1. Sparsamer fahren:
kennt jeder, machen Sie es auch? Richtig schalten, Ballast (Kofferraum!) abwerfen, nicht zu schnell fahren. Gleich mit dem Üben beginnen. Soll Untersuchungen geben, dass man duch gleitendes, sparsames Fahren sogar schneller unterwegs ist.
Zum direkten Feedback gibts Messgeräte (die sind oft schon eingebaut). Sie können aber auch einfach monatlich oder wöchentlich die gefahrenen Kilometer mit den getankten Litern Benzin vergleichen. Wenn der Wert Liter pro Kilometer sinkt, sind Sie am richtigen Weg. Gratuliation! Für Sportler gibts diese Herausforderung: Weltrekord knacken.
2. Wege optimieren:
wenn der Sprit teurer wird, lohnt es sich, zu überlegen, ob wirklich jeder Weg mit dem Auto gefahren werden muss. Bis sie zum Parkplatz gegangen sind und das Auto angeworfen haben, sind sie schon vom Bäcker im Stadtviertel wieder zurück. Einfach vergleichen, ob der Weg nicht anders schneller geht.
Übrigens: Fahrten in die Stadt haben auch oft Zusatzkilometer, die nicht eingeplant sind, weil meistens noch ganz schön viel herumgefahren wird, bis man einen Parkplatz hat.
3. Andere mitzahlen lassen:
natürlich nur, wenn die auch mitfahren (oder spenden sie anderen Autofahrern Geld?). Nennt sich Fahrgemeinschaft, auch nix Neues aber noch immer nicht verbreitet, dabei können Sie auf einen Schlag die Benzinkosten halbieren (sofern sie immer zu zweit fahren).
Wenn sich im Büro keine Fahrgemeinschaft findet, nützen Sie Mitfahrzentralen oder flinc. Dabei aber wiederum achten, daß die Wege optimal bleiben - sonst werden Sie zum Taxi - dafür gelten aber gewisse Auflagen.
4. Weniger tanken:
die Menschen, die immer zu einem fixen Betrag tanken, werden oft belächelt. Wenn das aber je Monat gesehen wird, hats was. Ein fixes monatliches Budget für den Sprit. Das dann kontinuierlich senken - z.B. jeden Monat 5% weniger Tanken als im Vormonat, damit kann langsam begonnen werden zu optimieren. Wenn am Ende des Monats kein Benzin mehr drin ist, fahren Sie einfach bei wem anderen mit. Kann aber sein, dass der Tipp 3 auch beherzigt. Macht nix, immer noch günstiger, als selber alleine fahren.
5. Fahrzeug wechseln:
wenn Sie ein Fahrzeug fahren, mit dem sie bei bestem Willen nicht unter 7l/100km kommen, weil es von Haus aus zu viel Ballast mitschleppt - wie bis zu 100 Elektromotoren für allen möglichen Schnickschnack, dann bleibt nur: verkaufen (solange es noch geht) und was Sparsameres nehmen.
Am sparsamsten soll ja sein mit dem Rad zu fahren, und soll auch noch andere Vorteile haben - z.B. sparen Sie Zeit und Geld fürs Fitnessstudio. Überlegen Sie es sich. Denken Sie auch an die auf einmal wegfallenden Nebenkosten (Werkstatt, Parkgebühren, Pflege, Versicherung, ...)
Also alles nicht so schwer. Packen Sie's an! Lamentieren ist was für Weichlinge.


Kommentare (80)
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http://www.zeit.de/auto/2012-08/auto-ps-verkauf
die PS-Käufer haben entweder zuviel Geld oder meine Tipps noch nicht gelesen ;-)
Siehe Spritmonitor, Auswertung Kilowatt zu Verbrauch, große Fallzahlen.
http://www.spritmonitor.de/de/leistung_kontra_verbrauch.html
Leider kenne ich keine Statistik über die gestiegenen Leergewichte von Fahrzeugen.
Leistungsschwächere Motoren sind zudem nicht immer die billigeren Modelle (Gebrauchtmarkt), was den Durchschnittsverbrauch bezogen auf die individuellen/typischen Fahrstrecken angeht.
Will nicht PS schön reden, jedoch sollte realistisch die tatsächliche Leistung auf den Strecken bedacht werden, die haben nichts mit den maximalen Kennziffern auf einem Leistungsstand zu tun. In der Stadt bei konstant 50 km/h fahren die meisten vermutlich mit identischen (momentanen) PS-Werten (25 vielleicht), abhängig von der Zuladung, dem Luft- und Rollwiderstand. Das Gewicht wirkt sich dramatisch beim Anfahren und Abbremsen aus, Ersteres benötigt Treibstoff, Letzteres vor allem Material (Bremsen, Reifen, Lagerbelastung usw.).
Mein Eindruck ist: statt Spritsparen mit den alten Modellen kaufen sich die meisten einfach ein neues Auto mit den marketingwirksamen Hersteller-Angaben über den Verbrauch, sehr selten über die Betriebskosten. Z.B. ermittelt vor dem Kauf über:
http://www.autokostencheck.de/
Dort sieht man dasselbe Modell mit anderer Motorisierung im Vergleich sowie den Unterschied Benzin vs. Diesel. Die variablen Kosten kann man selber definieren (Treibstoff-Kosten, Versicherung) und erhält so einen guten Maßstab, ob es sich rein finanziell lohnt zu wechseln. CO2-Bilanz für die Herstellung nicht vergessen. ;-)
Der Budget-Rechner gefällt mir gut, weil er deutlich macht wie teuer Autos wirklich sind, Monat für Monat. Scheint nicht genügend abzuschrecken.
http://www.autokostencheck.de/welches-auto-kann-ich-mir-leisten/
Die günstigsten Modelle laufen mit Autogas/Erdgas, erst ab Position 14 kommt ein Smart Diesel, mit im Schnitt 4,5 Litern Verbrauch. Dieser Wert stimmt übrigens mit dem Schnitt auf Spritmonitor überein, ganz schön happig für ein halbes Auto, wie man jedoch sieht, schaffen sehr viele in Praxis niedrigere Verbrauchswerte.
Ein sparsames Auto dürfte generell die max. PS sehr, sehr selten ausnützen. Das spielt ergo keine nennenswerte Rolle. Stimmt meine Logik ?
Noch etwas: Reifen immer gut aufgepumpt spart auch Sprit, sagte man mir...
Und es geht nicht allein um Neuwagen, bitte nicht alte Birnen mit neuen Äpfeln vergleichen. ;-)
Das Kostenkriterium erschlägt andererseits nicht die wahren Gründe für die Anschaffung eines privaten PKW. Das "falsche" Fahrzeug deckt womöglich nicht die benötigten Transportbedürfnisse, Zahl der Sitzplätze oder verbraucht auf der meist gefahrenen Strecke zu viel usw.
Beim "Überschlagen" der Kosten kann man sich die tatsächlichen Kosten leichthin schönrechnen, wer z.B. keine Rücklagen für dann eben doch notwendigen Werkstattkosten einplant, für den wird das eigene Auto zum häufig gehörten Faß ohne Boden.
Bei der o.g. Kalkulation geht man zudem von einem sicheren Fahrzeug aus, wer mit überfälligen Reifen fährt, Wartung schwarz machen lässt, Ersatzteile vom Gebrauchtmarkt holt, die Versicherungsbeiträge minimal ansetzt usw., der fährt i.d.R. günstiger. Womit ich diese "Alternativen" nicht auf diesselbe Stufe stellen oder empfehlen möchte. Jedenfalls sind Datenbankberechnungen nur eine hoch angesetzte Schätzung, mehr nicht. Wer sich nicht auskennt oder Wartungsarbeiten teilweise selbst machen kann, der erhält zumindest eine brauchbare Kalkulationsbasis.
Ökologisch betrachtet ist es nützlich, dass die Kostenerwartungen hoch sind, dann sucht man eher die umweltfreundliche Alternative. :-)
Überschlagen?: doch ich habe Buch geführt über alle Kosten und die Überschlagung stimmt tatsächlich bei mir!
"Ökologisch betrachtet ist es nützlich, dass die Kostenerwartungen hoch sind, dann sucht man eher die umweltfreundliche Alternative"
Ja, klar. Die heißt bei mir Fahrrad, Mitfahrgelegenheit, Bahn, Car-Sharing!
ich sehe halt schon den Trend bei vielen - übrigens durchaus vielen Familien, klar - dass die große Autos brauchen und damit halt die Familieneinkäufe machen müssen. Man kauft dann die Milchtüte nicht mehr einzeln, wenn man 4-6 Mann Haushalt hat. Die berufstätige Mutter kuckt, dass sie einmal die Woche einen Einkauf macht für das "alltägliche", da braucht sie fast einen Lieferwagen, klaro. Dann die Einkäufe 1x im Monat, da braucht sie fast schon einen Transit...usw.
Den Trend zum Smart seh ich dann auch nicht.
Und wenn ich an Knautschzonen und Kinder im Auto denke, möcht ich eher auch keinen Smart oder Twingo oder wie kleine Wägen alle heißen, fahren.
Als ich einen Fahrrad Anhänger hatte und die kleinen Kinder transportiert habe, hat mir auch jeder erzählt, wie gefährlich das im Straßenverkehr ist...
Also ich seh da nicht die Interessen: wenig Verbrauch.
Der Verbraucher, der das große Fahrzeug benötigt, ist meist derjenige, der sich ein "Transportvehikel" für die Familie kauft, möglichst wenig Liter verbraucht, ja von mir aus, klaro.
In der Stadt haben die meisten ohnehin ein Auto, Berufstätige haben meist sogar mind. 2 pro Haushalt -
Ich bin immer noch ein Anhänger von "flexiblen Uhrzeiten" beim Arbeiten.
Ich würde meine Kinder auch zu Fuß und bei Wind und Wetter mit dem Rad in die Kita/Schule bringen und anschließend in die Firma, aber es passt nicht zu meinen Arbeitszeiten.
Um vier Uhr aufstehen würd ich nicht machen. Und den Kindern 2 Std. am Nachmittag dafür "abschneiden" dafür dass ich die Umwelt durch Auto Verzicht schone (wo andere - vor allem Konzerne - die Umwelt versauen) würde ich definitiv nicht. (glücklich macht mich diese Entscheidung auch nicht; so eine Entscheidung sehe ich für viele Menschen "anzuordnen" von höherer Instanz, sprich Politik!)
Wenn ich Dich richtig interpretiere, setzt Du schon einige Tipps um:
+ gemeinsam fahren
+ Wege optimieren
+ sparsam fahren - unterstelle ich Dir ganz keck ;-)
Für flexible Uhrzeiten bin ich auf jeden Fall auch. Das wäre mE ein wichtiger Schritt für mehr familienfreundliche Jobs. Ist es für Unternehmen eigentlich gleich teuer 2 Mitarbeiter zu je 50% anzustellen, wie einen Mitarbeiter zu 100% oder 3 Mitarbeiter (50%,25%,255)? Falls nicht, wäre das auch ein guter Ansatzpunkt, damit die Unternehmen es erleichtern, Teilzeit zu nehmen, um dann mehr Zeit für die Familie zu haben (und damit auch wieder motivierter bei der Arbeit zu sein). Dann kann man auch entspannt die Kids bringen, ein paar Stunden arbeiten und dann wieder vor der Rush-Hour abholen und noch was Schönes unternehmen, z.B. in die Bib fahren :-)
Da kann hier in HH kein önv mithalten, vor allem, da ich meist Strecken machen muss, wo nichts direkt hinfährt und ich dabei auch noch schwere Sachen mitnehmen muss oder die Fahrzeit von 15 min auf 1:45 steigt, wenn man öfftl fährt.
Dafür fahre ich so wenig wie möglich und optimiere immer meinen Weg, was ich noch alles auf dem erledigen kann oder wen ich noch mitnehmen kann.
Und für Strecken bis 10 km vor Ort habe ich das Rad.
Aber dafür muss man Interesse haben und diejenigen, die sich die großen Autos kaufen, interessiert das alles so gar nicht!
dafür lamentieren sie über den Spritpreis. ;-)
Schade, dass die Bahn preislich mittlerweile so unattraktiv ist.
Was sagt denn die Bahn dazu, warum das so ist? Wenn die Bahn ökologischer ist, also weniger CO2 ausstößt, dürfte aufgrund des geringeren Energieverbrauchs doch auch der Preis nicht wesentlich höher sein als beim Autofahren. Das war doch früher nicht so extrem - oder täusche ich mich da?
http://www.bahn.de/p/view/angebot/preis/familienrabatt.shtml
http://www.bahn.de/p/view/angebot/regio/laender_tickets.shtml
http://www.bahn.de/p/view/angebot/regio/qdl.shtml
Aber grundsätzlich teile ich Dein Kritik. Die Bahn hat sich viele Jahre auf einige schnelle Strecken konzentriert und sehr die Auslastung optimiert, um das Unternehmen für die Börse interessant zu machen.
Von der Bahn, bzw. den Ticketpreisen werden aber auch noch andere Kosten gedeckt, nicht nur die für den Transport an sich (Bahnhof, Gleisanlagen, Personal, ...), beim Autoverkehr sind verursachte Umweltkosten (Abgase, Lärmschutzmassnahmen, Parkplätze) auf alle aufgeteilt, also auch auf die, die nicht Auto fahren.
Dann gelten die Sonderpreise nicht und mit dem Auto sind wir viel flexibler. Da haben wir eben noch der Oma was vorbeigebracht, Bamberg besucht und auf dem Rückweg meine Eltern noch mitgenommen, anstatt über 400 Euro für die Fahrt nach München zu zahlen und ne Bahncard lohnt sich für uns gar nicht.
Und die Bahn ist nicht fairtrade!
Auch der Zugbegleiter, der Vollzeit arbeitet muss seine Familie ernähren können. Die Gelder gehen hier auch wieder an die Falschen! Sie gehören an die Basis und nicht an Vorstände verteilt!
Das ist das Öl/Gas in eurem Tank vermutlich auch nicht.
Die Bahn hat in Deutschland jedenfalls gesetzlichen Gehaltsvorschriften und es gibt streitwillige Gewerkschaften für die Bahnangestellten. Dass die Vorstände höheres Einkommen als die Basis hat, ist bei der Ölindustrie auch nicht anders. Wäre aber mal eine gute Idee, dass sich die Fahrgäste zusammentun mit dem Zugspersonal für eine Verbesserung der Bahn.
Nochmal:
mir gings bei meinen Tipps nicht darum, irgendwas zu fordern, wie das Auto komplett abzuschaffen, sondern aufzuzeigen, wieviele einfache Möglichkeiten es gibt, weniger Sprit zu verbrauchen. Gerade für die aufzuzeigen, die gern über den Benzinpreis lamentieren.
Ich sehe z.B. jeden Morgen, wenn ich mit dem Rad darauf warte, eine Strasse überqueren zu können, viele Pkws, wo nachwievor nur eine Person drin sitzt.
Mein Fahrrad ist mittlerweile mein bevorzugtes Fortbewegungsmittel: im Alltag kann ich alle für mich wichtigen Wege und tägliche Einkäufe mit meinem Fahrrad bewältigen: dabei kommt mir zugute, dass ich in der Stadt-und in der Nähe meiner Arbeitsstelle-lebe.
Ich habe mir ein hochwertiges Fahrrad nach meinen Wünschen bauen lassen (sowohl stabil als auch für längere Touren geeignet), welches mir richtig Freude am Fahrradfahren bereitet: und muss oft darüber schmunzeln, wenn "passionierte Autofahrer" mein Fahrrad bewundern, dann nach dem Preis fragen-und wenn ich 1500 Euro sage, antworten, "Was?-so teuer!?"
Ich antworte darauf dann einfach, dass sie sich mit dem Wertverlust ihres angestrebten Neuwagens nach einem Jahr mehrere Fahrräder dieser Klasse leisten könnten ;-)
Ich möchte aber auch nicht auf mein Auto verzichten: es steht zwar immer häufiger ungenutzt herum-aber es bedeutet für mich auch Freiheit und Unabhängigkeit.
Ist vielleicht noch in meinem Kopf verwurzelt, da ich Zeit meines Lebens sehr gerne Auto fahre (kann man Autofahren eigentlich als '"Hobby" bezeichnen?): habe mir schon Gedanken darüber gemacht, mich an einem "Car-Sharing" zu beteiligen-aber irgendwie ist das nicht dasselbe..
Ich denke, es ist für mich ein Prozess des Nachdenkens.
Ich kann die Menschen gut verstehen, die auf ihr Auto angewiesen sind: sei es auf dem alltäglichen Arbeitsweg (das habe ich auch über viele Jahre praktizieren müssen), als auch, was die Versorgung der eigenen Familie angeht.
Aber kann das Autofahren auch ein "Hobby" sein, welches man-entgegen jeder Vernunft-weiterhin erleben möchte?
Wenn das eigene Auto viel herumsteht, gibts noch die Möglichkeit, dass Du es zu einem Teilauto machst, mit http://www.tamyca.de/
Andere Teilkonzepte habe ich schon seit längerer Zeit hier gesammelt: http://www.utopia.de/gruppen/mobilitaet-verkehr-85/diskussion/das-konzept-mitfahrgelegenheit-179859
Gilt die Kostenverteilung auf alle Steuerzahler denn auch noch, wenn man KFZ-Steuern, Benzinsteuern und Mehrwertsteuern auf Autos, Zubehör und Kraftstoffe gegenrechnet? Das sind im Staatshaushalt ja auch erhebliche, der Allgemeinheit zu Gute kommende, Summen. Für Parkplätze werden bei auszubauenden und neu zu bauenden Immobilien teilweise auch immense Summen in die kommunalen Kassen eingezahlt (Stichwort Parkplatzablöse) und nicht zu vergessen die ständig wachsenden Zahlparkplätze in den Städten, wo man immer weniger kostenlose Stellplätze findet und in manchen Städten sogar schon Sonntags zur Kasse gebeten wird.
Leider gibt es wie so oft keine klaren Kosten- und Schadensbilanzen und es bleibt Raum für Spekulationen.
Ergänzend: nicht die Bahn alleine wäre eine Alternative, sondern ein Verkehrskonzept, das die Stärken der unterschiedlichen Verkehrsmittel verbindet. In der Stadt den ÖPNV verdichten und mehr Radwege. In weniger dicht bewohnten Gebieten ein gutes Netz an Regionalzügen, Bussen, die aufeinander abgestimmt sind. Die Möglichkeit, das Fahrrad am Bahnhof abzustellen oder einfach mitzunehmen. Oder eben Wege mit dem Auto zu optimieren, Fahrgemeinschaften zu bilden.
Das wird mit steigendem Benzinpreis kommen. Bis die Struktur umgebaut ist, dauerts dann aber und wird viele Menschen verärgern, weils den Tagesablauf sehr verändern kann: wenn die tägliche Fahrt vom Häuschen am Stadtrand ins Stadtzentrum mit Tiefgarage im Büro deutlich teurer wird als die Fahrt mit den Öffis. Die fahren dann aber zu selten (vom Wohngebiet), man muss dreimal umsteigen und sind dann auch noch gerammelt voll.
Für mich ist Radfahren hier nicht entspannt möglich so zwischen LKWs die einen doch leicht mal übersehen. Und für die Öpnv brauchen wir mehr Querverbindungen.
Es kann nicht sein, das ich für einen Weg von 10 min 1 h brauche oder für 20 min 1:40, das steht in keinem Verhältnis.
Und sie müssten deutlich zuverlässiger sein. Als ich sie noch nutzen musste bin ich immer wieder mit Verspätungen konfrontiert gewesen und mit komplett Ausfällen.
Glasscherben haben wir in Leipzig zwar auch immer wieder, weil einige meinen, ihre leeren Flaschen einfach dort abzustellen, wo der letzte Schluck getrunken wurde - vielleicht sogar mit guten Gedanken, dass Flaschensammler sie am nächsten Tag mitnehmen könnnen - aber dann fallen sie um, ein anderer kickt sie weg / fährt drüber / die Flaschen zerbrechen und die Scherben sind da. Gibt aber auch welche, die die Flaschen einfach beim Fahren wegwerfen, weils so schön scheppert. Ist aber hier manchmal auch auf den Autostrassen, aber eher am Rand (was auch wieder Radfahrer trifft).
Sehr ärgerlich, hier ist's aber nach meinem Gefühl etwas besser geworden. Die unkaputtbaren Reifen von schwalbe helfen da schon etwas - und manchmal eiere ich schon noch ganz schön rum beim Ausweichen.
Das die Polizei nix besseres zu tun hat als Radfahrer vom Autoverkehr fernzuhalten finde ich schade. Das verleidets einem sehr. Und fahren zwischen LKWs ist wirklich nur was für hartgesottene. Hamburg wäre mE prädestiniert für Radschnellstrassen, wie es sie in Kopenhagen gibt.
Mich wundert, dass die Öffis in HH so schlecht sind, gut, ich kenne nur das Stadtzentrum. Zum Raakmoorgraben gings aber auch (S-Bahn, Bus und Fussweg) http://hometown-glory.com/2010/09/05/gewassernachbarschaftstag-raakmoorgraben-hummelsbuttel-beim-urbancamp/
Die Feinheiten sind im Detail, so wie bei uns, dass in einem Bezirk, der 10 Auto- bzw. Radminuten vom Zentrum (gibt einen schönen Radweg durch den Wald bis in die Stadt) entfernt ist, am Abend und am Wochendende nur alle halbe Stunde eine Strassenbahn fährt. Finde ich auch etwas dürftig, aber ich fahr eigentlich nur mit der Bim, wenn ich zum Bahnhof fahre - da gibts dann auch keine sicheren Stellplätze fürs Rad und die Fahrraddiebstahlrate in Leipzig soll eine der höchsten sein.
Die Polizei hält die Radfahrer von den Fußwegen fern, aber eben auch da, wo wir gezwungen sind, auszuweichen.
Klare Ansage ist: Schieben! Dann müsste ich aber kilometer weit schieben und kann das Rad als Verkehrsmittel vergessen.
Wer in Hamburg direkt an einer der Haupt S- oder U-Bahn trassen wohnt, hats leicht, zumindest, wenn er nur in die Stadt möchte, also fast sternförmig rein.
Wenn man aber quer durch muss mit 3 oder 4 mal umsteigen, der hats dann schon lang.
Wenn bei 90 min Fahrt schon die erste S-Bahn morgens um 5 Uhr irgendwas nicht pünktlich ist, aber nur alle 20 min fährt, so das man nicht wirklich freiwillig noch früher fährt, dann ist das nicht gut! Ich musste dann 3 bis 4 mal Umsteigen und verpasste ja jeden weitern Anschluß.
Aber das System OTTO/ DIESEL ist ein Dinosaurier aus dem vorherigen Jahrtausend. Der Verbrennungsmotor gehört schleunigst in die Asservatenkammer der Geschichte, da aus meiner Sicht die Verbrennung der fossilen Rohstoffschätze nicht nur aus Klimagründen ein Verbrechen an nachfolgenden Generationen ist, sondern auch, weil ihr hoher rohstofflicher Nutzwert durch das Daranhalten der Zündkerze unwiederbringlich verpufft!
Es muss also schleunigst der Systemwechsel zur E-Mobilität her. Wir denken zur Zeit über ein genossenschaftliches E-Carsharing nach, um diese Technik nach vorne zu bringen. Dabei soll jeder Genosse seinen alten Verbrenner verkaufen und sich damit in einen genossenschaftlichen E-Fuhrpark einkaufen, der seine gewohnten Mobilitätsansprüche garantiert. Leider gibt es, grade hier auf dem Land nur sehr wenige Menschen, die sich vorstellen können, kein eigenes Auto vor der Hütte stehen zu haben. Aber E-Mobil fahren wird immer "schicker". Vielleicht hilfts uns! :-)
Sonnige Grüße
Stephan
Dann stünde ja mein alter Stinker wieder auf dem Markt und ein anderer verbrennt das wertvolle Öl.
Mit dem Verkaufen wäre die CO2-Bilanz für die Fahrzeuge-Aufwendungen besser, falls weniger Neuwagen produziert würden. Die Neuwagen mit niedrigerem Verbrauch würden beim Händler stehen bleiben, keine Gewinne mehr für die Unternehmen resultieren in geringeren Innovationsinvestitionen, die Technik der E-Fahrzeuge würde evtl. nicht verbessert, die Akku-Technik bliebe auf dem heutigen Stand. WEIL man mit E-Fahrzeugen offenbar (absehbar) kein Geld verdienen kann.
Also was jetzt: (1) Stinker verkaufen oder (2) behalten und weniger fahren + sparsam, so insgesamt den Öl-Bedarf senken ?
Ja, gerne würde ich zum identischen Preis (Betriebskosten insgesamt, was es mir wert wäre) ein E-Fahrzeug nehmen und zusätzlich in die Stromproduktion einsteigen, ohne eine vergleichbare Reichweite erreicht zu haben, dann lägen meine Investitionen etwa auf einem Opel Ampera. Der Reichweite hat und für konventionelle Auto-Technik steht im Sinne schwer, luxuriös, betriebswirtschaftlich kaum vertretbar. PV-Anlage käme nochmal obendrauf, dann lande ich in der Oberklasse von Autos (finanziell). Was uns das Auto definitiv nicht mehr wert ist, Gegenwert ist dann eine gebrauchte Eigentumswohnung. Und Benzin braucht er trotzdem.
Mia hat es mir bekanntlich angetan. Gewicht eines VW Käfers, bezahlbar, identisches Ladevolumen, Reichweite ein (unlösbares ?) Problem.
http://www.mia-electric.com/
http://www.badaibling.lautlos.com/index.php?id=1556&tx_lddproducts_pi2[product]=137
Eine Übergangslösung wäre natürlich den alten Stinker privat zu vermieten, über eine Plattform, die auch den Versicherungsschutz und sämtliche Formalitäten erledigt. Und den Besitzer zu einem Mobilitätsmanager in eigener Sache fortentwickelt, für die böse, alte Technologie.
Will ich wirklich, den Gebrauch eines Stinkers bewerben ? Für die vermeintlich gute Sache ? Ich gebe zu, ein E-Fahrzeug würde ich lieber propagieren. Also Richtung Auto-Teilen von "besserer" Technologie.
Soll deine angedachte Genossenschaft den Strom selbst produzieren oder tankt den einer der Genossen am privat bezogenen Ökostrom auf ?
Irgendwo (wahrscheinlich hier) habe ich mal gelesen, dass die Produktion eines PKWs genauso viel Energie und Rohstoffe verbraucht, wie der PKW in seinem ganzen "Leben".
Um das und die Gedanken von Robinson zu bestätigen bzw. widerlegen bräuchten wir Zahlen. Die gibts sicher auch schon.
Zu Deiner grundsätzlichen Kritik: stimmt, das kann die Leute schon in Sicherheit wiegen, ähnlich, wie (überspitzt dargestellt) manche vielleicht denken "ich tu was für die Umwelt, ich nehm eh einen Stoffbeutel zum Einkaufen, da ists auch nicht sooo schlimm wenn ich einmal im Jahr in den Urlaub fliege" ;-)
Mir gings darum, mal die Leute dahin zu bringen ein bisserl nachzudenken, statt nur über den Spritpreis herzuziehen. Und ich wünsch mir, daß Tipp 4 (weniger Tanken) mit der vorgestellten monaltichen Reduktion der Spritausgaben um 5% langfristig anspornt Alternativen zu suchen, bzw. sich (wie in dolphins Fall evtl. ein Weg) bessere Alternativen einzufordern.
-> http://www.utopia.de/gruppen/mobilitaet-verkehr-85/diskussion/private-umbauten-180501
Und jeder dieser Verbrennerschüsseln, die heute auf die Gummifüße gestellt werden, verbrennt optional 20 Tsd. Liter Sprit!
Nee, nee hilft nix, wir Verbraucher müssen dafür sorgen, dass möglichst schnell von diesen Dingern keine mehr auf die Pneus gestellt werden!
Bis ich (wie auch immer) dort wäre, bräuchte ich das Auto sicherlich nicht mehr.
Es könnten wahrscheinlich locker 10 Mio Stadtmenschen auf Ihre Autos verzichten - ÖPNV, Rad oder Sharecar nehmen oder auch mal laufen.
Aber auf dem Land sind die Alternativen meist eine harte Probe, die dauerhaft meist nicht so klappt...
Das ist pure Verschwendung in Sprit und auch Zeit!
Dass mein nun 3 Jahre alter Pixo in der neuesten VCD-Umweltliste immer noch in den Top Ten steht, spricht gegen ein Umdenken bei den Auto-Herstellern...
Aber letztens wieder gelesen, dass SUV-Zulassungen zunehmen, weil die Leute die "erhöhte Sicherheit" schätzen. Was aber egoistisch ist, weil das Leben der anderen Verkehrsteilnehmer unsicherer wird. Und wenn dann alle höher sitzen und einen Panzer um sich haben, kommt das Super-SUV und das Aufrüsten geht weiter - Tschuldigung, das musste ich so drastisch darstellen.
Vielleicht ist einfach der Sprit noch viel zu billig. Wenn der weiter steigt, sind mehr Menschen gezwungen, Alternativen zu suchen.
relativiert sich das. und der Wagen war unschlagbar günstig ( kein normaler Mensch kauft
heut noch solch Auto) auf dem Lande braucht man immer mal das Auto. wir holen hauptsächlich
Holz aus dem Wald für den Kaminofen.größtenteils steht er auf dem Hof. Steuern und Versicherung
sind gering und man fühlt sich geborgen und sicher auf der Strasse.
Es kommt auf den Gesamtverbrauch an. Wenn man einmal im Jahr einen Sondertransport mit einem Tieflader macht (ok, etwas übertrieben) und sonst keine Fahrten hat, verbraucht das weniger im Jahr, als täglich ins Büro zu stauen.
Für mich müsste es folgendermaßen laufen:
1. Tempolimit einführen: 130 km/h
Allein bis diese Maßnahme im Design ankommt (Downsizing Motorleistung, andere Übersetzungen, leichtere Fahrzeuge, integrierte E-Motoren, integrierte Solarzellen, Effizienzsteigerung Verbrauch) dürften mindestens 15-20 Jahre vergehen.
2. Verteuerung des konventionellen Treibstoffes, auch Auto-/Erdgas für PKWs
Mit einem Ausstiegsszenario ähnlich bei der Atomkraft, Zeitrahmen 20 Jahre, mit jedem Jahr zunehmende Steuern, die direkt in den Aufbau von ÖPNV investiert werden, unabhängige Kontrollen durch überparteiliche Institute, VCD u.ä. Organisationen, die wirklich KnowHow, Ideen und den Mut haben, neue Wege zu gehen. Ansätze und positive Beispiele gibt es genug.
3. Ausbau Schienenverkehr + Neudefinition von Strassennutzung
Mit gleichzeitigem
- Rückbau der Autobahn-Strecken zu Energiestraßen (Stromnetze, Windkraftanlagen, regionale Knotenpunkte) und
- Integration von Schienenverkehr in die Trassen für den Güterverkehr sowie
- übergangsweiser Förderung von Fahrgemeinschaften an diesen neuen, zahlreichen Knotenpunkten (Thema Sicherheit, Vernetzung, moderne Kommunikationsmittel - alles in die Fahrzeuge integriert)
4. Haushaltsbezogene Tarife für ÖPNV
Um das Argument, die privaten Haushalte bräuchten privaten Nahverkehr, könnte mit zunehmender Versteuerung (erwartete Einnahmen) bereits von Anfang an ein JAHRESTICKET für die diversen ÖPNV-Angebote, Fahrgemeinschaften und Sonderzahlungen bspw. bei Abschaffung des privaten PKWs den Haushalten geboten werden. Abhängig vom Einkommen der Haushalt und dem Bedarf.
Ich stelle mir die beste Triebfeder für die Bereitschaft zum einem Verkehrswende über die Planbarkeit vor. Solange jede Regierung alle 4 Jahre Neues ausheckt, ist kein Vertrauen da.
Ist das Ziel aller Beteiligten ein Ausstieg insb. aus dem privaten PKW-Verkehr und dem LKW-Versorgungsnetz hin zu einem umweltfreundlichen Verkehrsnetz, v.a. allem weg von dem Reichweiten-Argument in der Mobiltität, was m.E. gut mit den o.g. Knotenpunkten zu realisieren wäre, dann könnte so ein 20-Jahres-Plan funktionieren.
Die deutschen Autohersteller können sich darauf einlassen und mitgestalten, oder sie produzieren über die 20 Jahre hinaus für weitere Dekaden für´s Ausland.
Umweltfreundliche Mobilität nicht zu fördern, sondern zu beschneiden, dürfen wir uns nicht länger gefallen lassen. Es braucht weitere Modell-Regionen, um das Funktionieren innovativer Konzepte in Zahlen zu belegen. Der Schwerlastverkehr ist m.M. besonders schlimm, dieser Mix auf einer Straße ist nicht effizient. Es wird nach Jahrzehnte brauchen, um großvolumige Transporte in die Verkaufsstellen zu bringen, solange bis das Urban Gardening und traditionsorientierte Manufakturen ausgebildet sind, dort Lebensmitteln und "Waren des täglichen Bedarfs" zu produzieren, wo sie nachgefragt werden. Sobald die Reichweiten reduziert sind vom Knotenpunkt nahe der Stadt, sind sehr schnell E-Fahrzeuge oder unterirdische Güteverkehrssysteme für Transporte die kostengünstige Alternative.
Die Städte verändern sich schließlich weiter, im Sinne von Verdichtung und Verteuerung kann es m.M. bald zu Mitfinanzierung der Stadtgestaltung kommen, die statt Parkplätzen zur Überlassung für umweltfreundlichen Personen- und Güterverkehr zwingt. Aufgrund kommunaler Zielsetzungen wie Auflagen.
Die vielen, vielen Parkplätze und öffentlichen Räume bieten Platz für so viele gemeinschaftlich Nutzung, dort träume ich mir organische, naturverbundene, intelligente Lösungen, um das Trinkwasser-Problem, die Energieversorgung, die Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanze, die Entstehung von Nährstoffen im Sinne des Cradle-to-Cradle zu fördern und für die ansässigen Unternehmen, die Bewohner, die kommunalen Einrichtungen in einen Mehrwert zu verwandeln.
Statt wie bisher, Privateigentum zu "schützen". Diese Freiheit einer Verwendung gegen die Interessen der Umwelt (in allen Dimensionen) ist m.E. ein Hauptgrund, warum es zu egoistischen Tendenzen, zu einer Schere von Arm und Reich, zu einer Anonymisierung statt Vergemeinschaftung gekommen ist.
Verkehrswende ist ohne Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen nicht zu schaffen. Wäre wie oben argumentiert, ein 20-Jahres-Plan (oder eine Zielsetzung über Zeiträume, die breite Zustimmung findet) für alle Haushalte ein FIXUM, dann kann man damit arbeiten, sich Vorteile herauspicken, schneller oder langsam sich darauf einstellen, niemand wäre überfordert, ein "Zusammenrücken" innerhalb der Gesellschaft zugunsten verbesserten Umweltbedingungen, günstigeren Preisen für Mobilität, Qualitätsgewinne und nicht zuletzt Schaffung neuer Arbeitsplätze in all den o.g. Bereichen neuer Stadtgestaltung wäre anfangs evtl. anstrengend aber zunehmend ein lohnenswertes, befriedigendes MITgestalten.
Der Hype mit den E-Fahrrädern wird zunehmen, mit jedem Kilometer in frischer Luft statt künstlich klimatisiertem PKW sollten sich die Menschen rückbesinnen können über die wahren Werte im modernen Leben.
In den Visionen von Cradle-to-Cradle sind die Städte und Lebensräume ebenfalls "klimatisiert", weil die Natur in den Städten ihren Platz gefunden hätte, nicht künstliche Kompressoren sorgen für frische, kühle Lebens- und Arbeitsbedingungen, sondern die natürliche Verdunstungskälte von genutzen Bäumen, begrünten Dächern, Vor- und Hintergärten usw.
Jedes Gebäude könnte für die Umwelt eine Quelle von Energie, Filterung von Schadstoffen, sauberem Wasser, ökologisch angebauten Lebensmitteln, Abgabestelle für verwendbare Nährstoffe (Biogas, Produktionsprozesse usf.) sein.
Statt leeren, vergifteten Fabrikgebäuden, die keiner haben will, wäre "Fläche" in Städten eine begehrte Ressource um die Lebensbedingungen zu steigern.
In der Zukunft fährt vielleicht die Stadtrundfahrt die Touristen an allen Gebäuden vorbei, wo die ersten zentrale Versorgungsstellen aufgebaut wurde, wo "alles begann", bis die ganze Stadt, jedes Fabrik, jedes Haus, jedes Gebäude Teil der Umweltgestaltung wurde.
Heute will die Regierung gerne alte Häuser mit Styropor dämmen, damit sie etwas weniger Heizenergie verbrauchen. Welche Utopie ist das denn ?
Als jemand mehr oder weniger "auf dem Land" sind die steigenden Benzinpreise ohnehin schon hart genug. OPNV ist hier meist keine Alternative. Taxi finanziell und ökologisch sowieso nicht. Laut Fernsehberichten ziehen viele Familien vom Lande mittlerweile in die Städte und lassen dort die Wohnungspreise aufgrund des Bedarfes kräftig steigen. Einige hundert monatlich mehr an Miete ist für viele günstiger als vom kinderfreundlichen Landleben aus zur Arbeit zu fahren. Aus meinem Umfeld weiß ich, dass es auf dem Land mittlerweile Wohnungen zu vergleichsweise Spottpreisen gibt.
Diese Situation würde durch diese Maßnahmen noch verschärft werden. Für manche würde sich die Arbeit dann aufgrund des Fahrtweges kaum noch lohnen.
Ist das Zweck der vorgeschlagenen Maßnahmen?
Wenn man Vorschläge macht, dann dürfen diese nicht polemisch sein (also gut klingen), sondern müssen auch allgemein durchsetzbar sein, ohne Ungerechtigkeiten zu schaffen.
Auch das Tempolimit halte ich für kein Druckmittel auf die Autoindustrie. Autobahnstrecken ohne Tempolimit gibt es nur in Deutschland. Wie ist denn der Anteil der ausschließlich für Deutschland produzierten Autos am Gesamtumsatz der Konzerne? Auf keinen Fall ausreichend groß genug um mit einer solchen Maßnahme etwas zu bewegen. Außerdem gibt es immer mehr Tempolimits auf den Autobahnen.
Da die Sicherheit auf unseren Autobahnen trotz fehlendem generellen Tempolimit nicht geringer ist als in anderen Ländern Europas ist dieses Argument bereits gescheitert. Wenn ich mir den unflüssigen Verkehr in manch anderen Ländern mit Tempolimit ansehe, dann bezweifle ich, dass dieses wirklich umweltfreundlicher ist. In diesen Ländern wird meist standardmäßig auf der Mittelspur gefahren und das hat dann entsprechende Folgen, die zum vergleichsweise oft stockendem Verkehr führen.
Also bitte einen Vorschlag, der auch für die Landbevölkerung gangbar ist. Die Forderung nach Abschaffung aller Autos ist definitiv nicht machbar.
Ist "Ein Pferd für Jeden" wirklich ökologischer?
Das sich etwas ändern muß ist klar, da stimme ich überein. Wir brauchen aber echte Alternativen.
Man kann eine Utopie zwar erträumen, aber ohne den Sinn für Realität ist das wie alle bisherigen Utopien zum alsbaldigen Scheitern verurteilt.
Ich muss schmunzeln bei deinen Argumenten. Sei mir nicht böse.
Das Tempolimit in Frage zu stellen, über die exakte Höhe können wir ja reden in einem Stufenplan, da urteilst du - fürchte ich - mit deinen Beobachtungen sehr subjektiv.
Wie hoch ist denn deine persönliche Durchschnittsgeschwindigkeit mit dem Auto, in der Stadt, auf Landstraße und auf Autobahn ?
Du verwechselst schnelles Fahren mit schnellem Vorankommen.
Die Landbevölkerung kenne ich. Sowohl diejenigen, die dort geboren sind, dort leben wie diejenigen, die dort hingezogen sind, aus unterschiedlichen Gründen. Erstens ist nicht überall die ÖPNV-Versorgung schlecht. Dass man heutzutage den PKW fest einplant in das "Landwohnen" und die Entfernung zum Arbeitsplatz bewusst in Kauf nimmt, bedeutet noch lange nicht ein Verharren im Status Quo. Wie ein Unternehmensberater zu mir sagte: Häuser kann man verkaufen.
Meine "Vorschläge" hier sind kein politisches Programm. Diese Plattform heißt Utopia, nicht Parteienplattform XY. Bleiben wir mal beim Tempolimit, deren Unterstützung zieht sich durch alle Parteien, alle Bevölkerungsschichten, dagegen sind i.d.R. die Betroffenen. Daher meine Nachfrage nach deiner persönlichen Durchschnittsgeschwindigkeit. Meine liegt in der Stadt bei 30-35 km/h, über Land und AB zwischen 60 und 80. Unser Fahrzeug fährt 200 km/h, das sollte ich vielleicht dazusagen, wir haben kein E-Mobil, das gerade mal 100 schafft. Und der Verbrauch bei 160 km/h ist erstaunlich niedrig, trotzdem macht es meiner Erfahrung nach keinen Sinn. Es gibt Teile in Deutschland, auf denen manche froh wären einen Schnitt von 100 km/h fahren zu können.
Das Fahren mit dem PKW zum Arbeitsplatz .. wird sich absehbar immer weniger lohnen. Gegenwärtig schaffen die verfügbaren E-Fahrzeuge locker die Strecken von 100-120 km einfache Strecke. Aber nicht mit max. Speed oder Schnitt von über 130 km/h.
Ich sehe einen Strukturwandel auf uns zu kommen, der mehr als den Verkehr umfasst, sondern die Wohnsituationen und die Folgen für beide Phänomene, der "Land- wie Stadtflucht", mit historischen Bezügen kann man dies schlechterdings beschreiben, weil wir andere Faktoren ausgesetzt sind.
Um es noch einmal deutlich zu machen, welches Bild mir in meiner Utopie vorschwebt. Es wird auch in 40-60 Jahren noch PKWs geben. Menschen, die diese Fortbewegung wünschen oder finanzieren können. Aber das Gros wird auf umweltfreundliche Mobilität umgestiegen sein. Falls nicht, haben wir wohl Kernfusion nutzbar gemacht.
Unser Planeten hat Grenzen. Dass ein überzeugter Autofahrer solche Grenzen bei irrationalem Highspeed auf der Autobahn nicht wahrnimmt, ist logisch. Kann er aber die Tankrechnung beim nächsten Stopp nicht mehr bezahlen, wird ein Umdenken stattfinden.
Jedoch gebe ich zu bedenken, dass eine Verseuchung unserer Umwelt mit immer mehr Strahlung und elektrischen Feldern auch keine zufriedenstellende Lösung sein kann. Immer mehr Menschen reagieren sensibel auf diese Dinge oder werden krank.
Zu Hause versucht man dann weitgehend alles stromlos zu bekommen, Telefon ans Kabel oder strahlungsarm, kein W-Lan und dann werden immer mehr mobile Sender für Clouds und nicht zuletzt die Induktionstechnik mit sehr hohen Leistungen eingesetzt. Wie mit den in Kirchtürmen versteckten Sendeanlagen für Mobilfunk - die Menschen sehen es nicht und man wundert sich warum viele krank werden.
Lärm und Abgase sind auch solche Gründe. Diese Gesundheitsgefährdungen können niedriger werden z.B. mit weniger Krafstoffverbrauch, oder dem gemeinsamen, gleichzeitigen Nutzen von Fahrzeugen (ein Auto mit vier Passagieren ist deutlich leiser als vier Autos mit jeweils einem). Elektroautos sind sogar noch viel leiser (und wenn mit Ökostrom betrieben, auch emmissionsärmer), fast so leise und umweltfreundlich wie Fahrräder.
Natürlich ist es bedenklich, wenn Mobilfunk zunimmt, der verbraucht ja auch eine Menge Strom: http://de.wikipedia.org/wiki/Mobilfunk#Gesellschaftliche_Aspekte
Wlan soll dagegen nicht gesundheitsschädlich sein: http://de.wikipedia.org/wiki/WLAN#Diskussion_gesundheitlicher_Wirkungen (viele Städte planen ein flächendeckendes Wlan-Netz, das dann die Mobilfunkmasten deutlich entlasten kann).
Auch mal ein Häuschen auf dem Lande unter Erstellungswert verkaufen zu können und eine der begehrten, entsprechend teureren Wohnungen grün und zentral gelegen, mit ordentichen ÖPNV-Verbindungen in alle benötigten Himmelsrichtungen. Muss man sich auch ersteinmal leisten können.
Auf den Fahrtweg zur Arbeit verzichten, da man diese an seiner Wunschverbindung des ÖPNV unproblematisch findet, keine Arbeit aufgrund ausreichender Rücklage braucht oder anderweitig sein Geld bekommt. Glückwunsch, dass Du diese Lebensbedingungen augenscheinlich hast.
Du scheinst auf Utopia angekommen zu sein. Oder stimmt das etwa nicht?
Bitte gib anderen, die noch in Durchschnittsarbeitsverhältnissen stecken, die Zeit solch positive Umstände zu finden. Es sind noch nicht alle in Utopia angekommen.
Ich lebe noch im Hier und Jetzt, wo ich nicht Durchschnitt 70 km/h auf der Autobahn fahre und für eine Strecke von 140 km lieber nur die eine Stunde als zwei einplane, wenn ich sie zu fahren habe. Aus Spaß an der Freude fahre ich diese dann nämlich nicht und bin froh, wenn ich angekommen bin. In meiner Welt funktioniert die Physik noch: Doppelte Geschwindigkeit = halbe Fahrzeit. Oder ist das inzwischen widerlegt worden? Was verwechsele ich hier, bitte klär mich auf!
Wie soll das gehen, wenn plötzlich jeder Nichtlandwirt sein Eigenheim auf dem Lande zu verkaufen hat, wir nur noch Stadtkinder großziehen und Städter bitte aus ökologischen Gründen die Stadtgrenzen nicht mehr (außer Rad oder zu Fuß) verlassen sollen?
So stell ich mir mein Utopia gewiß nicht vor und da will ich definitiv nicht hin.
"Menschen, die diese Fortbewegung wünschen oder finanzieren können"
1. sollte auf Utopia mit der Zweiklassengesellschaft endlich Schluß sein und
2. es gibt Menschen, die brauchen diese für ein normales Leben - zumindest, bis jeder seinen Teleporter anstelle der Haustür eingebaut bekommt.
Ich freu mich, dass Du über meine subjektive Meinung schmunzeln kannst. Ich bin stolz darauf, dass ich diese habe und Dir nicht im Geringsten böse.
Du willst theoretische Physik auf einen Lebensort geprägt durch handelnde Menschen übertragen. Ja, das ist widerlegt, der Versuch doppelte Tacholeistung zu fahren um die halbe Fahrzeit zu realisieren, funktioniert nicht mal nachts, ausser du ignorierst die StVO, die zu sicherer Fahrweise zwingt. In der Alltagssituation ist ein Fahrzeug nicht der einzigste Verkehrsteilnehmer, sondern abhängig von Ampeln, Vorfahrsregeln, Staus, Wetterverhältnissen.
Wie kommst du darauf, mit "physikalischen" Methoden bezogen auf die Streckenplanung am Verkehr teilzunehmen ?
Deine Replik auf meine Argumente ist im Großteil eine Überspitzung von extremer Fallbetrachtung. Oben hast du meiner Utopie indirekt Polemik vorgeworfen, nun nimmst du offen dieses Mittel heran, um deine Meinung zu belegen.
Was macht wirlich stört ist dein Vorwurf, ich würde mich an einer Zweiklassengesellschaft auf Utopia beteiligen. Indem ich eine Utopie einer alternativen Verkehrspolitik beschreibe ?
"Das" Utopia existiert nicht, falls doch, zeige mir bitte wo die Definition dazu steht. Von wegen "in Utopia angekommen".
Wo du tatsächlich hin willst, kann ich deinen Zeilen nicht entnehmen. Hast du überhaupt einen Plan, eine Vision, eine Utopie ? Ich lese nur was nicht geht, mit fadenscheinigen Begründungen bzw. rein destruktiver Kritik.
Mit einer Gegenwartsbeschreibung ist es nicht getan. Für Gartenabfälle und Baumarkttransporte benötigt man definitiv keinen Antrieb mit Erdölprodukten, dass die Reichweitenproblematik in bestimmten Entfernungen ggw. zumindeste Hybrid-Motoren benötigt ist eine Frage der Zeit, andere Formen des "Mobilitätsersatzes" wurden genannt.
Es ist einfach zu sagen, privaten PKW "brauche" ich weil alles andere einfach zeitineffizienter ist. Mit dem gleichen Argument könnten wir uns Hubschrauber-Parkplätze zulegen, das geht noch schneller, können wir länger ausschlafen. Beim Start sind dann alle Nachbarn auch wach, wie praktisch für die Stromversorger, die Hubschrauber läuten akustisch das Hochfahren der Kraftwerke ein. Vielleicht sollte man für die Landbevölkerung den Erwerb von Flugscheinen fördern. Auch das eine Utopie, das haben uns sogar Städteplaner vorausgesagt, falls Fläche nicht mehr ausreicht, um Wohn-, Arbeits- und Freizeitbedürfnisse zu befriedien, kann Höhe ein Ausweg sein. Im Strassenbau wird das seit langem praktiziert.
Im Hier und Jetzt zu leben verstellt dir doch nicht den Blick auf Morgen !? Darauf kannst du auch noch stolz sein ? Nein, ich habe deine Beiträge nun mehrfach gelesen, Pragmatismus ist eine wichtige und wertvolle Eigenschaften, aber utopisch ist diese Haltung mitnichten. Sie ist eine wichtige Korrekturgröße für utopische Entwürfe. Konstruktiv.
Die Utopie, die robinson beschrieben hat, wünsche ich mir auch und lese daraus auch den Realismus heraus, dass das einige Jahrzehnte braucht (bei idealen Voraussetzungen und Akzeptanz) bis das so läuft.
Ich kann auch sanbalance gut verstehen, dass es auf dem Land nicht so einfach ist ohne eigenen PKW auszukommen, wie in der Stadt und auch in der Stadt wird es manchmal nicht gerade leicht gemacht - wie dolphin am Beispiel Hamburg schilderte.
Bei allen Kommentaren habe ich den Eindruck gewonnen, dass Unzufriedenheit mit der derzeitigen Verkehrssituation vorherrscht. Und dass mE alle eher nicht so scharf sind auf lange Autofahrten, sie aber in Kauf nehmen (müssen).
Wir sollten in allen Fällen (Stadt, Land, Pendeln) nach Wegen suchen, wie wir den unbefriedigenden Status Quo verbessern können.
Wie ist es möglich, dass "Landmenschen" auch einfach und relativ spontan von A nach B fahren können. Wäre ein Netz aus kleinen Anrufsammeltaxi-Bussen (mit Elektroantrieb) eine machbare Lösung? Die morgens und abends ihre fast fixen Routen fahren, tagsüber nach Bedarf bereitstehen. Ergänzt durch Carsharing, wo der Autopool durch privat-PKWs gebildet wird (-> tamyca o.ä.)
Für die Hauptstrecken dann Bahn und Bus, wo auch Räder mitgenommen werden können.
In der Stadt den Takt der ÖPNV verdichten, mE optimal mit Nulltarif (-> http://www.utopia.de/gruppen/mobilitaet-verkehr-85/diskussion/oepnv-zum-nulltarif-198855 ), dazu Individualverkehr mit Fahrrad fördern, den mit PKW erschweren.
Wie kommen wir aber dahin?
Es ist über das Internet relativ zeitnah zu erfahren, wo es welche Angebote gibt. Das sind i.d.R. bestimmte Ausprägungen einer einzelnen Mobilitätsform, selten Kombinationen davon.
Wo kann man bei einer Urlaubsplanung für bspw. einer fremden Stadt anrufen, um eine optimale Mobilitätsplanung für sagen 1 Woche Stadtbesichtigung, Nahverkehr und Lokalitäten ausserhalb des Zentrum bzw. in der Region zu erhalten ? Das muss man selber machen.
Wir haben gute Erfahrungen mit Buchung Bahnreise plus Hotel inklusive Netzkarte für Bus und U-Bahn. Dann hängt man über den Abfahrtsplänen.
Als ich noch pendelte, gab es für den Palm sämtliche Streckenfahrpläne aller Züge, S- und U-Bahnen plus evtl. Bahnbusse zum Download, sogar mit sehr wenig Speicherbedarf. Gibt es heute noch. s. Link u. Eine geniale Sache, um alle Abfahrtsorte jederzeit mit sämtlichen Verbindungen aufzurufen.
http://persoenlicherfahrplan.bahn.de/
Warum nicht solche "Mobilitätspläne" anreichern mit Kontaktadressen von Carsharing, Taxi, Rad-Verleihern, Mitfahrzentralen ? Das wäre ein wünschenswerter Service. Sind die Daten erst an zentraler Stelle koordiniert, samt Preisen, Verfügbarkeit (freie Sitzplätze) und Buchungsoption, profitiert jeder Beteiligte an diesem System.
Wir erleben aber einen Mix an kommerziellen Anbietern wie der Bahn, privaten Anbieter von Carsharing bzw. peer-to-peer Modellen, privaten Fahrgemeinschaften (die evtl. unter sich bleiben wollen), Mitfahrzentralen mit meist anderen Streckenzielen.
Woran es "scheitert" ist m.M. das Mißtrauen, der "Konkurrent" gräbt mir den Umsatz ab.Was stimmen mag. Oder altersabhängig ist, weil jede Mobilitätsform andere Grade an Anonymität und Zuverlässigkeit bietet.
Mein o.g. Vorschlag für Jahres-Tarife könnte solche Netzwerke abdecken, sie mitfinanzieren und dort ggf. gültig sein. Mit einer "Karte" also beliebig Bahn, Bus, Taxi, MFZ oder Carsharing fahren. Digitale Erfassung vorausgesetzt könnte sich ein Verrechnungsmodus durchsetzen, der mit Zunahme der Nutzung stufenweise günstigere Konditionen einräumt. Langfristig wären evtl. die nutzenden Haushalte bereit Vorschüsse zu zahlen, ähnlich den Größenordnungen für KFZ-Steuer und Versicherung, um solche Netzwerke schneller in schwarze Zahlen zu bringen und die Angebotsvielfalt früher zu erweitern. U.v.a.m.
"Auf eine Karte setzen" könnte bedeuten, tatsächlich den privaten PKW aufzugeben, anfangs ggf. öfter das Taxi zu nutzen, um spontane Fahrten realisieren zu können. Bis bessere Mobilitätsarten und veränderte Gewohnheiten umweltfreundlichere Mobilität attraktiver macht.
Der positive Aspekt eines solchen Haushalts-Tarifs wäre: je mehr Personen, umso größer die Nutzung, umso günstiger, desto schneller der Ausstieg aus dem teuren Fahrzeugbesitz.
Da tauchen womöglich neue, ungeahnte Probleme auf: die Gewöhnung an Gefahren-Werden hemmt die Aneignung von Fahrerlaubnissen, ein Carsharing-Angebot könnte nicht mehr nutzbar sein, weil niemand im Haushalt eine gültige Fahrerlaubnis besitzt.
Wären das wünschenswerte Probleme ? Die heutige Jungend scheint wegzukommen von der Automatik, mit 18 wird ein Führerschein gemacht. In meiner Jugend, im Dorf, war das so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche. Im Bekanntenkreis mit heranwachsenden Kindern sehe ich die Probleme im Dilemma mit der Finanzierung und diesem starken Bedürfnis nach "Unabhängigkeit", wo kein ÖPNV für diese Zielgruppe existiert. Dann wird mit 16 der Rollerschein gemacht, obwohl mit 17 bereits der nächste zum begleitenden Fahren ansteht.
Dies könnte ein weiteres Ziel sein, Kosten für Haushalte transparenter zu machen sowie gemeinschaftlich erlebte Mobilität zu fördern. Da ich früher in den Schulferien regelmäßig in der Großstadt unterwegs war, das gemeinsame "Verkehren" mit S-, U-Bahn und Straßenbahn hat mich stark geprägt, das war "genial" gegenüber der Situation zuhause. Solche Erlebnisse vertiefen das Wissen um Machbarkeit und wecken Wünsche.
Auf der anderen Seite kenne ich viele Jugendliche, für die das Reisen per Flugzeug zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Das ist gemeinschaftlich verreisen, das ist toll, das toppt jede muffige S-Bahn, Flugzeug sind klimatisiert, die Toiletten sind sauber, im Gegensatz zu Reisezügen, dagegen kommt nichts an. Sogar der Preis ist attraktiv. Die Zeitersparnis wird zum Leitmotiv.
Welche Rolle also Flugzeuge in Mobilitätskonzepten spielen, ist nüchtern betrachtet klar: sie kommen darin vor, sie dürften nach dem aktuellen Trend nicht den schwarzen Peter ziehen, sondern von den Haushalten im selben Maße nachgefragt werden wie die anderen Komponenten, als Spiegel der gegenwärtigen Bekanntheit und Nachfragehäufigkeit.
Das mag mir nicht gefallen, aber für eine Übergangszeit nicht wegzudenken.
http://www.utopia.de/blog/grunblick/stadt-ohne-geschaefte
und
http://www.utopia.de/blog/grunblick/kaufen-wir-irgendwann-alles-online.
Ich habe - und das als "Landei" - das heute seltene Glück meine Vollzeitarbeitsstelle in 10 Minuten mit dem Fahrrad zu erreichen. Aber wer hat schon noch?
Will sagen, so lange die Tendenz anhält, dass Arbeitnehmer immer größere Strecken zurücklegen müssen, weil sich die Arbeitsplätze von ihnen entfernen (Ursachen: Wertschöpfung wird aufgrund der zunehmenden Zentralisierung von Handel, Industrie und Dienstleistung aus den ländlichen Regionen abgezogen), so lange ist es schwer, vernünftige, umweltfreundliche Mobilitätskonzepte zu realisieren.
Wenn wir z.B. darüber nachdenken, für wen ein genossenschaftliches E-Carsharing überhaupt interessant sein könnte, so ist sofort klar, dass Berufspendler ausscheiden, da sie ihren Wagen den ganzen Tag zur Verfügung haben müssen (obwohl er die meiste Zeit steht).
Wäre also schon schön, wenn wir die Arbeitsplätze wieder näher an die Menschen heran bekämen.
Aber wie?
(ich fürchtete schon, mal in diese, mal in jede Richtung zu schreiben, aber so sehe ich, dass es doch zusammenpasst).
Die Arbeitsplätze wieder näher an die Menschen zu bekommen wird einsetzen, wenn die Menschen nicht mehr gewillt sind, weite Wege bis zum Arbeitsplatz auf sich zu nehmen. Das kann sein, weil
- es zu teuer wird,
- zu lange dauert und damit wertvolle Lebenszeit stiehlt (-> da hab ich ja auch schon mal einige Gedanken mäandern lassen: https://www.utopia.de/blog/grunblick/geld-zeit-zufriedenheit )
- es schöner ist, in der direkten Wohnumgebung zu arbeiten - weil man schneller bei der Familie ist, die Wohnumgebung schöner ist als das Gewerbegebiet, Bürohochhausviertel, ....
Fehlt noch ein Grund?
Damit die weiterführende Frage, wie werden diese Gründe stärker und damit der Druck auf die Arbeitsorganisation?
Vermutlich, wenn mehr Menschen begreifen, dass ihr Konsumverhalten auch auf die eigene Arbeitswelt Einfluss hat und nicht mehr (vorsicht, krasses Beispiel) einerseits beim billigsten Diskonter einkaufen und andererseits eine Kündigung wegen Rationalisierungsmassnahmen hinnehmen zu müssen und dann nur mehr schlechtest bezahlte Jobs zu bekommen und deswegen wieder nur zum Diskonter zu gehen - bzw. mit dem Auto zu fahren, um im Thema zu bleiben.
Es wäre schön, wenn die Arbeitsplätze näher zu den Menschen kommen würden: ich glaube nicht daran.
Ich sehe "das Häuschen auf dem Land" als "Luxus unserer fetten Jahre": viele haben den weiten Arbeitsweg in Kauf genommen, um günstig außerhalb der Stadt ihr Häuschen zu bauen.
Letztendlich ist es in der Geschichte verwurzelt: wo es Arbeit gibt, dort zog der Mensch hin-und er wird es wieder tun müssen.
Ich schon, aber es kommt natürlich drauf an, von welchen Arbeitsplätzen wir reden.
Du arbeitest in einem Labor - habe ich das richtig im Kopf?
Da wird's natürlich schwierig, weil so ein kleines Home-Labor vermutlich doch etwas teuer kommt und sich Proben - von was auch immer- nun mal nicht so leicht per Mailanhang übertragen lassen, wie digitale Güter.
Bei meinem Job in der EDV wäre es nie ein Problem gewesen, im Home Office zu arbeiten.
Das Problem lag im Kopf meiner Chefs, die jedem unterstellt haben, zu Hause nicht richtig zu arbeiten.
Inzwischen habe ich mein eigenes Home Office auf dem Lande und es hat nur nur Vorteile.
Ich spare Zeit und Fahrkosten und muß mich nicht jeden Tag "in Schale werfen".
Ich kann meine Mittagspause im Garten verbringen und mein Gemüse selbst anbauen und damit wieder Fahrten sparen, ect.
Ich weiß, daß in vielen Köpfen noch verankert ist, Kunden könnten nur im persönlichen Kontakt gepflegt werden.
Es geht aber sehr gut über virtuelle Kontakte.
Firmen könnten viel Geld und Fahraufwand sparen, wenn die virtuellen Möglichkeiten voll ausgeschöpft würden und es könnte viel für die Stärkung der ländlichen Regionen getan werden.
Z.B. kann man ja heute schon virtuelle Konferezen abhalten.
Fakt ist, daß viele Flugreisen statt finden, nur für einen Kurztermin, wo sich mehrere Leute treffen für eine Besprechung.
Ich finde das absurd.
Sehe ich genauso. Eine Stadt kann sich nie autonom ernähren. Sie ist ein geballter Wohn- und Verwaltungsort mit Handel. Umrandet gelegentlich von etwas (immer weniger) Industrie und Handwerk. Wie eh und jeh. Seit Jahrtausenden.
sorry, hier gab es gerade eine Überschneidung während meines Schreibens.
Du schreibst da etwas für mich sehr interessantes: "eine Stadt kann sich nie autonom ernähren".
Wie bist Du auf diesen Gedanken gekommen?
Was tun die Menschen dort, was wirklich Lebensgrundlagen schafft? Berlin, London oder auch Shanghai beispielsweise? Administrative Verwaltungen, Versicherungswesen, Bankenwesen, Handel jeglicher Art, Behörden und Firmenmanagements und so weiter - was davon bringt produktiv wirklich das, was wir zum Leben brauchen? Nahrung, Kleidung, Haus und Kultur? Ein paar Bauarbeiter gibt es da schon, die Baustoffe werden aber wieder in zentralen Industriezentren geschaffen. Wieviele Ziegeleien gab es noch vor hundert Jahren und wieviele heute noch? Kleidung kommt aus Fernost, die Baumwolle und Wolle auch. Hanf und Flachsanbau sind verschwunden. EIne Schweinemastanlage in der Stadt habe ich auch noch nicht gesehen und außer Tauben auch kein genießbares Geflügel. Weizen, Kartoffeln und Mais sind in der Stadt auch nur begrenzt und nicht effektiv anbaubar. Lediglich die Kultur blüht an manchen Orten plus "Subkultur" und Stilblüten.
Die Arbeit, die wir zum Überleben brauchen wird es auf dem Land geben. Das Wohnen auf dem Land ist dann kein Luxus, sondern Überlebenschance.
Das Stichwort heißt Dezentralisierung. Sowohl der Verwaltungen als auch der Produktion der Lebensmittel. In diesem Zusammenhang werden die Menschen wieder der Arbeit nachlaufen: aufs Land! Nur dort kann ich ein Schweinchen, Hühner, Kartoffeln und Flachs wachsen lassen. Dort ist die Quelle unseres Lebens.
Nur dann kann ich auf die langen Wege zur Verwaltung und zum Laden in der Stadt verzichten. Und auf meinen langen Arbeitsweg in Großfirma XY.
Leider heißt das in mancherlei Hinsicht auch Rückschrauben unseres rasanten Lebensstiles, da dieser wohl über kurz oder lang nicht haltbar ist. Keine Flimmerkiste zum Kinder abstellen sondern raus an die Luft zum Spielen. Hatten wir vor 100 Jahren keine glücklichen Menschen (zumindest solange es keinen der unzähligen menschheitsverachtenden Kriege gab)?
Auch das ist Utopie, denn die Menschen werden nicht auf ihren selbstzerstörerischen Lebensstil verzichten wollen. Es ist leider eine Sucht nach immer mehr und immer Neuem, die in uns Menschen traumatisch verankert ist. Wenn hier nicht eine Bewußtseinswandlung einschließlich Wandlung unseres Wesens hin zu mehr Friedensliebe erfolgt, wird es eine Utopie bleiben. Wie so viele vorher auch.
Sonntags wurde in der Kirche dann dafür gedankt.
Und gelegentlich wurde dann auch noch Krieg gemacht...
Aber nach dem "Hamstern" war dann alles schnell wieder vergessen . . .
. . . ja bis ihre Verfügbarkeit nicht mehr selbstverständlich ist.
Gärtnern, weil es Freude macht und nicht weil ich es muss. Genauso anderes dezentralisieren: Energie, Produktion von notwendigen Gegenständen (Möbel, Werkzeug, Küchengerät, Kleidung), Kultur. Und es wird auch immer Sachen geben, die keinem Spaß machen, wenns da einen Konsens und Arbeitsteilung gibt, hat jeder nur wenige Stunden "Drecksarbeit" pro Woche. Ein bisschen so wie der Putzdienst in WGs. ;-)
Wenn das alles klappt, wirds auch weniger Notwendigkeit geben, irgendwohin zu fahren. Das sehe ich schon als Vision. Aber um das zu schaffen, sollten wir uns bemühen, mit kleinen Schritten dorthin zu kommen - z.B. mit dem schrittweisen weniger tanken ...
.. oder lokal (im Wohnumfeld) regionale Lebensmittel kaufen, vllt. auch selbst zu produzieren. Sich austauschen, lokale Initiativen unterstützen, die das Wohnumfeld lebenswert machen.
Ich denke, da wird es noch etliche "Zwischenschritte" geben müssen, um die Mehrheit der Menschen davon überzeugen zu können (sehe mich da als Realist).
Aber ich finde diese Idee schön: und genau deswegen sind wir doch hier-für die großen und guten Ideen jedes Einzelnen, wo jeder einen Teil für sich umsetzen kann.
Wenn die Regionen um eine Stadt genützt werden für die Versorgung ist das zwar noch immer einiges an Verkehrsaufkommen, das ist aber deutlich weniger als wenn die Lebensmittel aus Spanien kommen.
Das wäre ja schon mal ein Anfang zur Dezentralisierung.
Da kann und sollte man höchstens die Nahrungsmittelmengen pro Person reduzieren, der Verbrauch an Fleisch ist ohnehin zu hoch und es wird viel zu viel weggeworfen.
Die anderen Alternativen wie Annektion durch kriegerischen Akt oder Zwangssterilisation zur Reduzierung der Bevölkerungszahl sollten wir doch lieber gleich aus dem Gedächtnis streichen.
Also Rechnen macht keinen Sinn, wir können an Resourcen nur verteilen was da ist und das Sparen lernen, wie es unsere Großmütter noch konnten. Dann ist auch genug für alle da.
Rechnen kann man trotzdem, um den Menschen zu zeigen, dass es sich ausgeht und wie es sich ausgehen kann.
http://www.olv-verlag.de/index.php?page=shop.product_details&product_id=31&flypage=flypage.tpl&pop=0&option=com_virtuemart&Itemid=72 )
wird schön aufgezeigt, wie mit sorgfältiger Bewirtschaftung eine Großfamilie (mind. 10 Leute) von einem Hektar Land sich gut ernähren und noch etwas verkaufen kann.
Damit will ich nicht propagieren: "Alle zurück aufs Land und Selbstversorgen", sondern daran erinnern, daß die industrielle Landwirtschaft denkbar ungünstig abschneidet, wenn es um die Effektivität der Ernährung geht.
Viel besser schneidet ein Gärtnerhof mit oder ohne Kleintierhaltung ab.
Solche sollten viel mehr angesiedelt werden im Umkreis von Städten.
Jetzt rechne ich auch:
Berlin 3.5 Mio Einwohner / 891km2 -> bräuchten 350.000 Hektar Land für Lebensmittel, das sind 3.500 km2
Brandenburg 2,5 Mio Einwohner / 29.478 km2 -> bräuchten 2.500 km2 - da bleibt genug Platz, um Berlin "mitzuernähren". Und das mit weniger Verkehrsaufkommen, da die Lebensmittel derzeit sicher nicht zu 100% aus Brandenburg kommen.
erwähnt Richard-Burgenlandler, dass 0,25 ha für einen Menschen zur Lebensmittelversorgung ausreicht. Woher die Info von ihm stammt, müssten wir ihn mal selber fragen. Aber danach würde ein Hektar lediglich für 4 Personen ausreichen.
Jedenfalls wäre das immer noch genug, für obige Rechnung. Von den fast 30.000 km2 von Brandenburg wären dann die Hälfte für Landwirtschaft.
Wenn wir es mal auf ganz Deutschland hochrechnen: ca. 82 Mio Einwohner / ca. 387.000 km2
-> 205.000 km2 für Ernährung. Das ist etwas mehr als die Hälfte. Interessant ist, dass jetzt auch bereits 52% der Fläche für Landwirtschaft genützt wird. -> http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland#Humangeographie
Ginge sich also nach dieser groben Überschlagsrechnung aus, dass das doch recht dicht besiedelte Deutschland sich aus eigener Landwirtschaft ernähren könnte.
In dem von mir genannten Beispiel war sicher nicht vorgesehen, daß so viel weggeworfen wird, weil es nicht den EU-Normen entspricht.
der Wert stammt aus einem Blogbeitrag von mir ( http://www.utopia.de/blog/richard-burgenlandler/welternaehrung-eine-vison )
In dem geht es um den Buschberghof in der Nähe von Hamburg, der mit 100 ha Land eine Vollversorgung für 300 Menschen + 40 Hofmitarbeitern gewährleistet.
Die Zahl 0,25 ha/Nase stammt aus einem neueren Berricht über den Hof.
Bei diesem Konzept ist auch die Verteilung der Lebensmittel an die betreffenden Familien durch ein ausgeklügeltes Konzept geregelt.
Und so wie Werner schreibt habe ich auch mit meinem Hof ähnliche Erfahrungen, wobei es Regionsabhängig ( Bodenqualität, Klima)ist, was tatsächlich möglich ist.
Im Buch, das Maria erwähnt wird von bis zu 4 Ernten/Jahr berrichtet, das ist wohl in unseren Breiten schwer machbar.
"Eines allerdings sollte man auf jeden Fall vermeiden: sich für ein Kilo Äpfel in den eigenen Wagen zu setzen und zum nächsten Supermarkt zu fahren. Denn im Durchschnitt entlässt ein neuer Pkw pro Kilometer knapp 160 Gramm Kohlendioxid in die Luft - das sind fast ebenso viel Treibhausgase, wie sie der Transport eines Kilos Obst von Argentinien nach Deutschland freisetzt."
von: http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/72725.html?p=2&eid=72724
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/autokauf-bis-oelwechsel-was-die-deutschen-fuers-autofahren-ausgeben-a-884933.html
variable Kosten:
"Kraftstoff schlägt mit 78.900 Euro zu Buche.
Für Versicherung und Steuern fallen 58.100 Euro an.
Für die Miete oder den Kauf von Garagen geben Autofahrer 20.300 Euro aus.
Waschen und die Pflege des Autos kosten 16.900 Euro.
Für Verschleißteile und Reifen werden 15.200 Euro fällig.
Wartung und Ölwechsel kosten 13.000 Euro."
macht in Summe: 202.400 Euro
Dafür gibts 49 Jahre lang eine Bahncard100
(-> http://www.bahn.de/p/view/bahncard/ueberblick/bahncard100.shtml?dbkanal_007=L01_S01_D001_KIN0004_bc-tabelle-bc100-info_LZ01)