Nach dem Schlüpfen werden männliche Küken der "Legehennen"-Zuchtlinien, da sie keine Eier legen können und nicht schnell genug "Fleisch" ansetzen, um rentabel zu sein, lebendig vermust oder vergast. Die weiblichen kommen in Aufzuchtanlagen, in denen sie bis zur Geschlechtsreife, also wenn sie im Alter von vier bis fünf Monaten anfangen Eier zu legen (beim Menschen entspräche das der ersten Ovulation), gefangengehalten werden. Dann werden sie - wenn sie nicht hier bereits gestorben sind - in die Eierproduktionsbetriebe gebracht und dort etwa ein Jahr lang ausgebeutet. Anschließend werden sie, da die "Legeleistung" nachlässt, umgebracht (die normale Lebenserwartung beträgt rund zwanzig Jahre), falls sie dies überlebt haben: sie sind qualgezüchtet, um statt wie ein normales Huhn im Dschungel zur Fortpflanzung höchstens bis zu zwanzig Eier jährlich fast täglich eines zu legen, hinzu kommen durch die Gefangenschaft Technopathien wie Federpicken bis zum Kannibalismus. All das betrifft natürlich gleichermaßen die von Tierschützern gepriesenen Bio- oder Freilandhaltungen und Bodenhaltungen.
Drei der Vögel, die bereits in der Aufzuchtanlage gestorben waren, nahmen die Aktivisten mit, ebenso drei Ferkel aus den Mülltonnen einer Ferkelaufzuchtanlage. Am Samstag wurden in Frankfurt Passanten und Teilnehmer der "Frankfurt pelzfrei"-Demo konkret mit diesen Opfern von Unveganern konfrontiert, um das Verharmlosen, Wegsehen, Herunterspielen so schwer wie möglich zu machen. "Der dort vielfach zu sehende Slogan 'Pelz ist Mord' bezeichnet nur einen vergleichsweise verschwindend geringen Randaspekt", erläutert Achim Stößer von Maqi - für Tierrechte, gegen Speziesismus. "Denn jeder Unveganer ist ein Mörder, auch Vegetarier, die Milch, Eier, Honig, Tierhaare und -haut ("Wolle", "Leder") usw. konsumieren. Während in Deutschland rund 300.000 'Pelztiere' jährlich ermordet werden, sind es fast einhundert Millionen Hühner allein für den Eikonsum, etwa jedes zehnte davon für den der Vegetarier. Darüber hinaus werden fast fünfhundert Millionen Hühner und andere Vögel, zig Millionen Schweine, Kaninchen, Rinder und andere Säugetiere, Fische usw. für den Konsum ihrer Leichen umgebracht. Die einzig ethisch vertretbare Alternative ist daher Veganismus."
Gezeigt wurden außerdem die behaarte Haut eines Marders, eines Schafs, zweier Kaninchen sowie Hilfsmittel der Todesindustrie von der Zeugung bis zum Esstisch, darunter ein Bolzenschussapparat, eine "Geflügel"-Schere, ein Schweinebesamungskatheter sowie Schlagfallen.
Dank christlicher Riten - der Verzehr von Eiern unterliegt während der sogenannten Fastenzeit einem Moratorium, so dass anschließend große Mengen an Eiern angefallen waren, die früher aufgrund fehlender Kühlungsmöglichkeiten dann zeitnah konsumiert wurden - ist Ostern die Zeit mit dem größten Eikonsum. Entsprechend wird die Produktion in den Wochen zuvor hochgefahren, z.B. durch zusätzliche Nahrungszufuhr und Verlängerung des Tages, indem das Licht länger eingeschaltet bleibt, wodurch die betroffenen Tiere noch weiter ausgelaugt werden und noch mehr leiden.
Deutlich zu sehen waren bei allen Tieren die (häufig aus Tierschutzgründen und somit finanziellen Erwägungen durchgeführten) Verstümmelungen. Die Schnäbel der Küken, bei denen es sich um hochempfindliche Tastorgane handelt, da die Schnäbel ihre Greifwerkzeuge zur Nahrungsaufnahme sind, waren kupiert (um die Folge der erwähnten Technopathien zu verringern, also damit sich weniger Hühner gegenseitig aufgrund der Gefangenhaltung totpicken). Die männlichen Ferkel waren kastriert (um den typischen Uringeruch der Eberleichen zu vermeiden). Die Schwänze der Ferkel waren kupiert (damit sie sie sich nicht gegenseitig abbeißen). Die Eckzähne ("Hauer") waren mit Metallfeilen oder speziellen Schleifwerkzeugen abgeschliffen (das Abschleifen ersetzt weitgehend das früher verbreitete Abkneifen, da beim Schleifen der "Verlust" durch Streptokokken geringer ist), eine Vorstellung, die wohl nicht nur Zahnarztphobikern unangenehm sein dürfte, bei Ferkeln aber üblich ist: sie werden bereits mit Milchzähnen geboren, und da die Schweine auf erhöhte Mehrlingsgeburten qualgezüchtet sind, kommt es zu massiven Kämpfen um die Muttermilch und so zu Verletzungen des "Gesäuges" und der Geschwister.
Trotz kupierter Schnäbel und Leid durch Qualzucht werden zumindest die vier befreiten Hennen den Rest ihres Lebens bis zu ihrem natürlichen Tod in größtmöglicher Freiheit verbringen. Dagegen werden die Tiere, welche von den Tierbefreiern zurückgelassen werden mussten, weiterhin von Unveganern ausgebeutet und schließlich ermordet.
Notwendig sind daher die Abschaffung von Tierausbeutung statt Reformen, Tierrechte statt Tierschutz und Veganismus statt Vegetarismus.


Kommentare (77)
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Da bin ich doch lieber für gesetzliche Regelungen wie eine Fleischsteuer, die den Fleisch-Konsum ganz schnell drosseln würde. Aber das wäre Leuten wie dir vermutlich nicht Hardcore genug, oder?
Es ist gut, dass darüber berichtet wird, verständlich, wenn manchen Menschen die Hutschnur darüber hochgeht.
Deine Bermerkungen aber tragen auch nicht zu einem Miteinander auf.
http://www.utopia.de/blog/evolutionstag/meat-abolition-day-tag-zur-abschaffung
Ich möchte hier noch einmal betonen, dass der_Tobi und seine Tierrechtsinitiative "maqi" es vor allem auf "andersdenkende" Veganer, auf Vegetarier und "Wenigfleischesser" abgesehen haben. Die "Vielfleischesser" bzw. ihre Gewohnheiten und die industrielle Tierhaltung bleiben seltsam verschont. Mehr Worte möchte ich dazu nicht verlieren. Das habe ich an anderer Stelle schon mal getan:
http://www.utopia.de/blog/evolutionstag/weltvegetariertag-2010
Lasst euch nicht von Propaganda verschaukeln! Seht selbst:
http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html
http://antispe.de/txt/vegetarier-sind-toll.html
@jallajalla: Bin ganz deiner Meinung.
@gerfi: Schade, dass du jallajallas plausible Worte als "völlig daneben" bezeichnest und dich anscheinend nicht weiter damit auseinandersetzt und andererseits alles, was von veganer Seite kommt, immer rechtfertigst, ungeachtet der jeweiligen Aussage.
Danke für den Hinweis. Ich ignoriere diese damalige Aussage von @der_Tobi nicht. Ich lebe vegan und nehme keine tierischen Produkte, so sie denn für mich erkennbar (versteckte Anteile...) sind. Was die betr. Seiten von ihm anbelangen, stimme ich ihm in der Sache zu, nicht im Ton. Entweder ist es pure Verzweiflung, die ihn so reagieren lässt oder er hat Spass daran. Muss er selber beantworten.
Es gibt eben die Sachlage, das Ernährung aus Tierprodukten Tod und Leid verursachen, nebenbei auch die Sachlage, dass durch diese Ernährung auch Menschen langfristig krank werden können.
Und darüber muss man aufklären, informieren, auch auf Utopia, da das Thema ja auch die Umwelt betrifft.
Mein Anliegen ist dies eben, und da stelle ich mich immer jeder Diskussion. Ich lasse mich auch als missionarisch ( ist für mich kein Schimpfwort) nennen, bin aber nicht fanatisch, da dies zu nichts ausser Aggression führt.
Mir wäre eigentlich lieber, wir würden uns auf das Thema konzentrieren und in der Sache diskutieren als uns mit persönlichen Vorwürfen auseinander setzen zu müssen. Ich kenne das, es ist nicht immer leicht das konkret zu beschreiben was man im kopf hat und da wird es dann halt sehr allgemein, menschlich.
Aber man hat ja die Fähigkeit zur Korrektur oder doch nicht?
"Ich möchte hier noch einmal betonen, dass der_Tobi und seine Tierrechtsinitiative "maqi" es vor allem auf "andersdenkende" Veganer, auf Vegetarier und "Wenigfleischesser" abgesehen haben. Die "Vielfleischesser" bzw. ihre Gewohnheiten und die industrielle Tierhaltung bleiben seltsam verschont. Mehr Worte möchte ich dazu nicht verlieren. Das habe ich an anderer Stelle schon mal getan:"
Find ich interessant deine Beobachtung.
Vielleicht wird mit diesen Aktionen auch nur das Ziel verfolgt einen Keil zwischen diese "Einstellungen" zu treiben und der_Tobi ist eigentlich ein Lobbyist der Massentierhaltung, der sich freut wenn die genannten mit einander Streiten und die Vielfleischesser außen vor lassen.
Zumindest hätte er dann sein Ziel erreicht,
auch wenn ich mir so manche andere Diskussion zum selbigen Thema ansehe.
Aber Keile treiben ist ja in unserer Gesellschaft modern, wir sollten uns darauf konzentrieren zu erkennen wer etwas davon hat, wenn Keile getrieben werden. Aber zuerst muss man die Keile erkennen.
Veganismus ist eine Einstellung, die Leid vermeiden will, wie kommst Du darauf, dass dies eine gemeinsame Gruppe ist, die Leute wie Dich zu "Unmenschen" erklären sollte?
Und "Hardcore" ist für mich, wenn man den gealtsamen Tod eines anderen Lebewesens herbeiführt.
Du bist ein Heuchler, der sich hier sein schlechtes Gewissen reinwaschen will, mehr nicht.
Deinen Opfern ist es egal, wie "bewußt" Du sie umbringst.
Denk mal darüber nach. Deine massentauglichen Phrasen kannst Du Dir dann womöglich sparen.
Was erreichst du mit deinen Beiträgen? Die Veganer werden sagen: "Ja recht hat er". Alle anderen schütteln nur der Kopf. weil du hier ganz heftig Grenzen und Mauern ziehst. Du bist der moralisch erhabene und tust das richtige, alle "Unveganer" tun es nicht. Mir sind viele Veganer hier in den Diskussionen sympathisch, deine radikal-fundamentale Art finde ich dagegen schrecklich und du wirst damit auch nix bezwecken. wenn ich eines tages wirklich vegan leben werde, dann nicht wegen sondern (ich muss es leider so sagen) TROTZ leuten wie dir! Nochmal: ich bin für die Veränderung- aber gegen Dogmatismus.
Und diese "Mauern und Grenzen Ziehen"-Sprüche...laaangweilig.
Hör mal: Ich will hier keine Freunde finden. Es geht um Fakten, die gesagt werden müssen.
Ist es nicht ein universeller Gedanke, Mensch und Tier artgerecht zu behandeln.
Das schliesst m.E. das Ausnutzen und Töten von anderen Wesen zwecks Ernährung aus, zumindest in unserer Vollkonsum-Gesellschaft. Damit sind eben nun mal alle, mensch und Tier, gemeint
Zum Beispiel habe ich gehört (leider kann ich dir keine Quelle nennen, aber man kann das sicher übers Internet herausfinden), dass Hunde in Tierheimen 10m² Platz pro Tier haben müssen. In Schulen hingegen gibt es pro SchülerIn nur 2m² Platz. Das hat zwar nichts mit Essen zu tun, ich finde es aber wichtig, so etwas zu hinterfragen.
Ein anderes Beispiel ist ein veganes Restaurant in der Stadt in der ich lebe. Alles schön vegan, aber leider nicht Bio und ob die Produkte fair gehandelt sind steht auch nirgens...
Ich las neulich, daß Eltern einer Schule, die eher von besser gestellten Kindern besucht wird, einen Aufstand gemacht haben, weil das Essen 50Cent teurer werden sollte - und dafür frischer.
Der Vergleich, den du erwähnt hast, hinkt doch, da die artgerechte Haltung entsprechend dem Bedürfnis ausgelegt ist, wobei immer noch die Frage ist wie diese Festlegung zustande kommt. Wenn du so ein Vergleich nimmst, dass bitte auch mal die m²-Zustände in der Massentierhaltung anschauen, fängt beim Huhn an und endet beim Rind.
Ein Kind braucht während des Lernes im Klassenzimmer sicherlich keine 10m², hat ausserhalb dieser Zeit viel Freiraum.
Denke, es macht so keinen Sinn. Da gibt es Zustände für Kinder in südasiatischen und afrikanischen Gegenden, dass einem Gott erbarmt. Dafür tut unsere vollgefressene Gesellschaft ja auch nicht soviel,ausser ab und zu mal spenden.
Wir sollten nicht vergleichen, sondern dort handeln wo wir können, egal ob bei Mensch oder Tier.
Und eines lasse ich nicht auf vegan lebende Menschen sitzen, auch nicht pauschal, dass sie sich nur für Tiere einsetzen und für Menschen nicht.
Wo Mitgefühl herrscht, wird nicht nach der Spezie gefragt. Das ist zumindest mein Motto!
Doch darf es natürlich sein, dass jeder seine Prioritäten setzt.
Zum Thema vegane Restaurants, auch hier eben wieder ein Einzelbild, das so nicht die Realität abbildet.
Frag mal wieviele Bio oder nicht-Bio-Restaurants so transparent die Herkunft ihrer Waren erklärt. Das scheint mir eher die Seltenheit zu sein, generell. Wieso verlangt Du das von einem veganen Restaurant, aber nicht von allen anderen auch.
Oder habe ich dich da jetzt missverstanden?
Wer nicht sowieso von der Sache überzeugt ist, wird eher abgestoßen von der Veganen Idee bei Formulierungen, wie oben genannt. (die mir übrigens sehr bekannt vorkommen von einem anderen User, der das Schweinchen als Avatar hatte. Zufall?)
Ich könnte ja mal wiedergeben, was in meinem Umfeld über derartige Aktionen von Unfleischessern geredet wird.
Ich denke, unterm Strich wäre mehr erreicht, sich dafür einzusetzen, daß wenigstens mehr Restaurants, Mensen, KiTa's und Schulen biologische, vollwertige, frische Essen servieren und auch immer wieder fleischlos kochen, ohne das besonders zu betonen.
Einfach weil's selbstverständlich ist (sein könnte, wenn's nicht z.T. richtig gehend ideologisch verbrämt wäre).
-----edit---
Lukita hat mich drauf aufmerksam gemacht (weil sie auch ein Schweinchen als Avatar hat), daß ich vermutlich den inzwischen inaktiven User Vegan meinte, an den mich die Art von dem Topi erinnert). Natürlich hat sie recht und ich meinte nicht sie...
Bei konventionellen Restaurants finde ich es auch nicht gut, wo da die Zutaten herkommen, der Unterschied ist nur der, dass ich denke, dass jemand der ein veganes Restaurant eröffnet sich Gedanken macht (in Richtung Nachhaltigkeit, Fairness), was ich bei konv. Restaurants nicht unbedingt denke. Ich finde so etwas dann einfach nicht konsequent.
es ist zwar nicht so, dass automatisch mit dem Label "Vegan" auch die Attribute Nachhaltigkeit und Fairness verbunden sind, zumindest ist das mir nicht bekannt. aber ich stimme Deiner Vermutung zu, dass dies bei veganen Restaurants, natürlich auch bei vegetarischen oder sogenannten Bio-Restaurants die Regel sein sollte.
Eine Ausnahme hast Du ja angefügt.
Vielleich kann uns aber jemand dieFrage klären?
Ich schliesse mich gerne auch der Definition "Konsequent" von @Polarnacht ohne wenn und aber an
Die beiden Beispiele sind natürlich Einzelfälle und ich bin nicht so einfältig zu denken, dass allen die sich "Vegan" nennen, Menschen egal sind, wie eben gesagt, denke ich, dass es wenn überhaupt wenige sind.
Zugeben muss ich, dass ich denke, dass Demos wie oben beschrieben nicht der Sache (Tierfreundlichekeit...) dienen, da sie wahrscheinlich keinen der Fleisch isst, bekehren, sondern eher dessen Meinung als Fleischessender verfestigen. Ich denke, es ist sinnvoller einfach etwas vorzuleben ohne vorwurfsvoll mit dem Finger zu zeigen, denn dadurch gibt man den Menschen die Chance, in sich zu gehen und ehrlich über ihr Verhalten nachzudenken, die andere Art schafft eher eine Abwehrhaltung.
@ Gita: Ich glaube das mit dem Vorleben habe ich schon mal bei dir in einem Blog gelesen. So etwas finde ich super! Und zur Konsequenz:
Vielleicht kannst du dir das Beispiel mit dem Veganen (einen speziellen, ich sage nicht, dass es überall so ist) Restaurant nochmal durchlesen, denn ich würde jetzt wieder dieses eine nennen. Ich kann nicht sagen, dass das oder jenes konsequent ist. Für micht hängt Konsequenz mit der Aussage und der Tat die jemand macht, zusammen.
Kaum vorstellbar! Wahrscheinlich ist es nur die pure Lust an der Provokation, die allerdings in diesem Fall nicht wachrüttelt sondern abstößt.
Ich denke ebenso MamiRonika, dass er damit dem berechtigten Anliegen der Veganer einen Bärendienst erweist!
Es ist ganz leicht, kein - wie *Du* es nennst - "Monster" zu sein. Auch Du kannst es.
Ob Du es willst, ist eine andere Frage, ändert aber nichts daran, dass es ethisch geboten ist.
Warum sollte r e i n pflanzliche Margarine nicht vegan sein?
Ich bin mir nur nicht sicher, ob Margarine immer rein pflanzlich ist....
Ich bin froh über jeden vegan lebenden Menschen. Die Menschen aber, die auf dem Weg sind, sollten wir begleiten und nicht beschimpfen.
Du bist anscheinend noch sehr jung und hitzköpfig "der Tobi".
Also, ich hab Euer Gezanke nur angelesen : aber ich denke,
Ihr benehmt Euch, wie kleine Buben, die um den Frosch streiten, der gerne die Fliege essen würde. (seid Ihr da nicht zu alt und zu schade, dazu?
Sag ´t mal, worum geht es Euch: zu streiten, wer besser ist oder sich um die Ernährung und die "Ware" dazu zu kümmern.
Geht mal in Euch und fangt noch mal von vorne an, darum bitte ich Euch.
Nun bin ich neugierig von Euch zu lesen. Gruss Elke
Die Konsequenz für jeden Menschen, der Mitleid mit diesen Tieren hat, kann nur heißen :
Kein Fleisch mehr essen
Ohne wenn und aber !
Wenn ich in der Zeitung von einem Verkehrsunfall lese und Mitgefühl für die Opfer entwickle, wäre da nicht auch die Konsequenz nicht mehr mit dem Auto zu fahren ?
Wenn ich nun nicht mehr mit dem Auto fahre steige ich auf die Bahn um, da bemerke ich, dass die Bahndämme alle Unkrautfrei sind, müssen also mit irgendwelchen Herbiziden behandelt sein, die Folgen und Auswirkungen davon weiß ich, die Konsequenz meines Handelns?
Würdest du schreiben "kein Fleisch aus Massentierhaltung" hätte ich mir den obigen Ausflug erspart.
Die Konsequenz, also die Folge von Mitleid wäre für mich zB Traurigkeit, erst im zweiten Schritt lässt sich ein handlungsleitendes Muster entwickeln, das von vielen Faktoren wie Erziehung, Prägung, soziales Umfeld abhängt. Die Schlussfolgerung dass die Folge aus Mitleid mit Tieren, Fleischverzicht ist, ist für mich, wie gesagt, etwas zu eng gesehen.
Was haben Unfälle mit absichtlichem Umbringen zu tun?
Als ob man, weil man nicht *sämtliches* Leid auf der Welt verhindern kann,
dazu berechtigt ist, *vorsätzlich* andere Tiere zu Genusszwecken umzubringen.
@Maria_L:
Darf ich Dich, wenn Du womöglich bis jetzt ein schönes Leben hattest, umbringen? Ich erwarte keine Antwort, denn selbstverständlich ist sie nein.
Was also soll immer dieses Pseudoargument, dass ja ein vermeintlich schönes Leben von nichtmenschlichen Tieren - das übrigens keineswegs selbstbestimmt, sondern idR in Gefangenschaft ausgeführt werden muss - willkürliches Töten durch den Menschen rechtfertigt?
Und: warum ist Umbringen in Maßen ok? Jedem Individuum, das sterben muss, geht es um dessen eigenes Leben. Ihm ist es egal, wieviel andere evtl. verschont bleiben.
Dies halbherzigen Zugeständnisse ala Massentierhaltung ist böse, artgerechtes Umbringen ok, sind deshalb leicht gemacht, weil man sich damit null ändern muss und trotzdem Mitleid heucheln kann.
Leute, Töten ist falsch, egal wie oft.
In meinem Beitrag geht es auch nicht darum absichtliche Tötung mit unabsichtlicher Tötung in einen Zusammenhang zu stellen, vielmehr geht es darum aufzuzeigen das es nicht nur eine mögliche Konsequenz gibt, die aus einem Tatbestand oder Gefühl resultiert. Wäre das Kausalprinzip tatsächlich so einfach hätten wir viele Probleme nicht. Gott sei Dank ist es Vielschichtig damit jeder seine Eigenart und Individualität entfalten kann und dazu gehört auch, dass es Menschen gibt, die anders denken als man selbst, auch wenn es unbequem ist, und das sind ungefähr alle außer mir selbst.
Dabei hab ich hier im Tread schon so viele tolle Beiträge von verschiedenen Leuten gelesen (danke!!!), aber eben keinen einzigen vom Autor des Blogs.
Dir ist sicher die gewaltfreie Kommunikation von Marschall Rosenberg ein Begriff. Solche Threaats sind angetan, nicht um zu argumentieren sondern um diese Art der Kommunikation anhand einer Diskussion auszuprobieren. Da braucht man keine Geduld, es ist ein ewiges Lern und Übungsfeld und es gibt kein mir bekanntes Thema an dem man sich solange üben kann.:-)
Warum schließt du aus der Aussage von jallajalla über fundamentalistische Grundsätze auf das Gebot "du sollst nicht töten" ist es der einzige fundamentalistische Grundsatz den er äußert?
Nein, Tobi...darfst Du nicht.
Und beim nächsten Spruch dieser Art werde ich den Melden-Button drücken.
"Leute, Töten ist falsch"
Dann sag das mal den Raubtieren...ich komme eben doch wieder auf das Argument zurück.
Es gab da mal den User Vegan, der ähnliche Sprüche drauf hatte.
Ich verstehe schon, daß Du das eher als theoretisches Gedankenspiel gemeint hast.
Ausdrücklich bedanken möchten wir uns bei den Utopisten, die in der Diskussion nach gemeinsamen Lösungen ringen.
Es wichtig und mutig, dass den Menschen, die nicht vegan leben, immer wieder die Konsequenz ihres Handelns vor Augen geführt wird.
Im übrigen kann ich nicht sehen, in welcher Form der tobi hier jemanden angegriffen oder beleidigt hat , wenn es das ist, was das Utopia-Team mit "fragwürdig" bezeichnet hat .
Ich finde die Art wie "der_Tobi" in diese Diskussion geht schon etwas aggressiv, das beginnt schon bei dem Text, der die Diskussion ausgelöst hat. Grundsätzlich finde ich es nicht schlecht, durch Provokation eine Diskussion hervorzurufen, die Frage ist nur, auf welche Art man diese dann führt. Wenn mich jemand in so einer Diskussion fragen würde, ob er mich (unter welchen Umständen auch immer) umbringen dürfe, würde ich mich schon angegriffen fühlen. Ich finde nicht, dass so etwas zu einer konstruktiven Diskussion beiträgt.
"Dazu auffordern, andere Tiere nicht aus purem Spaß zu ermorden, ist für Dich also "Dogmatismus"."
"Du bist ein Heuchler, der sich hier sein schlechtes Gewissen reinwaschen will, mehr nicht."
"Deine massentauglichen Phrasen kannst Du Dir dann womöglich sparen."
"Dein Handeln wird alsdann heuchlerisch schöngeredet ala "gesetzliche Regelung" und "Fleischsteuer"."
"Was also soll immer dieses Pseudoargument [...]?"
Ist die Konsequenz, daß ich alle Krokodile und sonstigen Raubtiere abschlachte?
Alle Löwen zu Vegetariern machen?
Oder wenn ich lese, wie alte Wildtiere leiden, die nicht mehr richtig fressen können.
Was ist da die Konsequenz?
Alle mit Valium füttern und dann einschläfern?
Klar...das sind bescheuerte Gegenargumente...weiß ich auch.
Solche Artikel wie der vom Tobi sind hervorragend geeignet, bei mir auch noch die reaktionärsten Gedanken nach oben zu bringen.
Es ist einfach zu kurz gedacht, dieses "Ohne wenn und aber".
Die erste Forderung für jeden, der Fleisch ißt, muß heißen, nur Fleisch essen aus einer artgerechten Tierhaltung mit möglichst wenig Tierleid.
Ich stelle mal die These auf, daß bei meinem Fleisch -von dem ich die Herkunft kenne- die Tiere ein angenehmeres Leben und einen gnadenvolleren Tod hatten, als in freier Wildbahn...
Und häufig ein schöneres Leben, als viele Menschen.
Ja, es gibt viele Gründe, weniger Fleisch zu essen...da rennt man bei mir offene Türen ein...
Wie sieht es da aus mit der Konsequenz?
Es gibt an allen Ecken Leid und Qual.
Viele (leider nicht alle) Menschen sind bemüht korrekt zu leben.
Doch wo ist die Grenze für den Einzelnen?
Absolut konsequent kann ich z.B. nicht leben. Ich kann nur mein Bestes tun.
Da sehe ich leider auch nur theoretische Modelle und die Diskusion geht um die Symtome.
Die Ursache ist doch m.E. nach unser menschliches Bewußtsein.
Was nützt es wenn für den Sojaanbau oder Palmölanbau Regenwälder abgeholzt werden, oder Bauern von Ihrem Land vertrieben werden?
Wenn die meisten Bioprodukte quer durch Europa gekarrt werden?
Wie verändert man das Bewußtsein von Menschen, die in Städten leben mit mehreren Milionen Einwohnern?
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Millionenst%C3%A4dte
(Liste der Millionenstädte)
In China ist es z.B. so, das die Menschen froh sind sich endlich Fleisch leisten zu können.
Es hat also auch was mit dem sozialem Status zu tun.
Und dann gibt es leider auch solche Menschen
http://www.n-tv.de/panorama/Polizei-entdeckt-Kellerarena-article6038491.html
Wir haben schon so oft darüber diskutiert, über die Gründe. Warum sie vielen Menschen nicht einsichtig sind, ich verstehe es nicht.
Den Vergleich mit manchen Wild-Tieren, die ein Programm haben, sich ihre Nahrung durch Töten zu beschaffen halte ich jetzt auch nicht als eine Einsicht.
Was ist schlimm an "ohne wenn und aber", was wird befürchtet, wenn man das tut. Gesundheitliche Gründe sind es in der Regel nicht, wenn man sich auch im veganen wollwertig ernährt und nicht nur z.B. "Soja" verzehrt.
Selbstverständlich muss an erster Stelle die Reduzierung, nein die Abschaffung der Massentierhaltung kommen, da sind sich hier ja viele einig.
Aber aus einer mitfühlenden Sicht kann das nicht das Ende sein
Eine sehr gelungene Darstellung der Betrachtung zu diesem Thema möchte ich Euch ans Herz legen, ist nicht von mir, hab's nur reingestellt
http://www.utopia.de/blog/veggie-tag/gedanken-erkenntnisse-sichtweisen-zum-verhaeltnis-zwischen#comment-548127
Was sind denn die Argumente dagegen?
Für mich spricht aus vielen Beiträgen und Kommentaren eine FORDERUNG, könnte ich die Aussagen als Wunsch oder Empfehlung auffassen, wäre für mich eine sinnvolle Diskussion möglich, so empfinde ich sehr vieles als ewiges Hickhack von immer wiederkehrenden Argumenten.
Jetzt könnte man natürlich fragen warum ich Aussagen als Forderung empfinde?
Eine mögliche Antwort die im Zusammenhang immer wieder kommt ist
"die Verdrängung des schlechten Gewissens"
Diese Auffassung der menschlichen Psyche ist mir schlichtweg zu einfach gestrickt.
Erstens müsste ich Gewissheit haben, dass jemand ein schlechtes Gewissen hat, ich für meinen Teil sehe mich außerstande" das schlechte Gewissen" für jemanden zu postulieren oder gar zu fordern.
Zweitens müsste ich ebenfalls postulieren, dass er wenn er eines hat, es auch verdrängt.
Eine Verdrängung äußert sich erst nach Jahren in Form von Neurosen oder ähnlichem, also wie sollte ich heute wissen ob jemand etwas Verdrängt wenn das Ergebnis erst in Jahren bemerkbar ist.
Es sei denn es gibt fundierte wissenschaftliche Untersuchungen von Neurosen, die auf eine Verdrängung des schlechten Gewissens durch Fleischkonsum Rückschlüsse zulassen.
Alles andere sind für mich Mutmaßungen und Vermutungen.
Und wenn du möchtest kann ich auf den oben genannten Blogbeitrag näher eingehen, da gibt es zB Formulierungen von Fragen, die genau dem beschriebenen Sachverhalt entsprechen.
Stellt sich auch die Frage nach dem schlechten Gewissen, wieso hat Mensch ein schlechtes Gewissen. Wenn ich z.B. ein schlechtes Gewissen habe (kommt ja auch mal vor), dann versuche ich zu ergründen, warum es mich plagt, relativ schnell finde ich auch den Grund und i.d.R. geht das erst weg, wenn ich das Problem gelöst habe. Ich käme aber nicht auf die Idee andere für das schlechte Gewissen verantwortlich zu machen.
Es ist doch alles auf dem Tisch an Argumenten/Gegenargumenten. Zumindest hier bei Utopia dürfte kein Defizit aufgetreten sein.
Wo also kann die Diskusion neue Erkenntnisse bringen, etwas was noch nie beredet wurde.
Wieso wird der Wunsch veganen Lebens für alle Menschen als nicht gerechtfertigte Forderung bezeichnet, die oft nicht minder harten "Forderungen" von Umweltaktivisten, Atomkraftgegnern, die forderung nach Umstieg auf alternative Energien aber immer als gerechtfertigt angesehen.
Sicherlich hat Uwe Sievers recht mit seiner Meinung, dass für eine Veränderung im eigenen Tun immer die Erkenntnis und die Bereitschaft dazu notwendig ist.
An den Informationen kann es nicht liegen (zumindest hier bei Utopia und Facebook generell nicht).
<< ...Und wenn du möchtest kann ich auf den oben genannten Blogbeitrag näher eingehen, da gibt es zB Formulierungen von Fragen, die genau dem beschriebenen Sachverhalt entsprechen. >>
Ja gerne, sage ja nicht, dass immer alles rund und logisch ist.
a) finde ich schon, daß es gravierende Unterschiede gibt.
Wenn die Atomkraftwerke weiter existieren, obwohl nur halb so viel Strom verbraucht wird, ist das Risiko eines Gaus nicht geringer.
Dagegen kann eine Verringerung des Fleischkonsums durchaus schon viel bewirken.
b) Fordere ich den Umstieg weg von Kernkraft zwar, bin mir aber gleichzeitig bewußt, daß das keine einfache Sache ist und die alternativen Energien alle auch gewisse negative Seiten haben.
Du hast recht, es gibt nicht viele neue Argumente für oder gegen.
Es würde vollkommen ausreichen, wenn wir uns alle gemeinsam darüber unterhalten würden, wie der Umstieg zu weniger Fleichkonsum (für die noch Fleischesser) vonstatten gehen kann, welche gesundheitlichen Auswirkungen Fleischverzicht hat, worauf man achten muß, welche guten Rezepte es gibt u.s.w.
Ich kann immer nur wiederholen, daß mir diese Tipps von den Vegetariern / Veganern immer willkommen sind.
Aber bitte nicht auf die aggressive Art ...wie vom Thread-Eröffner.
Dagen verwehre ich mich guten Gewissens.
Auch wenn es wohl immer schon Menschen geben haben wird, die aus besagten emotionalen Gründen nicht angerührt haben, "was Augen hat", so hat sich der Veganismus als Bewegung doch parallel zur ausufernden Massentierhaltung entwickelt. Sie ist also m.E. eine Reaktion auf genau diese unsägliche Entwicklung.
Die grundsätzliche Frage, ob es ethisch vertretbar ist, dass der Mensch Tiere nutzt und für seinen Nahrungsbedarf tötet, ist natürlich viel älter und wird von fast allen Kulturen mit Ja beantwortet (moralisch muss letztlich diese Frage natürlich jeder für sich beantworten und ist dabei ausschließlich seinem eigenen Gewissen verantwortlich!).
Dass die Massentierhaltung eine ökologische Katastrophe ist und moralische Wertvorstellungen zutiefst erschüttert, dass können glaube ich die allermeisten der hier Diskutierenden sofort unterschreiben.
Die Massentierhaltung ist für mich allerdings nur eine, zugegeben sehr abartige, Facette unseres kapitalistischen Wirtschaftssystems, dass eben andere Werte als Liebe, Mitgefühl, Wertschätzung und Solidarität in den Mittelpunkt stellt. Dieses Wirtschaftssystem hat es geschafft, den Profit über ALLES zu stellen, eben auch über die gesamte Mitwelt. Diese Wirtschaftsethik betrachtet alles, was da ist, als frei verfügbare Ressource, die es möglichst effizient und profitabel auszunutzen (um nicht auszubeuten zu sagen) gilt. Kollateralschäden (böses Wort!) an Natur und Umwelt, und dazu zählen natürlich auch alle vermarkteten Lebwesen incl. Tier und Mensch, sind in diesem zynischen System dabei in soweit vernachlässigbar, als dass das Gesamtergebnis (der materielle Gewinn) stimmt.
Es wäre schön, wenn wir uns alle auf das Ziel der Überwindung dieser rücksichts- und emotionslosen (Wirtschafts-)Ethik einigen könnten, statt uns, wie es auch der Verfasser dieses Blogs versucht, über perfide Vorhaltungen auseinander dividieren zu lassen.
Sonnige Grüße
Stephan
Zum Satz: "Ich weiß, dass das den Veganern nicht gefallen wird, denn im Mittelpunkt ihrer Botschaft steht das Emotionale, das Mitgefühl mit der geschundenen Kreatur."
Das dürfte vielleicht öfter zutreffen, aber man kann sich auch aus rationalen Gründen zu einem entsprechenden Lebensstil entschließen.
Aber egal, es geht ja nicht um diesen Satz, sondern um die richtige Kern-Aussage.
Wie dieses Wirtschaftsystem überwinden, wie verändern, was verändern. Es ist eine globale politische und wirtschaftliche Aufgabe. Diese zu erkennen, zu definieren, oh Gott auch hier gibt es schon Manifeste aus dem beginnenden 20. Jahrhundert, denke ich mal als Beispiel an Silvio Gesell (http://de.wikipedia.org/wiki/Freiwirtschaft).
Wie also überwinden, wie Du so schön schreibst. Als erstes steht ja i.d.R. die Erkenntnis, dann kommt die Verantwortung, so man sie fühlt.
Daraus resultierend müsste die Umsetzung erfolgen. Aber es fehlt ja schon am 1. Punkt.
Wie die kritische Masse erreichen, so dass eine Initial-Zündung erfolgt?
Da kann nicht jeder an allen Fronten starten, jeder kann aber in seinem eigenen Verantwortungsbereich anfangen, das gilt überall dort, wo ihn keine Verordnungen und Gesetze blockieren. Dazu gehört das eigene soziale Handeln (ökologisches ethisches Wirtschaften, dazu gehört aber auch genauso das Verhalten zu seinen Mitgeschöpfen (Mensch wie Tier) zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern.
Wie aber kann der Einzelne darüberhinaus was tun, was bleibt ist die Diskussion, die Aufklärung, z.B. hier bei Utopia.
Welche anderen Instrumente gibt es darüber hinaus, in Vereine, in die Politik gehen, Bücher schreiben? Da sehen sich viele Menschen überfordert.
Also kehrt man i.d.R. in den kleinen Kreis der Gleichgesinnten zurück, hoffend, dass es mehr werden.
Einzelthemen wie z.B. die Ernährung, speziell hier auch immer wieder der Diskurs zwischen Omnivore und Vegetarier - Veganer dürfen dabei nicht aussen vor bleiben, nur weil ein Utopistenkern das nicht mehr hören kann. Es gibt ja auch immer wieder Neue, die das Thema interessiert, ohne, dass sie sich gleich in die Diskussion stürzen.
Also, wie schaffen wir es die Überwindung dieser rücksichts- und emotionslosen (Wirtschafts-) Ethik?
Auf Gerfis Frage, wie die Überwindung des kapitalistischen Wirtschaftssystems aussehen könnte, gibt es schon einige Antwortversuche:
http://www.streifzuege.org/2011/gemeinwohl-oekonomie-eine-tragfaehige-systemalternative
oder:
http://www.akademie-solidarische-oekonomie.de/cms_neu/index.php/grundlagentexte
Allen gemein ist, dass sie einen Paradigmenwechsel herbeiführen wollen. In einem alternativen Wirtschaftsmodell sollen anstelle von Egoismus, Gier, Geiz, Rücksichts- und Verantwortungslosigkeit Werte wie Vertrauensbildung, Verantwortung, Mitgefühl, gegenseitige Hilfe und Kooperation stehen. Unternehmen sollen nicht mehr für Finanzgewinn belohnt werden, sondern für ihr Streben nach dem Gemeinwohl und für kooperatives Verhalten.
Auch ein Grund, warum ich überzeugter Energiegenossenschaftler bin.
Vorsicht bei einer Trennung in rational vs. emotional. Womöglich ist beides viel stärker miteinander verbunden, als es zunächst scheint...
Die Entscheidung, etwas nicht mehr zu tun (z.B. Fleisch essen), weil man beschlossen hat, die Produktionsmethoden nicht länger mitfinanzieren zu wollen, ist durchaus sehr rational. Wenn ich dann allerdings anderen beispielsweise vorwerfe, es nicht zu tun, ist dieser Vorwurf emotional (Emotion hier = Aggression).
Wie Informationen am besten transportiert werden können, ist sicherlich unterschiedlich. Sie haben die stärkste Wirkung, wenn sie unsere Emotionen direkt ansprechen. Die einen reagieren erst bei einer aggressiven Vermittlung. Andere bevorzugen die behutsame Methode. Die sachliche Information dahinter ändert sich meistens nicht.
Eine weitere Art der Konfrontation mit Tierleichen: http://www.utopia.de/gruppen/veganer-innen-167/diskussion/rueckblick-mahnwache-fuer-die-tierischen-opfer-der-200809
Das klingt ja schon mal gut, jetzt bleibt die Frage, "Wie kommen wir zu so einem Wertewandel, wo muss man ansetzen?
Ich nehme Werte im Einzelnen als Beispiel ohne Anspruch auf Vollständigkeit, will auch niemanden angreifen sind bloss meine Überlegungen.
Vertrauen entsteht durch das Gefühl Angenommen zu sein.
Frage: Ein Kind, dass mit einem Jahr Halb oder Ganztags in eine Kinderkrippe kommt, dann in den Kindergarten und später in die Schule, ...hat das die Chance ein Gefühl des Angenommen Werdens zu entwickeln?
Verantwortung entsteht durch Herausforderung
Frage: Ein Kind dem alles und jedes abgenommen wird (Schulweg weil zu gefährlich, Kinderspielplatz abgesichert), dass keine Chance hat sich jemals weh zu tun oder Risiken einschätzen zu lernen, das natürliche Konsequenzen seines Handelns nicht erfahren kann aufgrund der Absicherung, wofür und wie sollte es Verantwortung übernehmen können.
Mitgefühl entsteht durch Gemeinschaft
Frage: Ein Kind dem spätestens im Schulalter klar gemacht wird, dass es seine Ellenbogen benützen soll um vorwärts zu kommen, das es Schwächere und Stärkere gibt und nur die Starken vorankommen, wenn dem Kind klar wird das das eigene EGO vor der Gemeinschaft steht, dann wird es auch wenig Chancen haben Mitgefühl zu entwickeln, vielleicht noch Mitleid mit sich selbst.
Tja aus meinen Ausführungen wird möglicherweise schon sichtbar, dass für einen Wertewandel schon sehr früh in der Entwicklung begonnen werden muss, gewisse Dinge zu Überdenken.
An meinem Beispiel kann man gut erkennen, was schief gelaufen ist und wo man ansetzen kann. Ich kenne beide Extreme und perfekt sind sie beide nicht. Daher tendiere ich zu Hilfe zur Selbsthilfe. Die Frage ist, denke ich, nicht, ob das Umfeld des Kindes alles richtig macht, sondern ob es dem Kind Raum zum Nachdenken, Fragen und zu eigenverantwortlichen Entscheidungen lässt, auch wenn die in den Augen der Eltern dumm sein mögen. Selbst die Erfahrung des Scheiterns, des Fallens zu machen, ist eine andere und meiner Meinung nach bessere als krankhaft vor allem beschützt zu werden - wie es bei meinen Eltern der Fall war.
Ich hatte gestern ein Vorstellungsgespräch, das danach keine guten Gefühle hinterließ, aber ich weiß, woran es lag, denn ich habe mich selbst dafür entschieden, beworben, gekämpft und nun kann ich nur abwarten, ob mich mein Eindruck getrügt hat. Da sind wir wieder genau bei den Dingen wie Erwartungen, Werte, Moralvorstellungen. Diese können sich nur aus Erfahrungen entwickeln und wenn man dem Kind das Erfahrungsfeld nimmt, aus Angst, es würde sich sowieso nur schaden, läuft man gegen die Wand!
Daher plädiere ich für mehr Aufklärung in der Schule, was Ernährung, Nachhaltigkeit, Umwelt, Natur, Wirtschaft etc. angeht, lebensnah, für Kinder verständlich und mit Spaß verbunden. Bei mir merke ich, wenn ich eigenverantwortlich entscheiden, mich informieren kann und darf, eine unbändige Wissbegier und ich denke, das ist genau der Punkt. Kindern wird heute das Fragen abgewöhnt, weil viele Eltern damit überfordert und davon genervt sind, aber gerade das mündet in Egoismus und die Scheißegalmentalität, die nicht nur unter vielen Jugendlichen, sondern auch unter Erwachsenen stark verbreitet ist und da ist des Pudel's Kern.
Wobei ich hier einwenden möchte, dass Utopia da schon gute Dienste leistet, was Aufklärung und Ermutigung zu"guten Fragen" angeht. Auch lerne ich hier immer wieder viele Menschen kennen, denen es so geht wie mir, die sich Gedanken machen und manchmal in dem Wirrwarr von Für und Wider den Faden verlieren, nicht mehr wissen, wie sie die Dinge einordnen sollen und ihn dann irgendwo anders wiederfinden, um dann zu wissen, was sie tun können. Das Schöne dabei ist, es gibt unendlich viele Möglichkeiten, etwas zu bewegen, das Wichtigste ist sich zu informieren und einfach anzufangen.
Dann ist es auch völlig egal, was die Eltern, die Schule oder wer-auch-immer verpasst hat. Denn jeder hat selbst einen Kopf zum Denken, den gilt es zu nutzen und die Dinge zu hinterfragen.
Sonnige Grüße, Polarnacht
"...für einen Wertewandel schon sehr früh in der Entwicklung begonnen werden muss, gewisse Dinge zu Überdenken. "
Da fällt mit ein:
Was Hänschen nicht lernt, das ...
-Vertrauen entsteht durch das Gefühl Angenommen zu sein
-Verantwortung entsteht durch Herausforderung
-Mitgefühl entsteht durch Gemeinschaft
möchte ich gerne noch hinzu fügen
- Bildung entseht durch Neugier und deren Förderung
- Liebe entsteht durch Vertrauen und ein gesundes Selbstwertgefühl
Deine Ausführung gefällt mir, ich möchte einen Satz der mir besonders gut gefällt und am Herzen liegt hervorheben.
"Die Frage ist, denke ich, nicht, ob das Umfeld des Kindes alles richtig macht, sondern ob es dem Kind Raum zum Nachdenken, Fragen und zu eigenverantwortlichen Entscheidungen lässt“,
Dabei ist mir das Fragen dürfen ganz wichtig und Uwe hat das auch mit dem Satz sehr schön ausgedrückt.
"- Bildung entsteht durch Neugier und deren Förderung"
Neugierde äußert sich durch Fragenstellen dürfen, auch wenn sie unbequem sind und nicht sofort zu beantworten sind.
Wenn ein Kind einem fragenden (neugierigen) Erwachsenen gegenübersteht bekommt es Vertrauen in sich selbst. Wenn es einem "allwissenden" Erwachsenen gegenübersteht wird es ohnmächtig und vermutet in seinem "Nichtwissen“ seine Unzulänglichkeit ("Scheißegallmenalität", erreich ich sowie so nicht).
Danke. Ich bin nur ehrlich. Als ich klein war, habe ich viele Fragen gestellt und meine Mutter hat Bücher gewälzt, weil ich ihr Löcher in den Bauch gefragt habe, erzählt sie immer gerne. Irgendwann habe ich aufgehört zu fragen, ich kann mich an diese Neugier auch nicht mehr erinnern, was ich sehr schade finde, aber zumindest bekomme ich jetzt wieder ein Gefühl dafür. Zur Zeit "verschlinge" ich regelrecht Bücher, Internet, Zeitschriften etc. und es ist noch nie zuviel gewesen.
Ja, das mit dem Nichtwissen, der Unzulänglichkeit und der Ohnmacht kann ich nur unterschreiben. Durch die Depression hat sich diese Problematik noch verschlimmert, aber dank einigen radikalen Entscheidungen und einem gezielten Lebenswandel bin ich auf dem Weg der Besserung.
Ich denke, es geht auch viel darum, dass in der Schule kaum über die "Berufung" eines jeden Menschen geredet wird. Man lernt viel Theorie über alles Mögliche, aber kaum praktisch anwendbare Dinge für das spätere Leben. Zwar versucht man die Kinder dazu zu ermutigen, ihre Interessen zu finden, aber ich kann mich noch gut erinnern, dass durch die Flut an Möglichkeiten kaum jemand wusste, wohin er eigentlich will und am Ende irrten sie umher, bis irgendwann doch noch was Passendes dabei war. Doch ich kenne auch genug, die aufgeben und sich dem fügen, was ihnen geboten wird und die damit meistens nicht wirklich glücklich sind.
Darum lasse ich mir Zeit, denn sie wird mir zeigen, was ich will, wenn ich mir den Raum gebe mich zu entfalten und herauszufinden, wer ich bin.
Fazit? Wie wäre es mit einer Gefühlsmonster-Mediation, an der alle teilnehmen?
Bitte auch Teil III ansehen, ist wichtig!
http://www.youtube.com/watch?v=7vMPUIR59DY
Chrissy schreibt
"Und ich bedanke mich bei der_Tobi für seinen Blogbeitrag, der diese heftige Diskussion ausgelöst hat."
Wenn ich versuche, Threads dieser Art bzw. die oben beschriebenen Aktionen ganz nüchtern und neutral zu betrachten, dann würde mich interessieren, welche Intention bei den Initiatoren eigentlich dahinter ist?
Geht es darum zu schokieren? Dann hat oben beschriebene Aktion vermutlich funktioniert.
Gehte es darum Diskussionen los zu treten? Dann hat dieser Thread funktioniert.
Gehte es den Initiatoren bzw. dem Tobi darum, sich zu profilieren? Vermutlich dgl.
Sollte es nicht eigentlich darum gehen, zu bewirken, daß sich unterm Strich etwas zum Besseren wendet?
Wie sieht es mit einer Erfolgskontrolle aus?
Können die Akteure solcher Aktionen -wie oben beschrieben- Rückmeldungen geben, ob deshalb jemand Vegetarier oder Veganer geworden ist oder auch nur seinen Fleischkonsum drastisch eingeschränkt hat?
Ich mußte ja bei meinen Web-Projekten und beim Bio-Handel lernen, kunden- und lösungsorientiert zu denken.
Das klingt vielleicht seltsam, aber manche der Veganer / Vegetarier hier schaffen es, "Kunden-" orientiert zu argumentieren.
Bei manchen Menschen rennt man offene Türen ein, wenn man weniger bis gar keinen Fleischkonsum propagiert, andere brauchen sanfte Motivationshilfe.
Kundenorientiert denken bedeutet auch, den anderen als Mensch auf gleicher Augenhöhe zu betrachten.
Das ist hier nicht der Fall.
Wenn das Gegenüber als Mensch niedrigerer Bewußtseinsstufe behandelt wird, reagieren eben manche biestig.
Das ist ein ganz normaler - von Marketingfachleuten und Soziologen tausenfach bestätigter Vorgang.
Hier ist vielleicht eine schwungvolle Diskussion entstanden.
Schön wenn Dir das reicht, Chrissy. Ich bin Diskussion, die nichts bewegen, eigentlich müde.
Lösungsorientiert waren in meinen Augen weder der Thread, noch die beschriebene Aktion.
Somit können Thread und beschriebene Aktion durchaus lösungsorientiert sein, wenn bewusst nur die als Zielgruppe anvisiert werden, die mit der krassen Konfronation umgehen können und/oder wollen.
Wir hatten das Thema hier ja schon öfters. Siehe auch http://www.utopia.de/blog/lucigreen/konfrontation-oder-kooperation-wie-vorgehen-beim-welt
Ich finde dazu auch den Vortrag von Mahi Klosterhalfen sehr interessant: http://www.utopia.de/gruppen/veganer-innen-167/diskussion/psychologische-erkenntnisse-zur-199099
Es gibt wohl auch dabei mehrere Wege ...
Davon war ja nicht die Rede.
Das dürfte unter den Passanten in Frankfurt nur ein Bruchteil sein.
Ich weiß, daß wir zu dem Thema schon viel zusammen getragen haben.
Die Quintesenz war eigentlich immer die, daß die Holzhammer-Methode nichts bringt, sondern nur Vorleben, Nutzen zeigen, die Leute da abholen wo sie stehen, die eigene Geschichte erzählen u.s.w.
Hm. Da lese ich die Beiträge unter http://www.utopia.de/blog/lucigreen/konfrontation-oder-kooperation-wie-vorgehen-beim-welt aber durchaus anders. Dort scheint auch die Holzhammer-Methode propagiert zu werden.
Ich persönlich brauchte übrigens beides für meinen Schritt von vegetarisch zu vegan: Die krasse Konfrontation (damals vor allem durch ElisaJane2005 > http://www.utopia.de/blog/lebensrechte ) und die sanfte Information, wie es gelingen kann, Alternativen zu meinen bisherigen Gewohnheiten zu finden.
Es bleibt aber wohl schon die Frage, wie möglichst viele Menschen erreicht werden können. Mahi Klosterhalfen rät dabei in seinem Vortrag von der Holzhammer-Methode explizit ab.
So habe ich hier auch schon mal versucht, auseinander zu klamüsern, wie Menschen in eine Konfrontation reingehen können: http://www.utopia.de/blog/lucigreen/konfrontation-oder-kooperation-wie-vorgehen-beim-welt#comment-526081
Mögliches Verhalten
1. Sachlich bleiben wollen und können
2. Sachlich bleiben wollen, aber nicht können
3. Provozieren wollen
4. Kämpfen wollen
5. … ?
Wie wird eine Konfrontation mit Tierleichen empfunden? Was macht es zu einer Holzhammer-Methode? Wie empfindet Ihr z.B. diese Methode der Konfrontation: http://www.utopia.de/gruppen/veganer-innen-167/diskussion/rueckblick-mahnwache-fuer-die-tierischen-opfer-der-200809 ?
http://www.utopia.de/blog/evolutionstag/tierbefreiung-und-konfrontation-mit ;-)
Schon klar, daß es manchmal auch mit krasseren Methoden klappen kann.
Das funktioniert auch bei mir, wenn ich mein Gegenüber grundsätzlich als sehr integer, wohlwollend und respektabel wahrnehme.
Dann bin ich gerne bereit, über den Kern einer Botschaft nach zu denken und evt. Änderungen einzuleiten.
Ich bin ja selbst nicht immer ein Kind der Samtpfoten-Taktik.