Wow. Die Bahn will auf regenerative Energien umsteigen! Und das schon bis 2050. Diesem "ehrgeizigen" Ziel kommt sie jetzt schon ein Stückchen näher. Um acht Prozentpunkte steigt der Anteil grünen Stroms ab 2014 und wird damit künftig 28 Prozent ausmachen. Schuld ist natürlich wieder Fukushima. Denn Neckarwestheim 1 hat bisher fast ein Viertel des Bahnstroms geliefert. Das geht jetzt leider nicht mehr. Atomstrom fährt runter auf 14 Prozent, dafür kommt jetzt vorübergehend erstmal wieder mehr Kohle in den Kessel.
Dass die Bahn langfristig auf regenerativ setzt, ist löblich. Dass sie dabei aber auf Großmann baut, Chapeau! Herr Grube hätte nicht besser wählen können, kennen wir RWE doch als Vorreiter was Ausbau und Förderung Erneuerbarer Energien anbelangt. Ein 15-Jahres-Vertrag mit Deutschlands Stromkunden No. 1 spült dann endlich auch wieder Geld in die idealistischen Taschen.
Und klar, Grünsein hat seinen Preis. Dass es jetzt wieder teurer wird, ist halb so schlimm. Für den richtigen Zweck, da geben wir doch gerne Herr Grube!


Kommentare (5)
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auch wenn ich 2050 gar nicht ambitioniert finde, wo z.B. DER PLAN von Greenpeace bin in Details zeigt, wie schon weit früher eine Energiewende - und zwar komplett, Strom inklusive - möglich wäre; (zugegeben kann das die Bahn nicht allein verwirklichen, sondern nur in Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Akteuren)
Hier der Kommentar von Greenpeace dazu:
Energiewende bei der Deutschen Bahn? Ein bisschen ...
Die Deutsche Bahn will grüner werden - mit Strom aus alten Wasserkraftwerken. Von einem umweltfreundlichen Energiemix bleibt sie noch meilenhaft entfernt.
Der größte Stromverbraucher Deutschlands bezieht derzeit über die Hälfte seines Stroms aus fossilen Energien und rund 22 Prozent aus Atomstrom. Letzterer kam bisher aus den beiden Meilern des AKW Neckarwestheim. Da Block 1 im Rahmen des Atomausstiegs endgültig abgeschaltet wird, muss die Bahn sich nach Ersatz umsehen.
Ab 2014, so sieht es ein neuer Vertrag vor, soll Ökostrom des Energieversorgers RWE acht Prozent des Verbrauchs abdecken. Damit würde sich der Anteil der Erneuerbaren am Strommix der Bahn von derzeit knapp 20 auf 28 Prozent erhöhen.
Dass verstärkt Ökostrom anstelle des Atomstroms fließen soll, nennt der Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling begrüßenswert. Aber bei der Energiewende sei die Deutsche Bahn damit noch kein Treiber, sondern bleibe eine Getriebene. "Fakt ist, dass der RWE-Strom aus Wasserkraftwerken kommt, die zum größten Teil jahrzehntealt sind. Aus diesem Milliardenvertrag entsteht somit unmittelbar keine einzige neue Anlage."
Die großen Stromversorger RWE, EnBW, E.ON und Vattenfall decken zusammen 68 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland ab. Ihr Anteil an der Versorgung mit Ökostrom aber beträgt nur 0,5 Prozent. Ihre Investitionen in Windkraft oder Sonne sind marginal, stattdessen setzen sie nach wie vor auf die klimaschädliche Kohle.
Ein Beispiel dafür ist das nordrhein-westfälische Kohlekraftwerk Datteln, aus dem auch die Bahn Strom bezieht. Die drei Kraftwerksblöcke sind veraltet und sollen 2012 abgeschaltet werden. Der Energiekonzern E.ON hat mit dem Bau eines neuen Blocks begonnen, des größten in Europa. 40 Prozent des erzeugten Stroms sollten mindestens 40 Jahre lang an die Deutsche Bahn geliefert werden. Der Bau wurde 2009 gerichtlich gestoppt.
"Wenn sie es ernst meint mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, muss die Bahn direkt in den Bau neuer Anlagen investieren, zum Beispiel in Windkraft", sagt Andree Böhling. "Wenn sie aber weiter auf Atomstrom und wie in Datteln 4 auf neue Kohlekraftwerke setzen will, ist die Bahn von einem Meilenstein für einen umweltfreundlichen Energiemix weit entfernt."
http://www.greenpeace.de/themen/klima/nachrichten/artikel/energiewende_bei_der_deutschen_bahn_ein_bisschen/
Publikationen zum Thema
Klimakiller Datteln 4
(pdf http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/fs100223_Datteln_final.pdf )
Deutsche Bahn fährt mit dreckigem Kohlestrom
(pdf http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/fs_100222_BahnDatteln_cv.pdf )
Deutsche Bahn: Mit Atomstrom aufs Abstellgleis
(pdf http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/atomkraft/Factsheet_Atombahn_20110228.pdf )
Aber Realsatire beiseite, es ist natürlich gut, wenn ein Großverbraucher Ökostrom bezieht, selbst wenn er aus dem Bestand kommt. So kommen wir auf jedem Fall noch schneller an den Punkt, wo die Ökostromnachfrage das Angebot übersteigt. Und dann helfen Herrn Großmann auch keine RECS-Zertifikate mehr.