Die politischen Konservativen werden es nicht gerne hören, was US-Psychologen herausgefunden haben wollen. Die These ist schlicht die, dass geringe Denkleistungen, die den Dingen nicht auf den Grund gehen, sondern an der Oberfläche stehen bleiben, Konservativismus produzieren sollen, der sich u.a. durch persönliche anstatt systemische oder gesellschaftliche Verantwortung, Akzeptanz von Hierarchien und die Vorliebe für den Status quo auszeichnet. Das würde bedeuten, dass Anhänger von konservativen Parteien eher zur Denkfaulheit neigen, aber auch, dass die konservative Politik entsprechend intellektuell bescheiden formuliert wird.
Mehr:
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36725/1.html


Kommentare (6)
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Früher hat für diese Erkenntnis schon ein Blick an einen bierdimpfelige Bayerischen Stammtisch gereicht...
Es gäbe ja Anlass genug, wenn ich mir die Republikaner so anschaue ;-)
Ich denke das hängt auch sehr von den Umgebungsbedingungen einer Gesellschaft ab. Wenn z.B. große Medienkonzerne wie FOX in den USA eindeutig stark "rechts" lastig sind, dürfte diese Gefahr größer sein, weil dann die Leute quasi gegen diese täglichen "Halbwahrheiten" (wohlwollend gesagt) sich-informierend anrudern müssen.
Zudem wenn gesellschaftliche Probleme sehr komplex sind, dann ist die Versuchung nach allzueinfachen Antworten umso größer, und diese allzueinfachen Antworten sind vielleicht a priori für Stereotypen anfällig, welche wiederum Feindbilder und dergleichen födern, womit dann z.B. Rassismus und dergl. die Hintertür (oder gar die Vordertür) geöffnet ist
So ähnlich denke ich mir den Zusammenhang
Grundsätzlich hat es aber auch damit zu tun, wie die Menschen (auch jenseits der Medien etc) sozialisiert werden. Eine eher 'repressive' autokratische Erziehung, wo schon Kinder zu oft das Gefühl haben, nicht geliebt und / oder nicht in ihren Bedürfnissen beachtet/geachtet zu werden, verdirbt den Charakter und das ist dann ein Einfallstor für verschiedene 'inhumane' Ideologien (Stalinismus übrigens imbegriffen) - und dies auch bei Leuten, die sich sehr intensiv mit Politik etc befassen.
Und da kommt dann ein anderes Phänomen ins Spiel, das auch nicht zu unterschätzen ist, dass nämlich Vorurteile (und besagte Ideologien fußen stark auf Vorurteilen) sogar bei ansonsten intelligenten Menschen die mentalen Fähigkeiten stark 'bremsen', geradezu zu etwas wie punktueller Verblödung führen können ("punktuell" soll heißen in Bezug auf spezielle Fragen, die für jew. ideologische Weltsicht relevant sind) - und das übrigens auch ganz jenseits von politischen oder wirtschaftlichen Fragen im engeren Sinn
Flüchtiges, anstrengungsloses Denken, d.h. sich ausruhen auf gegebenen Mustern, die Lebensführung verheißen, letztendlich aber nur vom Hinterfragen, vom eigenständigen Denken abhalten führt m.E. nicht nur zu einer politisch konservativen Einstellung, sondern ist der Kern dessen. Denn es ist einfacher, Traditionen zu folgen und sein Leben nach einem beliebigen "Das macht man so" auszurichten, anstatt mühselig selbst zu denken, immer wieder in Verwunderung, ja Zweifel zu geraten, um dann als "neuer" Mensch aus der Selbstreflexion herauszutreten, nur um dies später evtl. wieder zu verwerfen. Somit wird, wenn man so will, aus Bequemlichkeit über die Jahre eine Angst vor Neuem, neuen Wegen, eine Angst vor dem Denken selbst, was ja zu verunsicherendem Zweifel führen kann, wenn man´s richtig macht.
Robert Anton Wilson sagte einmal sinngemäß, dass man, bei der Frage, warum die Welt so ist, wie sie ist, sich einfach vor Augen halten sollte, dass es in der Essenz nur zwei verschiedene Arten von Menschen gibt:
Die Neophilen und die Neophoben!
Dank an die Wissenschaftler!
Also, ob das nicht zu pauschal ist. Sind Wertevorstellungen immer konservativ zu nennen. Gibt es nicht auch darunter Menschen, die sehr intensiv nachdenken, allerdings auf andere Vorstellungen dabei kommen.
Ich kenne z.B. privat durchaus Menschen, die eine grosse Denkleistung erbracht haben, aber dennoch in Ihrem Denken (Denkmuster) stehen geblieben sind.