darüber ? Ich habe da einen Verdacht.