Am 31. Januar ist der "World Day for the Abolition of Meat", der internationale Tag zur Abschaffung des "Fleisch"konsums. "Fleisch" bezeichnet hier tote - meist nichtmenschliche - Tiere, ganze Leichen oder Leichenteile.Aus diesem Anlaß verweist die Tierrechtsinitiative Maqi auf die neue Internetseite http://abolitionismus.de. Abolitionismus (engl. abolition: Abschaffung, Beseitigung) bezeichnet insbesondere die Abschaffung der Sklaverei in Amerika (nicht die Verbesserung der Haltungsbedingungen), aber auch die Abschaffung der "Todesstrafe" (im Gegensatz zur Einführung "humanerer" Tötungsmethoden wie etwa der Guillotine statt dem Henkersbeil). Heute steht Abolitionismus zunehmend für Bestrebungen zur Beseitigung jeglicher Tierausbeutung: Beendigung der Versklavung unzähliger Spezies und Ende der milliardenfachen Hinrichtungen für das "Verbrechen", der falschen Spezies anzugehören.
Dabei wäre es fatal, sich wie beim "Meat Abolition Day" auf den reinen Ernährungsaspekt oder gar nur auf den direkten Verzehr von Leichenteilen zu beschränken. Vielmehr schließt dies auch Gebrauchsgegenstände wie Kleidung aus "Wolle", "Leder", "Daunen", "Seide" usw. ein, ebenso beispielsweise Gelatine als Trägerschicht in fotografischen Filmen oder zum Klären von Essig oder Säften und selbstverständlich Vogeleier und Drüsensekrete; alles, wofür Tiere "genutzt", ermordet, mißhandelt werden. Kurz: Abolitionismus impliziert Veganismus.
Abolitionismus, die radikale Abschaffung von Tierausbeutung, steht dabei im strategischen wie ethischen Gegensatz zu Gradualismus (einer Politik der "kleinen Schritte") und Reformismus (etwa dem Tierschutz, der die Ausbeutung lediglich reformieren und damit weiter durchführen will).
"Tierrechte können erst dann verwirklicht werden", so Martin Pätzold von Maqi, "wenn wir aufhören, nur gegen 'Pelz' oder 'Tierversuche' zu demonstrieren, statt gegen jede Form der Tierausbeutung; wenn wir aufhören, Vegetarismus oder die 'Reduzierung' des Tierproduktkonsums als 'Schritt in die richtige Richtung' schönzureden, statt Veganismus als ethisches Minimum zu fordern; wenn wir aufhören, Umweltschutz oder gesundheitliche Vorteile als Argumente vorzuschieben, statt Veganismus als ethische Notwendigkeit zu bezeichnen; wenn wir aufhören, Reformen der Tierausbeutung als 'zwischenzeitliche Verbesserungen' zu sehen, statt sie als Methoden zur Erhaltung der Tierausbeutungsindustrie zu erkennen und deshalb die vollständige Abschaffung fordern."


Kommentare (7)
Beitrag abonnieren
Indem man immer wieder darauf hinweist, wie man mit seinen Kaufentscheidungen entscheiden kann, ob ein Tier aus quälerischer Massentierhaltung kommt oder wenigsten ein halbwegs würdiges Leben in Bio-Aufzucht hat, kann man für die Tiere auch schon einiges tun. Dann fällt es vielleicht dem ein- oder anderen neuen Bio-Fleisch-Käufer auch nicht so schwer, irgendwann weniger Fleisch und dann vielleicht gar keines mehr zu essen.
Wer erst einmal Vegetarier ist, hat's vom Kopf her auch nicht mehr schwer, Veganer zu werden - abgesehen vielleicht von den Hindernissen gesundheitlicher Natur.
Ich bin selbst schon lange Vegetarier und erlebe immer wieder, dass allein durch meine Anwesenheit am Mittagstisch Leute sich gezwungen sehen, sich für ihren Fleischkonsum zu rechtfertigen, ohne dass ich eine Diskussion vom Zaun breche. Da sind wir uns am Ende meistens einig, dass es das Mindeste ist, zu schauen, woher das Fleisch kommt. Alles auf einmal zu erreichen klappt aber nie. Was nicht heißen soll, dass man sich dann mit wenig zufrieden geben muss. Man muss einfach lange dran bleiben.
Zum totalen Verzicht fällt mir ein Zitat von Tocotronic ein: "Die Idee ist gut aber die Welt noch nicht soweit".
==> Deshalb nützt es nicht in dieser Welt ein Radikalweg einzuschlagen (hätte auch keine Chance).
==> Deshalb ist es richtig mit allen möglichen und auch oft minimalen Schritten für den Tierschutz, für den Vegetarismus mit all seinen Ausprägungen einzustehen, dabei auch Courage zu zeigen wie es viele Menschen tun.
==> Deshalb ist es auch wichtig für den Klimaschutz einzutreten, dessen Wandel eben auch aus der fatalen Nutztierhaltung resultiert.
==> Deshalb ist es auch wichtig immer wieder auf die gesundheitlichen Risiken der Fleischernährung hinzuweisen.
==> Deshalb ist es wichtig der der Fleischindustrie hier auch ein Zeichen zu geben, dass der Fleischkonsum sich reduzieren wird und dass sie sich auf die Erstellung von tierfreien Ernährungsmittel umstellen werden müssen, sich umorientieren muss, auch des Erhalts der vielen Arbeitsplätze wegen.
All diese Schritte werden letztendlich zum Ziel führen die Tiere als Nahrung- und Kleidungslieferant zu reduzieren und letztendlich abzuschaffen. Dies ist meine Utopie. Dies werde ich nicht mehr erleben, aber ich wünsche es unseren Nachkommen und vor allem unseren Tieren
"Geduld ist der lange Atem der Zeit"
...radikale Stimmen sind überflüssig, besonders, wenn es um sowas geht wie den Verzicht auf wichtige Nahrungs- und Genussmittel, die vom Tier stammen.
Wer wissen möchte, welchen Geistes Kind manches Veganer sind, der muß sich nur in Gästbüchern und Foren von kritischen Seiten wie http://www.antivegan.de nachlesen, auch Pamphlete wie "Der Tierbefreier" sprechen eine deutliche Sprache. Toleranz ist nunmal nicht die Stärke der Veganer.
Sich herauswinden aus der Verantwortung und sein eigenes Tun schönreden.
(Die anderen werden's schon machen. Aber solange töte ich selbst noch kräftig mit, werde es eh nicht mehr erleben, dass sich was ändert. Klar, weil man selbst bremst).
Aber Martina1 hat schon Recht: Vegetarier sind toll
-> http://antispe.de/txt/vegetarier-sind-toll.html