Gibt es FAIRESSEN in der Gemeinschaftsverpflegung überhaupt?
Zig Studien belegen, dass jeder 3te Wochentags Außerhaus mittags isst.
Was angeboten wird und was der Essensteilnehmer bereit ist für ein zeitgemäßes Essen zu bezahlen, das ist wieder etwas anderes.
Ich sehe in einem aktuellen Großküchenprojekt das Spannungsfeld Wunsch und Realität zB. in der Schule.
Die Eltern möchten Ihre Kinder ordentlich und günstig versorgt wissen, wenn möglich mit Frischküche und in Bioqualität.
Zum anderen wird bei nicht erfüllen der Kriterien laut aufgeschrien das die Qualität des Essens eine Katastrophe ist.
Bei Besprechungen mit den Betroffenen stellt sich dann bald heraus das es am lieben Geld scheitert.
Denn wie soll eine Küche mit einem Budget von 1,50€ für Suppe, Hauptspeise und Nachspeise den Anforderungen gerecht werden können? Nebenbei sollte dem Unternehmen auch noch etwas übrigbleiben um wirtschaftlich überleben zu können.
Meist werden Teuerungen von 30 Cent pro Menü nicht mehr toleriert. Das sind auch 36,- € im Monat für sein Kind!
Dafür hat es aber die neue Play Station 3 die gegen 300,-€ kostet.
Mich würde interessieren wie Du diese Situation siehst bzw. welche positiven Erfahrungen gibt es vielleicht dazu?
Freue mich über viele Alltagsberichte zum Thema Essen in der Gemeinschaftsverpflegung!
Eine genussvolle Woche wünscht
Fairessen - Klaus


Kommentare (4)
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Der eine Vortragende hat erläutert, daß es nicht nur am Geld liegt, sondern auch daran, daß die heutigen Köche meistens gar nicht mehr kochen können.
Wenn Bio gekocht wird, sind manche Zutaten, die die ganz schnelle Küche erst ermöglichen einfach nicht erlaubt. Bestimmte Soßen müssen selbst gemacht werden, weil sie in Bio-Qualität nicht vorhanden sind.
Ganz abgesehen davon, daß das natürlich teuer ist und nicht immer honoriert wird von den Kunden:
Die Köche -sagte er- kennen heute nur noch drei Werkzeuge: Schere um die Tütensuppe zu öffnen, Messbecher um das Wasser abzumessen und Schneebesen, um das Ganze zu rühren.
Mit positiven Erfahrungen kann ich nicht dienen (ich kann z.Glück. zu Hause kochen), weiß aber, daß es die gibt.
Bioland setzt sich stark für das Thema ein:
http://www.bioland.de/verarbeiter/gastronomiekonzept.html
Da gibt es auch Adressen von entsprechenden Betrieben.
Bioland bildet auch Köche aus:
http://www.cafe-future.net/gv/branchennews/pages/protected/Bioland-Bio-Koeche-ausgebildet_17001.html
Hier noch ein Bericht über Bioessen in einer Klinik:
http://www.filderklinik.de/uploads/media/Gemeinschaftsverpflegung.pdf
Meine Beispüiele kommen alle aus dem Biobereich, weil ich mich da besser auskenne.
Aber vieles ist auf Fairprodukte übertragbar.
Und beides gehört ja auf jeden Fall zusammen.
ich kenne Gemeinschaftsverpflegung aus konventionellen Mensen und Kantinen und habe da leider keine positiven Erinnerungen: einfallslose Massenabfertigung, bei der der Salatteller das x-fache vom panierten Schnitzel mit Pommes kostete und das Jahres-Highlight die "Fit-in-den-Frühling"-Wochen mit "leichten Gerichten" war - seit ich einen genauen Blick hinter die Kulissen des Großgastronomie-Gewerbes werfen konnte, habe ich wohl jede Illusion verloren und weiß, dass es nichts gibt, was es nicht gibt: Eier aus dem Tetrapack, Vanille-Schoko-Pudding aus der Sprühdose, Bratensoßen aus dem Eimer.. und dazu eine Hochglanz-Broschüre, wie man das Ganze am hübschesten anrichtet und am meisten Euros dabei rausholt (inkl. detaillierten Rechnungsbeispielen). Da sage ich ganz laut "Nein danke" und bin glücklich, dass ich mich selbst bekoche. Aber ein nettes Beispiel für Gemeinschaftsverpflegung (wenn auch nur im kleinen Rahmen) habe ich doch noch: bei mir im Büro kochen jede Woche 2-3 Leute an einem Tag freiwillig und abwechselnd für 25-30 Kollegen warmes Mittagessen aus komplett frischen Zutaten: 2-3 Gänge, der Bio-und vegan-Anteil liegt bei rund 80% und es gibt immer wieder ganz verschiedene und kreative Ideen (je nach Jahreszeit, Können oder Herkunft der Amateur-KöchInnen).
Liebe Grüße, Gita
so richtig viel kann ich dazu leider nicht berichten. Unsere Kantine hier in der Firma ist die Erwähnung nicht wert, und selbst als ich noch nicht vegetarisch gegessen habe, hab ich mein Mittagessen lieber selbst mitgebracht. Das mache ich auch heute noch so. Ich weiß was drin ist, ich mag es, und es die günstigste Alternative.
Allerdings kann ich auch einen (aus meiner Sicht) positives Beispiel nennen. Ich war auf einem Yoga-Wochenend-Seminar bei Yoga-Vidya in Bad Meinberg. Dort werden 2 x pro Tag eine ganze Menge Mensche verköstigt (bestimmt 200 - 300 oder mehr). Es gibt lacto-vegetarisches Essen in Bioqualität. Allerdings kann ich Dir zur Kostensituation dort nichts berichten. Mir hat das Essen auf jeden Fall sehr gut geschmeckt. Ich hab in Seminarhäusern mit Essen aus Großküchen auch schon ganz andere, schreckliche Erfahrungen gemacht.
Viele Grüße,
Saskia
in meiner Studentenzeit, gab es immer ein Aktionsmenü in der Mensa. Das war etwas teurer, dafür wurde es frisch zubereitet. Fair war es wahrscheinlich nicht. Aber die Kartoffeln in der Mensa waren Bio.
Später im Beruf war die Kantine eher schlecht und wurde noch schlechter. Fertigsoßen und fast immer riesige Fleischmengen.