1. manches aufwändiger zu transportieren ist, z.B: verderbliche Lebensmittel (Kühlkette, Polsterung, ...), dazu ist eine zeitlich perfekte Lieferung wichtig.

2. manches deutlich mehr Beratung braucht, wie z.B. technische Gegenstände, die nur selten gekauft werden, und bei jeder Erneuerung die Entwicklung weit vorangeschritten ist, so dass die bisherigen Erfahrungen nicht helfen. Zur theoretischen Beratung (die von manchen guten Beiträgen von Bewertungsportalen abgedeckt werden kann) kommt auch das Probieren.
Wobei dieses Potential eigentlich nur der Autohandel wirklcih nützt, Probezeiten von Unterhaltungselektronik kenne ich nur von spezialisierten Hifi-Händlern. Da wäre noch viel drin.

2. Ich höre jetzt schon öfter, dass es online zwar mehr Auswahl gibt, die Alternativen aber schwer gefunden werden, oder wegen Faktoren wie Versandkosten oder Vertrauenswürdigkeit dann doch nicht gewählt werden. Beratung, auf mich zugeschnittene Auswahl und Vertrauen zum Händler ist gefragt - die Funktionen das stationären Handels, die leider - wegen Preisdruck immer weniger beachtet wurden.

3. Einkaufen auch ein soziales Erlebnis ist. Da gerade bei Kleidung sehr darauf geachtet wird, wie die Wirkung auf andere ist, wird versucht, diese vorher herauszufinden - man lässt sich beraten von Freunden, die man gleich mitnimmt zum Einkaufsbummel, der mit Kaffeepausen u.ä. aufgelockert wird. Dazu kommt, dass das Teilen von Erlebnissen ein wichtiges Bedürfnis ist.
Neues ausprobieren wird halt oft auf Äusseres wie Kleidung projiziert. Man fühlt sich aber auch anders, mit anderer Kleidung - weil man Erfahrungen gemacht hat, die Blicke spürt, die Ansichten der Gesesllschaft verinnerlicht hat. Dieses Ausprobieren geht am Besten in der Gruppe und im echten Leben.
Im Versandhandel wird versucht, das nachzubilden mit Shoppingparties (Tupperware wurde bekannt dafür).

4. Verkäufer sind Menschen und agieren menschlich, sie geben Feedback, lächeln, scherzen, helfen bei der Auswahl. Es gibt auch online schon Beratungsansätze (per Telefon, Anbieter, die komplette Outfits verssenden und detaillierte Kundenwünsche dabei berücksichtigen), da kann nie diese komplette Palette an menschlichen Ausdrücken rüberkommen, die ein Verkäufer zur Verfügung hat - sofern sie genützt wird, was bei den grossen Ketten seltener der Fall ist.


Der Handel wird sich verändern,
ich vermute zwei Grundbedürfnisse treiben diese Veränderung an:

1. das schnelle Einkaufen, was gebraucht wird - Produkte die ich bereits kenne und die ich nur "nachfülle". Geht gut per Onlinebestellung, wenn die Zustellung zur gewünschten Zeit funktioniert.

2. Neues Ausprobieren: Kleidung, Technik, Lebensmittel. In der Gruppe, mit kompetenter, freundlicher Beratung und Unterstützung in angenehmer Atmosphäre. Wird nur stationär funktionieren, eventuell als Musterangebot mit nachfolgender Zustellung des fertig konfektionierten Artikels.