Torfmoorfeuer sind "Klimabomben"





Dienstag, 1. Dezember 2009 08:12

Die indonesischen Torffeuer waren im Jahr 2006 für rund 900 Millionen Tonnen Kohlendioxid verantwortlich, sagt eine Studie der Ludwigs-Maximilian-Universität München, die in den Proceedings of the National Academy of Science (PNAS) vom 26. November online erschien. Dies sei mehr als Deutschland insgesamt emittiere und stelle rund 16 Prozent des jährlichen Ausstoßes aus Entwaldung dar. Die Forscher möchten auf die zentrale Rolle der Regenwaldvernichtung beim Klimawandel hinweisen – auch als Handlungsauftrag für den UN-Klimagipfel in Kopenhagen.

"In Kopenhagen werden Programme verhandelt, die Anreize zum Schutz tropischer Torfsumpfwälder und deren riesiger Kohlenstoffspeicher liefern sollen", sagte LMU-Professor Florian Siegert. "Wir hoffen hier mit unserer Studie wichtige Daten liefern zu können." Diese sollen mithilfe lasergestützter Bodenmessungen weitaus präziser als bisher ausfallen.

Die Torfböden machen lediglich 30 bis 45 Millionen Hektar des tropischen Untergrunds aus. Dennoch stoßen sie bei Waldbränden gewaltige Mengen an Kohlenstoffdioxid aus. Die Torfschicht bestehe aus einer Biomasse, die 20-mal kohlenstoffreicher sei als der Wald selbst.

Die Brände speziell in Indonesien seien fast ausschließlich menschlichen Ursprungs. "Unter natürlichen Bedingungen würde auch während einer Trockenzeit der Boden nicht zu brennen beginnen," so Siegert. In Indonesien werden die Torfböden zunächst entwässert und anschließend brandgerodet, um Platz für Palmöl- oder Papierholz-Plantagen zu schaffen.

Quelle: http://www.wir-klimaretter.de

Diese Feuer in Indonesien bedrohen zudem auch die letzten Rückzugsgebiete der Orang-Utans.
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