Anlässlich der Auszeichnung für sein Enegagement fasste Wolfgang Frey seine Auffassung wie folgt zusammen:

Als Architekt sehe ich nur einen kleinen Ausschnitt der gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen, Architektur und Bauen ist der Lebensraum der viele Menschen prägt und der von vielen Menschen geprägt wird.

In unserer Arbeit haben wir erkannt, dass wir Menschen an tausend Stellen tausend kleine Energiemengen verbrauchen. Und immer sagen wir: „So wenig, darauf kommt es nicht an.“ Wenn es aber nicht darauf ankommt, die Energie zu verbrauchen, muss es uns dann nicht ebenso mit der Erzeugung gehen?

Die Natur schenkt uns Unmengen Ressourcen. Manche sind endlich. Manche nicht.

Wenn ich meinen Kinder etwas schenke und sie sich freuen, ist es gut. Wenn sie es aber verschwenden, ist es weniger gut. Wie dumm sind wir Menschen, dass wir wertvolle Ressourcen einfach verbrennen? Nur um es Warm zu haben? Wir könnten ja auch mit Geldscheinen heizen- da würde es auch warm werden.

Ich glaube nicht, dass es um Entsagung geht. Es geht nicht um Verzicht oder Einschränkung:

Nutzung der Ressourcen ja. Verschwenden nein.

Unendliche Ressourcen werden uns von der Natur geschenkt. Wir müssen uns nur ein klein wenig bewegen um aus einer geringfügig anderen Perspektive die Chancen zu erkennen, die in diesem geschenkten Potential steckt.

Manchmal denke ich, mit der Energie ist es wie mit dem Wald, den man vor lauter Bäumen nicht sieht. Präzise abwägen, denn wenn die Dinge gut sind, sind sie nachhaltig. Und wenn sie nachhaltig sind, sind sie auch überzeugend.



Beispielhaft steht das Haus im Rieselfeld mit über 60 Wohnungen und verschiedenen Gewerbeunternhemen für unseren Ansatz: Für mich ist dieser Bau ein Beispiel wie viele kleine Energiebeiträge sich eben doch summieren: Die PV- Anlage auf dem Dach produziert in etwa die Energie, die von den elektrischen Verbrauchern des Hauses benötigt wird. Es gibt nur LED Beleuchtung. Die Solarkollektorfläche erzeugt den Großteil des Warmwassers, und mittels Geothermie können wir das Gebäude ganzjährig klimatisieren. Heizen im Winter, Kühlen im Sommer. Einzelraumlüfter mit Kreuzwärmetauscher sorgen für frische Raumluft ohne Wärmeabfluß. Die Farbe an der Gebäudefassade erzeugt Sauerstoff indem sie NOX abbaut. Die begrünte Laubenkonzeption schützt die Gebäudehülle vor Überhitzung und Auskühlung. Der Aufzug produziert elektrische Energie bei der Abwärtsfahrt. Die kleinen Windräder auf dem Dach haben eine Leistung von rund 10 KW. Und während des Bauens konnten wir Synergieeffekte nutzen, indem von ihnen Firma Züblin der Baukran als Mastersatz für ein 5 KW Windrad zur Nutzung bereitgestellt wurde. Was mich besonders freut ist, dass wir ganz aktuell die Freigabe bekommen haben auf dem Deponieberg Eichelbuck hier in Freiburg den Bauantrag für eine Teststrecke mit 7 Windkraftanlagen unterschiedlicher Konfiguration einreichen zu können.



Was wir hier machen ist nichts Außergewöhnliches. Auch nichts Neues. Aber wir versuchen es überhaupt zu machen und zwar so, dass es finanzierbar ist.Ökologie und Ökonomie stammen aus demselben griechischen Wortstamm Oikos. Oikos kann übersetzt werden mit Hauswirtschaften. Wirtschaften mit dem was wir haben.

In früheren Zeiten haben die Menschen mit dem umgehen müssen was ihnen zur Verfügung stand. Diese Ressourcen waren wertvoll, weil sie begrenzt waren. Deshalb war es notwendig bedacht mit ihnen umzugehen. Heute hat die billige Verfügbarkeit der Ressourcen deren klugen Einsatz ersetzt.

Wir definieren den ökologischen Nutzen als den sinnvollen Umgang mit den Ressourcen. Und dieser sinnvolle Umgang mit den Ressourcen muss der wirtschaftliche Umgang sein weil dann das Potential optimal genutzt wird.

Es braucht Bescheidenheit - nicht um mit weniger zufrieden zu sein, sondern um die einfachen Lösungen zu finden: Diese sind nicht deshalb gut, weil sie weniger Kosten, sondern, weil sie das notwendige Tun und das Überflüssige weglassen.

Wenn Oikos bedeutet: „Wirtschaften mit dem was wir haben steckt neben dem „wirtschaften“ aber auch noch das „wir“ darin. „Es geht uns alle an.“

Es braucht Demut, um zu erkennen dass wir - jeder für sich - es alleine nicht schaffen werden. Nur gemeinsam können wir die Kreativität entwickeln, die uns zum Ziel führt.


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v. Li. : Oberbürgermeister Stadt Freiburg Dr. Dieter Salomon Architekt Wolfgang Frey, Staatsministerin Silke Krebs, MDB Gernot Ehrler, Verleger Manuel Herder