Allein in der Provinz Punjab sitzen laut der Zeitung Express Tribune derzeit 130 Menschen wegen Blasphemie-Vorwürfen im Gefängnis.
Kritiker des strengen Blasphemie-Gesetzes begeben sich in Todesgefahr. Als der liberale Gouverneur der Provinz Punjab, Salman Taseer, Frau Asia Bibi im Gefängnis besuchte und das Gesetz anzweifelte, wurde er am 4. Januar 2011 von seinem eigenen Leibwächter ermordet. Am 2. März wurde nun der pakistanische Minister Shabaz Bhatti, der einzige Christ im pakistanischen Parlament und zuständig für religiöse Minderheiten, der sich immer wieder gegen die Blasphemiegesetze ausgesprochen hatte, erschossen. Die Taliban brüsten sich mit der Tat. Er wurde in der Vergangenheit für seine Haltung immer wieder von radikalen Islamisten bedroht.
Regelmäßig werden Christen oder Ahmadiyya willkürlich von Muslimen wegen Blasphemie angezeigt, um Nachbarschaftskonflikte zu entscheiden oder missliebige Konkurrenten auszuschalten. Seit Inkrafttreten des Gesetzes im Jahr 1986 wurden 1.060 Verfahren angestrengt. 46 Menschen wurden durch Einzeltäter oder Mobs ermordet. Bei einem Massaker, das am 30. Juli 2009 begann und mehrere Tage andauerte, brannten radikale Muslime Kirchen und mehr als 100 Häuser von Christen nieder. Neun Angehörige der Minderheit wurden ermordet. Christen stellen weniger als zwei Prozent der rund 180 Millionen Bewohner Pakistans. Auch Moscheen der Ahmadiyya und heilige Stätten der Sufis werden immer wieder von Extremisten attackiert. Zudem nimmt die Zahl der Zwangskonversionen von Christen weiter stark zu. Im Jahr 2008 wurden 414 Fälle von Zwangsbekehrungen zum muslimischen Glauben dokumentiert.
Bitte appellieren Sie an den pakistanischen Präsidenten Jusuf Raza Gilani, sich für die Freilassung aller wegen Blasphemie angeklagten oder verurteilten Personen und die Aufhebung des Blasphemie-Gesetzes einzusetzen.
Bitte unterstützen Sie unseren E-Mail-Protest!
Quelle: http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=2155&stayInsideTree=1
Hier unterschreiben: http://www.gfbv.de/emailprot.php?id=286


Kommentare (8)
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So lange es Religionen gibt, gibt es auch religiöse Unterdrückung bzw. Benachteiligung. So etwas ist einfach fester Bestandteil - zumindest der monotheistischen Religionen. Da diese Religionen alle per Definition für sich in Anspruch nehmen, den einzigen wahren Gott zu haben, können diese Religionen niemals wirklich friedfertig koexistieren (zumindest nicht nach Auslegung von strenggläubigen Menschen)
Die erf. Konsequenz daraus, darf sich jeder selber überlegen.
es mag vielleicht verhallen....
aber wir haben uns eingesetzt.
wer nichts tut, hat schon verloren.
in dem punkt religionen gebe ich dir allerdings recht.
bin auch in keiner kirche und dennoch sehr gläubig.
;-)