„Ich brauche eine Stunde und 15 Minuten nach Hause. Ich habe fünf Kinder. Und ja, das ist sehr hart.

Ich sehe meine Kinder jetzt, wenn ich nach Hause komme, etwa 15 Minuten, bevor sie zur Schule fahren.“

Manchmal ist sie so müde, meint Debbie, dass sie hier auf dem Parkplatz einschläft. Ihr Partner weckt sie dann mit dem Handy, damit sie noch kurz ihre Kinder sieht.

Im ganzen Land starb die Industrie:

50.000 Fabriken und fünf Millionen Industriearbeiter verschwanden in den vergangenen zehn Jahren.

Zwölf Milliarden Schulden hat die Stadt Detroit inzwischen, so viele, dass der Stadt eine Zwangsverwaltung droht durch den Staat Michigan, und das heißt wahrscheinlich dann auf Dauer, noch weniger Polizei, Abschalten von Straßenlampen, Einstellen von Buslinien.

Ich kann nicht erkennen, dass dieser zarte Aufschwung, von dem hier die Rede ist bei der Autoindustrie, dass der diese Stadt erreichen wird in absehbarer Zukunft.

Rick war Spezialist für die Reparatur von Produktionsanlagen – seit der Krise sammelt er Altmetall und macht Gelegenheitsjobs. Er sieht die USA auf dem Weg zum Billiglohnland.
Rick
„Wenn man in den Radionachrichten hört: Wir haben wieder drei Millionen Jobs geschaffen – toll, das höre ich gerne. Ich wünschte nur, die wären besser als 7

Nach vier Zehn-Stunden-Schichten muss Debbie heute Nacht nicht ins Werk. Endlich Zeit für ein bisschen Familienleben.

Mit Rick und dessen beiden Kindern ist Debbie vor einem Jahr zusammengezogen. Die beiden teilen sich die Miete und die Betreuung der Kinder. Die Wohnung haben ihnen gute Freunde zum halben Preis überlassen. (Wie sähe es aus bei voller Miete und ohne Partner?)

In ganz Detroit sind es ungefähr 80.000 Häuser, die leer stehen.

General Motors hat im Vorjahr den höchsten Gewinn seiner langen Firmengeschichte erzielt.

Quelle:
http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag_dyn~uid,ibwicujengk4i45v~cm.asp

Hier das Video zum Beitrag:
http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/329478_weltspiegel/9509242_usa-detroit-als-vorbild-?buchstabe=W