Heute wird bei Arte im Rahmen einer Reihe von mehreren quasi 'konsumkritischen' Beiträgen die Reportage "Schmutzige Schokolade" gezeigt. Vgl. http://www.arte.tv/de/programm/242,dayPeriod=evening.html
Beschreibungstext dort:
Donnerstag, 6. Oktober 2011 um 21.15 Uhr
Wiederholungen:
14.10.2011 um 11:05
22.10.2011 um 03:30
Schmutzige Schokolade
(Deutschland, 2010, 43mn)
NDR
Regie: Miki Mistrati, Roberto Romano
Die meisten Menschen lieben Schokolade, und die Hälfte aller Schokolade weltweit essen Europäer. Allein jeder Deutsche isst im Durchschnitt etwa elf Kilo im Jahr.
Doch ist Schokolade-Essen kein ausschließlich harmloses Vergnügen - vor allem nicht für Kinder in Afrika. Hilfsorganisationen verdächtigen die Schokoladenindustrie, von Kinderhandel und Kinderarbeit in Afrika zu profitieren.
Filmemacher Miki Mistrati ist diesem Verdacht nachgegangen und hat in Mali und an der Elfenbeinküste erschütternde Aufnahmen gemacht.
Schokolade ist ein beliebtes Genussmittel. Die Hälfte aller Schokolade weltweit essen Europäer. 1,5 Millionen Tonnen im Jahr - das sind 15 Milliarden Tafeln. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt etwa elf Kilo jährlich. Doch vielleicht würde Verbrauchern die Schokolade bitter aufstoßen, wenn sie um ihre Produktionsbedingungen wüssten. Hilfsorganisationen verdächtigen die Schokoladenindustrie, von Kinderhandel und Kinderarbeit in Afrika zu profitieren.
Der investigative Journalist und Filmemacher Miki Mistrati ist nach Mali und an die Elfenbeinküste gereist, dem weltgrößten Produzenten von Kakaobohnen. Eine gefährliche Reise, denn erst vor wenigen Jahren wurde dort ein Journalist bei einer ähnlichen Recherche entführt und ist bis heute verschwunden. Miki Mistrati drehte oft mit versteckter Kamera, führte aber auch offen Interviews mit Menschen, die wissen müssten, was vorgeht, zum Beispiel mit dem größten Kakao-Exporteur der Elfenbeinküste und mit einem Staatssekretär, zuständig für den Kampf gegen Kinderhandel. Beide leugnen Kinderhandel und Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen.
Miki Mistrati aber beweist das Gegenteil. Er stieß auf geflohene Opfer, traf auf Plantagen kleine Jungen bei der Arbeit und sprach mit einem Polizisten von Interpol, der soeben eine Razzia geleitet hatte, bei der 65 Kindersklaven auf Kakaoplantagen befreit wurden.
Zurück in Europa wollte Miki Mistrati die Schokoladenindustrie mit seinen Beweisen konfrontieren. Doch keine der Firmen, die er kontaktierte, war bereit, seine Beweise anzusehen und Stellung zu nehmen. Es erging lediglich eine Stellungnahme ihres Verbands-Sprechers. Nach seiner Argumentation sind die
Plantagen nicht in Besitz der Firmen, diese also nicht verantwortlich für Vorgänge auf den Plantagen.
Diese Argumentation zeigt, dass die Schokoladenindustrie Kinderhandel und Kinderarbeit zumindest duldet.
Vielleicht kann die eindrucksvolle und erschütternde Dokumentation dazu beitragen, die Ausbeutung von Kindern auf Kakaoplantagen zu beenden.
[Ende des Beschreibungstextes bei Arte]
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Im Greenpeace Magazin gab es vor einigen Jahren auch einen ausführlichen Beitrag dazu. Und schon seit vielen Jahren gibt es bekanntlich Initativen für mehr "fairen Handel", auch in Bezug auf Kakao, Zucker etc.
Wenn es nach mir ginge, würde diese Dokumentation fast jeden Tag im Fernsehen gezeigt - wechselnd jeweils auf immer einem anderen, zu wechselnden Uhrzeiten, aber jeden Tag, und zwar so lange, wie Kakao-Produkte aller Art, die heute als "fairtrade" gelten, nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel sind.
Skandalös finde ich nicht nur, dass Produkte legal gehandelt werden dürfen, die unter solchen Bedingungen hergestellt werden, sondern auch, dass dafür auch noch legal geworben werden darf,
auch im Fernsehen.
Um sehr praktisch und konkret zu werden:
Lasst uns mindestens Briefe an Medien schreiben, z.B. Fernsehsender, dass wir keine Werbung für solche Proudkte sehen wollen!
Lasst uns auch Einzelhandelsunternehmen persönlich mitteilen, dass wir solche Produkte untragbar finden (und auch ein Lob aussprechen, wenn sie hier deutliche positive Veränderungen zeigen)
Lasst uns auch allen Parteien gegenüber hier mehr Konsequenz einfordern, die sich ja auf dem Boden des Grundgesetzes sehen (in Österreich/Schweiz entsprechend Verfassung etc.) und sich damit zur Achtung der Menschenwürde verpflichten, sowohl auf lokaler Ebene, als auch auf Landes/Bundes-Ebene etc,
Und nicht zuletzt lasst uns auch selbst konsequenter, als bisher, auf "fairtrade" achten, nicht nur, aber auch bei Schokolade!
...
p.s. Neben diesen menschenrechtlichen Gesichtspunkten gibt es natürlich unter anderem auch noch die von Tierrechten, v.a. falls in einem Produkt Milch enthalten ist. Dies ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Aber auch Schokoladenprodukte mit Bio-Milch oder sogar "vegane" ohne Milch sollten eben menschenwürdig hergestellten Kakao als Grundlage haben.
...


Kommentare (12)
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berniewa
schrieb am 06.10.2011 um 11:10 ¶Der Spiegel, 6. Oktober 2010
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,721491,00.html
Ein Hintergrundartiikel speziell über den Zusammenhang von Krieg und Kakao, z.B. in der Eflenbeinküste:
Aufrüstung dank Kakao - Wie der Kakaoumsatz den Bürgerkrieg antreibt - TAZ, 2006
http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2006/01/20/a0137
berniewa
schrieb am 06.10.2011 um 12:54 ¶berniewa
schrieb am 08.10.2011 um 13:02 ¶Für Textilien und andere Produtke gilt im Wesentlichen dasselbe, was ich oben zu Kakao geschrieben habe.
(auch wenn es im Detail natürlich Unterschiede gibt, z.B. die dirkete Verflechtung von Kakao mit Krieg in der Elfenbeinküste, ist nicht 1:1 auf andere Bereiche übertragbar, aber auch die Gewinne aus anderen Bereichen werden mit Sicherheit normalerweise nicht besonders human & ökol. nachhaltig angelegt.
berniewa
schrieb am 19.10.2011 um 12:35 ¶Bei dieser Gelegenheit auch gleich ein A k t i o n s a u f r u f :
Wie ich einem Werbekatalog entnehme, den meine Oma bekommen hat (anscheinend leider nicht auf umweltfreundlichem Papier gedruckt ! ), bietet der St. Benno Verlag, Stammerstr. 11, 04159 Leipzig , www.vivat.de , Schokoladennikoläuse an, die weder ein Bio- noch ein Fairtrade Siegel haben.
Zwar haben immerhin die dort ebenfalls angebotenen Adventskalender beide Siegel (was schon ein erfreulicher Fortschritt ist ! ), aber nicht die Nikoläuse, soweit das im Katalog zu erkennen ist ..
Die Nikoläuse werden da unter anderem mit dem hohen Anspruch beworben dass sie quasi "das Gute im Menschen" symbolisieren. Gerade mit diesem hohen Anspruch wäre eine "faire" Herstellung umso angemessener, finde ich
(Dass das Aluminium der Umhüllung aus Bauxit stammt, das möglicherweise auch nicht allzu umweltschonenend und human gewonnen wurde, wäre noch ein eigenes Thema)
A u f r u f . / Vorschlag: Schreibt an den Verlag, erwähnt positiv, dass zwar die Adventskalender mittlerweile ein Bio- und ein Fairtrade-Siegel haben, aber fragt kritisch nach, weshalb dies, wie es scheint, bei den Nikoläusen nicht der Fall ist.
Wäre es Fairtrade Schokolade, dann wäre die Frage, weshalb das nicht durch ein entsprechendes Siegel deutlich gemacht wird - denn sonst kann das ja quasi jeder behaupten (ohne ein gesetzlich geschütztes Siegel)
- - - - -
W i c h t i g e r . Nachtrag meinerseits am 25.10:
Bitte beachtet die v e r ä n d e r t e . I n f o r m a t i o n / .K.o.r.r.e.k.t.u.r. dazu unten, Kommentar von User "Lenopold" am 21.10. und meine Kommentare. Danke.
berniewa
schrieb am 19.10.2011 um 12:49 ¶St. Benno Verlag
Stammerstr. 11
04159 Leipzig
Website: www.vivat.de
E-Mail: service@vivat.de
Lenopold
schrieb am 21.10.2011 um 14:01 ¶ich wollte deinem Aufruf folgen, habe aber auf der Homepage gesehen, dass die Nikoläuse eben doch ein Fairtrade-Siegel haben... Vielleicht war das nur im Katalog nicht erwähnt...
Herzliche Grüße
berniewa
schrieb am 25.10.2011 um 20:12 ¶Wo ist das Siegel denn versteckt? (evtl auf der Rückseite)???
berniewa
schrieb am 25.10.2011 um 20:39 ¶Rechts oben ist ein verlagseigenes 'Logo' das etwas wie "fairtrade" verspricht, und unten auf der Seite ist nochmal ausführlicher erklärt, welche Kriterien dafür gelten.
So eine wichtige Information zu einem Produkt (oder ist dem Verlag das nicht so wichtig?), gehört meines Erachtens (aber) auch in einen Katalog, zumal wenn das Produkt dort sowohl auf der Titelseite, als auch dann nochmal innen drin stark beworben wird.
Daher sind, wie ich finde, kritische Briefe weiterhin angebracht, modiziziert um die neue Info (Dank an Lenopold),
die .d.i.e.s.e.n. Sachverhalt ansprechen.
berniewa
schrieb am 26.10.2011 um 21:07 ¶berniewa
schrieb am 03.02.2012 um 14:37 ¶Grasmuecke
schrieb am 03.02.2012 um 14:53 ¶Die Unwissenheit vieler ist das große Übel, sie wissen nicht was sie kaufen, weil sie sich nicht informieren.
Das wir als Utopisten uns also vor Supermärkten und Discounter stellen, mit Infoblättern und Plakaten ausgerüstet und die Leute aufklären, das ist eine gute Idee. Umso weniger Menschen diese Produkte kaufen und umso mehr auf faire, sozial gerecht produzierte Produkte umsteigen, umso weniger Umsatz machen diese ausbeuterischen Firmen Gewinn. Klar ist das dies auch überall geschehen muss. Aber es ist ja schon ein Gewinn wenn dies in Deutschland geschieht, oft ist es ja, zumindest in Europa so, das solche Nachrichten (dank Facebook und Co) sich schnell länderübergreifend ausbreiten. Deutschland, aber oft Österreich und die Schweiz sind da oft Vorreiter. Das sieht man ja jetzt auch an der Antiatomkraftbewegung. Leider gibt es auch immer eine Gegenbewegung, aber die schaffen wir auch noch ;)
Doch bei Schokolade und Co. da geht es den Verbrauchern auch um Fairness, es werden immer mehr faire Produkte verkauft, immer mehr Menschen achten darauf wo ihre Produkte herkommen und wie sie produziert werden. Wer es weiß der will keine Schokolade hinter der Kinderarbeit und Kindersklaverei steckt essen.
Gut fänd ich auch Gegenwerbung zu starten, kleine Spots die aufzeigen was hinter der Schokolade steckt, gezielt auf Marken die Kinderarbeit betreiben. So wie damals Kitkat mit dem Abholzen der Regenwälder für Palmöl. Auch Greenpeace macht immer wieder solche Gegenwerbekampangnen. Also könnten wir mal bei Greenpeace, Attac und anderen Organiationen fragen und drauf hinweisen. Viele haben ja auch privat eine Kamera, da ist schnell ein kleines Filmchen im Kasten. Alle Kreativen sind gefragt!
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