In diesem Moment wollte ich die Stimme meiner Mutter hören. Obwohl ich nicht wusste, was ich sagen soll, rief ich sie an. Meine Mutter hat mich gefragt: „Wie geht es dir? Wie ist das Wetter in Münster?"
Es war ein schöner Frühlingstag mit blauem Himmel, blühenden Blumen und warmem Licht.
Meine Mutter sagte: „Mach Dir keine Sorgen. Sei glücklich in Münster. Lass dein Kind viel draußen spielen. Sei nicht traurig in Deutschland. Lache bitte." Ich konnte nichts sagen. Meine Mutter hatte die Nachrichten bestimmt auch gehört. Wie viel Angst musste sie in diesem Moment haben? Wenn ich daran denke, wie sie fühlt, will ich sie sofort sehen. Wenn ich könnte, wollte ich jetzt bei meiner Familie sein und sie umarmen.
Meine Schwester hat mir geschrieben:
„Nach dem, was passiert ist, könnt ihr nicht mehr nach Fukushima kommen."
Da musste ich weinen. Ich wusste nicht, was ich antworten soll. Jetzt ist in Fukushima heißer Sommer, manchmal über 40 Grad. Aber die Menschen wagen es nicht, die Fenster zu öffnen. Fukushima hat eine reiche Natur, dort konnte man wandern und draußen zelten. Auf den Bergen ist es kühler. Es gibt viele Flüsse, die dem Berg entspringen. Entlang diesen bin ich früher oft gewandert. Am meisten habe ich mich immer auf das große Sommerfestival gefreut. Zwei Stunden lang ist dann der Himmel mit Feuerwerk und Musik erfüllt. Das war wunderbar. An vielen Orten dürfen Kinder heute nicht länger als eine Stunde am Tag im Freien spielen. Sagt mir bitte, wann kann ich wieder in meine Heimat gehen ohne tiefe Furcht in mir. Wann kann ich wieder die Natur meiner Heimat von Herzen genießen? Wie viele Jahre muss ich warten?
Bitte, sage es mir jemand!
Die Menschen in Fukushima sind tief verletzt wegen der Diskriminierung in Folge der Reaktorkatastrophe.
Enge Freunde von mir in Fukushima erzählten:
Ein Schüler ging mit einer Tasche, auf der Fukushima Highschool stand, nach Tokyo. Dort haben andere Jugendliche ihn beschimpft: „Komm nicht nach Tokyo. Infizier uns nicht mit Radioaktivität."
Eine Zeitung aus Fukushima berichtete:
„Ein Mann aus Fukushima ist wegen seiner Arbeit nach Shizuoka Präfektur gefahren und wollte tanken. An der Tankstelle hing ein Schild: ‚Wir lehnen Leute aus Fukushima ab'."
Anderen wurde die Bedienung in Restaurants und Hotels verweigert.
Quelle und er ganze Artikel, mit link zum Video der Rede unter:
http://www.linksnet.de/de/artikel/26714
Daran hatte ich noch garnicht gedacht, das diese Menschen aus Fukushima auch noch wie Ausgestossende von ihren Mitmenschen behandelt werden.


Kommentare (1)
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think sunny
schrieb am 31.01.2012 um 13:01 ¶Naho Dietrich-Nemoto"
Und wo sind wir aktuell in Deutschland und Europa?!
Da muß man sich bereits wieder gegen die Röslers, Oettingers & Co wehren!!
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