Die Reise beginnt vor dem Berliner Club „Watergate“. Die Bauarbeiter, die dort die Strasse erneuern, kennen sich aus: „Na, da wird wohl die Musik vom Wochenende abtransportiert“
Nicht wirklich. In Fässern dieser Art wird Atommüll gelagert. Was sich dort drinnen befindet, ist radioaktiv. Mit Spaß hat das nicht viel zu tun. Auch wenn die Menschen, die dem Fass gestern in Berlin begegneten, die Gefahr eher als karnevalesken Jux empfanden.
Die Realität sieht leider anders aus.
Unser Fass allerdings fährt mit dem Bus und rollt durch die Fußgängerzone. Es besucht das Kriegerdenkmal im Treptower Park und eine Kleingartenanlage. Aus dem Blick von der Reichstagskuppel wird leider nichts, denn ein Polizist weist höflich daraufhin, dass der Name „Bannmeile“ seinen Ruf verdient hat.
Alles läuft freundlich und gesittet ab. So ein Fass findet seinen Platz in der Gesellschaft. Gelb leuchtend, mit dem radioaktiven Zeichen an der Seite, bewegt es sich seelenruhig durch die deutsche Hauptstadt.
Auf dem Alexanderplatz wird das Fass mit dem dazugehörigen Mann im Strahlenanzug zur Touristenattraktion. Japanerinnen freuen sich, ein anderer lässt sich mit dem Fass fotografieren. Ein Italiener hilft bei dem Versuch das Fass in einem Bauschutt‐Container abzulagern. Angst vor Atommüll? Davon gibt es keine Spur. Im Gegenteil.
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Die mediale Verbreitung der Atom‐Symbolik hat den Menschen abgestumpft. Er akzeptiert die Gefahr. Integriert sie in den Alltag. Zumindest in Berlin. Heute ist das Fass in Hannover unterwegs, auf der ENERGY, der internationalen Leitmesse der erneuerbaren und konventionellen Energieerzeugung. Ab morgen gibt es dazu die Bilder.
Wer sich mit dem Thema intensiver befassen möchte, sollte sich auf ausgewählten Blogs und Webseiten informieren. Wir empfehlen dafür:
Der „Arte‐Blog“ über den Albtraum Atommüll mit einer ausgezeichneten Dokumentation von Michéle Rivasi
http://www.arte.tv/de/Atommuell/2766888.html
Das Zukunftsnetzwerk der Anti‐Atomszene
http://new.antiatomszene.info/
und natürlich „Ausgestrahlt“, die klassische Website gegen Atom‐Energie
http://www.ausgestrahlt.de/
>> Zum Interview mit Ralf Schmerberg, dem künstlerischen Leiter der Aktion in der Reihe "Denkanstösse"
>> Zum Interview mit ENTEGA-Vorstand Holger Mayer
>> Mehr zum "Café Endlager" auf der ENTEGA Webseite


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