Bedauerlicherweise hat sich keine deutsche Punkband bisher getraut, in einer katholischen Kirche einen Song gegen den tausendfachen Kindesmissbrauch durch katholische Priester zu spielen.

Das fänden manche Putin-VerteidigerInnen warscheinlich geil - manche PussyRiot-VerteidigerInnen dagegen unmöglich.

Aber solange wir uns nur bewegen, wenn die Massenmedien ein Thema aufgreifen braucht es dramatische Provokation und Regelverstoss, um die Menschen zu anzusprechen.

Es ist doch so: Wenn in Kleinkleckersdorf 3.000 Menschen friedlich für soziale Gerechtigkeit oder gegen Nazis demonstrieren, ist das der Presse höchstens (wenn überhaupt) eine Randnotiz wert. Selbst wenn Kleinkleckersdorf nur 4.000 Einwohner hat und das bei Sturm und Hagelschauer stattfindet.

Wenn aber in Berlin oder Hamburg (wo es mindestens 3.000 völlig durchgeknallte und schmerzbefreite Idioten gibt) auch nur 30 Leute Steine auf Polizisten oder Schaufenster werfen, dann ist das Top-Schlagzeile bundesweit und alle diskutieren darüber.

Lektion 1 der Mediengesellschaft: Du must was echt krasses tun, um Aufmerksamkeit zu bekommen!

Wer das nicht mag, der möge die Medien kritisieren, nicht die, die sich daran anpassen.

Wer gut findet, was Pussy Riot macht, möge nicht hier diskutieren, sondern selbst was auf die Beine stellen, statt nur zu labern. Das ist es was, Pussy Riot von euch will! Also seit keine Pussys! Seit Pussy Riots!