"Ob das Gemüse aus dem Wok allerdings das Leben verlängert, ist ungewiss. Das Schicksal wird dadurch kaum zu beeindrucken sein. Und ob wir durch Essen über die Zukunft entscheiden können, ist fraglich. Sicher ist, dass wir uns durch schlechtes Essen das Dasein verderben oder durch gutes verschönern können. Wichtig ist die Gegenwart. Das Leben findet bekanntlich nicht erst irgendwann in der Zukunft statt. Wichtig ist, dass es heute schmeckt, dem Körper guttut, für Wohlbefinden sorgt. Im Hier und Jetzt."

Diese Sätze am Ende des Buches von Hans-Ulrich Grimm sprechen Bände. Ich kann mich den Rezensionen anderer nur anschließen (NDR: http://www.ndr.de/kultur/literatur/essen273.html, DR: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1694126/), nach der Lektüre habe ich keine Lust mehr auf industriell produzierte Massenware mit zig Zusätzen, die kein Mensch braucht, der sich ausgewogen, naturbelassen und achtsam ernährt.
Es bestätigt eher noch meine Meinung, bio, fair, saisonal und regional einzukaufen, am besten vom Bauern "nebenan", dem man zur Not über die Schulter schauen kann, selbst anzubauen und zu kochen, wo ich weiß, was drin ist und mir keine Gedanken machen muss, ob ich mich gerade vergifte - wie bei Activia.
Den Joghurt habe ich selbst lange Zeit gegessen, um wieder auf Toilette gehen zu können, weil ich durch die vielen Antidepressiva, die Pille Verstopfungen bekam und es mir von meiner Mutter und Ärzten (!) nahegelegt wurde, doch - oh, Wunder - seit ich mich ausgewogen und gesund ernähre (viel frisches Obst und Gemüse, Nüsse, Öl, Vollkornprodukte...), klappt das auch ohne Probiotika. Nebenbei, das rechne ich aber meinem Lebenswandel eher insgesamt zu, habe ich kaum noch Migräne, Kopfschmerzattacken, Magenschmerzen etc.
Viele der vom Autor genannten Lügen kannte ich schon, fadenscheinige wissenschaftliche Nachweise für angebliche "Gesundheitsnahrung" (siehe auch das Video "Functional Food": http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/mein_nachmittag/media/plietsch959.html), zuviel Industriezucker, Salz und vor allem Lebensmittelzusätze im Essen (die berühmt-berüchtigten E-Nummern), nicht zu vergessen Pestizide, Herbizide und andere Schadstoffe, die beispielsweise krebserregend sein können - daher entschied ich mich auch für Bio.
Was ich nicht wusste, dass fettreduzierten (Milch-)Produkten wichtige Fette fehlen, die der Mensch braucht, wie die Omega-3-Fettsäuren u. a., und das sogar Depressionen auslösen kann. Ich habe selbst jahrelang fettreduziert gegessen und jetzt, wo ich normal esse und trinke, auch mal richtig fettig, aber dann die "guten" Fette, keine gehärteten und so Designerindustriefette, da kann ich regelrecht zusehen, wie die Stimmung sich aufhellt.
Ich kann nur jedem empfehlen, dieses Buch zu lesen, zu verinnerlichen und das Wissen beim nächsten Einkauf zu beherzigen. Denn der Mann weiß, wovon er spricht, wenn er dafür eintritt, die Produkte von Food-Konzernen wie Nestlé aus den Regalen zu verbannen, zu Gunsten von frischer Ware von Märkten und Bauern aus der Region. Auch auf seiner Website findet man viele nützliche Informationen rund um Ernährungs- und Gesundheitsthemen (http://www.food-detektiv.de/index.php).

DR. WATSONs [Anm.: dahinter verbirgt sich Hans-Ulrich Grimm] Fazit: Die vorgegebenen Nährwertempfehlungen lassen sich über ganz normales Essen erfüllen. Wer also ausreichend Gemüse, Obst, Nüsse Vollkornprodukte und tierische Produkte wie Milch, Käse, Eier und Fleisch zu sich nimmt, braucht die künstlich angereicherten “Gesundheitslebensmittel” nicht, umgeht die vielen unerwünschten Risiken und tut außerdem noch etwas Gutes für seinen Geldbeutel. (aus http://www.droemer-knaur.de/magazin/Proaktiv.+Probiotisch.+Idiotisch!.7782744.html)

Mich hat er überzeugt, auch mit dem Hinweis im Buch auf viele schöne Projekte, von denen ich an dieser Stelle unbedingt noch eins erwähnen möchte: die Initiative "Genussgemeinschaft Städter und Bauern". Eine feine Sache, wie das Beispiel des Löfflerhofes (gehört zum Demeter-Verband) in Farchach am Starnberger See zeigt: http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/unser-land/themen-rubriken/verbraucher-und-ernaehrung/genussrechte100.html Wahrscheinlich werde ich mich da auch in irgendeiner Weise beteiligen, denn zu wissen, dass ich selbst ein Teil eines nachhaltigen Projektes bin und dafür sogar noch in frischen "Naturalien" entlohnt werde, begeistert mich. Crowdfunding fetzt.
Bildung auch. Daher die ZEIT zum Schluss: "Hans-Ulrich Grimm betreibt Aufklärung im besten Sinne." Und ich ziehe den Hut.

PS: Hier noch ein Auszug aus seinem Lexikon, das die meisten Bücher von ihm zusammenfasst ( http://tinyurl.com/c6cnrh9 ) und ein "nettes" Bild, das die thesen des herrn Grimm noch tatkräftig untermalt.

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