Norwegisches Energieunternehmen bedroht Chiles Urwälder
An der Protestaktion haben sich seit dem 18.12.09 864 Menschen beteiligt
Darwinfrösche in Südchile. Bedroht im Jubiläumsjahr von Charles Darwin Darwinfrösche in Südchile. Bedroht im Jubiläumsjahr von Charles Darwin
Der Lebensraum der Darwinfrösche (Rhinoderma darwinii und Rhinoderma rufum) ist akut bedroht. Sie leben in den südchilenischen Regenwäldern, die immer weiter zerstört werden. SN Power, ein norwegisches, weltweit operierendes Energieunternehmen, plant, in Chile Wasserkraftwerke und Staudämme zu bauen. Über den sogenannten Mechanismus für Saubere Entwicklung (Clean Development Mechanism) erhalten derartige Projekte viel Geld aus dem internationalen Handel mit Verschmutzungsrechten und sind damit für Investoren und Betreiber hoch lukrativ.
Vier Wasserkraftwerke in der Region Los Rios, östlich von Valdivia, plant SN Power über sein lokales Tochterunternehmen Trayenko S.A. Das größte mit einem Investitionsvolumen von 1 Milliarde US-Dollar trägt den Namen Maqueo und hat eine Leistung von 400 Megawatt (MW). Weitere Anlagen sind in Liquiñe (118 MW), Pellaifa (108 MW) und Reyehuico (38 MW) geplant. Die Kraftwerke sollen Energie zur Verhüttung der Erze liefern, die im Norden Chiles abgebaut werden. Der Bau der Staudämme und Kraftwerke ist mit tief greifenden Einschnitten in die Umwelt Chiles verbunden. Teile des Urwaldes würden in den Fluten untergehen, einmalige Ökosysteme würden für Straßen, Tunnel und Rohrleitungen geopfert. Neu zu bauende Hochspannungsleitungen sollen den Strom über Hunderte Kilometer zu den Bergbaubetrieben leiten. Den an die Staudämme grenzenden Gebieten würde im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgegraben, da zahlreiche Bäche und Flüsse für die Stauseen umgeleitet werden müssten.
Schon heute ist der Regenwald Südchiles stark gefährdet: Obwohl der Urwald 2007 zum Unesco Biosphärenreservat „Gemäßigte Regenwälder der südlichen Cordillere“ erklärt wurde, wird dort mit Förderung der chilenischen Regierung eine ausbeuterische Forstwirtschaft betrieben. Die einzigartigen Südbuchen (Nothofagus) und Araukarien werden abgeholzt und durch schnell wachsende Kiefern- oder Eukalyptusbäume ersetzt. Die ökologisch toten Holzmonokulturen bedecken bereits mehr als zwei Millionen Hektar und liefern billiges Holz für die Exportindustrie des Landes. Für Tiere und Pflanzen bieten sie keinen Lebensraum und ruinieren außerdem die Böden.
Die Ureinwohner, die Mapuche-Indianer, kämpfen schon seit Jahrzehnten gegen die Zerstörung ihrer Natur. Die Regierung und Holzindustrie raubte ihr Land, um aus einmaliger Wildnis industrielle Holzmonokulturen zu machen. Die Wasserkraftprojekte stellen für sie eine weitere Bedrohung dar, weshalb sie diese und das Vorgehen von SN Power ablehnen. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Mapuche den sofortigen Abzug sämtlicher Maschinen von ihrem Land und die Einhaltung ihrer Rechte. Auch Wissenschaftler, Umweltschützer und lokale Gruppen wehren sich gegen die weiter voranschreitende Vernichtung der einmaligen Ökosysteme.
Unterstützen Sie unsere Protestaktion und fordern Sie SN Power dazu auf, seine Staudammprojekte in Südchile zu stoppen. Auch die Regierung Chiles sollte den Wert der einzigartigen Urwälder ihres Landes erkennen und den ausbeuterischen Holzplantagen und zerstörerischen Wasserkraftprojekten ein Ende setzen.
Quelle: http://www.regenwald.org
Das ist auch der Link zur Unterschriftenaktion.




















Kommentare (3)
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acte
immer noch Mary Ellen
acte
schrieb am 19.12.2009 um 13:39heartwise_ch
MyVeganWorld.de
heartwise_ch
schrieb am 19.12.2009 um 13:50natürlich hab ich die Mail auch bekommen und sofort unterschrieben.
Es ist eine bodenlose Frechheit, was sich europäische Firmen rund um die Welt mit der Umwelt anderer Nationen erlauben. Das muss ihnen per Gesetz von EU oder den eigenen Regierungen verboten werden.
outlawjens
nicht von dieser Welt
outlawjens
schrieb am 19.12.2009 um 14:1417.12.2009
Kopenhagen - Erste Gelder für die Wälder
Während in der heißen Phase des UN-Klimagipfels noch gefeilscht wird, gibt es beim Waldschutz erste Resultate
Kopenhagen - Erste Gelder für die Wälder
Mehrere Länder des Westens haben in der finalen Phase des UN-KLimagipfels nun Zusagen beim Waldschutz gemacht. Australien, Frankreich, Japan, die USA, Norwegen und Großbritannien bieten gemeinsam 3,5 Milliarden Dollar, etwa 2,4 Milliarden Euro. Die Gelder werden über den Zeitraum von 2010 bis 2012 ausgeschüttet. Wissenschaftler haben berechnet dass zwischen 20 und 35 Milliarden Dollar jährlich benötigt würden, um die globale Entwaldung um 25% zu verlangsamen.
"Die Regenwälder retten ist die günstigste und schnellste Methode, die Kohlendioxidemissionen zu begrenzen," sagte der norwegische Premierminister Jens Stoltenberg. Man müsse nicht einmal neue Technologien erfinden, nur mit etwas aufhören, was die Natur unseres Planeten zerstöre.
Das Geld sei als "Anfangsinvestition" gedacht und würde Programmen zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und intensiven Landwirtschaftsprogrammen, die eine Nutzung von Waldflächen nicht benötigen, zugute kommen. Zudem sollen alternative Wirtschaftsformen wie der Anbau von Nüssen und Gummi soll durch die Mittel gefördert werden. Länder, die die Mittel abrufen wollen, sollten schon vorher Bemühungen gezeigt haben, ihre Wälder schützen zu wollen.
Die weltweite Abholzung ist für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Gerade im Rahmen des REDD-Programms wollten die Teilnehmer des UN-Klimagipfels in Kopenhagen Mittel gegen die massive globale Entwaldung zu finden.
Quelle: Lars Dittmer, BOS-Deutschland
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