Das Bild, das wir Menschen von der Vergangenheit haben, prägt bekanntlich unser Weltbild insgesamt, und damit auch unser Handeln in Bezug auf die Gegenwart und Zukunft.
Schon allein deshalb finde ich es Wert, eine bis heute zu unrecht weitgehend unbekannte Person in Erinnerung zu rufen, vgl. z.B: http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Sankara
Dort v.a. die beiden Passagen:
Die Politik war ausgerichtet auf den Kampf gegen Hunger und Korruption, die Verbesserung der Bildungs- und Gesundheitsversorgung sowie auf Wiederaufforstung durch einheimische Bäume, Sträucher und andere Nutzpflanzen, um die Desertifikation, also das Fortschreiten der Wüste, aufzuhalten und sogar umzukehren. Afrikas Grüne Mauer im Sahel geht zum Teil auch auf diese Initiative zurück. (...) Die Verbesserung des Status der Frauen war erklärtes Ziel von Sankaras Politik. Beispiellos in Westafrika verbot er die Beschneidung von Frauen, (...) [Ende des Zitats]
Erwähnenswert auch die Versuche, eine autarke Landwirtschaft aufzubauen, unter anderem hat Sankaras Regierung erreicht, dass (damals) Beamte alle Hemden tragen, deren Baumwolle aus Burkina Faso selbst kam und die auch im Land selbst unter menschenwürdigen. Bedingungen genäht waren. Insofern war er auch ein Vorreiter des "Fairtrade"!
Soviel Engagement für Fairness hat ihm dann bald das Leben gekostet, aber das Gute in der Welt hängt zum Glück nicht an einzelnen Personen und ist mit einem Mord nicht umzubringen. Es lebt weiter ... hoffentlich auch in vielen unserer Handlungen


Kommentare (11)
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berniewa
schrieb am 26.01.2011 um 16:10 ¶Diesen Beitrag bitte nicht als Personenkult missverstehen.
Auch bei Thomas Sankara gilt natürlich der Satz : Nobody is perfect .
Es geht hier auch weniger um seine Person, als um die mit ihm verbundenen 'Inhalte'
in besagter Hinsicht.
berniewa
schrieb am 31.01.2011 um 18:25 ¶Obwohl "Fairtrade" sich meist auf Überseeimporte bezieht, gibt es bekanntlich auch in Mitteleuropa, auch in Deutschland, sehr unfaire Verhältnisse bei Erzeugung / Weiterverarbeitung / Handel von Gütern u Dienstleistungen
Aktuell zeigt dies z.B. eine Studie des DGB, dass für sogenannte Leiharbeit in Bayern im Schnitt nur halb so viel Lohn gezahlt wird wie für reguläre Lohnarbeit, vgl. http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/region-bayern/leiharbeiter-in-bayern-verdienen-zu-wenig-1.471661 - und es gäbe sogar noch extremere Beispiele für Unfairness auch innerhalb Europas
berniewa
schrieb am 23.04.2012 um 16:39 ¶emmaradio
schrieb am 23.04.2012 um 17:36 ¶Die Politik TS' ist wirklich beeindruckend, wennauch sein Sozialismus, wie fast alle Sozialismen dieser Zeit, Schwächen hatte. Aber auch als einzelner politischer Akteur, finde ich, sticht er positiv in der Geschichte Sozialistischer Politiker hervor. Imponiert hat mir bsonders sein entschlossenes Engagement für Frauenrechte.
berniewa
schrieb am 24.04.2012 um 12:41 ¶Danke auch für den Youtube Link
Berthild Lorenz
schrieb am 24.04.2012 um 09:08 ¶Mein Sohn war mit einem Entwicklungsdienst in Burkina Faso "gelandet". Martin, der eine 8 jährige Ausbildung zum Bühnentänzer durchgehalten hatte, wurde in ein Fußballprojekt, als Betreuer, eingeteilt. Da "durften" Jungen täglich stundenlang bei 40° C PLUS! Fußballtraining absolvieren, damit was aus ihnen wird...
Den Jungen ging es hinterher richtig schlecht.
Martin fagte die Verantwortlichen wo denn die Physiotherapie sei, bei dem Training. Er wurde angeguckt, als sei er von nem anderen Planeten...
Das ist übrigens ein von Deutschland gefördertes Programm...
"Den Jungen tut alles weh, die haben total verspannte Muskeln, die brauchen Hilfe!"
Achselzucken...
"Okay, dann mach ich das eben, ich kann das, ich hab es 8 Jahre lang selber erlebt, ich weiß, was zu tun ist." Martin massierte also "nebenbei" auch noch die schmerzenden Muskeln der Jungen, damit es ihnen wieder gut geht.
Damit machte er das, was seine Mutter auch schon immer getan hatte -, zupacken, wo Not ist...
Daraus wurde gemacht: "Er ist schwul, er fasst die Jungen an!"
Eines Tages eine Mail von Martin: "Mama, du brauchst keine Massagebälle zu schicken, ich bin mal wieder rausgeflogen!" Ich saß -, im noch immer Ostberlin -, und stutzte und schrieb: "Du bist mal WIEDER rausgeflogen? Hab ich irgendwas verpasst? Wann bist du denn schonmal rausgeflogen? "
Die Antwort: "Na, Mama, hast du vergessen, wie wir aus der DDR rausgeschmissen wurden?"
Nein, das hatte ich natürlich nicht vergessen, die Spuren sind immer noch in meiner Seele und es schmerzt, dass seitdem mein Leben schwerer zu ertragen ist, als in der DDR. Freiheit hab ich für die Anderen erkämpft, indem ich außer diesem Kind ALLES zurücklassen musste!
Ergebnis: Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland meinte, auch wenn Martin nicht schwul sei, müsse er gehen, das wäre besser so!
Tja, so einfach ist das Leben - für Manche.
Bloß gut, dass ich mich schon seit einem Vierteljahrhundert mit dem Thema "Rächt in Gerüchtssälen, im Namen des Volkes begründet" beschäftige...
Obwohl Martin nur drei Monate lang in Ouaga Dougu war, hat er dort bereits für einen Freund übernommen, die Schule zu bezahlen und einen anderen Freund hat er damals mit hergebracht, gefragt, ob er mit ihm zusammen zu mir kommen darf und ich habe "ja" gesagt, obwohl ich von hartzlich gern Gegebenem lebe.
Und dann haben wir zu dritt auf 52m² gelebt und alle haben zugesehen, dass Jeder einen Weg sucht, die Situation zu verändern! Und ich durfte sie ja laut Gesetz bloß eine vorgeschriebene Anzahl von Tagen zu mir nehmen, ich muss ja zusehen, wie ich an Geld komme!
Und Mo brauchte diese Geborgenheit und für mich war es auch wichtig, endlich mal gebraucht zu werden...
Mo, der damals mitkam, studiert seit vorigem Jahr in Berlin! Ja, er durfte bei mir unterschlüpfen, weil er noch weniger Geld hat, als ich! Und er blieb ein Dreivierteljahr, dann hatte er es geschafft, konnte ins Studentenwohnheim einziehen...
Und er muss arbeiten, um das kleine Zimmer im Studentenwohnheim zu bezahlen und um sich Lebensmittel kaufen zu können! Und er lernt "nebenbei" deutsch ...
Und er hat in diesem Land, in dem an jedem Abend tonnenweise Lebensmittel vernichtet werden, genauso nur eine Handvoll Reis zu essen, wie in seiner Heimat, in Ouaga Dougu ...
Es ist für ihn ein völlig anderes Leben hier! Mo hat mir erzählt, dass Viele Zuhause nur aufstehen um fernzusehen, weil sie keinen Sinn in ihrem Leben sehen - kann ich sehr gut nachvollziehen - haben wir hier auch und er studiert, um Zuhause hinterher etwas zu verändern.
Martin hat dem Freund, dem er die Schule bezahlt bereits einen französisch prgrammierten Laptop mitgeschickt.
Parallel hat er einem Freund in Ghana -, dahin wurde er "verlagert" -, auch einen Laptop gekauft und Englisch programmiert. Dieser Laptop wurde auf dem Transport nach Ghana gestohlen.
Dieser jungen Mann in Ghana hat sich darauf gefreut und sitzt nun ohne das Wahnsinnsgeschenk, auf das er sich länger als ein Jahr lang so sehr gefreut hat, da. Und Martin hat auch nicht mehr so viel Geld, um noch einmal 800 € in einen dritten Laptop zu investieren und so gibt es wieder mindestens drei Seelenwunden mehr, denn ich leide unter solchen Situationen auch...
Vielleicht hat ja von euch Jemand einen gut funktionierenden Laptop zum Verschenken?
Mitgebracht von http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Sankara: "Am 15. Oktober 1987 wurde Sankara in einem Putsch des Militärs getötet. Eine Woche vor seinem Tod zitierte Sankara in einer Rede zum Gedenken an Che Guevara den Satz eines Offiziers bei der kubanischen Revolution: „Revolutionäre und Individuen kann man töten, aber Ideen lassen sich nicht ermorden!“."
Ja, und meine Hoffnung ist, dass immer mehr Menschen die Ideeen, die hilfreich für ein friedvolles Miteinander aller auf dieser einen Erde Lebenden sind, unterstützen! Wir brauchen endlich FRIEDEN!
emmaradio
schrieb am 24.04.2012 um 10:59 ¶Wie wäre es denn mit Crowdfunding/ Krautfunding, zu deutsch Schwarmfinanzierung ( http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdfunding )? Mit ein paar mehr Hintergrundinfos zu eurem Freund in Ghana könnte ich die Aktion ins Netz stellen und über unsere Soschal Nättwörks verbreiten. Schreib mir doch ein paar Details per PN.
Einige Crowfunding Plattformen...
http://www.startnext.de/
http://www.inkubato.com/de/
http://www.respekt.net/
http://www.indiegogo.com/
LG Emma
Berthild Lorenz
schrieb am 24.04.2012 um 11:30 ¶berniewa
schrieb am 24.04.2012 um 12:55 ¶berniewa
schrieb am 24.04.2012 um 12:52 ¶Berthild Lorenz
schrieb am 24.04.2012 um 14:27 ¶http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=naXkQBLmvxw
Viel Spaß dabei!
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