Auch wenn Greenpeace und andere Initiativen den Castor-Transport leider nur temporär stoppen konnten, war die Kampagne auf GreenAction ein voller Erfolg: Innerhalb von einer Woche haben 169 Aktivisten mitgemacht, rund 20 sogar als Co-Autoren, und knapp 40 Beiträge wurden erstellt. Außerdem bekam die Kampagne 74 GreenIts, was sie nicht nur zur besten Kampagne der letzten vier Wochen, sondern zu einer der erfolgreichsten Kampagnen auf GreenAction überhaupt macht. Außerdem kam es mit über 30.000 Menschen zur größten Anti-AKW-Demonstration im Wendland aller Zeiten!
Wichtig sind aber natürlich nicht nur die Zahlen, sondern vor allem die Unterstützung von Euch. Immer wieder habt ihr die Kampagne mit Blogeinträgen, Videos und Fotos bereichert. Das war großartig!
Im Vorfeld konntet ihr ein Zeichen gegen den Castor setzten und ein gelbes X in Euren Alltag integrieren. Ob mit Fingermalfarbe auf der Fensterscheibe, Kreuz auf dem Esstisch oder dem Balkon, die Fotos von den gelben Xen haben gezeigt, dass ihr Farbe bekennt. Toll waren auch die vielen Tipps zu Mitfahrgelegenheiten, Schlafplätzen und Wetterverhältnissen und das gegenseitige Vernetzen von Kampagnen und Usern. Die Demonstration in Dannenberg gab Euch und GreenAction dann die Möglichkeit On- und Offline optimal zu verknüpfen. Einige GreenAction-User konnten sich nicht nur vor Ort endlich persönlich kennen lernen, sondern auch andere für GreenAction mobilisieren. Sichtbar wurde diese Gemeinschaft durch grüne Finger, die ab und zu aus der Demonstrationsmasse blitzten - dem Wiedererkennungssymbol von GreenAction.
Doch nach der Demonstration, dem Fokus der Kampagne, war noch lange nicht Schluss mit dem Engagement. Was uns natürlich super gefreut hat. Ihr habt uns während der gesamten Zeit an euren persönlichen Impressionen teilhaben lassen und wir von der Kampagne hielten Euch immer über die Kampagnenwall und Blogeinträge auf dem Laufenden. Und weil's so schön war, jetzt hier noch mal exklusiv in Kurzform:
Tag 1 - Freitag (05.11): Castor-Zug wird vor Caen von Atomkraftgegnern, die sich an die Gleise gekettet haben, gestoppt.
Tag 2 - Samstag (06.11): Mehrere Zehntausend Menschen sind auf der Groß-Demonstration in Dannenberg. Währenddessen ketten sich zuerst zwei Greenpeace-Aktivisten am deutsch-französischen Grenzübergang bei Lauterbourg an den Gleisen fest. Einige Stunden später durchkreuzen weitere Greenpeace-Aktivisten, die an der Kinzigbrücke in der Nähe von Kehl hängen, erneut die Castor-Route. Die Aktivisten bei beiden Aktionen zeigen Banner mit der Aufschrift: "Atommüll zurück ins AKW Philippsburg".
Tag 3 - Sonntag (07.11): Castor-Zug bleibt über Nacht auf offener Strecke stehen, weil sich bei Morschen (südlich von Kassel) zwei Aktivisten von einer Brücke abgeseilt haben und über den Gleisen hängen. Ab Mittag blockieren Bauern mit Treckern die Straßen und tausende Atomkraftgegner die Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg, vor allem bei Harlingen/Hitzacker.
Tag 4 - Montag (08.11): Castor-Zug fährt in Dannenberg ein, Castoren werden auf LKWs verladen und dann sorgt der "Biertrojaner" von Greenpeace für Schlagzeilen. Greenpeace-Aktivisten hatten auf der Castortransportstrecke einen LKW fixiert, ihn teilweise abgesenkt, damit sie sich im Inneren mit Stahlröhren an der Straße befestigen konnten. Auf dem LKW war ein Banner mit der Aufschrift: "Atomkraft ist ein Irrweg. Stop Castor!" angebracht. Gleichzeitig seilten sich in Langendorf, an der Castor-Strecke, Kletterer von einem Baum ab - ebenfalls mit einem Banner, mit der Aufschrift: "Stop Castor!". Die Polizei hat große Schwierigkeiten den Greenpeace-LKW von der Straße zu entfernen, so dass der Castor-Transport erneut einen Nacht-Zwischenstopp einlegen muss. Außerdem sammeln sich tausende Demonstranten vor dem Zwischenlager in Gorleben und Bauern blockieren mit Schafen und Ziegen eine Straße am Ortseingang.
Tag 5 – Dienstag (09.11): Polizei hat es geschafft, die Straße frei zu räumen und der Castor-Transport setzt seinen Weg über die Nordroute fort. Dabei bekommt er bei Laase Flugbegleitung von einem Greenpeace-Paraglider mit einem "Stop-Castor"-Banner. Außerdem hängen vor der Ankunft noch Robin-Wood-Kletterer über der Castor-Strecke, sie halten ein Banner mit der Aufschrift "Endstation Atom — Sofort alle Aussteigen!". Die Kletterer werden von der Polizei herunter geholt. Danach rollt er mit 92 Stunden und 24 Minuten Verspätung ins Zwischenlager Gorleben ein. Die bisherige Rekord-Transport-Dauer.


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