1. manches aufwändiger zu transportieren ist, z.B: verderbliche Lebensmittel (Kühlkette, Polsterung, ...), dazu ist eine zeitlich perfekte Lieferung wichtig.
2. manches deutlich mehr Beratung braucht, wie z.B. technische Gegenstände, die nur selten gekauft werden, und bei jeder Erneuerung die Entwicklung weit vorangeschritten ist, so dass die bisherigen Erfahrungen nicht helfen. Zur theoretischen Beratung (die von manchen guten Beiträgen von Bewertungsportalen abgedeckt werden kann) kommt auch das Probieren.
Wobei dieses Potential eigentlich nur der Autohandel wirklcih nützt, Probezeiten von Unterhaltungselektronik kenne ich nur von spezialisierten Hifi-Händlern. Da wäre noch viel drin.
2. Ich höre jetzt schon öfter, dass es online zwar mehr Auswahl gibt, die Alternativen aber schwer gefunden werden, oder wegen Faktoren wie Versandkosten oder Vertrauenswürdigkeit dann doch nicht gewählt werden. Beratung, auf mich zugeschnittene Auswahl und Vertrauen zum Händler ist gefragt - die Funktionen das stationären Handels, die leider - wegen Preisdruck immer weniger beachtet wurden.
3. Einkaufen auch ein soziales Erlebnis ist. Da gerade bei Kleidung sehr darauf geachtet wird, wie die Wirkung auf andere ist, wird versucht, diese vorher herauszufinden - man lässt sich beraten von Freunden, die man gleich mitnimmt zum Einkaufsbummel, der mit Kaffeepausen u.ä. aufgelockert wird. Dazu kommt, dass das Teilen von Erlebnissen ein wichtiges Bedürfnis ist.
Neues ausprobieren wird halt oft auf Äusseres wie Kleidung projiziert. Man fühlt sich aber auch anders, mit anderer Kleidung - weil man Erfahrungen gemacht hat, die Blicke spürt, die Ansichten der Gesesllschaft verinnerlicht hat. Dieses Ausprobieren geht am Besten in der Gruppe und im echten Leben.
Im Versandhandel wird versucht, das nachzubilden mit Shoppingparties (Tupperware wurde bekannt dafür).
4. Verkäufer sind Menschen und agieren menschlich, sie geben Feedback, lächeln, scherzen, helfen bei der Auswahl. Es gibt auch online schon Beratungsansätze (per Telefon, Anbieter, die komplette Outfits verssenden und detaillierte Kundenwünsche dabei berücksichtigen), da kann nie diese komplette Palette an menschlichen Ausdrücken rüberkommen, die ein Verkäufer zur Verfügung hat - sofern sie genützt wird, was bei den grossen Ketten seltener der Fall ist.
Der Handel wird sich verändern,
ich vermute zwei Grundbedürfnisse treiben diese Veränderung an:
1. das schnelle Einkaufen, was gebraucht wird - Produkte die ich bereits kenne und die ich nur "nachfülle". Geht gut per Onlinebestellung, wenn die Zustellung zur gewünschten Zeit funktioniert.
2. Neues Ausprobieren: Kleidung, Technik, Lebensmittel. In der Gruppe, mit kompetenter, freundlicher Beratung und Unterstützung in angenehmer Atmosphäre. Wird nur stationär funktionieren, eventuell als Musterangebot mit nachfolgender Zustellung des fertig konfektionierten Artikels.


Kommentare (17)
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ich habe bereits von 1,5 Jahren beschrieben, warum ich so gerne vor Ort und in kleinen Läden einkaufe: http://www.utopia.de/blog/im-herzen-ein-feuer/der-luxus-der-langsamkeit - das hat sich in keinster Weise geändert. Dadurch konsumiere ich auch viel weniger, was genau meinem Ziel entspricht. :-) Nur, wenn ich es dann tue, dann möchte ich Produkte haben (vegan, bio, fair), die sich wohl offenbar noch immer in einer Nische befinden und häufig nicht mal in meiner Großstadt, sondern nur online zu finden sind. Nach langem Abwägen und auch Suchen (sind in der Regel auch sehr kleine Händler, die ich nur auf Empfehlung in Blogs/Foren oder durch eigene Recherche gefunden habe) bestelle ich dann eben im Internet (oder lasse es letztlich doch komplett - hurra, erneuter Konsumverzicht :-))
Vor kurzem hatte ich in einer weit entfernten Stadt ein sehr nettes Einkaufserlebnis in einem Öko-Klamottenladen: Da kam ich mit dem Besitzer in ein ewig langes Gespräch und es hat echt Spaß gemacht, weil er sehr freundlich war UND Ahnung hatte. Zudem war die Auswahl überraschend groß. Also ein Laden, wo ich Stammkundin werden könnte. Geht aber nicht, da zu weit weg. Dann habe ich erfahren, dass der Laden den größten Teil der Waren auch online anbietet. Das ist eine schöne Kombi für mich, da ich nun weiß, was/wer eigentlich dahintersteckt und ich im Bedarfsfall weiß, wo ich fündig werde. Liebe Grüße, Gita
PS: Shoppingparties finde ich den reinsten Horror! ;-)
danke fürs Hervorholen Deines Luxus-Beitrags.
Diese Suche nach speziellen Produkten, die genau die eigenen Bedürfnisse erfüllen brachte mich auch schon öfter zu Onlineshops, ich lasse es aber meistens doch, weil ich die Dinge vorher sehen, angreifen, ausprobieren will.
In den letzten Monaten habe ich viel gelernt über Onlinemarketing und sehe, wie diese Handelsform wächst. Interessant dabei finde ich auch eher die vielen kleinen Anbieter als die grossen, weil Onlinehandel die Möglichkeit gibt, ganz spezielle Produkte / Services anzubieten. Damit kann ich das Produkt finden das perfekt meine Bedürfnisse erfüllt (wenn ich sie kenne) und mir lange Freude bereitet, statt in einem Laden halt irgendwas zu nehmen, was annähernd passt, aber auf Dauer doch keine Freude macht. Noch schöner fände ich es, wenn ich nur die Bauanleitung kaufe und es regional bauen lassen kann. Das geht zwar in Ansätzen, aber noch nicht so, dass es die derzeitigen Produktionsformen ersetzen kann.
Shoppingparties: da drängen sich natürlich die klassischen Bilder vor. Ich sehe das etwas weiter, das können z.B. auch gemeinsame Kochabende sein, die bestückt werden von den Produkten von verschiedenen Unternehmen.
:-) werner
2. Bei vielen „technischen Gegenständen“ stellt sich erstmal die Frage ob man die überhaupt kaufen muss oder ob man sie nicht auch leihen kann. Bei der Beratung fand ich bisher immer Tests und Bewertungen hilfreicher als persönliche Beratungen im Geschäft. Wenn ich lokal kaufe dann weiß ich i. d. Regel zuvor genau welches Produkt ich möchte und kaufe nur lokal um einen bestimmten Händler gezielt zu unterstützen. Der Online-Einkauf hat übrigens auch noch den Vorteil des 14-tägigen Rückgaberechts. (Natürlich benötigt der (Rück-) Versand zusätzliche Ressourcen.)
3. Das soziale Erlebnis hängt vom einzelnen ab. Kleidung kaufe ich nur noch online. Da kann ich mich in Ruhe über Produktionsbedingungen & Co. informieren ohne mich durch sozialen Druck ablenken zu lassen. Gerade bei sozialen Kleidungskäufen habe ich den (subjektiven) Eindruck, dass die Dinge dann nur im Schrank rumhängen.
4. Hier geht es ja im Grund wieder um Beratung wie in Punkt 2.
Ob wir irgendwann alles online kaufen weiß ich nicht. Auf jeden Fall haben wir mancherorts heute schon die Möglichkeit dazu. Inwiefern wir diese nutzen hängt von den Vorlieben jedes einzelnen ab.
Michael
1. bez. Versand hab ich hier noch einige Gedanken gesammelt: http://www.utopia.de/blog/grunblick/wie-umweltfreundlich-ist-onlineshopping Fazit: Machbar ist es, aber machen sie es auch?
2. stimmt, vieles muss nicht sein, aber gewisse Dinge (Fahrrad, Haushaltsgeräte, Computer, Fernseher, Hifi) nütze ich doch öfter, und will nicht was "angedreht bekommen" was dann doch nicht passt.
Bez. Bewertungen bin ich vorsichtig geworden, da schaue ich mir auch an, wer die Bewertung geschrieben hat. In manchen Fällen ersetzt es aber nicht das persönliche Ausprobieren - was bei vielen Händlern aber auch nur eingeschränkt möglich ist. Ein Fahrrad will ich unbedingt probefahren, einen Fernseher würde ich gerne in meiner Wohnung ausprobieren, da das Licht in Geschäften auf jeden Fall ein anderes ist und die Farbeinstellung oft nicht realistisch ist. Da fünf Geräte zuschicken zu lassen und alle auszuprobieren klappt auch nicht.
Bei Kleidung geht das allerdings und wird auch gemacht - einige Onlinehändler klagen ja schon über hohe Kosten bei den Retouren.
3. Ok, da gibts sicher unterschiedliche Gewohnheiten. Wäre ein interessantes Thema für eine Umfrage.
Ob irgendwann alles online gekauft wird, hängt auch von den Möglichkeiten ab, wenn der onlinehandel weiterhin wächst und der stationäre Handel sich nicht auf seine Stärken besinnt, und es ihm durch hohe Mieten in guten Lagen auch schwer gemacht wird, werden die Städte in ein paar Jahren etwas leerer werden. Gutes Thema für einen weiteren Beitrag.
Bei Lebensmitteln klappt das ja nach wie vor.
Bei Elektro / Computer-Zeug geht das einfach nicht mehr.
Die Auswahl im weiteren regionalen Umkreis ist inzwischen so eingeschränkt, daß ich kaum noch andere Möglichkeiten habe, als online kaufen.
Wir haben einen kleinen Elektro/Fernseh/Telefonladen im Nachbarort.
Da habe ich vor ein paar Jahren mein Schnurlos Telefon gekauft.
Das war damals schon so, daß mir der Verkäufer weiß machen wollte, es gäbe keine Schnurlos mit AB so wie ich mir das für die Firma wünsche.
Ich konnte ihn aber mittels ausgedrucktem Datenblatt überzeugen und er hatte das gewünschte Modell dann auch da.
Ich hatte mir also meine Beratung selbst mit gebracht.
Jetzt wollte ich ein Headset zu diesem Telefon kaufen.
Bin also wieder hin. Typennummer hatte ich natürlich aufgeschrieben.
Er sagt mir, er müßte das Headset bestellen, er hätte keine da, sage ich OK, macht nichts.
Fragt er, ob ich wüßte, welches Headset man für das Telefon braucht (das ich bei ihm gekauft hatte).
Sag ich, nee, weiß ich nicht, aber ich hab ja hier die Typennummer, ob er evt. nachschauen kann.
Er: Dann solle ich doch bitte zu Hause nachschauen, welches Headset ich brauche und bei ihm anrufen, damit er das richtige bestellen kann.
Nun, das war's dann natürlich.
Wenn ich erst selbst ermitteln muß, welches das richtige Headset ist, dann kann ich es auch gleich im Internet bestellen und muß nicht noch mal hinfahren, oder?
Eben auch mit dem Argument, daß ich es zurück schicken kann, wenn es doch nicht das Richtige ist.
Das scheint gar nicht so einfach zu sein.
Leider erlebe ich solche Geschichten recht häufig in letzter Zeit.
Die verbleibenden kleinen Läden haben immer noch nicht kapiert, daß Service die einzige Chance zum Überleben ist.
Bei den kleinen Lebensmittelläden hat man das verstanden, da kaufe ich gerne ein und ein kleiner Schwatz und gute Beratung sind immer inklusive.
(Wobei das durchaus wechselseitig stattfindet ;-))
Aber der Buchladen und dieser Elektroladen machen wirklich nichts dafür, daß man gerne dort einkauft...
Da bietet mir mein Rechner ein netteres soziales Erlebnis.
Der vermittelt mir wenigstens nicht das Gefühl zu stören...;-)
Dein Telefonverkäufer ist so ein typisches Beispiel, wie es nicht laufen soll. Ist aber auch schwer, sich dauernd mit den vielen neuen Geräten auseinandersetzen zu müssen und dann trotzdem schwer mehr verlangen zu können. Schreit nach mehr Spezialisierung.
Wenn ich in Leipzig ein richtiges Fachgeschäft für z.B. Smartphones hätte, würde ich dort hinfahren, mich beraten lassen und mir die ganze Recherchezeit in Foren, Bewertungsseiten u.ä. sparen. Ok, nicht die ganze, etwas Rercherche brauche ich ja, um mir meiner Bedürfnisse bewusst zu werden.
Fragt sich, wieviele das so machen würden? Ich vermute, die meisten Menschen kaufen halt etwas, das zu geschätzt 80% den Bedürfnissen entspricht und versuchen es zu tauschen, wenns doch nur 50% erfüllt, weil eine wichtige Funktion nicht da ist, das einem aber vorher keiner erzählt hat (auch die ganzen Bewertungsportale nicht).
Na da hast Du ja ein ganz brisantes Eisen angefasst. Und ich weiß eigentlich gar nicht, wo ich da anfangen soll. Fangen wir mal so an: Es gab einmal eine kleine Buchhandlung, die mein Vater und meine Mutter über Jahrzehnte geführt haben und die für das Auskommen meiner Familie und der Festangestellten gesorgt hat. Neben Büchern gabs auch Schreibwaren und Geschenkartikel (mein Vater hatte ein besonderes Faible für schöne Schreibgeräte und Mutter verkaufte mit Hingabe Devotionalien :-)!).
Mitte der 80er Jahre begann der Niedergang. Erst kamen die Ketten, dann der Online Versandhandel. Dann schloss die Buchhandlung nach über 100 Jahren Firmengeschichte. Aber nicht nur der kleine inhabergeführte Buchhandel hatte keine Chancen mehr, auch andere Einzelhandelsbranchen waren plötzlich in meiner Heimatstadt nicht mehr vertreten.
Jetzt kann man sagen ok, nichts ist beständiger als der Wandel, und das Bessere ist der Feind des Guten, aber wenn ich heute so durch meine Heimatstadt laufe (Kleinstadt: 50000 Einwohner), dann beschränkt sich das Angebot in der Innenstadt zum großen Teil auf (Ketten-)Modeläden (die meistens so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind). Die Leerstände und B-Lagen weiten sich aus und in den A-Lagen trifft man die bekannten Gesichter: die Rossmanns und Schleckers (na ja, jetzt nicht mehr), die Thalias und Mayerschen, die Kiks und Familiys und selbst die Rundfunk- und Fernsehfachgeschäfte von früher sind heute Handybuden. In der Kleinstadt, in der ich heute lebe (25000 Einwohner) siehts nicht anders aus!
Meine Eltern haben drei Vollzeitkräfte beschäftigt, sie haben ihre Gewerbesteuer vollständig im Ort abgeführt, sie haben Buchhändler und Einzelhandelskaufleute vor Ort ausgebildet und sie waren mit dem, womit sie handelten mit Leib und Seele verbunden. Und heute?
Heute verlagert sich, ich drücke das mal bewusst abstrakt aus, die "Wertschöpfung" immer mehr in die Peripherie. Raus aus der Kleinstadt, zunächst noch auf die "Grüne Wiese" mit ihren Aldis, Lidls und Pennys etc.), dann in die nächste Großstadt (Saturns, Ikeas und H+Ms etc.) und schließlich mit jedem ach so bequemen Klick auf den Kaufen-Button über den Onlineversandhandel (amazons und zalandos etc.) nach "Überall" oder "Nirgendwo".
Und im "Nirgendwo" wird vorrangig Geld gemacht. Dafür müssen natürlich die Arbeits- und Sozialstandards „angepasst“ werden
( siehe z.B. Zalando: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1694384/ZDFzoom-Gnadenlos-billig-%2528Kurzversion%2529#/beitrag/video/1694384/ZDFzoom-Gnadenlos-billig-%28Kurzversion%29 ).
Von der damit verbunden Kapital- und Machtkonzentration, die solche Firmen dann auch noch unentbehrlich bzw. "systemrelevant" machen, ganz zu schweigen. Und wir in der Kleinstadt reiben uns die Augen und wundern uns, dass wir der „Wertschöpfung“ hinterher fahren bzw. hinterher ziehen müssen, weil wir vor Ort keinen Arbeitsplatz mehr finden, der uns ernährt.
Brave new wourld! Ich bin froh, dass meine Eltern das alles nicht mehr erleben müssen.
Lokalagendianergruss von
Stephan
Auf der anderen Seite die "alles, billiger, sofort"-Mentalität, die auch noch kräftig geschürt wurde. Letztens irgendwo ein Interview teilweise mitbekommen, wo Leute gefragt wurden, ob sie Geiz wirklich gut finden. Fand natürlich jeder unsympathisch.
Online kann es aber auch kleine Händler geben, die auf Ihre Angestellten achten. Die die Kunden (per Mail oder Chat) beraten, vllt. auch noch was Anderes, Passenderes besorgen. Durch den grösseren Einzugsbereich können sich die auch besser spezialisieren (muss dann gleich mal schauen, obs einen Spezialisten für Akkuladegeräte gibt). Die Sache ist halt, dass viele dann trotzdem woanders kaufen, wo gerade dieses eine Produkt etwas günstiger ist.
Onlinekaufen ist ein bisserl so, wie Produkte importieren. Früher wusste man, was in der Produktion abgeht, weil man irgendeinen Bekannten hatte, der in "der Fabrik" gearbeitet hat. Wenn das in China oder Bangladesh oder so produziert wird, bekommt mans nicht mehr mit, wie das abläuft und freut sich nur über den günstigen Preis.
Mittlerweile gibts ja schon viele Berichte, wie es zu den günstigen Preisen kommt. Und das beginnt auch online (siehe eben Zalando, von amazon gabs ja meines Wissens auch schon ähnliche Berichte). Für Onlineshops gibts zwar Siegel, die behandeln aber "nur" die Sicherheit des Käufers. Aber änderts was am Verhalten? Ein bisserl vielleicht.
Ich finde, dass gewisse Grenzen gesetzt werden sollen (Fairness zu Angestellten, Umweltfreundlichkeit, Fairness ggü Käufern) oder dass ich zumindest die Möglichkeit habe, das beurteilen zu können. Egal ob online oder stationär.
Dazwischen kann sich alles entwickeln. Vielleicht ists sinnvoller, alles (wenn gut optimiert: http://www.utopia.de/blog/grunblick/wie-umweltfreundlich-ist-onlineshopping ) online zu bekommen. Dann kommt zwei bis dreimal die Woche die Lebenmittelkiste und einmal in der Woche die Kiste mit den anderen Sachen (von verschiedenen Händlern befüllt).
Dann gibts vllt in jedem Stadtviertel mehrere Schauräume, wo ich mir was anschauen und ausprobieren kann und sonst gibts fürs gemeinsame Erlebnis Werkstätten, Kurse, Bibliotheken mit Cafés (z.B. für Wohnzeitschriften, Comics, Design, Essen, ...), Diskussionskreise, ständige offene Bastelworkshops, Inspirationsräume, Thinktanks, ....
Geht sich finanziell halt nur aus, wenn die Immobilienhändler vernünftig werden. Aber vllt. findet sich da auch eine Lösung, wenn nur genug mitmachen.
:-) werner
Natürlich kann auch jeder kleine Einzelhändler einen Onlineshop an sein reales Ladenlokal hägen. Nur wird ihm das i.d.R. (Ausnahme: er deckt eine Nische ab, in der der Wettbewerbsdruck noch gering ist) nix nützen, weil seine Preise nicht wettbewerbsfähig sind und seine Werbebuget nicht ausreicht. Außerdem bedeutet ein Onlineshop auch einen erheblichen zeitlichen und damit personellen Mehraufwand, der sich für kleine Läden nicht rechnet.
Für mich ist die Frage, wohin wir wollen: Wollen wir tatsächlich eine weitere Zentralisierung des Handels und der damit verbundenen Nachteile (Auszehrung der ländlichen Kommunen) oder wollen wir dezentrale Klein- und Mittelberiebe stärken und damit die Lebensqualität vor Ort und in der Region.
Wenn wir letzteres bejahen hilft aus meiner Sicht nur abgestimmtes Handeln im politischen Raum (z.B fiskalpolitisch), denn der Konsument sieht diese Zusammenhänge nicht bzw nur, wenn ihm Preis signalisiert, dass er auf dem Holzweg ist. :-)!.
Ich glaube allerdings nicht, dass die Politik den "Lösungsraum" in absehbarer Zeit betreten wird.
Danke.
> Für mich ist die Frage, wohin wir wollen: Wollen wir tatsächlich eine weitere Zentralisierung des Handels und der damit verbundenen Nachteile (Auszehrung der ländlichen Kommunen) oder wollen wir dezentrale Klein- und Mittelberiebe stärken und damit die Lebensqualität vor Ort und in der Region.
eindeutig: Klein- und MIttelbetriebe in der Region stärken.
Die sollen aber auch die Möglichkeiten nützen können, die grösseren zur Verfügung stehen.
> Wenn wir letzteres bejahen hilft aus meiner Sicht nur abgestimmtes Handeln im politischen Raum (z.B fiskalpolitisch), denn der Konsument sieht diese Zusammenhänge nicht bzw nur, wenn ihm Preis signalisiert, dass er auf dem Holzweg ist. :-)!.
Ich glaube allerdings nicht, dass die Politik den "Lösungsraum" in absehbarer Zeit betreten wird.
Glaube ich auch nicht, solange die Wähler es nicht verlangen. Somit bleibt abgestimmtes Handeln, das Klein- und Mittelbetriebe anders stärkt.
Was ist möglich?
1. Erleichterungen durch Kooperationen, die sich aber an den Bedürfnissen der Menschen orientieren - dann kanns ruhig ein Zustelldienst sein, der von einem gemeinsamen Lager die Haushalte beliefert. Wenn beides z.B. genossenschaftlich betrieben wird.
2. Geld- und Warenkreisläufe wieder enger ziehen -> Regiogeld könnte da helfen.
3. Den Menschen was an die Hand geben, damit sie sich mit Ihrer Region identifizieren können und das Engagement lohnt aber so, dass auch andere Menschen aufgenommen werden - weil sie neue Eindrücke, Einflüsse bringen und die Region bereichern.
Danke für Eure Gedanken und Lösungsansätze! Liebe Grüße, Gita
> Für mich ist die Frage, wohin wir wollen: Wollen wir tatsächlich eine weitere Zentralisierung des Handels und der damit verbundenen Nachteile (Auszehrung der ländlichen Kommunen) oder wollen wir dezentrale Klein- und Mittelberiebe stärken und damit die Lebensqualität vor Ort und in der Region.
Einkaufen als Erlebnis zu sehen spielt doch nur dem Kapitalismus und der ständigen Nerverei vom Wirtschaftswachstum in die Hände. Früher bekam man Haushaltsgeräte die jahrzehntelang funktionierten. Heute muss ich nach 2 Jahren damit rechnen, dass die Geräte kaputt sind. Und zwar so, dass sie nur der Hersteller reparieren könnte, was er aber natürlich nicht will.
Wenn ich gemeinsames Erlebnis will geh ich zum Badeweiher, in den Kletterpark, in den Nationalpark, zu Sport- / Musik- / …-Veranstaltungen, zum Wandern, mach nen Fahrradausflug, nen (Brett- / Karten-) Spieleabend, besuche Verwandte und Bekannte oder laden sie zu mir ein.
Ich komme aus einer kleinen Gemeinde im bay. Wald. Es war immer so, dass wir rund einmal in der Woche in die nächste größere Stadt fuhren (was meine Eltern auch immer noch machen). Das bedeutet zweimal 30 Minuten Autofahren¹. Dazu kommen dann noch die innerstädtischen Fahrten und die ganze Zeit in den Geschäften. Man will, wenn man schonmal dort ist, ja auch gleich möglichst viel erledigen.
Meine Großeltern wohnen in dieser Stadt. Wieviel Zeit bleibt wohl um sie zu besuchen? Einkaufen wird so schon als stressig empfunden also will man sie auch da nicht mitnehmen.
Würde es also wirklich eine Einbuße von Lebensqualität für die Region bedeuten wenn möglichst viel online gekauft würde? Für die Verbraucher imho nicht. Auch die Arbeitnehmer stehen dadurch nicht pauschal auf der Straße. Schließlich bräuchte man auch Angestellte für die dezentralen Versandzentren. Und die gehören idealerweise nicht Amazon & Co., sondern sind als Genossenschaft in den Händen der Menschen der Region.
¹ Als ich klein war gab es noch nen Zug. Das Gleis ist inzwischen zurückgebaut, der Bus fährt zweimal am Tag.
Wenns so aufgezogen wird wie bei Abercrombie&Fitch, dann ja (in dunklen Räumen bei lauter Musik überteuertes, doch nicht so tolles Zeug kaufen, nur um nachher für die Firma Werbung zu machen - mit dem auf der Brust tragen des Logos).
Aber: in einem kleinen Plattenladen stöbern, mit dem Verkäufer fachsimpeln, sich was empfehlen lassen, ein paar Sachen anhören, ein anderer Kunde gibt auch noch seinen Senf dazu. Das ist auch ein Einkaufserlebnis (bei mir in Schleußig/Leipzig bei klangarten jederzeit erlebbar).
> Würde es also wirklich eine Einbuße von Lebensqualität für die Region bedeuten wenn möglichst viel online gekauft würde? Für die Verbraucher imho nicht. Auch die Arbeitnehmer stehen dadurch nicht pauschal auf der Straße. Schließlich bräuchte man auch Angestellte für die dezentralen Versandzentren. Und die gehören idealerweise nicht Amazon & Co., sondern sind als Genossenschaft in den Händen der Menschen der Region.
So dezentral genossenschaftlich kann ich mir das auch gut vorstellen.
Herstellung/Reparatur ginge bedürfnisorientiert auch eher in kleinen Werkstätten/Manufakturen, so dass der Toaster/Wasserkocher/Waschmaschine/... wirklich länger hält und genauso funktioniert, wie ich das brauche.
...
Änderung 6.8.2012: eigener Beitrag daraus erstellt:
-> https://www.utopia.de/blog/grunblick/stadt-ohne-geschaefte
Gleichzeitig begann auch ich, immer mehr mich dort zu informieren und dann auch dort zu kaufen - wegen Preise, aber auch Auswahl, zumal wir hier auf dem Land sind.
Mittlerweile kommen sogar mal Lebensmittel (alles vegetarisch) per Paket.
Das alles halte ich also nicht für so schlimm.
Gleichzeitig wird es jetzt aber auch für mich immer schwerer, weil einerseits fast jede(r), der einen PC und Internetanschluss hat, auf die Idee kommt, einfach mal einen Shop aufzumachen, was sowohl die Beratungs- als auch Zuverlässigkeits oder Sicherheits-Qualität senkt. Viele haben keinerlei Ausbildung, weder fachlich noch kaufmännisch und häufig auch kein Kapital. Wegen all diese dubiosen Vorfälle sind die Medien voll mit Warnungen und seit 1.8. haben wir ja eine weitere Hürde eingebaut bekommen, die nicht nur Zeit, Arbeit., Kosten und Nerven verursachte (Button-Lösung), sondern die Probleme nicht beseitigt.
Zum Anderen sind da diese Mega-Seller. Früher kannte man Amazon & Co. ja dann z.B. nur im CD oder Buch-Bereich. Heute bekommt man da praktisch alles - auch die allermeisten meiner Produkte. In der Regel dort zwar viel teurer, aber Dank der Werbung und Google finden die Leute mittlerweile eher dort hin. Mich kontaktiert man dann, wenn man Probleme mit der dort gekauften Ware hat. Und so wird es nicht nur mir und anderen Solar-Anbietern, sondern Vielen ergehen, die nun seit 10 und mehr Jahren verlässliche, seriöse, gute Einkaufs-Quellen sind.Die "Großen" schlucken oder verdrängen alles!
Also auch bei Online gilt: bitte darauf achten, wo man einkauft!
Das mit dem Shop aufmachen, wird von den grossen Providern auch gerne angepriesen als sehr einfach und schnell. Dass da noch einiges dahintersteckt, wird bestenfalls vereinfacht dargestellt, Hauptsache, die Shopsoftware ist abonniert.
Aber ja, ich finde, wir können ja mit unserem Kaufverhalten - und dem Vorleben für die nachfolgende Generation (((ich bin ja mitten dabei ;-) denn leider machen ja Kinder alles nach, man braucht sie also gar nicht mit seinen ach so guten Vorsätzen erziehen wollen...) )) - noch einiges tun.
Heute erst habe ich ONLINE - nicht versehentlich, sondern bei vollem Bewusstsein - Aufkleber bestellt und Etiketten zum Draufbügeln für meinen Sohn, bald Erstklässler.
Ich soll alle seine 7 Sachen für die Schule beschriften mit Name, Anschrift und seine Kleidung auch.
Das ist ja so usus.
Ich glaube, meine Mama hat vor 33 JAhren (oje, jetzt wisst ihr wieder, wie alt ich bin) keinen online shop gebraucht um meinen Namen auf meine Stifte im Federmäppchen zu schreiben und es gab auch noch nix zum Aufbügeln Sie hat sgar regelmäßig neue Schirme und Wollmützen, die ich in der Straßenbahn habe liegen lassen, für mich gekauft, und bestimtm auch die ein oder andere Vesperbox. Und das alles zu Fuß...hm.
Worauf ich hinaus will.
Seit Jahren habe ich meine KInder in der Betreuung, und habe hier und da in Kleidungsstücke Namen reingeschrieben oder nicht, oder es ging mal was ab...das war halt so.
Jetzt wollte ich es halt mal "professionell" machen und dacht mir, aha, bestellste mal die Profi-Aufkleber...aber so Zeug gibts ja eher nur online und das geht dann auch ratz-fatz.
Ich bin noch nicht mal auf die Idee gekommen, in dem ein oder anderen Schreibwarengeschäft nachzufragen... Fotoalben kaufen, Bilder einzeln reinbippeln...auch sowas hab ich lange nicht mehr gemacht, online Fotobücher... das ist irgendwo schon gar keine Nische mehr.
Das ist geändertes Kaufverhalten per se. ONline welt, digitale Welt. Technische Welt.
Sie wird von Firmen gemacht, die Technik herstellen. Der Mensch ist schon seit jahrhunderten technikverliebt, wird es immer sein - so lange er noch selber denken kann...bis zum Kollaps (nach dem Kollaps braucht er auch die Technik, vielleicht Sauerstoffzufuhr o.ä., sorry, wie makaber...)
Lange REde, kurzer Sinn: wenn der Käufer sehr viel Wissen mitbringt (mehr Wissen als das, was der Handel anbieten kann, weil die breite Masse andere Produkte verlangt) und was Spezielles benötigt (Nischenprodukte), DANN kann "selber kaufen" (egal ob online oder nicht) natürlich Sinn machen.
ich finde, ONLINE ist nur einfach ein anderer Kaufweg.
Ich finde bei weitem nicht, dass dies immer der beste ist.
Bei sehr komplexen Produkten ist der Kunde häufig nicht mehr in der Lage (Maria_L vielleicht schon beim Headset, aber ich selber hätte zB gar keine LUst darüber nachzudenken,w elches Headset ich nutzen will, da frag ich lieber meinen Mann oder einen Verkäufer...) sich das passende Produkt selbst auszusuchen und dann - wie @Hannilein schreibt - ist es natürlich SEHR von Nachteil, wenn VIELE Bewerber sich im Netz tummeln, z.B. viele, die nicht qualiiziert sind.
Wie erfährt das der Kunde?
Wenn man einem Verkäufer in Echt gegenüber steht, merkt man ja SOFORT, ob der was taugt oder nicht...
Zur Technik: solange sie Dinge vereinfacht, wird sie begrüsst. Digital Fotografieren ermöglicht, die Bilder gleich anzuschauen, notfalls noch eines zu machen, wenns doch nicht schön geworden ist (damit spart es auch Fotomaterial), durch das "kann ich eh wieder löschen" wird noch mehr geknipst, als es Japanern früher gerne pauschal unterstellt wurde.
Zu erkennen, ob ein Onlineshop was taugt, wird leichter, durch weitergegebene Erfahrung steigt die durchschnittliche Kompetenz. Ob ein Verkäufer zur Beratung qualifiziert ist, kann ich besonders bei technischen Produkten nicht sagen, wenn ich mich nicht mit dem Produkt ein bisschen auskenne. Selbst mit guter Absicht kann jemand mir das falsche Produkt verkaufen, weil der Verkäufer meine Bedürfnisse nicht richtig erkannt hat. Beispiele, dass mit schlechter Absicht das falsche Produkt verkauft wurde, kann vermutlich jeder selbst liefern.
Es geht darum, ob ich wem vertraue, egal ob das online ist oder im Laden.
Wenn ich selber keine Ahnung habe, frage ich und vertraue der Antwort oder eben nicht. Wenn ich mich auskenne, brauche ich keine Beratung, da kommt gleich die Frage nach Verfügbarkeit und Konditionen.
Online zu beraten geht (gute Produkttexte, Kommentarmöglichkeit, Chat, Telefon, Videotelefon) braucht aber qualifiziertes Personal (wie auch stationärer Handel, der gut beraten will) hat aber immer etwas von Distanz, die aber manchmal auch angenehm sein kann.